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 ARMUT IN DEUTSCHLAND 

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Beitrag ARMUT IN DEUTSCHLAND
so, das hab ich mal gefunden, da ich die Tage noch einen Bericht im Fernsehen dazu gesehen habe. Man sagt ja immer, in Deutschland muss niemand hungern, aber die Realität sieht auch da anders aus.

ARMUT IN DEUTSCHLAND

"Armut ist keine Schande" sagte man früher. Kriege, Wirtschaftskrisen und Missernten führten dazu, dass viele Menschen hungerten, krank wurden oder obdachlos. Doch Armut ist nicht nur ein Phänomen vergangener Zeiten oder ein Problem der Entwicklungsländer. Armut betrifft uns noch heute - und das mitten in Deutschland.


Die Armut wächst
Laut des zweiten "Armuts- und Reichtumsberichts" der Bundesregierung galten im Jahr 2003 ganze 13,5 Prozent der Bevölkerung als arm, das sind rund elf Millionen Menschen. Die Tendenz ist steigend: 2002 waren es noch 12,7 Prozent, 1998 noch 12,1 Prozent. Besonders alarmierend: Mehr als ein Drittel der Armen oder von Armut Bedrohten sind Alleinerziehende und ihre Kinder. Fast jedes siebte Kind ist von Armut betroffen und beinahe jeder fünfte Jugendliche. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef wächst die Armut von Kindern in Deutschland sogar stärker als in den meisten anderen Industrieländern. Dagegen ist die Altersarmut in Deutschland rückläufig: von 13,3 Prozent 1998 auf 11,4 Prozent im Jahr 2003. Auf lange Sicht wird jedoch auch hier ein Wiederanstieg erwartet, weil Arbeitslose, Teilzeitbeschäftigte, Minijobber und Geringverdiener geringere Renten bekommen werden und allgemein das Rentenniveau sinkt.

Wann ist ein Mensch "arm"?
Der Begriff Armut lässt sich nicht eindeutig definieren. Wirtschaftlich betrachtet ist Armut eine "Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen". Generell gibt es eine Unterscheidung zwischen "absoluter Armut" und "relativer Armut".
"Absolute Armut" bedroht die physische Existenz. Als "absolut arm" gelten Menschen, die pro Tag weniger als einen US-Dollar ausgeben können. In Wohlstandsgesellschaften wie in Deutschland wird Armut meist als "relative Armut" definiert. Die "relative Armutsgrenze" bezieht sich auf statistische Zahlenwerte, wie das durchschnittliche Einkommen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet denjenigen als arm, der monatlich weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens seines Landes zur Verfügung hat. Die OECD-Skala der "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" geht dagegen von 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens aus.
Diese Armutsgrenzen sind jedoch umstritten. Weil die so genannte "Einkommensarmut" den gesellschaftlichen Status nicht genügend wiedergibt, versucht man mit dem "Lebenslagenkonzept" eine weitere Beschreibung. Dieses Konzept interpretiert Armut als Unterversorgung in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel in den Bereichen Wohnen, Bildung, Gesundheit, Arbeit, Einkommen und Versorgung mit technischer und sozialer Infrastruktur. Eins ist fast allen Versuchen, das Problem "Armut" zu beschreiben, gemeinsam: Es geht um die ungleiche Verteilung von Chancen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Wen trifft Armut am häufigsten?
Früher waren in besonderem Maß ältere Frauen von Armut betroffen. Es hieß, "Armut ist alt und weiblich". Heute ist Armut jung, man spricht von "Infantilisierung" der Armut. Wer viele Kinder hat oder allein erziehend ist, trägt ein größeres Armutsrisiko als kinderlose Menschen oder Ehepaare, die gemeinsam ihre Kinder aufziehen können.
Wesentliche Ursache für ein erhöhtes Armutsrisiko bleibt die Arbeitslosigkeit. Laut des 2. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung lebten 41 Prozent der Arbeitslosen im Jahr 2003 in Armut oder an der Armutsgrenze. Der Sozialabbau wirkt sich auf die Situation der Arbeitslosen zusätzlich negativ aus: Durch die Einführung von Arbeitslosengeld II und die gekürzte staatliche Unterstützung werden arbeitslose Menschen seit Januar 2005 noch schneller in die Armut gedrängt. Eine entscheidende Rolle für die Situation spielt das Bildungsniveau des Einzelnen: Wer über einen niedrigen Bildungsstand verfügt, ist stärker gefährdet in die Armut abzugleiten. Denn gute Bildung und Ausbildung sind noch immer die besten Garanten für einen Arbeitsplatz.
Sehr gefährdet sind zudem wohnungslose Menschen, Ausländer und in Zukunft – durch die Gesundheitsreform und die Anpassung der Renten – wieder verstärkt alte Menschen, chronisch Kranke und Behinderte. Häufig kommen gleich mehrere Belastungen zusammen, wie geringes Einkommen, ungesicherte oder schlechte Wohnverhältnisse, Verschuldung, chronische Erkrankungen, psychische Probleme und soziale Ausgrenzung.

Ist Armut ein Teufelskreis?
Wer erst einmal auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, hat es oft schwer, sich aus dieser Abhängigkeit wieder zu befreien. Eine der schlimmsten Auswirkungen von Armut ist der Verlust der eigenen Wohnung. Ein Teufelskreis: Wer obdachlos ist, bekommt keinen Job. Wer keinen Job hat, wird nur sehr schwer eine Wohnung bekommen oder kann sich erst gar keine leisten. Oft bekommen die Betroffenen das Gefühl, ihre Situation selbst zu verschulden. Dieses Gefühl wird ihnen auch von Außen vermittelt. Viele sind deprimiert und verunsichert, vor allem, wenn sich ihre Lage jahrelang nicht verändert hat. Prof. Dr. Gerhard Trabert, der den Verein "Armut und Gesundheit in Deutschland" ins Leben gerufen hat, kommt bei seiner Arbeit täglich mit solchen Fällen in Berührung. Seiner Meinung nach brauchen diese Menschen vor allem jemanden, der an ihre Fähigkeiten glaubt: "Wichtig ist, diesen Menschen Wertschätzung entgegen zu bringen, ihnen das nötige Selbstbewusstsein zu vermitteln, sich aus diesem Teufelskreis wieder heraus zu bewegen."

Wie kann die Situation verbessert werden?
Jeder kann einen Beitrag leisten, die Situation zu verbessern. Eine Möglichkeit ist es, Geld oder Kleider an eine der vielen Wohlfahrtsorganisationen zu spenden, zum Beispiel an die Caritas, die Arbeiterwohlfahrt oder das Rote Kreuz. Es müssen aber nicht unbedingt Spenden sein. Wer sich persönlich engagieren will, kann bei den gleichen Verbänden ehrenamtliche Mitarbeit anbieten. Dort können Interessierte zum Beispiel in der Kleiderkammer tätig werden oder bei der Essensausgabe einer Suppenküche. Auch im kleineren, privaten Rahmen gibt es genug Möglichkeiten zu helfen, zum Beispiel in der Schule. In vielen Klassen gibt es Schüler und Schülerinnen aus sozial benachteiligten Familien, die Unterstützung von außen benötigen. Damit die Betroffenen sich nicht "outen" müssen, könnte die Klasse beziehungsweise der Lehrer oder die Lehrerin für einen "Sozialfond" sammeln, schlägt Gerhard Trabert als eine Möglichkeit vor. Mit dem Geld könnten Klassenfahrten finanziert werden, Schreibutensilien oder Bücher. Neben solchen praktischen Hilfsangeboten wäre es wichtig, dass Armut in der Gesellschaft zum Thema wird. Die Betroffenen sollten auch psychisch unterstützt werden, meint Gerhard Trabert: "Wir sollten uns von Schuldzuweisungen entfernen und den Betroffenen mit Respekt begegnen."

(Claudia Heidenfelder) Stand vom 20.04.2008
Quelle: http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel, ... ,,,,,.html


04.06.2008, 09:55
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Armut in Deutschland - ein Kinderproblem
UNICEF-Studie: Kinderarmut steigt in reichen Ländern

Von Anneke Wardenbach

Jedes zehnte Kind in Deutschland ist arm. Tendenz: Steigend. Doch was verbirgt sich hinter den Zahlen der neuen UNICEF-Studie? Wie sieht Kinderarmut in Deutschland aus?

Kinderarmut in Deutschland - da geht es nicht um Bilder von 5-Jährigen, die Steine schleppen für einen Teller Suppe. Armut in reichen Ländern ist unauffälliger. Erst im Vergleich zur übrigen Gesellschaft wird sie deutlich. Laut der am Dienstag (01.03.05) von UNICEF vorgestellten Studie wachsen mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Familien auf, die mit weniger als der Hälfte des Durchschnittseinkommens auskommen müssen. In Westdeutschland hat sich die Kinderarmut seit 1989 mehr als verdoppelt und lag im Jahr 2001 bei 9,8 Prozent, in Ostdeutschland bei 12,6 Prozent. Kinder sind zudem häufiger arm als Erwachsene.

"Fälle gibt es genug", sagt auch Frank Merkel, Sozialarbeiter bei der Caritas Dortmund, "das reicht von Eltern, die die Klassenfahrt nicht bezahlen können, bis zu Kindern, die ohne Essen in den Kindergarten kommen." Hier, wo sie mit allen anderen Kindern zusammen kommen, fallen sie auf. "Oft sind es Lehrer oder Kindergärtner, die uns in der Sozialberatung anrufen und nach Hilfemöglichkeiten fragen", erzählt Merkel.

Mix aus Kleinigkeiten
Wenn die Eltern knapp bei Kasse sind, ist es schnell vorbei mit Flötenunterricht oder Sportverein. "Es ist ein Mix aus vielen Kleinigkeiten, der die Kinder im Vergleich benachteiligt," erklärt Beraterin Marina Samra vom Sozialen Zentrum Westhoff in Dortmund. Sie zählt auf: "Da bleibt die kulturelle Bildung auf der Strecke, weil Kino, Zoo und Theater unbezahlbar sind. Die Kleidung ist nicht die Gleiche und das Buch, das gerade 'in' ist, gibt es noch nicht in der Bibliothek. Damit tun sich besonders Heranwachsende schwer."


Armut auf Zeit
Meistens handelt es sich bei Armut um eine Phase, oft wenn die Eltern sich trennen oder arbeitslos werden. Nach Ergebnissen der Studie leiden rund 60 Prozent der Kinder etwa ein Jahr darunter, aber etwa vier Prozent müssen mehr als fünf Jahre auf jedes Extra verzichten. Vom Staat gibt es je nach Lebenslage gesetzlich festgelegte Hilfen, jeder bekommt das Gleiche. "Wie die Betroffenen mit diesem Geld umgehen, ist individuell sehr unterschiedlich", schildert Stephan Kellner, der seit 20 Jahren beim Sozialamt Dortmund ist.

"Die Regelsätze sind sehr niedrig angesetzt, oft reicht eine einzige Ausgabe außer der Reihe und die Schraube beginnt sich zu drehen," sagt Sozialarbeiterin Samra. "Ich hatte einen Fall, wo ein Kind zum Sprachförderunterricht über Mittag in der Schule bleiben sollte. Die Mutter konnte die 40 Euro Essensgeld nicht aufbringen, weil sie auch eine neue Brille brauchte."

Ganz normale Leute
Treffen kann es jeden, den gescheiterten Unternehmer genau so wie die Akademikerin, die kurz nach dem Studium ein Kind bekommt und dieses alleine erzieht. Marina Samra: "Es sind ganz normale Leute, die plötzlich Angst haben, dass ihre Kinder anfangen zu klauen."

Doch die Formel "Kinder gleich Armut" ist laut UNICEF zu einfach. "Kinder sind in Deutschland kein Armutsrisiko. Alarmierend aber ist die überdurchschnittliche Armut von Kindern Alleinerziehender und aus Zuwandererfamilien", sagte Reinhard Schlagintweit, Vorsitzender des Kinderhilfswerks in Deutschland. Nach der Studie haben diese Kinder das weitaus größte Risiko zu verarmen - mit allen Folgen von weniger Chancen in der Bildung bis zur schlechteren Gesundheitsvorsorge, weil an freiwilligen Leistungen gespart wird.

Die UNICEF-Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen der Höhe staatlicher Aufwendungen und der Kinderarmut. Auch die Art, wie das Geld verteilt wird, führt in den verglichenen OECD-Ländern zu sehr unterschiedlichen Erfolgen. Umverteilung von Reichtum kann man besser machen, so die Schlussfolgerung.

Quelle: http://www.wdr.de/themen/politik/deutsc ... ndex.jhtml


04.06.2008, 09:58
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IS JA NETT von dir jessi das du das mal rausgesucht hast. aber gleichzeitig macht mir das auch angst. denn ab diesen monat bin ich auch mit meinen kindern alleine. na da kommt ja ganz schön was auf mich zu. denn ich hatte auch keinen mann der schwerverdiener war.


04.06.2008, 11:37
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Beitrag Re: ARMUT IN DEUTSCHLAND
jessica hat geschrieben:
so, das hab ich mal gefunden, da ich die Tage noch einen Bericht im Fernsehen dazu gesehen habe. Man sagt ja immer, in Deutschland muss niemand hungern, aber die Realität sieht auch da anders aus.

ARMUT IN DEUTSCHLAND

"Armut ist keine Schande" sagte man früher. Kriege, Wirtschaftskrisen und Missernten führten dazu, dass viele Menschen hungerten, krank wurden oder obdachlos. Doch Armut ist nicht nur ein Phänomen vergangener Zeiten oder ein Problem der Entwicklungsländer. Armut betrifft uns noch heute - und das mitten in Deutschland.


Die Armut wächst
Laut des zweiten "Armuts- und Reichtumsberichts" der Bundesregierung galten im Jahr 2003 ganze 13,5 Prozent der Bevölkerung als arm, das sind rund elf Millionen Menschen. Die Tendenz ist steigend: 2002 waren es noch 12,7 Prozent, 1998 noch 12,1 Prozent. Besonders alarmierend: Mehr als ein Drittel der Armen oder von Armut Bedrohten sind Alleinerziehende und ihre Kinder. Fast jedes siebte Kind ist von Armut betroffen und beinahe jeder fünfte Jugendliche. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef wächst die Armut von Kindern in Deutschland sogar stärker als in den meisten anderen Industrieländern. Dagegen ist die Altersarmut in Deutschland rückläufig: von 13,3 Prozent 1998 auf 11,4 Prozent im Jahr 2003. Auf lange Sicht wird jedoch auch hier ein Wiederanstieg erwartet, weil Arbeitslose, Teilzeitbeschäftigte, Minijobber und Geringverdiener geringere Renten bekommen werden und allgemein das Rentenniveau sinkt.

Wann ist ein Mensch "arm"?
Der Begriff Armut lässt sich nicht eindeutig definieren. Wirtschaftlich betrachtet ist Armut eine "Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen". Generell gibt es eine Unterscheidung zwischen "absoluter Armut" und "relativer Armut".
"Absolute Armut" bedroht die physische Existenz. Als "absolut arm" gelten Menschen, die pro Tag weniger als einen US-Dollar ausgeben können. In Wohlstandsgesellschaften wie in Deutschland wird Armut meist als "relative Armut" definiert. Die "relative Armutsgrenze" bezieht sich auf statistische Zahlenwerte, wie das durchschnittliche Einkommen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet denjenigen als arm, der monatlich weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens seines Landes zur Verfügung hat. Die OECD-Skala der "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" geht dagegen von 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens aus.
Diese Armutsgrenzen sind jedoch umstritten. Weil die so genannte "Einkommensarmut" den gesellschaftlichen Status nicht genügend wiedergibt, versucht man mit dem "Lebenslagenkonzept" eine weitere Beschreibung. Dieses Konzept interpretiert Armut als Unterversorgung in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel in den Bereichen Wohnen, Bildung, Gesundheit, Arbeit, Einkommen und Versorgung mit technischer und sozialer Infrastruktur. Eins ist fast allen Versuchen, das Problem "Armut" zu beschreiben, gemeinsam: Es geht um die ungleiche Verteilung von Chancen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Wen trifft Armut am häufigsten?
Früher waren in besonderem Maß ältere Frauen von Armut betroffen. Es hieß, "Armut ist alt und weiblich". Heute ist Armut jung, man spricht von "Infantilisierung" der Armut. Wer viele Kinder hat oder allein erziehend ist, trägt ein größeres Armutsrisiko als kinderlose Menschen oder Ehepaare, die gemeinsam ihre Kinder aufziehen können.
Wesentliche Ursache für ein erhöhtes Armutsrisiko bleibt die Arbeitslosigkeit. Laut des 2. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung lebten 41 Prozent der Arbeitslosen im Jahr 2003 in Armut oder an der Armutsgrenze. Der Sozialabbau wirkt sich auf die Situation der Arbeitslosen zusätzlich negativ aus: Durch die Einführung von Arbeitslosengeld II und die gekürzte staatliche Unterstützung werden arbeitslose Menschen seit Januar 2005 noch schneller in die Armut gedrängt. Eine entscheidende Rolle für die Situation spielt das Bildungsniveau des Einzelnen: Wer über einen niedrigen Bildungsstand verfügt, ist stärker gefährdet in die Armut abzugleiten. Denn gute Bildung und Ausbildung sind noch immer die besten Garanten für einen Arbeitsplatz.
Sehr gefährdet sind zudem wohnungslose Menschen, Ausländer und in Zukunft – durch die Gesundheitsreform und die Anpassung der Renten – wieder verstärkt alte Menschen, chronisch Kranke und Behinderte. Häufig kommen gleich mehrere Belastungen zusammen, wie geringes Einkommen, ungesicherte oder schlechte Wohnverhältnisse, Verschuldung, chronische Erkrankungen, psychische Probleme und soziale Ausgrenzung.

Ist Armut ein Teufelskreis?
Wer erst einmal auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, hat es oft schwer, sich aus dieser Abhängigkeit wieder zu befreien. Eine der schlimmsten Auswirkungen von Armut ist der Verlust der eigenen Wohnung. Ein Teufelskreis: Wer obdachlos ist, bekommt keinen Job. Wer keinen Job hat, wird nur sehr schwer eine Wohnung bekommen oder kann sich erst gar keine leisten. Oft bekommen die Betroffenen das Gefühl, ihre Situation selbst zu verschulden. Dieses Gefühl wird ihnen auch von Außen vermittelt. Viele sind deprimiert und verunsichert, vor allem, wenn sich ihre Lage jahrelang nicht verändert hat. Prof. Dr. Gerhard Trabert, der den Verein "Armut und Gesundheit in Deutschland" ins Leben gerufen hat, kommt bei seiner Arbeit täglich mit solchen Fällen in Berührung. Seiner Meinung nach brauchen diese Menschen vor allem jemanden, der an ihre Fähigkeiten glaubt: "Wichtig ist, diesen Menschen Wertschätzung entgegen zu bringen, ihnen das nötige Selbstbewusstsein zu vermitteln, sich aus diesem Teufelskreis wieder heraus zu bewegen."

Wie kann die Situation verbessert werden?
Jeder kann einen Beitrag leisten, die Situation zu verbessern. Eine Möglichkeit ist es, Geld oder Kleider an eine der vielen Wohlfahrtsorganisationen zu spenden, zum Beispiel an die Caritas, die Arbeiterwohlfahrt oder das Rote Kreuz. Es müssen aber nicht unbedingt Spenden sein. Wer sich persönlich engagieren will, kann bei den gleichen Verbänden ehrenamtliche Mitarbeit anbieten. Dort können Interessierte zum Beispiel in der Kleiderkammer tätig werden oder bei der Essensausgabe einer Suppenküche. Auch im kleineren, privaten Rahmen gibt es genug Möglichkeiten zu helfen, zum Beispiel in der Schule. In vielen Klassen gibt es Schüler und Schülerinnen aus sozial benachteiligten Familien, die Unterstützung von außen benötigen. Damit die Betroffenen sich nicht "outen" müssen, könnte die Klasse beziehungsweise der Lehrer oder die Lehrerin für einen "Sozialfond" sammeln, schlägt Gerhard Trabert als eine Möglichkeit vor. Mit dem Geld könnten Klassenfahrten finanziert werden, Schreibutensilien oder Bücher. Neben solchen praktischen Hilfsangeboten wäre es wichtig, dass Armut in der Gesellschaft zum Thema wird. Die Betroffenen sollten auch psychisch unterstützt werden, meint Gerhard Trabert: "Wir sollten uns von Schuldzuweisungen entfernen und den Betroffenen mit Respekt begegnen."

(Claudia Heidenfelder) Stand vom 20.04.2008
Quelle: http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel, ... ,,,,,.html

Ich denke, Deutschland geht in richtige Richtung .. Es gibt viele Beschäftigungsmöglichkeiten mit so vielen auf laufende Projekte zu erneuerbaren Quellen.


26.12.2013, 15:03
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