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 Die letzten Beiträge des Themas - 5 Tage danach... 
Autor Nachricht

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 11.04.2018, 18:34
Re: 5 Tage danach...
Hallo, ich würde mich gerne mit dir unterhalten darüber.
Mir geht es genau so wie dir gerade, nur bin ich etwas jünger und noch nicht so lange mit meinem Freund zusammen..
Habe am Montag den Abbruch gehabt, aber (sei es wegen Hormonen oder sonstigem) ich fühle mich unendlich traurig.
Der Abbruch war die richtige Entscheidung, und jeder der es weiß, also Familie und ganz enge Freunde, unterstützen mich auch dabei.. aber irgendwie fühle ich mich trotzdem sehr allein gelassen.
Es würde mich freuen wenn du dich bei mir meldest...

Liebste Grüße

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 14.03.2018, 13:45
5 Tage danach...
Hallo meine Lieben...

Ich hatte am 09.03.18 einen Schwangerschaftsabbruch und komme momentan nicht damit klar. Ich bin 24 und mitten im Studium. Ich liebe Kinder und will irgendwann eine Familie haben und ich hatte in der Zeit meiner Schwangerschaft Hoch und Tiefs. An einem Tag war ich happy, weil es eben das wunderschönste ist was eine Frau erleben kann, und dann gab es Tage da machte ich morgens die Augen auf und hab geweint und mir gewünscht "dass in meinem Bauch nix ist!!!!"...

Mein Freund und ich sind seit 3 Jahren zusammen und er hat einen festen und guten Job (wird 28 im April). Wir haben uns sehr viel mit dem Thema auseinander gesetzt und ich bin zur Erkenntnis gekommen, dass ich es (noch) nicht kann. Ich fühlte mich noch nicht bereit dafür. Auf den neuen Lebensabschnitt und die neue Verantwortung.

Ich hab nur einen Minijob und noch nie in meinem Leben richtig gearbeitet. Theoretisch bin ich genau so weit Wien 18 Jährige, die gerade ihr Abi gemacht hat. Bin nun im 6. Semester meines Jura Studiums und habe noch einiges vor mir. Ich bin sehr zielstrebig und wenn ich ehrlich bin, hätte ich es unverantwortlich gefunden, ein Kind zu bekommen. Mein Freund und ich sind zwar schon 3 Jahre zusammen, aber wir sind noch total jung und naiv. Ich finde wir sind noch nicht reif genug. Und bei mir im Leben wird sich noch so viel verändern, es wäre alles so unsicher gewesen. Hätten wir uns dann getrennt, hätte ich auf der Straße gesessen, schwanger oder eben mit Kind im Studium. Ich hab ja kein Geld!! Ich hätte bei meinen Eltern wieder einziehen müssen. Ich wollte nicht ins Ungewisse ein Kind zur Welt bringen.

Ich hab eine genau Vorstellung davon, wie ich später mal meine Kinder erziehen will. Ich will das beste Umfeld und die besten Gegebenheiten und ich will dies als erwachsene Frau tun, die fest im Leben steht.

Wir hatten den ersten Termin zum Abbruch verschoben, da wir einen Tag vorher eines US-Termin hatten und wieder total aufgewühlt waren. Ich hab geweint und zu mir selbst gesagt, ich behalte das Kind. Aber man fängt dann wieder an alles zu ordnen und etwas objektiver zu denken.

Mein Freund fing an an dem Abbruch zu zweifeln. Er stimmte mir in allen Punkten zu (zu jung, zu chaotisch, naiv, und dass ich mir eben noch was aufbauen will)... jedoch sagte er, dass der einzige Punkt ist, der ihn so etwas zurückzieht ist, dass wir das Kind ja nicht "verschieben" und es einfach später bekommen.... es ist was individuelles... Und da hat er Recht... diesen Gedanken hatte ich jedoch ganz am Anfang bereits schon und mit der Zeit dann langsam anders darüber gedacht.

Ich hab begonnen sachlich zu denken. Ich verhindere dass ein Leben entsteht, genau so tu ich es auch wenn ich Pille nehme oder der Mann ein Kondom benutzt. Es ist nur ein viel späteres und schmerzhaftes Stadium in dem ich das Entstehen des Leben verhindere.

Am 09.03.18 war ich in 11+1 und ich schäme mich so dafür. Wie konnte ich so lange warten?? aber anders herum konnte ich mich nicht direkt entscheiden!!!! Wie soll ich so eine Entscheidung innerhalb einer Woche treffen??? Die Zeit war wirklich schlimm. Ich war völlig überfordert und gestresst. Wir haben es bei 7+2 erfahren (mitten in meiner Klausurenphase).
Bei 9+2 hatten wir den Beratungstermin und bei 10+6 den ersten Termin zum Abbruch.
Wenn es mir schlecht geht, will ich mich beruhigen in dem ich mir sage "es wat nur 4cm groß..." aber im nächsten Moment denke ich mir "es war doch schon 4cm groß"..

Es tut weh... wahrscheinlich weil es einfach in der Natur der Frau liegt, das Ungeborene zu schützen und das habe ich auch.. bis zum Tag des Abbruchs..

Und auch wenn ich jetzt noch hinter meiner Entscheidung stehe, weil ich der Meinung bin, dass sie richtig war muss ich sagen, dass es mir noch NIE so SCHLECHT ging. Ich hätte niemals gedacht, dass es so schlimm ist, wenn man sich der Entscheidung sicher ist.

Mittlerweile geht es mir etwas besser, aber immer noch total schlecht. Ich kann nicht aufhören zu weinen. Ich fange einfach an... Ich hab noch nie so eine Trauer verspürt. Die ersten 2 Tage waren die schlimmsten. Ich war noch nie so traurig... als wäre plötzlich alles schwarz weiß und ich mitten drin. Alles dreht sich weiter, nur ich nicht. Ich war gleichzeitig wütend, und beschämt. Ich habe mich geschämt. "Wie konnte ich das tun?? Wie konnte ich zulassen, dass der Arzt mir MEIN KIND nimmt???"

Es fühlt sich einfach an, als würde ein Teil von mir fehlen. Und so ist es eben auch.... es tut einfach weh. Jetzt gerade kommen mir wieder die Tränen. Der Abbruch war das schlimmste, dass ich in meinem Leben durchmachen musste bzw. muss.... Ich versuche mich mit meinen Gefühlen auseinandersetzen (Habe zum Glück die ganze Woche frei)...

Ich dachte, dass wenn ich weiß dass es die richtige Entscheidung ist, es mir danach gut geht, dass ich einfach nur erleichtert bin.. aber ich fiel wirklich in ein tiefes Loch. Ich kann mittlerweile aber sagen, dass ich die Entscheidung immer noch richtig finde, aber ich werde in meinem Leben nie wieder einen Abbruch machen lassen.

Ich finde meine Entscheidung war vernünftig und zum Wohl des Kindes auch die beste. Manchmal gehört eben Mut dazu, sich dagegen zu entscheiden. Ich finde das Kind zur Welt bringen ist der einfachere Weg (im Nachhinein betrachtet); natürlich nicht die Erziehung, aber es zu bekommen...

Wenn ich könnte würde ich die Zeit zurückdrehen, aber nicht um den Abbruch rückgängig zu machen (denn der musste in meinem Fall leider sein), sondern um nicht ungewollt schwanger zu werden.

Ich werden in Zukunft doppelt und dreifach aufpassen um NIE WIEDER in so eine Lage zu gelangen... es ist wirklich gerade die schlimmste Zeit, aber ich hab die Hoffnung, dass es besser wird....

Im Moment muss ich sagen, dass mich das alles irgendwie erwachsener gemacht hat. Ich kann Entscheidungen treffen und manchmal tut es eben auch weh. Aber ich selbst trage die Verantwortung für mein Leben, und sonst niemand...

Ich freue mich soooo sehr darauf schwanger zu sein, und es vom ersten Tag an zu genießen und zu zelebrieren. Mutter zu sein und mein bestes zu geben, meinem Kind alles zu geben was ich geben kann. Der Abbruch hat mir irgendwie meinen Zukunftsweg erhellt. Ich weiß aufeinmal was ich will, was meine Ziele sind, was will ich noch erleben... Ich schaue in die Zukunft auf mein Mutterdasein und sehe welche Etappen ich davor noch habe.

Staatsexamen, Referendariat, Hochzeit, Arbeitserfahrung, Eigentum, .... erwachsen werden

Es fühlt sich einfach an, dass alles was ich ab sofort tue, für mein Kind tue. Und irgendwie ist es auch so, als wäre es bei mir. Ich mache irgendwie alles für uns....

Ich wünschte ich wäre nie in die Situation gekommen, aber manchmal passieren Dinge im Leben, mit denen man umgehen muss...
Es hat irgendwie gut getan mal alles rauszulassen... Hoffe der Text war nicht all zu lang und nicht zu durcheinander. Aber irgendwie musste gerade mal alles raus..

Es wäre schön hier mit anderen Frauen in Kontakt zu treten, ich hätte so gerne Frauen mit denen ich reden kann, die das gleiche durchgemacht haben. Denn irgendwie fühle ich mich so allein, als wäre ich die einzige Frau auf der Welt, die so was schlimmes getan hat...

Liebe Grüße


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