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 noch eine Geschichte.. 

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Beitrag noch eine Geschichte..
Hallo Zusammen.

Gerne möchte auch ich hier einmal meine Geschichte erzählen. Vielleicht in der Hoffnung, dass es mir danach besser geht, oder dass ich zumindest feststellen kann, dass ich nicht ganz alleine bin.

Ich bin 27 Jahre alt und seit über 10 Jahren in einer festen Beziehung. Für meinen Freund war immer klar, dass er keine Kinder möchte, aber als wir uns kennengelernt haben, war das für mich überhaupt kein Thema, ich war immerhin erst 17. Wegen meinen Ausbildungen und seinem Job haben wir bisher nicht zusammengelebt, aber ich empfand das nie als schlimm. Wir waren uns immer einig, dass der Abstand die Liebe frisch hält, und wir sehen uns jedes Wochenende, so dass die Sehnsucht nie zu schlimm war. Nach 5 Jahren, in denen wir oft schlampig verhütet haben, war ich ganz sicher, dass irgendwas nicht stimmen kann. Mein Freund hat zwei Spermiogramme machen lassen, die beide angezeigt haben, dass er nicht fruchtbar ist. Schlimm nur für mich, Erleichterung für ihn. Aber mir war klar, dass ich niemals künstlich versuchen würde ein Kind zu bekommen, und da er eh keins möchte, war es dann eben nicht Plan A für mich Mama zu werden. Ab und zu hatte ich zwar den Wunsch einer Familie, aber immer nur mit meinem Freund, der für mich der Mann meines Lebens ist. Ich wollte nie den Mann der schon da ist und mich liebt, gegen etwas eintauschen, was vielleicht auch nie Wirklichkeit wird. Mit 26/27 nochmal krampfhaft auf die Suche nach einem Typ, der vielleicht auch keine Kinder will? Oder der sich in zwei Jahren überlegt, dass Karriere jetzt doch erstmal wichtiger ist? Nö. Also hab ich mich arrangiert, man muss keine Kinder bekommen. Es gibt viele, die auch so ein erfülltes Leben haben. Ich glaube das auch jetzt noch. Aber ich hatte auch immer die Hoffnung auf ein winziges Zeichen aus dem Universum. Wir haben uns Mitte Juli über unsere Zukunft unterhalten, ich wollte unbedingt, dass wir endlich einen nächsten Schritt gehen, nach 10 Jahren kann man das ja versuchen. Ich war so unsicher und habe unsere ganze Beziehung in Frage gestellt. Eine Woche später habe ich meine Periode nicht bekommen. Ich hatte aber so schreckliche Bauchschmerzen, die ich mir nicht erklären konnte, ich hätte niemals auf eine Schwangerschaft getippt. Ich schwanger? Das kann einfach nicht sein. Wir sehen uns nicht oft, wir schlafen dann nicht mal jedes Mal miteinander und er kann doch keine Kinder zeugen! Aber ja, ich war schwanger. Ich konnte mich nicht eine Minute freuen. Ich wusste welches Entsetzen mich zu Hause erwarten würde und wie vehement er das NICHT wollte. Mein einziges Ziel war, nicht schon beim Arzt zu heulen. Die Ärztin hat mir noch das Ultraschallbild ausgedruckt, dann bin ich eine Stunde zu meinem Freund gefahren. Er konnte nicht mal was sagen, außer wie sehr er das nicht möchte. Sein O-Ton: „Das ist das aller-aller-schlimmste, was in meinem Leben jemals passiert ist. Würde mir jemand sagen, ich hätte Lungenkrebs, wäre das nicht so schlimm.“
Damit war klar, dass ich mich alleine entscheiden musste. Er hätte mich nicht verlassen, aber will man das? Sich über alles allein Gedanken machen, jede Situation in der Schwangerschaft alleine durchstehen? Wie viel Beziehung kann man mit Kind führen, wenn das Kind vom Vater nicht geliebt/gewollt wird? Und will man das für sein Kind? Von Anfang an alleinerziehend sein? Ich komme aus einer unglaublich liebevollen, intakten Familie, das, was mich erwartet hätte, ist nicht das was ich mir für ein Kind wünsche. Ich wollte so gerne eine Familie, aber eine alleinerziehende Mutter, die sich kaum über Wasser halten kann? Und was sagt man dem Kind in 10 Jahren? Und er wird immer der Vater sein und es wird immer sein Kind sein. Das ist ein Band, das kann auch Entfernung nicht trennen. Und es wird immer fragen, warum sein Papa es nicht wollte. Also habe ich mich für eine Abtreibung entschieden. Die Ärztin war unglaublich nett und einfühlsam, für so einen ekelhaften Eingriff habe ich mich sehr gut aufgehoben und verstanden gefühlt. Es war von dem Wissen um die Schwangerschaft bis um Abbruch nur 1 Woche, aber länger hätte ich es nicht mit mir rumtragen können.
Das Ganze ist jetzt zwei Wochen her, und obwohl mein Freund genauso liebevoll und nett mit mir umgeht wie immer, habe ich das Gefühl, das Loch in dem ich sitze wird immer tiefer und größer. Die Leichtigkeit des Lebens ist einfach weg und ich weiß nicht was ich tun kann. Die Liebe meines Lebens hat mir das Herz gebrochen, weil er nicht mal mit mir eine Familie wollte, die so ein unglaubliches Wunder gewesen wäre. Und trotzdem brauche ich ihn so sehr an meiner Seite, weil ich mich so einsam und verzweifelt fühle.

Ich freue mich über jeden Rat den ihr habt. Wie seid ihr damit umgegangen? Was hat euch geholfen? Ist eine Trennung doch eine Option? Wird es irgendwann einfach besser? Macht jemand von euch eine Therapie? Ist das nötig? Ich hab bisher gedacht, dass es wie Liebeskummer ist, der irgendwann wieder besser wird.

Entschuldigt den langen Text, ich musste es mi einmal von der Seele schreiben.


25.08.2014, 21:17
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Beitrag Re: noch eine Geschichte..
Hallo,
Ich habe leider keine Antworten für dich, da mein Abbruch ca 1 1/2 Wochen her ist. Aber ich wünsche dir, dass du Antworten erhältst oder für dich selber findest!! ..... Alles Liebe!! ....


27.08.2014, 21:58
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Beitrag Re: noch eine Geschichte..
Hallo Nii,
mir geht es ganz ähnlich wie dir, mit dem Unterschied, dass ich ursprünglich nie Kinder wollte und nach 11 Jahren Beziehung schwanger geworden bin, obwohl mein Frauenarzt mir sagte, dass ich nicht schwanger werden könne ( ich habe PCO) und dann ist es doch passiert.
Zunächst wollte ich das KInd auch nicht, dann aber doch, mein Freund jedoch nicht, aber auch er hätte mich nicht verlassen, aber dann kamen mir eben die gleichen Gedanken wie dir und letztendlich habe ich abgetrieben und bin seitdem völlig am Ende, es war am 6. August und ich werde mir jetzt ärztliche Hilfe holen, da ich nicht mehr klar komme.
Bei mir kommt hinzu ,dass ich schon fast 33 bin, sprich selbst wenn ich jetzt noch mal versuchen wollte schwanger zu werden, wird es zeitlich langsam eng, zumal mein freund ja nach wie vor keine Kinder will und ich mir aber auch ein Leben ohne ihn nicht vorstellen könnte. Vor allem würde ich dann auch alles andere verlieren: Haus, meine Tiere und ohne Partner wird man ja schlecht schwanger....ich verstehe also deine Verzweifelung sehr gut.
Gerne kannst du mich auch per PN anschreiben
chaoskatze


01.09.2014, 13:43
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Beitrag Re: noch eine Geschichte..
Liebe Nii

Schön, dass du hierher gefunden hast. Nur schon, dass man darüber schreiben kann, hilft ein kleines bisschen.
Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich war zwar in einer anderen, aber doch irgendwie ähnlichen Situation. Einen Rat, der für alle gültig ist, gibt es nicht. Aber wichtig ist, dass du über das Erlebte sprechen kannst. Mir hat es jedenfalls geholfen, dass ich mich einigen Menschen aus meinem Umfeld anvertrauen konnte.

Ob es besser wird...naja! Der Anfang ist wohl das schlimmste. Und dann kommen die Jahrestage etc. Mein Abbruch ist jetzt 1 Jahr und 4 Monate her. Ich denke immer noch fast täglich an mein Kind, und "was wäre wenn".
Bei mir war es so, dass ich schwanger war von einem Mann, den ich gerade erst seit 3 Monaten kannte. Ich war total verliebt in ihn und 10 Tage nach dem Abbruch wurden wir endlich ein Paar. Seit einem halben Jahr wohnen wir auch zusammen. Es ist alles ziemlich schnell gegangen und leider wurde ich auch viiiiel zu schnell schwanger. Wir haben zwar verhütet, aber wie hier wohl alle wissen, es kann trotzdem passieren.
Unsere Gemeinsamkeit ist: Auch mein Freund wollte das Kind auf keinen Fall. Ich wäre genau wie du allein erziehend geworden und ich denke, mein Freund und ich wären wahrscheinlich niemals zusammen gekommen. Er ist 3 Jahre jünger als ich und wäre mit gerade mal 21 Jahren Vater geworden. Ungewollt. Ohne Geld. Er hätte wahrscheinlich den Kontakt zu mir abgebrochen und mein Kind hätte seinen Vater niemals kennen gelernt. Natürlich weiss niemand, wie das Ganze weitergelaufen wäre, wenn ich nicht abgetrieben hätte. Aber damals schien es mir die einzige „Lösung“ zu sein. Ich musste mich entscheiden zwischen meiner grossen Liebe und unserem Kind.

Heute frage ich mich oft, wie es wohl wäre, wenn wir eine kleine Familie wären. Und ich wünsche mir so sehr ein Baby mit meinem Freund. Nicht jetzt, aber bald. Verlassen könnte ich ihn niemals. Nur schon bei der Vorstellung, dass ich allein wäre, drehe ich fast durch. Ich weiss nicht, was ich ohne meinen Freund machen würde. Deshalb habe ich auch oft Angst davor, dass er mich aus irgendeinem Grund verlässt. Ich spreche auch nur sehr sehr selten mit ihm über den Abbruch, denn ich will ihn nicht damit belasten. Ich will nicht, dass er von meiner Trauer genervt ist und dies evt. ein Trennungsgrund werden könnte. Er sagt zwar auch, dass er oft über das Geschehene nachdenkt, aber ich bin mir nicht sicher, ob er das nur sagt um mich zu beruhigen.

An deiner Stelle würde ich versuchen mit deinem Partner zu sprechen. Ihm von deinen Gefühlen und Gedanken erzählen, falls er dies überhaupt zulässt. So etwas kann man nicht alleine überstehen. Falls du denkst, eine Therapie würde dir helfen, würde ich dir empfehlen dich darüber zu informieren. Ich selber mache keine Therapie, aber vielleicht wäre das gar keine schlechte Idee. Mein Freund wollte mich schon oft dazu überreden. Ich finde jedoch, das muss von mir bzw. in deinem Fall von dir selber aus kommen, da sollte sich niemand einmischen.

Was ich ganz klar sagen kann: Die Trauer nach einem Schwangerschaftsabbruch ist keinesfalls wie Liebeskummer! Da wächst nicht einfach Gras drüber und gut ist… Eine Abtreibung vergisst man nie!

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft.

Liebe Grüsse lory


01.09.2014, 16:40
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