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 vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder? 

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Beitrag vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
Also ich stelle mich mal vor und muss als erstes anmerken, dass ich froh gewesen wäre, wenn ich so etwas wie diese Seite schon damals vor dreizehn Jahren gefunden hätte.

Ich bin jetzt 42 und habe drei Kinder, 20,16 und fast 10 und hatte zwei Jahre vor meiner jüngsten, als ich ihren Vater gerade kennengelernt hatte, schon mal eine ungeplante Schwangerschaft, die ich mit einem Abbruch beendet habe. Ich bin damals in der Folgesituation gar nicht damit klar gekommen, habe mich unwirklich gefühlt, wie ein schlechter Mensch und alles in mir hat nur geschrieen dass das falsch, falsch, falsch gewesen sei. Es stellte sich auch quasi sofort der Wunsch nach einem neuen Kind ein, und zwei Jahre später wurde ich dann mit meiner jüngsten schwanger. Erst zu dem Zeitpunkt hörte eigentlich auch so nach und nach mein Leiden infolge des Abbruchs auf.

Nun gut, die Beziehung zu dem Vater hatte schon seit dem Abbruch einen Knacks und hat dann auch nur gehalten, bis die Kleine drei war. Nach der Trennung ging es mir aber in der Regel gut. Ich hatte (noch in der Partnerschaft) ein neues Studium begonnen und habe das inzwischen erfolgreich abgeschlossen, ebenso das darauffolgende Referendariat und habe nun seit 1. Februar das erste Mal überhaupt eine gut bezahlte Stelle in einem unbefristeten Vollzeit-Arbeitsvertrag an einer Schule.

Beziehungsmäßig sieht es bei mir so aus, dass ich seit ungefähr einem halben Jahr mit einem Mann zusammen bin, bei dem es sehr viele Unsicherheiten gibt, bei dem es nicht klar ist, ob er es schaffen wird beruflich wieder Fuß zu fassen und infolge dessen auch insgesamt wieder mehr Zutrauen in sich selbst zu haben. In dem halben Jahr gab es auch schon einige Aufs und Abs und obwohl ich sehr hoffe, dass das mit uns beiden doch etwas wird, ist es auf gar keinen Fall sicher (richtig sicher ist es ja sowieso nie, aber zumindest aus der jetzigen Warte...).

Nun weiß ich seit Anfang der Woche, dass ich schwanger bin und für mich bricht alles zusammen. Ich kann mit weder vorstellen, noch ein Kind zu bekommen, noch dass ich nochmal durch einen Abbruch und den entsprechenden Folgen durchgehe. Es fühlt sich keine von beiden Optionen irgendwie richtig an. Ich versuche die ganze Zeit, mir eine bestimmte Richtung vorzustellen, aber komme zu keinem Ergebnis. Ich wollte nun eigentilch gerade beruflich richtig durchstarten und hatte das Thema Kinderkriegen auch schon abgeschlossen, wollte nochmal Auslandsjahre machen, sobald die mittlere das Abi hat (in gut einem Jahr), fühle mich wohl mit den gewonnenen Freiheiten, wenn die Kinder älter sind etc.
Auf der anderen Seite war der Abbruch damals die Hölle und ich weiß nicht, ob ich das nochmal durchstehe.

Mein Partner ist auch total hin und hergerissen. Auf der einen Seite sagt er, dass er meine Entscheidung, egal wie sie ausfällt auf jeden Fall unterstützt, da es seiner Meinung nach immer nur die Entscheidung der Frau sein kann. Auch freut er sich eigentlich, da er im Gegensatz zu mir ja noch keine Kinder hat, gerne eins hätte und es vielleicht in unserem Fall (bin 42) auch nicht so gut ist, damit noch länger zu warten.

Auf der anderen Seite, hatte er auch schon psychische Probleme und meint, dass er Angst davor hat, dass er, wenn es bei ihm arbeitsmäßig nicht klappt, evtl. so in sich zusammenfällt, dass er dann nicht da sein könnte etc. und es dann doch zu einer Trennung kommen könnte. Das wiederum macht mir wieder Angst, denn ich habe keine Lust nochmal ein Kind alleine groß zu ziehen. Zumal ich eigentlich ja eh keins mehr wollte....

Ich bin momentan echt verzweifelt. Lese hier schon die ganze Zeit und fühl mich schonmal an der richtigen Stelle, da es scheinbar doch einige gibt, die einen Abbruch ähnlich verarbeitet haben wie ich damals. Trotzdem bin ich nun total verzweifelt und ratlos. Hat jemand schonmal einen zweiten Abbruch gehabt und ihn vielleicht anders (besser?) verarbeiten können als den ersten?

Würde mich über Antworten und Anregungen freuen.

Liebe Grüße

Sharon


09.03.2013, 22:19
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
liebe sharon,
herzlich willkommen bei uns.

wie andere den abbruch verarbeitet haben finde ich nicht so wichtig. denn jeder mensch ist anders. wichtiger ist meiner meinung nach, wie es dir dabei gehen würde.

deine vernunftgründe kennen wir ja jetzt. aber was sagt dein herz?
herzlichst cordula


10.03.2013, 13:37
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
hallo sharon,
jetzt ist das wochenende vorbei und du hast sicher viel hin und her überlegt. ja, einerseits bist du hier richtig mit deinem erleben von früher... das tut mir sehr leid, was du da erlebt hast :(
und die situation jetzt ist wieder eine ganz neue. es ist grade eine woche her, dass du von der schwangerschaft erfahren hast.
mit 42 hat man klar eine ganz andere denkrichtung und orientiert sich neu. naja, da kann einen so ein „ereignis“ schon erstmal ordentlich durcheinander schütteln und aus den angeln heben. tolle pläne hast du – klingt aufregend... andererseits, so ein baby in schon „reiferen“ jahren ist oft ein ganz besonderer schatz – man ist selber gelassener und die großen sind sehr rührend mit dem kleinen nachzügler...
du, wie geht’s dir denn heute? bist du mit deinem partner gut im gespräch? das kann man sich auch gut vorstellen, dass er sich über ein eigenes kind freut. das kann ihm vielleicht nochmal eine ganz neue erfüllung und lebensaufgabe geben. wenn er schon sagt, dass er auch dahinter stehen würde.
ich wünsch dir gute gedanken und schreib doch wieder...
lieber gruß, siena


11.03.2013, 21:38
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
Liebe Sharon,

leider kann ich dir garnichts dazu sagen, außer das ich deine Situation auch sehr schwierig finde und deine Ängste und Sorgen absolut nachvollziehen kann!!!

Ich hoffe du findest den richtigen Weg für dich!!!

LG Maike


11.03.2013, 23:49
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
Danke für eure Antworten und euer Mitgefühl.

Tja, was sagt mein Herz? Nachdem es eine ganze Woche lang gar nichts gesagt hat (Schockstarre), hat es mich gestern erst total in die eine Richtung gezogen, dann in die andere.

Den Tag über hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass ich das Kind kommen lassen könnte, dass ich dann halt ein Jahr pausieren würde etc. und vor allem, dass wenn ich nur genug Zuversicht zeige, ich damit auch meinem Partner Mut machen könnte, und wir es ZUSAMMEN schaffen könnten.

Gleichzeitig zeichnete sich aber bei ihm eine ganz andere Entwicklung ab. Nachdem wir am Freitag abend noch ein wirklich schönes und ausführliches Gespräch geführt hatten, zog er sich am WE immer mehr zurück, war teilweise nicht erreichbar (Akku alle), hat sich aber auch so nicht gemeldet, bzw. wenn dann doch, dann sehr ausweichend, was ein Treffen angeht etc. Gestern abend dann haben wir nochmal länger telefoniert und er hat mir eingestanden, dass er mir in der Tat ausgewichen ist, da er mit der Situation nicht zurecht kommt, sich wie gelähmt vorkommt und es ihm dann irgendwie besser geht, wenn er mich nicht sehen muss.

In dem daruaf folgenden Gesräch hat er mir mehr oder weniger klargemacht, dass er mit uns beiden keine Zukunft sieht. Dazu muss ich vielleicht erwähnen, dass er momentan immer nur teilweise in hier in Berlin lebt, dann ein winziges Zimmer bei seinen Eltern bewohnt, und ab und an in seine eigentliche Wohnung, in der seine Exfreundin auch wohnt, in den Harz fährt. Dort bleibt er in der Regel max. eine Woche, bevor er wieder herkommt und dann hier darauf wartet, dass eine berufliche Option, die ihm ein Bekannter angeboten hat, tatsächich mal realisiert. Jedenfalls war bisher immer die Rede davon, dass es sich dabei u seine Ex handelt, mit der er nur noch freundschaftlich zusammen wohnt, und wo er auszieht, sobald sich das hier beruflich geregelt hat und er auch eine eigene Wohnung nehmen kann.
Gestern hat er mir nun erzählt, dass er tatsächlich nur dann bei ihr ausziehen würde, wenn es beruflich klappt und anderenfalls auf jeden Fall lieber bei ihr wohnen bleiben würde, dass er für mich eigentlich auch nur große Zuneigung empfinden würde, aber eben keine Liebe und auch nicht den Wunsch mit mir zusammen zu ziehen und eine Familie zu gründen. Das hätte er an diesem Wochenende herausgefunden.

Auch im Falle einer Abtreibung wüsste er nicht, ob er mit mir zusammenbleiben würde, denn er hätte dann ja immer Angst davor, mit mir zu schlafen, da ich ja wieder schwanger werden könnte und er außerdem das auch nicht aushalten könnte, wenn es mir wieder so schlecht nach dem Abbruch gehen würde wie damals.

Ich war ehrlich gesagt wie vor den Kopf gestoßen. Ich hatte zwischenzeitlich auch alle möglichen Unterstützungsangebote an ihn gemacht, alles nach dem Motto "wir schaffen das schon gemeinsam, wenn wir nur beide wollen". Nun aber merke ich, dass er da eine Grenze bei mir überschritten hat. Ich kann mir gerade nicht mal mehr vorstellen ihm live zu begegnen!

Habe dann erstmal eine Runde geweint. Auf einmal wurde mir auch klarer, dass ich das Szenario "Kind bekommen" immer nur mit ihm gesehen habe. Und eingentlich auch, dass es mir wirklich vielmehr darum geht, endlich wieder eine gut gehende Partnerschaft zu haben. Wenn es denn so sein soll, auch mit Kind. Aber eben nicht ein Kind um des KIndes willen. Ich mag kleine Kinder und ich kann auch gut mit ihnen umgehen, aber ich bin momentan an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich sie auch gerne wieder (an ihre Eltern) abgebe.

Und das war damals in der Tat anders, ich hatte insgeheim schon noch einen KInderwunsch, den ich mir nur nicht richtig eingestanden habe.

Und dann sind mir auch alle Sachen wieder eingefallen, die mich an ihm stören, die ich aber immer beiseite gedrängt habe. Und hatte auf einmal das Gefühl, dass vielleicht genau das die Aufgabe dieses kleinen Wesens ist, mich dazu zu bringen, mich wirklich damit auseinander zu setzen, ob ich mit diesem Menschen eine Partnerschaft aufbauen möchte. Und ich glaube, das ist nicht der Fall.

Heute war ich bei meiner Frauenärztin und hatte immer noch das Gefühl, dass ein Abbruch der richtige Weg ist, auch als ich die ganzen Schwangeren und kleinen Babys gesehen habe. Das erfüllt mich zwar auch mit Traurigkeit, aber es fühlt sich richtiger an, als jetzt noch eine Kind in die Welt zu setzen.

Ich werden mir morgen einen Termin bei einer Beratungsstelle machen. Dann verbleiben mir ja immer noch einige Tage, in denen ich mir fest vorgenommen habe, genau hinzuspüren, ob es auch wirklich die richtige Entscheidung ist.


12.03.2013, 22:59
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
hallo sharon,
puh, das war kein schönes wochenende für dich – und dann noch das ernüchternde Telefonat mit ihm... mensch, es tut mir so leid, dass da grade so viel zusammenbricht :( es muss dich unheimlich verletzten und schmerzen... wo du schon so viele gedanken und kräfte in eure beziehung investiert hast und immer noch tust. das ist wohl deine große stärke – deine reife und innere stärke. dahin haben dich sicher deine erfahrungen gebracht, auch die schmerzlichen – quasi eine frucht, die oft im leben scheinbar nebenbei wächst.
und jetzt hast du wieder eine neue herausforderung, obwohl du dir mit ihm eigentlich die lösung für eine neue zukunft gewünscht hast und erstmal ruhigere gewässer – das muss auch erstmal verdaut werden.
was du schon erlitten und erlebt und verkraftet hast... die abtreibung, die schmerzvollen zeiten nachher... deinen schönen weg im beruf....jetzt ein neues baby, wieder die momentane enttäuschung in der beziehung... im schreiben spüre ich richtig, wie da das eine das andere überlagert und sich das viele vermischt...
ich find’s sehr bemerkenswert, dass du dem kleinen wesen in dir eine aufgabe, praktisch schon seine lebensaufgabe zurechnest. so klein und schon so bedeutsam... das rührt mich ganz arg - irgendwie ein ganz besonderer gedanke....es ist ganz bestimmt sehr weise von dir, dass du genau hinspüren willst, was jetzt für dich, für dein weiteres leben auf lange frist hin gesehen wirklich heilsam ist. darauf kommt es an.
hoffentlich kannst du mit all deinen gedanken und gefühlen gut bei der beratung morgen landen. so eine komplexe situation kann ja schier gar nicht in einem gespräch auseinandergedröselt werden. und auch kaum gelöst werden – da braucht es bestimmt viel einfühlungvermögen von der beraterin und den willen, dir wirklich gut zuzuhören und hinzuspüren, was du alles mitbringst.
gönn dir nur den allerbesten umgang mit dir – das bist du wert – das möchte ich dir gerne sagen :)
ich denk an dich, lieben gruß für heute,
sina


13.03.2013, 11:58
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
liebe sharon,
es tut mir leid, was der mann da mit dir macht.

ich habe in deinen zeilen heute gesehen, dass du he4ute nicht mehr so durcheinander bist. es hört sich so an, als wenn du deine entscheidung schon getroffen hast. ich glaube, dass wenn man hinter dieser entscheidung wirklich steht das auch ganz gut verkraftet. so hab ich zumindest die erfahrung hier bei vielen frauen gemacht.
ich wünsch dir viel kraft.
herzlichst cordula


13.03.2013, 12:40
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
Liebe Sina, liebe Cordula,

danke für eure lieben Worte.

Ich war gerade eben bei der Beratung bei Donum Vitae. Als ich anrief um einen Termin zu vereinbaren, meinte sie, dass gerade einer frei geworden wäre und ob ich sofort vorbeikommen könnte, wenn mir das nicht zu abrupt wäre.

Die Frau dort war sehr nett und einfühlsam und hat mir vor allem dabei geholfen, die beiden Vorgänge voneinander abzugrenzen, bzw. auch so sortieren, aus welchen Einzelaspekten die Ängste, Sorgen und Trauer bestehen. In die Richtung hatte ich ja eh schon angefangen zu denken, aber sie hat mir da noch ein paar gute Denkanstöße gegeben.

Es kristallisiert sich für mich immer mehr heraus, dass ich wirklich keinen Kinderwunsch mehr habe. Ich habe ja drei tolle Töchter, die ganz besondere Menschen sind und die ich über alles liebe. Und die in der Vergangenheit auch schon einiges durchmachen mussten und denen ich bisher nicht immer das bieten konnte, was ich ihnen gerne hätte bieten wollen. Sowohl finanziell gesehen als auch von meiner zur Verfügung stehenden Zeit. Und auch das soll sich ja jetzt ändern. Ich will nicht nochmal von vorne anfangen.

Außerdem hängt bei mir auch ganz viel mit dem Wunsch zusammen, endlich eine gut funktionierende "normale" Beziehung zu haben, damals hat halt auch auf jeden Fall ein gemeinsames Kind dazu gehört, nun nicht mehr. Aber die Trauer darüber, dass es bei mir und den Männern scheinbar nie richtig klappen mag, ist schon riesig groß.


13.03.2013, 18:24
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
liebe sharon,

ich wünsche dir alles gute und die richtige entscheidung.gerade deinen beitrag lese ich mit großem interesse weil ich im moment in einer fast ähnlichen situation bin...ich habe 3 tolle söhne hatte einen abbruch im jahr 2009 und bin nun von dem vater meines jüngsten sohnes erneut schwanger..er möchte das kind absolut nicht haben und mich haben die letzten jahre so viel kraft gekostet das ich nicht weiß wo ich die erneut herholen soll ich werde dieses jahr 4o und hab absolut keinen kinderwunsch mehr aber die angst da es mir damals nach dem abbruch sehr schlecht ging hab ich halt auch im nacken...ich würde mich sehr freuen von dir weiter zu lesen und wünsche dir einen angenehmen tag

lieben gruß,nathalie


14.03.2013, 11:16
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
an nathalie :wink:

offensichtlich erkennst du bei sharon viele parallelen zu deiner momentanen situation. darf ich dich fragen, wie du dich fühlst, wenn du ihre geschichte liest? vielleicht irgendwie verstanden? oder, ich weiß nicht wie ich mich ausdrücken soll!? hoffst du, mit IHREM ringen auch für DICH den richtigen weg zu finden?
aus deinen zeilen klingt verzweiflung! du wünschst dir jetzt zwar kein kind mehr aber du spürst, ...noch eine abtreibung könnte dir entgültig die letzten kräfte rauben...
du scheinst eine erfüllte und stolze mami zu sein - drei tolle söhne... das ist schon eine herausforderung, da bist du sicher rund um ausgelastet! hast du eine omi die dich ab und zu unterstützt um mal eine auszeit zu nehmen?
wär’s eigentlich für dich vorstellbar... so ein nachzüglerbaby? worüber sorgt sich dein partner so sehr, dass er absolut dagegen ist? weiß er wie du bei der letzten abtreibung gelitten hast?
mir kommt gerade der gedanke - ob vielleicht deine jetzige schwangerschaft eine chance sein könnte, dein leiden endlich zu beenden, so wie sharon es am anfang auch beschrieben hat!?

liebe nathalie, ich wünsch’ dir von herzen ein entspanntes wochenende mit hilfreichen gesprächen und guten gedanken..
herzlichst,
sabrina


15.03.2013, 18:13
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Beitrag eine neue entscheidung
hallo liebe sharon,
jetzt ist es schon wieder ein paar tage her, dass du geschrieben hast – da kann sich ja allerhand tun... wie geht es dir heute? wochenende, zeit mit deinen mädchen, zeit zum hinspüren... bekommen eigentlich mit, womit du grade kämpfst – mädels spüren ja oft auch unausgesprochenes ganz fein.
deine trauer ist deinen letzten zeilen richtig spürbar – so eine enttäuschung kann einen erstmal schon innerlich (und vielleicht auch äußerlich) müde machen... in deinem beruf bringst du grade sicher auch viel energie auf – wow!!
das reden mit der beraterin hat dir sicher erstmal gut getan – schön, dass es so spontan möglich war ☺ und dass ihr tatsächlich mit dem sortieren angefangen habt – magst du noch ein bisschen mehr dazu schreiben - von den denkanstößen - wahrscheinlich hast du ja mindestens noch einen weiteren termin, wo ihr dann weiter drüber redet...
und weil du in deinem ersten beitrag um anregungen bittest, möcht ich dir noch sagen, dass ich glaube, dass du eine tolle mutter bist. es klingt soooo viel liebe für deine mädels durch – das muss doch bei ihnen ankommen :) auch wenn es im leben auf und ab geht – was für die kinder zählt, ist finde ich, dass sie spüren, dass ihre mama verlässlich für sie da ist. das ist manchmal mehr, manchmal weniger (zeitmäßig gesehen). und wo sie dich sicher auch als ein ganz starkes vorbild erleben, ist bestimmt, wie du auch die schwierigen umstände in deinem leben anpackst, wie du dich mit deinem studium und beruf auf eigene füße gestellt hast – da können sie echt stolz auf ihre mama sein :) was denkst du?!
du, und ich komm irgendwie immer noch nicht von deinem gedanken los, was du über die „aufgabe“ des kleinen in dir schreibst. könnte es sein, dass er dir momentan noch zu große angst macht, weil alles so unsicher ist, deine beziehung und so... dass das aber ein ziemlich bedeutsamer gedanke von dir ist... so wie du den gedanken von einem pausenjahr hattest... könnte das nicht auf jeden fall für dich und deine drei töchter ein ganz besondere zeit werden, wo viel wachsen kann....und wer weiß, was sich in punkto beziehung noch alles tut...
bitte sorge gut für dich und lass für dich sorgen - grade weil du vor vielen jahren schon einmal so eine schmerzhafte erfahrung gemacht hast - nochmal sollte dir das doch nicht zugemutet werden. hol dir unterstützung im gespräch und auch sonst, wenn du alleine nicht weiter kommst. du bist es wert - "hier soll ein großes herz für dich stehen" - das fehlt mir bei den smilies.
ganz liebe wochenendgrüße, sina


16.03.2013, 13:36
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
Liebe Nathalie,

deine Situation hört sich ja auch nicht gerade einfach an. Allerdings scheinst du mit deinem Partner doch noch sinnvolle Gespräche führen zu können? Ich wünsche es dir sehr, denn ich denke, dass das in einer gut gehenden Beziehung das wichtigste ist.

Für mich persönlich merke ich immer mehr, dass es wichtig ist, die beiden Vorgänge voneinander zu trennen. Der größte Unterschied für mich ist, dass ich damals sehr wohl noch einen Kinderwunsch hatte, nun aber nicht. Das hört sich vielleicht hart und egoistisch an, aber es entspricht der Wahrheit. Inwieweit, das bei dir so ist, oder was da die Unterschiede sind (die ja durchaus auch zu dem gleichen Ergebnis führen können) weiß ich nicht, würde mich aber interessieren.

Noch ein großer Unterschied zu damals für mich ist, dass ich mich diesmal von Anfang an sehr viel mehr mit dem Thema auseinandersetze. Damals war die Entscheidung schnell gefallen und ich habe alle Gedanken daran beiseite gedrängt, und eigentlich erst nach dem Abbruch wirklich darüber nachgedacht, was es für mich bedeutet.

Ich wünsche dir viel Kraft und Ruhe, um die für dich richtige Entscheidung zu treffen.

Sei gedrückt

Sharon


18.03.2013, 19:29
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
Liebe Sina,

vielen Dank für deine mitfühlenden Worte.

Das Wochenende war sehr anstrengend. Ich bin momentan total erschöpft, praktischerweise hatte ich auch gerade eine dicke Erkältung, so dass ich vor Leuten, mit denen ich nicht über meine Situation reden möchte, meinen Zustand darauf schieben kann.

Ansonsten merke ich immer mehr, dass ich wirklich keinen Kinderwunsch mehr habe. Ich möchte mich in meinen Beruf einarbeiten, so dass dort eine gewisse Routine einkehrt. Ich möchte mit meinen großen Mädchen "große-Kinder-Sachen" machen, möchte auch selber wieder mehr am kulturellen Leben teilhaben. ich bin ja nun schon sehr jung Mutter geworden und habe damals auf viel verzichtet, aber nun bin ich irgendwie nicht mehr bereit dazu.

Meine mittlere Tochter war auch nicht geplant gewesen, Kondom gerissen, Pille danach nicht gewirkt und ich wusste von Anfang an, dass der Mann nicht da sein würde (war nur eine Affäre). Damals habe ich deutlich gespürt, dass dieses Kind unbedingt kommen wollte und hatte auch das Gefühl, dass ich nicht das Recht hätte, ihm diesen Wunsch zu verwehren. Sie war und ist dann auch immer ein total unkompliziertes Kind gewesen und auch ich hatte eine große Gelassenheit im Umgang mit ihr, da ich dachte, dass ein Kind, das so unbedingt kommen will, schon irgendwie seinen Weg gehen wird und ich im Prinzip "nichts falsch machen kann".

Aber dieses Mal habe ich nicht dieses Gefühl. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich eine Pausenjahr brauche, oder dass ich es überhaupt als ein Pausenjahr emfinden würde. Wie gesagt, ich habe im Moment eher das Bedürfnis, meine Bedürfnisse und die meiner vorhandenen Kinder in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Beziehung mit dem Mann ist übrigens auch nicht nur problematisch sondern eigentlich beendet. In mir sind über das Wochenende soviele Sachen im Bewusstsein aufgetaucht, die mir eigentlich schon viel früher alle Alarmglocken zum Klingen hätten bringen sollen, die ich aber (ach der Wunsch nach einer Partnerschaft...) ignoriert habe. Ich möchte das jetzt nicht alles hier ausbreiten, aber eigentlich ist dieser Mann auch psychisch krank (paranoide Schizophrenie) und er wäre definitiv kein Mann, mit dem man eine Kind haben sollte, oder dem man auch das Kind mal anvertrauen könnte, selbst wenn man getrennt wäre.

Ich habe am Wochenende angefangen, dem Wesen in mir einen langen Brief zu schreiben, in dem ich ihm alles versuche zu erklären, und der mir auch einiges deutlicher macht. Das ist ziemlich befreiend und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das mir hilft, Abschied zu nehmen. Es fühlt sich zwar traurig an, aber immer noch richtig.

Ich habe Gott sei Dank einige Freundinnen, mit denen ich viel rede und die mir zuhören, aber mich in keiner Weise versuchen zu beeinflussen, sondern mir immer wieder ihre Unterstützung zusagen, egal wie ich mich letztendlich entscheide.

Etwas, was für mich auch ganz wichtig ist, ist mir immer wieder bewusst zu sein, dass ich meine Entscheidung noch nicht endgültig fällen muss. Dass ich notfalls sogar vom OP-Tisch runterhüpfen kann und weggehen kann, wenn ich denn in dem Moment das Gefühl habe, dass das Richtige wäre. Es fühlt sich zwar momentan wie die richtige Entscheidung an, aber das Gefühl, mich noch nicht endgültig entschieden haben zu müssen, hilft mir gerade unheimlich mit der Situation umzugehen. Das ist nämlich auch etwas, was ich mir damals nicht gestattet habe und was zu diesem großen Verdrängungsmechanismus geführt hat, der meiner Meinung nach mit dazu beigetragen hat, dass es mir hinterher so schlecht ging.

Zusammenfassend kann ich vielleicht sagen: ich fühle mich erschöpft und traurig, aber nicht machtlos und ausgeliefert.


18.03.2013, 20:02
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Beitrag Re: vor 13 Jahren einen Abbruch, nun mit 42 wieder?
liebe sharon,

das ist schon eigenartig einen menschen gar nicht zu kennen aber sich in den worten fast 100% wieder zu finden...meine gadankengänge sin den deinen so ähnlich ich bin mit 22 jahren mutter geworden mit 24 dann das 2.mal 2009 hatte ich meine abtreibung die damlas die hölle war das ich das baby wollte und extrem unter druck gesetzt wurde..wenn du magst kannst du dir meine geschichte mal durchlesen.ich war damals auch in einer therapie und was mir aner ehrlich gesagt erst geholfen hat war die neue schwangerschaft von einem neuen mann den ich 5 monate nach dem abbruch kennenlernte .die schwangerschaft kam mir damals wie eine neue chance vor etwas gut zu machen ich hatte verrückterweise das gefühl diese kleine seele wollte zu mir zurück-jeder geht ja anders mit sachen um-für mich war das damals sehr hilfreich.mit dem vater meines sohnes der 2010 geboren wurde war es leider ein hin und her und das ist es bis heute nur das wir durch die neue schwangerschaft und seiner egoistischen drohung das er wenn ich dieses baby bekomme den kontakt zu mir und seinem sohn abbricht...dieses verhalten hat mich so schockiert das mein warmes gefühl das ich für ihn hatte sich in richtung ablehnung verändert hat.bedeutet wir können nicht schön und vernünftig darüber sprechen und schon gar nicht das er verständnis für meine leisen zweifel hat..ich bin also komplett alleine.weil mir die zeit davon läuft waren wir bei pro familia und wies manchmal sein soll hatte ich die gleiche unsymphatische beraterin wie damals an einem punkt dachte lass sie mal reden nochmal tu ich mir das nicht an mit einer abtreibung...aber später kamen dann doch wieder ängste hoch..wie schaff ich das 4 kinder und alleine und das wieder für die nächsten jahre..mein kleiner geht seit okt in den kindergarten mein grösster wird übermorgen 17..ich hab wieder licht gesehen ich hatte das gefühl langsam kann ich wieder ein bisschen leben wieder mit meinen großen etwas unternehmen..ich hab mich freier gefühlt...und alleine wieder mit einem kleinen baby neu anzufangen das macht mir angst..meine großen müssen wieder zurückstecken sie sehen ihre mutter wieder erschöpft..in wie weit kann ich das ihnen antun??? ich hab den termin für den 5.april da ich morgen mit den kindern in den urlaub fliege..ich erhoffe mir vielleicht dort eine entscheidung fällen zu können..oder ich sitz halt auf dem stuhl und höre ganau hin ob ich das wirklich durchziehen kann und steh dann wieder auf und geh!!!unter druck lass ich mich nie mehr setzten...sharon hast du eigentlich bedenken wie deine großen auf deine schwangerschaft reagieren würden??? das ist bei mir so ein punkt das ich da fast ein bisschen angst habe das meine negativ reagieren
da ist noch etwas was mich belastet und zwar hab ich eine kusine die 11 tage älter ist als ich ihr sohn ist 11 tage älter als mein sohn und jetzt sind wir wieder zeitgleich schwanger und haben den exakt gleichen geburtstermin...ich würde wenn ich mein kind nicht bekomme ihres immer vor augen haben und ich frag mich was sich der liebe gott dabei gedacht das kann ja kein zufall sein.liebe sharon ich wünsche dir alles gute und die richtige entscheidung .hast du eigentlich schon einen termin?

lieben gruß,nathalie


19.03.2013, 11:51
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Beitrag zeit für die entscheidung
liebe sharon,
ja, das ist doch gut, dass du die entscheidung nicht jetzt fällen musst – das ist erleichternd – etwas endgültiges macht einem eher angst. hast du denn schon einen termin für die abtreibung oder wie viel zeit hast du noch?
mensch, du, da warst du damals sehr bedrängt – innerlich und äußerlich und noch dazu zeitlich wegen dieser unsinnigen 12 wochenfrist – als ob sich probleme nach plan und auf zeit lösen ließen... ich finde, das geht so dermaßen an der lebenswirklichkeit einer frau in so einer lebenskrise vorbei. einzig angemessen ist doch, dass du die notwendige (im wahrsten sinn des wortes) beratung und unterstützung bekommst, damit du ein wirklich gute entscheidung treffen kannst. erschöpft, traurig, enttäuscht von der beziehung – vielleicht auch von dir selber, dass du dich darauf eingelassen hast - und noch erkältet dazu - da ist man doch dazu gar nicht fähig...
du hängst schon noch ziemlich dazwischen, oder... und bist immer noch am inneren durcharbeiten deiner situation...das braucht erstmal zeit. im englischen gibt es diesen rat „do not hurry as you walk with grief“ – „sei nicht in eile, wenn du trauerst“. das find ich sehr weise und kostbar :) und trifft auch auf krisen- und entscheidungszeiten zu, oder?!
mir gefällt dein letzter satz: du fühlst dich nicht machtlos und ausgeliefert. diese worte atmen irgendwie leben und stärke - die aus dir selber kommen – wie eine wende nach dem erschöpft und traurig, wie wenn eine neue seite aufgeschlagen wird...
du, als ich die „entstehungsgeschichte“ deiner zweiten gelesen habe, dachte ich an einen satz, den ich kürzlich in einem buch fand: „Der Zufall ist der Ort, an dem das Wunder nistet.“ könnte es nicht sein, dass du dieses mal wieder so ein wunder in dir wachsen hast – und es braucht noch ein bisschen zeit, bis du es ebenso annehmen kannst...
ich wünsch dir, dass du dir auf jeden fall hilfe holst, wenn du alleine nicht mehr weiter kommst.
und nachdem ich tagsüber immer wieder an dich gedacht habe und heut abend auf jeden fall noch schreiben wollte – geh ich jetzt schlafen :wink:
gute nacht dir, do not hurry,
liebe grüße,
sina


20.03.2013, 00:21
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