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 Nach der Verdrängung 

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Beitrag Nach der Verdrängung
Hallo,

ich bin neu hier und meine Abtreibung war vor 3 Wochen.

Ich habe einige ziemlich schlechte erfahrungen mit Ärzten.
Vor ca. 6 Monaten hat man meine Schilddrüse komplett entfernt und die Epithelkörperchen verletzt. Seit dem funktionieren Sie nicht mehr. Ich muss Tabletten nehmen und Kalziumbrausetabletten nehmen. Die werte sind schlecht eingestellt, und mein Körper hat Kalziummangel. Wenn es zu schlimm wird bekomme ich Krämpfe.
Dann müsste ich ins Krankenhaus auf die Intensivstation da diese Krämpfe lebensbedrohlich sind.
Zum Glück hatte ich es so schlimm ein paar Monate nicht.
Aber ständig bin ich Krank und muss Medikamente nehmen, Antibiotika etc.

Mein Mann und ich sind seit 2 Jahren zusammen. Er hat mir durch das alles geholfen. Am 27.7.2013 haben wir geheiratet.
Da der Arzt sagte dass ich mit meinen Problemen kein Kind bekommen kann und die Pille überflüssig ist setzte ich Sie ab.
Dann kam der Schock. Ich war Schwanger.
Der Frauenarzt bestätigte diese Vermutung und wollte mich zu einem Spezialisten überweisen, da er keine Ahnung von meiner Krankheit hat.

Mein Mann versuchte mich zu beruhigen, dass es mit dem Baby kein Problem sei. Er könne auf das Kind aufpassen wenn ich in der Berufsschule bin etc.

Ich konnte wollte das nicht glauben. Ich bin in der Ausbildung zur Steuerfachangestellten, was mich sehr fordert. Mein rechter Arm ist seit meiner Geburt fast ganz gelähmt. Von daher hatte ich eh schon Panik vor der Geburt etc.
Die Ärzte können mir mit meiner Krankheit nicht helfen ob es auswirkungen auf das Baby hätte keine ahnung. Ich forschte im Internet nach und war geschockt.
Fehlgeburten, Frühgeburten, Nierenversagen in der Schwangerschaft etc.

Ich hatte Angst verdrängte das ich eine wahl habe und entschied mich für die Abtreibung und gegen unser Kind.

Am Anfang dachte ich alles ok du hast das richtige getan. Meine Werte sind wieder schlechter :(
Ich habe schon wieder eine Blasenentzündung und muss antibiotika nehmen.
Mein Mann ist Krank und hat eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Mit Kind bzw Schwanger würde es nicht klappen. Das redete ich mir ein.

Erst war ich erleichtert nach dem Abbruch, dann fühlte ich gar nichts, ich konnte nicht weinen.
Ich fühlte mich von meinem Mann alleine gelassen. Ich ging die ganze Zeit arbeiten, wenn ich von der Arbeit kam saß er am Computer und wollte spielen. Seit ich vor ca. 1 Woche mit Ihm geredet habe, bin ich am weinen und merke, dass ich es tief in mir bereue.

Ich habe das Gefühl alles falsch gemacht zu haben. Das schlimmste ist das unser 1.Hochzeitstag der errechnete Geburtstermin sein sollte.
Ich habe Angst unsere Beziehung/Ehe kaputt gemacht zu haben.
Manchmal fühle ich mich alleine und manchmal kann ich seine Nähe nicht ertragen.
Ich nahm rücksicht weil es ihm seit Wochen schlecht geht.
Verdrängte meine Probleme, aber auf mich nahm niemand rücksicht.

Meine Mutter war mit bei der Abtreibung und bei den anderen Terminen. Meinem Mann ging es schlecht. Im Grunde war ich damit alleine.

Vor ein paar tagen zeigte Sie mir ein Babyalbum.
Weihnachten feiern wir mit seiner Familie insbesondere seiner Schwester mit 2 Kindern. Die Kleine ist gerade mal 2.
Und ich bin nur am heulen und habe Angst das ich Ihn zu sehr von mir stoße weil ich sauer bin das er mich damit alleine gelassen hat.

Ich bin nur noch verzweifelt, fühle mich leer
In der Schule komme ich nicht mit und kann mich nicht konzentrieren. Zu Hause will ich nicht sein.
Einen Spezialisten für meine Krankheit finde ich immer noch nicht. Dabei habe ich es dem Baby versprochen, damit ich nie wieder vor so einem Problem stehe.

Zum Glück trinke ich keinen alkohol obwohl ich schon häufig in der letzten Zeit daran dachte. aber das bring auch nichts.


21.12.2013, 11:08
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Beitrag Re: Nach der Verdrängung
liebe Nesquik,
herzlich willkommen bei uns.
es tut mir leid, dass du dich so eine gefühlt hast bei den ganzen terminen.
als ich deinen satz: "Dabei habe ich es dem Baby versprochen, damit ich nie wieder vor so einem Problem stehe." las, schossen mir die tränen in die augen.

ich war damals auch verheiratet und bei uns war es ungefähr wie bei euch. ich wollte ihn nicht sehen. er saß vor dem computer. wir sind uns nur noch aus dem weg gegangen. aber ich weiß heute, für mich, dass es nicht gut war. ich hätte damals mit ihm reden sollen. es wäre sicher besser gewesen, wenn er gewußt hätte wie es mir geht, wie es ihm geht mit dem abbruch. das haben wir versäumt. wenn wir geredet hätten, dann hätten wir vielleicht eine chance gehabt unsere ehe zu erhalten.

ich schick dir einen großen sack voller kraft.
vielleicht findest du ja die kraft an den weihnachtstagen mal mitdeinerm mann zu reden.

liebe grüße cordula


21.12.2013, 14:45
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Beitrag Re: Nach der Verdrängung
Hallo Cordula,

danke für die vielen netten Worte.
Seit ich meinem Mann gesagt habe das ich mich alleine fühle nimmt er zwar darauf Rücksicht bzw fragt ob ich allein sein möchte oder nicht.

Das ich in letzter Zeit weine und es bereue weiß ich nicht ob er das mit bekommen hat.
Ich will Ihm aber auch das Weihnachtsfest nicht verderben indem ich sage ich will nicht mit seiner Familie feiern.

Vor Ihm habe ich nicht geweint. Heute morgen bin ich aufgestanden und habe 2 Stunden im Wohnzimmer am Laptop gesessen.
Ich weiß nicht wie ich mit Ihm reden soll.

Im Moment habe ich ehr vor krank zu spielen an Weihnachten und nicht zu seinen Eltern zu fahren. ach ich weiß auch nicht mehr weiter


21.12.2013, 18:07
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Beitrag Re: Nach der Verdrängung
Hallo Nesquik,


meine ehemalige Partnerin hatte oder hat auch sehr große Probleme ihren Ab zu verarbeiten. Der Ab war lange vor dem wir uns kennen gelernt hatten. Während unserer Beziehung ging es ihr immer schlechter. Ich fragte sie oft was sie hat und warum es ihr nicht gut geht. Als Antwort hörte ich immer " Mir geht es gut und mir fehlt nichts". Das was ich sah war aber etwas anderes. Ich bemerkte das sich ihr Zustand weiter verschlechterte. Ich wollte ihr gern helfen und sie unterstützen. Wie sollte es aber gehen wenn es ihr ja nach eignen Aussagen gut ging? Es ging soweit das ich die Schuld für ihren Zustand bei mir suchte. Für mich gab es nur die Möglichkeit das ich daran Schuld bin und sie mir deshalb nicht sagte was los war. Ich konnte mir aber nicht erklären warum. Für mich war dieser Zustand sehr zermürbend. Am Ende denke ich, das wir uns gegenseitig schützen wollten und uns dadurch ungewollt verletzt haben.
Aus meiner Sicht möchte ich dir raten mit deinem Mann über deine Gedanken und Gefühle zu reden. Er kann dich nur verstehen wenn er weiß was in dir vorgeht. Er bemerkt das es dir nicht gut geht und wird sich fragen warum. Vielleicht bemerkt er auch das du " krank spielst" und könnte den Eindruck bekommen das es gegen ihn oder gegen seine Eltern geht.


Freundliche Grüße

Oscar


21.12.2013, 19:01
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Beitrag Re: Nach der Verdrängung
liebe nesquik,
ich habe es damals auch nicht geschafft mit zu meinen schwiegereltern zu gehen. ich kann dich da sehr gut verstehen. ob es der richtige weg ist, weiß ich nicht.

ich würde es auch gut finden, wenn du all deinen mut zusammen nimmst und mit deinem mann redest. besser noch vor dem fest. ich wünsche dir sehr, dass du das schaffst.
liebe grüße cordula


21.12.2013, 23:08
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Beitrag Re: Nach der Verdrängung
Liebe Krümelchen,
lieber Oscar,

ich habe soeben dank euch den mut gefunden mit meinem mann zu reden.
naja er hat mir meinen frieden gelassen weil ich hier im forum war und ist ins arbeitszimmer an den pc gegangen. Kurzum ich habe ihm zuerst mal eine facebooknachricht geschrieben. :roll:

Danach haben wir geredet. Und wir werden Weihnachten bei uns verbringen. Und erst am 2. Weihnachtstag zu seinen Eltern fahren wenn die Kinder nicht da sind.

Vielen dank dafür ohne euch beide hätte ich den mut nicht gehabt.

:) Liebe Grüße

Nesquik


22.12.2013, 00:43
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Beitrag Re: Nach der Verdrängung
hach wie schön....

dann hoffe ich dass ihr gute Feiertage habt und noch viele gute Gespräche führen könnt.

Herzlichst, Jessi


22.12.2013, 01:16
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Beitrag Re: Nach der Verdrängung
liebe nesquik,
das freut mich total, dass du soviel kraft und mut hattest diesesn schritt zu gehen und ihr eine lösung gefunden habt mit der du gut umgehen kannst.
ich wünsch dir/euch ein schönes weihnachtsfest und wenn du mal wieder ein offenes ohr brauchst, hier hört dir immer jemand zu.
herzlichst cordula


22.12.2013, 12:00
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Beitrag Re: Nach der Verdrängung
Hallo Nesquik,


es freut mich das wir euch helfen konnten.

Ich wünsche euch frohe Weihnachten.


Freundliche Grüße

Oscar


22.12.2013, 12:04
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