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 Die letzten Beiträge des Themas - Schuldgefühle schwanger geworden zu sein 
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Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 13.09.2020, 10:20
Re: Schuldgefühle schwanger geworden zu sein
Hallo Mira,

Mein Abbruch ist jetzt über ein Jahr her und ich habe mehr durch Zufall wieder in diesem Forum vorbeigeschaut. Da bin ich auf deinen Text getroffen und konnte mich so sehr mit deinem Geschriebenen identifizieren, dass ich ich bei dir melden wollte!

Denn diese Trauer ohne Reue ind Gefühle, die mich danach unendlich verwirrt haben und ich oft das Gefühl hatte mich rechtfertigen zu müssen für meine Trauer selbst. Nach dem Motto, wenn du es nicht bereust, war es ja schon iwie die richtige Entscheidung und warum trauerst du dann?!
ich habe den medikamentösen Weg gewählt um meinem Körper, die Chance zu geben alles mitzuerleben und nicht nur psychisch zu leiden. Mein Freund - unsere Beziehung war noch sehr am Anfang, 3monate und ich hatte davor die ganze Zeit erfolgreich mit NFP verhütet - konnte die körperlichen Schmerzen auch nicht nachvollziehen und war am Anfang etwas überfordert mit meiner Offenheit. Trotzdem war es wichtig, dem Thema immer wieder einen Raum zu geben. Wir haben eine Stelle, an der wir einen „Teil“ Begraben haben. So regelmässig, wie wir es brauchen, gehen wir dorthin, reden wie es jetzt wäre und geben uns Platz und Raum zu trauern.

Für mich ist die auch immer noch bestehende, aber weit in den den Hintergrund gerückte, Trauer, ein wichtiges Gefühl, dass mich daran erinnert, das diese Entscheidung schwer war, mir leid tut, aber Am Ende des Tages für alle Beteiligten die richtige war. Ich bin gern traurig, dass wir jetzt kein Baby haben und das wir keine kleine Familie gegründet haben... denn es tut weh und es wird immer ein Kind von uns nicht die Chance bekommen haben, das Licht der Erde zu erblicken. Aber mir ist sehr bewusst, dass wir meistens kaum einen Einfluss auf den Zeitpunkt einer Schwangerschaft haben und das eine weitere Hürde ist, die uns das Leben gibt...

Wie geht es euch im Moment beiden? Als paar? Thematisiert ihr den Abbruch häufig? Bei uns kam das Thema zum Zeitpunkt des eigentlichen Termins nochmal Viel auf ...
Wie betrachtest du die Erinnerung inzwischen?

Viele Grüße, Hanna

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 18.05.2020, 10:14
Re: Schuldgefühle schwanger geworden zu sein
An Oscar,

der Vergleich ist ziemlich gut, ich nämlich Tierpflegerin und arbeite nebenbei als Tierarzthelferin. Ich habe also sehr oft mit Menschen zu tun, die diese Entscheidung treffen und auch die Hunde aus meinem Betrieb hat es schon betroffen. Daher fand ich es sehr passend und hat mich sogar zum lächeln gebracht :)

An Maria,

es geht mir gut, die aktuelle Situation und die anderen Sorgen diesbezüglich haben zum Teil auch abgelenkt und dennoch war der Raum da, mich damit zu beschäftigen. Die Trauer ist in die nächste Stufe gerückt, es ist nicht so einnehmend und oft, aber sie ist da. Schmerzhaft war es, den Neffen meines Freundes auf dem Arm zu halten und mit ihm zu spielen. Die emotional weiter entfernten Kinder auf der Straße treffen mich nicht so..

Deine Situation kann ich natürlich sehr gut verstehen. Inzwischen hat der Abbruch ja stattgefunden, wie fühlst du dich? Kannst du/möchtest du darüber reden?
Ich war erleichtert, als es durch war, aber ich habe mich weiterhin leer gefühlt. Ich hatte dummerweise auch meine Zwischenprüfung 4 Tage später, aber es hat geholfen erstmal weiter zu machen.

Ich wünsche dir und euch beiden zusammen viel Kraft!

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 13.05.2020, 09:07
Re: Schuldgefühle schwanger geworden zu sein
Hallo Mira,

wie geht es dir mittlerweile? Hat sich deine Trauer ein bisschen gebessert?

ich erkenne mich in deiner Situation sehr gut wieder, ich hatte meinen Abbruch gestern.

Mein Freund und ich kennen uns seit 2 Jahren, aber erst seit 2 Monaten sind wir zusammen. Ich verhüte seit bald 3 Jahren mit der NFP Methode und es gab nie Probleme... bis jetzt.

Ich hab es vor 1,5 Wochen erfahren dass ich schwanger bin und er meinte er ist jetzt so nicht bereit für ein Kind. Ich bin es eigentlich auch nicht.

Ich bin noch in meiner Ausbildung, wohne 1,5h von ihm entfernt und unsere Beziehung steht auch noch am Anfang. Ich will zwar Kinder aber eigentlich nicht jetzt. Also habe ich mich für den Abbruch entschieden, war gestern beim Arzt und habe die Tablette genommen. Morgen kommen dann die nächsten beiden.

Ich fühle mich aktuell einfach leer, ich weine nicht sondern sitze einfach nur da. Es fühlt sich wie ein Albtraum an und ich weiß nicht recht wie ich damit umgehen soll. Ich habe ein schlechtes Gewissen, dass ich mich nicht schuldiger fühle, aber im Herzen weiß ich dass es richtig war. Dennoch bin ich unendlich traurig dass das Kind niemals auf die Welt kommen wird.

Vielleicht hast du ja ähnlich empfunden und fühlst dich nicht mehr ganz alleine.


Maria

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 15.04.2020, 19:18
Re: Schuldgefühle schwanger geworden zu sein
Hallo Mira,


ich finde es sehr gut das ihr darüber reden könnt. Ich muss dir auch Recht geben, für Männer ist es unsagbar schwer das ganze zu verstehen und passende Antworten zu finden. Ich denke oft hilft es schon wenn man weiß das jemand zu hört.

Für Männer ist es auch sehr schwer überhaupt die körperliche Folgen zu verstehen. Der Körper von einem Mann kennt ja diese Probleme überhaupt nicht.

Ich denke der Körper schaltet meist viel schneller auf " Normalbetrieb" wie unser Kopf. Ich glaube dir das es ein ganz merkwürdiges Gefühl ist wenn der Körper einfach weiter macht, aber der Kopf noch lange nicht so weit ist. Das wird sich aber mit dem Fortschritt der Verarbeitung geben.

Du bist ganz gewiss nicht allein. Jeder verarbeitet anders. Es ist so wie du gelesen hast. Einige geht es schlecht, andere wiederum gut. Ich gehe aber auch davon aus das es genug Frauen gibt denen es ähnlich wie dir geht.

Trauern ohne zu bereuen fühlt sich merkwürdig an. Ich denke aber das Eine schließt das Andere nicht aus. Das du trauerst zeigt auch das du dir deine Entscheidung nicht leicht gemacht hast.

Das mit dem trauern ohne zu bereuen kommt öfter vor. Mir fällt ein Beispiel ein welches vielleicht nicht passend zu deiner Situation ist, aber zeigt das so etwas öfter vorkommt.

Ich weiß nicht ob du die Situation kennst wenn man ein Haustier hat was einem sehr nahe steht. Irgendwann wird das Tier älter und oder es kommen leider Krankheiten hinzu. Leider ist auch bei Tieren nicht jede Krankheit heilbar und man steht vor der Entscheidung zu zusehen wie das Tier leidet, oder es von einem Tierarzt von seinen Qualen erlösen zu lassen. Egal wie man sich in dem Fall entscheidet, es ist mit großer Trauer verbunden. Aber man weiß das man es getan hat um weiteres Leiden zu ersparen.

Freundliche Grüße

Oscar

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 15.04.2020, 14:07
Re: Schuldgefühle schwanger geworden zu sein
Hallo Oscar,

danke für deine schnelle Rückmeldung!
Ja, wir können schon darüber reden, aber er weiß oft nicht, was er sagen soll. Was ich total verstehen kann, es ist eine schwierige Situation.
Mit meinen psychischen Folgen, auch aufgrund der körperlichen Sachen, wie z.B. die Blutungen, ist er eher überfordert. Ich denke, dass es für Männer grundsätzlich schwierig (wenn nicht sogar unmöglich) ist, den körperlichen Aspekt davon zu verstehen. Auch das kann ich verstehen und mache ihm da keinen Vorwurf draus, ich weiß nur nicht, mit wem ich darüber reden kann.
Meine erste Periode beginnt gerade.. es ist merkwürdig zu fühlen, dass der Körper einfach weiter macht, auch wenn der Kopf noch lange nicht so weit ist. Mehr noch, dass meine Gebärmutter es mir anscheinend nicht so übel nimmt, wie mein Gewissen :)

Ich habe bisher hier mehr gelesen, dass Frauen sich danach schlecht fühlen, oder total okay.. Ich sehe mich irgendwo dazwischen und ich suche irgendwo Rückmeldung, dass ich damit auch nicht alleine bin.
Zu trauern, ohne es zu bereuen, ist irgendwie merkwürdig..

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 14.04.2020, 22:41
Re: Schuldgefühle schwanger geworden zu sein
Hallo Mira,


herzlich willkommen im Forum.


Für dich war es eine sehr schwere Entscheidung und die Rahmenbedingungen haben gegen das Kind gesprochen. Du hast dir deine Entscheidung nicht leicht gemacht und hast Möglichkeiten durchgespielt.

Du hast dich für einen medikamentösen AB entschieden weil du dachtest das er " schonender" für den Körper ist. Aus meiner Sicht kann ein medikamentöser AB eine sehr starke psychische Belastung sein. Du hast ja geschrieben wie belastend er für dich war. Es ist auch gut das du deine Entscheidung weiter als richtige Entscheidung siehst.

Das du dich wahnsinnig schuldig fühlst überhaupt in so eine Situation gekommen zu sein kann ich verstehen. Es gibt aber leider keine Verhütungsmethode die zu 100 Prozent sicher ist. Somit besteht immer ein Restrisiko schwanger zu werden.

Kannst du denn mit deinem Freund über das Thema reden?

Lass auch bitte dein Trauer zu, denn sie hilft dir bei der Verarbeitung.

Ich schicke dir viel Kraft um diese schwierige Situation zu überwinden.


Freundliche Grüße

Oscar

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 14.04.2020, 18:39
Schuldgefühle schwanger geworden zu sein
Hallo ihr Lieben,
auch ich bin neu hier und habe mich erstmal umgeschaut. Es sind aber so viele Themen und Geschichten, es ist wirklich überwältigend.
Ich wollte eigentlich zu eine Selbsthilfegruppe gehen, aber durch Corona findet natürlich momentan nichts statt.
Es ist ziemlich genau 1 Monat her, dass ich medikamentös abgebrochen habe.
Ich habe zwar alle Möglichkeiten durchgespielt, aber zu viele Faktoren sprachen für mich dagegen: mitten in der Ausbildung, Fernbeziehung, für die Ausbildung bin ich in eine Stadt fernab von Familien und Freunden gezogen, die mich hätten unterstützen können usw. Ihr wisst bestimmt, was ich meine.
Ich war sehr früh dran, 4 SSW, als ich den Abbruch hatte. Durch eine nicht so genau Voruntersuchung meines FA dachte ich jedoch, dass ich schon in der 6. sei. Ich wollte medikamentös, weil ich dachte, dass es "schonender" für den Körper sei.
Jetzt im Nachhinein bin ich mir gar nicht mehr so sicher. Erstmal das hormonelle.. und dann natürlich, dass man es komplett mitbekommt.
Ich bin hier quasi auf dem Land und musste es in einer Klinik machen. Die Tabletten habe ich im offenen Warteraum in die Hand gedrückt bekommen, vor anderen Leuten. Der ganze Verlauf mit Beratungsgesprächen, Arztbesuchen, Klinikbesuchen war chaotisch und absolut null mitfühlend oder verständnisvoll.

Das schlimmste für mich waren die Tage zwischen den Tabletten. Es fühlte sich so an, als hätte ich etwas Halbtotes in mir, was nur darauf wartet ausgestoßen zu werden, weil ich es nicht wollte. Und die Tage und Wochen danach, in denen ich jeden Tag auf die blutige Binde starren musste.
Die Menschen in meinem Umfeld sind verständnisvoll, aber niemand versteht es wirklich.
Ich habe immer noch das Gefühl die richtige Entscheidung getroffen zu haben, aber ich fühle mich so wahnsinnig schuldig überhaupt in diese Situation gekommen zu sein. Ich habe immer zuverlässig verhütet, mein Freund und ich verhüten seit über einem Jahr mit der NFP Methode und ich war so sicher gewesen, meinen Eisprung gehabt zu haben. Alle typischen Symptome waren da.. und dann war er anscheinend doch völlig ohne Symptome 10 Tage verspätet (durch die Fernbeziehung kann ich genau sagen, welches Datum).
Fast so, als wollte mein Körper schwanger werden.
Ich trauere trotz allem immer noch. Ich weiß, dass es "okay" war so zu entscheiden. Und dass ich bald bestimmt Kinder haben werde.
Aber manchmal tut es einfach weh.
Ich weiß nicht mal, was ich mir hier genau erhoffe. Die Reaktionen scheinen so vielfältig zu sein, vielleicht ist es wirklich nur das Gefühl nicht alleine damit zu sein


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