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 Mir fehlt hier jemand! 

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Beitrag Mir fehlt hier jemand!
Hallo,

ich habe ganz lange gebraucht, um mich hier an zu melden, und noch viel länger, um überhaupt darüber zu reden.
Mein Abbruch ist viele Jahre her und die einzigen Menschen, die davon wissen, sind mein damaliger Partner, mein jetziger und ich.

Ich weiß auch nicht, wie ich da anfangen soll, es zu erzählen, es gibt so viel zu sagen.

Fest steht nur, mir fehlt hier jemand, der nie die Chance hatte mich kennen zu lernen.

LG


08.04.2015, 18:11
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Beitrag Re: Mir fehlt hier jemand!
Ich glaube, ich fange jetzt einfach mal an, meine Geschichte zu erzählen.

Mein Vater war Alkoholiker, ich hatte, solange wir noch bei ihm lebten, immer extreme Angst vor ihm, ich habe nur meiner Mutter am Rockzipfel gehangen. Sie ließ sich scheiden, als ich 10 Jahre alt war, und zog mit uns Kindern in eine Großstadt, weit weg von ihm. Trotzdem hatte ich extreme Angst vor allen Männern und auch Jungs in meinem Alter. Ich beendete die Schule und machte meine Lehre. Danach wurde ich in eine Betriebsstelle des Arbeitgebers versetzt, in der ich, mit 18 Jahren, die einzige Frau war unter 26 älteren Männern.
Das war erstmal super schwer für mich, aber ich hatte einen Vorgesetzten, der mich immer unterstützte und immer Nett zu mir war.
Es kam, wie es kommen mußte, und ich verguckte mich in ihn, hätte es aber niemals gesagt, da er Verheiratet war und 20 Jahre älter als ich. Aber er hatte es auf mich abgesehen, nur ich war so naiv, und dachte, er würde mich tatsächlich Lieben.
Als ich knapp 20 war, fingen wir eine Affäre an. Es durfte natürlich niemand wissen, nicht meine Mutter, nicht die Kollegen, nicht meine Freunde. Er fuhr mit seiner Frau in den Urlaub und ich hockte zu Hause. Feiertage habe ich fast immer alleine verbracht. Und es ging mir nicht gut dabei.
Trotzdem hielt das ganze 9 Jahre an!
Er fing massiv an, zu trinken, erpreßte mich, rief mich Nachts an, wenn ich ihn betrunken von irgendeiner Kneipe abholen sollte, machte mich runter und hielt mich immer schön klein.
Und ich hatte immer noch die Hoffnung, das sich das ändert, das er mich Lieben würde.

Irgendwann blieben meine Tage aus, obwohl ich immer verhütet hatte. Komischerweise fiel es ihm eher auf, als mir, für mich war das absolut abwegig.
Ich bin dann zu meiner Ärztin gegangen und da habe ich das Würmchen geshen, das Pünktchen mit dem Herzschlag. Ich fing sofort an, zu weinen, ich wußte nicht, was ich machen sollte.
Mir war irgendwie klar, wenn ich es bekomme, dann geht er. Er hat das zwar nie gesagt und immer so getan, als überließe er mir die Entscheidung, aber ich wußte es trotzdem.
Wie sollte es weiter gehen? Meinen Job hätte ich sicher verloren, wenn das heraus gekommen wäre, er weg, und ich alleine mit einem Kind, dem ich nichts zu bieten hatte.
Und ich hatte Angst, das ich es dafür verantwortlich machen würde, das er mich verließ.
Zudem konnte ich mit niemandem darüber reden, meine Mutter hätte mir zwar keine Vorwürfe gemacht, aber sie hätte mich dazu gebracht, das ich es bekomme, denn sie selber hatte 3 Fehlgeburten. Sie hätte mich auch unterstützt, das weiß ich, aber ich wollte das nicht. Sie hatte selber so viel durchgemacht, und nun sollte sie sich um mein Kind kümmern, weil ich es alleine nicht auf die Reihe bringe?
Ich habe mir dann einen Termin bei Pro Familia geholt und danach einen für die AB.
Dir Tage vorher habe ich nach der Arbeit zu Hause gesessen und mit dem Püntchen geredet, habe ihm alles erklärt, meinen Bauch gestreichelt, und darauf gehofft, es würde mich verstehen.
Ich weiß, das dies Dumm war, aber ich redete mir einfach ein, es würde mich verstehen.
Zur AB bin ich alleine gegangen, ich war die Tage danach alleine. er rief nur an, warscheinlich, um sicher zu sein, das ich seine Haut gerettet hatte.
Danach funktionierte ich eigendlich nur noch, ging Arbeiten und unsere "Beziehung" dümpelte vor sich hin.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich dann noch ein schreckliches Erlebnis mit einem schizoprenen Nachbarn, der mir meine Wohnungstür mit einer Axt einschlug.
Da bin ich dann endgültig eingeklappt.
Ich war 10 Wochen krank, aß nichts mehr, und das bischen, was ich mir reinwürgte kam postwendent wieder hoch. Ich wog gerade mal 52 Kilo bei einer Größe von 181 cm.
Ich zog Hals über Kopf um, dort konnte ich nicht bleiben und ließ mich Psychatrisch behandeln. Dort erzählte ich natürlich nichts von dem Abbruch.
Ich bekam Psychopharmaka, die ich nur Abends nahm, damit ich ohne Alpträume schlafen konnte, und in dieser Zeit setzte er mein damaliger Partner mich richtig unter Druck.
Rief wieder Abends an, nachdem ich die Medis intus hatte, war sturzbesoffen, und forderte, ich solle ihn abholen. Ich verneinte natürlich, ich fuhr doch nicht mit diesen Hammertabletten Auto. Daraufhin schmiß er mir vor den Kopf: Aha, Du liebst mich nicht, unsere Beziehung ist beendet. Such Dir schon mal nen neuen Job!!
Am nächsten Tag entschuldigte er sich, und von seiner Seite aus war damit alles wieder gut.
Aber das Spielchen setzte er dann immer wieder fort, anrufen, unter Druck setzen, sich entschuldigen.
Die Krönung war dann, das er mir sagte, er würde an das Kind denken, es wäre sicherlich ein kleines Mädchen geworden, und er wolle jetzt unbedingt ein Kind mit mir!!! Wenn ich ihn lieben würde, dann solle ich schwanger werden.
Da bin ich völlig aus den Schuhen gekippt.
Ich habe ihn wortlos aus meine Wohnung geschoben und auf nichts mehr reagiert. Nach Wochen fragte er mich dann, ob unsere Beziehung jetzt beendet wäre und ich bejahte.
Darauf hin fragte er mich allen ernstens, ob ich ihm dann nicht mal meine freien Termine nennen könne und was ich die Stunde koste, damit er sich bei mir anmelden könne.
Da habe ich ihn wortlos stehen gelassen.
Ich habe mich dann auf eine andere freie Stelle beworben und bin dort weg. Er wiederte mich nur noch an.
Mittlerweile habe ich einen neuen Partner kennen gelernt, bin jetzt schon viele Jahre mit ihm zusammen und unsere Kinder sind 12 und fast 11, beide geplant. Ich habe eine feste Arbeit und eigendlich geht es mir gut............ Eigendlich. Wenn da nicht einfach immer der Gedanke wäre: Was wäre es geworden? Wie hätte sich mein Leben verändert, welche Arbeit würde es jetzt haben? Würde es seine Geschwister lieben?
Und diese schrecklichen Gewissensbisse, habe ich wirklich richtig entschieden. Das quält mich.

Meine Güte, ist das ein Roman geworden.........
Aber es tat mir gut, mir das ganze endlich einmal von der Seele zu schreiben.

LG


10.04.2015, 17:34
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Beitrag Re: Mir fehlt hier jemand!
Hey..

Ich bin neu in diesem Forum und habe nach aktuellen Beiträgen gesucht. Dein Titel spricht mir sehr aus der Seele..

Es ist, als wäre da ein Loch..ein bisschen dramatisch formuliert wahrscheinlich..aber es fühlt sich an, als ob ein Stück fehlt, ein Teil von mir. Im Juni ist es ein Jahr her und trotzdem hoffe ich darauf, dass sich dieses Loch irgendwann füllt.

Du hast zwei Kinder..haben dir die neuen Schwangerschaften geholfen?

Liebe Grüsse
Tincabell


29.04.2015, 16:01
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Beitrag Re: Mir fehlt hier jemand!
Hallo tincerbell,

geholfen?? Ich weiß nicht, irgendwie schon, denke ich, aber trotzdem grübele ich immer wieder drüber nach. Ich weiß, das die Entscheidung damals richtig für mich war und trotzdem ist da so etwas wie eine unerfüllte Sehnsucht. Ich habe es ja auch nur ein mal gesehen und dann gleich weggeschaut, nicht mal ein Ultraschallbild habe ich behalten. Und jetzt weiß ich nicht, ob das vielleicht nicht doch falsch war.

Wie hast Du es denn bis jetzt verarbeitet? Bei Dir ist es ja noch relativ frisch?
Ich weiß, das ich damals lange Zeit keine schwangere Frau sehen konnte, ohne einen Kloß im Hals zu haben oder kurz vorm heulen stand. Ging ja aber nicht, weil ja niemand wußte, was mit mir los war.
Also habe ich mich immer zusammen gerissen und dann zu Hause für mich alleine geweint.
Hast Du jemanden, mit dem Du darüber reden kannst?

LG


01.05.2015, 15:38
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Beitrag Re: Mir fehlt hier jemand!
liebe tincabell,
herzlich willkommen bei uns.
ich hatte dieses loch, wie du es beschreibst auch und es war verdammt tief und verdammt dunkel.
mir hat, als es mir nach dem abbruch so schlecht ging, jemand gesagt, dass der abbruch eigentlich nur ein auslöser war. und das ist auch richtig. durch den abbruch kam ganz viel altes zeug hoch. die angst alleine gelassen zu werden. ich konnte schon immer schlecht entscheidungen treffen und habe lieber darauf gehört was andere sagen. nach dem abbruch konnte ich das erst recht nicht mehr. ich habe unheimliche probleme menschen zu vertrauen, denn sie verlassen einen früher oder später eh wieder. ich hasse meinen körper.

deine frage mit den schwangerschaften nach dem abbruch kann ich dir leider nicht beantworten. denn bei mir war es so, dass schon 2 kinder da waren. aber ich war sehr froh dass sie da waren. sie haben mich sozusagen am leben gehalten. sie haben mir halt gegeben, ich wusste für wen ich lebe.

liebe grüße von cordula


03.05.2015, 23:22
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Beitrag Re: Mir fehlt hier jemand!
Guten Morgen

Entschuldigt die verspätete Antwort. Ich war noch im Urlaub.

Nun ja, was heisst verarbeitet ;) Ich kann mittlerweile darüber nachdenken, reden, ohne dass ich gleich in Tränen ausbreche (ausser in gewissen Zyklusphasen, aber dann heule ich eh wegen allem :P ). Nein, ich denke mein Selbstschutz ist mittlerweile relativ stark. Ich weiss, dass es vor einem Jahr die richtige Entscheidung war, weil ich besser mit einem Abbruch umgehen kann, als mein Freund mit einem Kind (damals). Aber es ändert nichts an der Tatsache, dass man sich fragt "was wäre wenn".

Mir ging es genau wie dir, ich habe beim Anblick von schwangeren Frauen, Kindern und besonders Väter mit ihren Kindern schwer zu kämpfen gehabt. Im engen Freundeskreis geht's langsam los mit Kinder kriegen (wir sind 28/27 Jahre) und da mein Partner und ich schon seit 8 Jahren zusammen sind, wurden wir natürlich ständig gefragt (also hauptsächlich ich von meinen Freundinnen). Das war richtig übel..irgendwann habe ich ihnen vom Abbruch erzählt, weil ichs nicht mehr ausgehalten habe. Sie waren zum Glück sehr verständnisvoll.

Bei mir war es so, dass ich nach dem Studium mit meinem Freund am Reisen war. Es ist so, dass schon seit Jahren nicht hormonell verhüten kann, da ich es nicht vertrage (keine Pille, kein Ring, keine Spirale), weshalb wir Kondome benutzen. Mein Zyklus ist auch extrem genau und da wir nach Schweden fuhren, sollte das mit der Umstellung auch kein Problem sein..naja falsch gedacht. Wir hatten 6 Tage nach meinem Eisprung Sex, im Eifer des Gefechts ohne Kondom (habe ja gerechnet :S ). Und dann ist es passiert. Er hat sich total verweigert, konnte sich nicht vorstellen, wie es mit einem Kind sein könnte, konnte sich nicht auf ein Gedankenspiel einlassen, meinte nur immmer wieder, dass sein Leben vorbei sei etc. Er würde schon bei mir bleiben, wenn ich es behalten würde, er will es aber nicht (tolle Zukunftsaussichten). Ich wusste, dass er es mir vorhalten würde, sich nicht kümmern würde etc. Dazu muss man sagen, dass er auf dem Bau arbeitet, jeden Morgen um 5.40 das Haus verlässt und um 18.30 Uhr zurückkommt, schnell was isst und dann ins Bett geht. Er sagte klar, dass er nicht wüsste, wie er für ein Kind da sein könnte, wenn er überhaupt keine Energie habe und nicht einmal genug Zeit für sich. Dass er vorher eine andere Ausbildung machen möchte und weg vom Bau will. Ich war frisch vom Studium und es wäre schwierig geworden, schwanger eine Arbeit zu finden. Obwohl es finanziell mit seinem Lohn machbar gewesen wäre. Eng, aber machbar. Des Weiteren ist es so, dass er sich zwar schon Kinder vorstellen kann, aber erst in ein paar Jahren. Nun gut, ich kenne ihn wie gesagt schon lange und ich wusste, ich wäre innert kürzerster Zeit alleine mit dem Kind, bzw. könnte die Schwangerschaft überhaupt nicht geniessen. Hinzu kam, dass ich fast am Nordkapp war, Kilometer getrennt von meiner Familie und alleine diese Entscheidung fällen musste..Ich habe mich gegen das kleine Zellkrümelchen entschieden (war laut Arzt in der ca.5. Woche). Wir hatten aber eine Vereinbarung, dass er sich beruflich umorientiert und ich in 2 Jahren (jetzt noch eines) Kinder haben möchte. Das war / ist mein Trost, bzw. mein Anker.

Ich muss ihm zu Gute halten, dass er nach der Entscheidung immer für mich da war. Während und auch nach der Prozedur. Er ist keine Minute von meiner Seite gewichen und auch wenn ich jetzt, ein Jahr später mal wieder ein Tief habe, tröstet er mich. Es tut ihm für mich leid, er selber hat gar keine Probleme. Mittlerweile hat sich unsere Situation stark gewandelt. Er hat einen neuen Job, ist entspannter, immer um 17.00 Uhr zu Hause, tolles Arbeitsklima und hat viel Freizeit. Ich habe nach dem Reisen auch gleich eine Stelle gefunden, die mir sehr gut gefällt.

Der Wunsch nach einem eigenen Kind, ist weiterhin sehr präsent. Ich habe ihn auch vor 1 Woche daran erinnert, was die Abmachung war.. Er ist bereit, dass wir gegen Ende des Sommers die Verhütung absetzen und es einfach auf uns zukommen lassen. Da er diese Entscheidung gefällt hat, von sich aus (ui war ich überrascht X) ), weiss ich, dass er sich freuen wird. Und deshalb auch meine Frage an euch, ob eine erneute Schwangerschaft die Lücke wenigstens ein kleines bisschen füllen konnte..Ich denke, es wird immer so sein, wie du sagst, masirema, dass man auch Jahre später noch darüber grübelt..Es tut nur jetzt schon nicht mehr so weh und ich hoffe, dass wird noch mal besser..

Cordula, hast du jemanden, mit dem du reden kannst? Oder Unterstützung erhälst? Was war dein Grund, dass du einen Abbruch hast machen lassen?

LG und ein schönes Wochenende wünsche ich euch!


09.05.2015, 10:20
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Beitrag Re: Mir fehlt hier jemand!
hallo miteinander

entschuldigt mein spätes antworten..ich war noch im urlaub. und als ich heute nachmittag einen eeeeeewigslangen text geschrieben und ihn gesendet habe, ist er hier nicht erschienen..deshalb versuche ich es jetzt noch einmal..


09.05.2015, 19:18
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Beitrag Re: Mir fehlt hier jemand!
Hallo,

Ich antworte auch sehr spät, habe die letzten Wochen flach gelegen mit mehreren Erkältungen und Migräne. :roll:

@ tinkerbell:
Ja, die Schwangerschaften helfen, und es ist so unglaublich, wenn man sein kleines Wunder dann im Arm hat. Aber es reißt eben auch die alten Wunden auf. Gerade in der Schwangerschaft, wo man doch alles mögliche macht, um seinen kleinen Wurm zu schützen und ihm den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen, gerade dann kommen die Gedanken, wie unfäir man seinem ersten Kind gegenüber doch war. Es nicht beschützt und ihm eine Chance gegeben zu haben, das nagt natürlich an einem. Trotzdem "heilt" es ein kleines bischen die Seele.

Jetzt sind meine beiden schon so groß, ich bin immer beschäftigt, Vollzeit arbeiten, Haushalt, um die Schule kümmern, trösten, loben, lachen, Angst haben, wenn sie plötzlich dolle Krank sind oder, wie letztes Jahr Sohnemann, plötzlich ins Krankenhaus müssen. Das lenkt natürlich ab und ich denke nicht permanent daran.

Aber wenn man mal eine kleine Pause hat, dann schleichen sich die Gedanken immer wieder mal zurück, und ich überlege dann halt, wie es wäre, jetzt einen erwachsenen Sohn oder Tochter zu haben, evtl. schon Oma zu sein.

Und trotzdem weiß ich, das es in meiner damaligen Situation einfach das beste für mich und auch das Würmchen war.

Wie schön, das Dein Freund nun mit Dir Nachwuchs haben möchte, da drücke ich Euch ganz dolle die Daumen und wünsche Dir, das Du es damit auch ein bischen besser verarbeiten kannst.

LG :)


02.06.2015, 13:39
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Beitrag Re: Mir fehlt hier jemand!
Es ist genauso wie du es sagst! Es fehlt jemand.. in dem Moment in dem man weiß dass man schwanger ist.. es im Bauch fühlt- ist sofort ein zweites Herz in dem Körper. Es ist als wäre ein Stück des eigenen Herzens und der Seele übergegangen. Wird dieses Stück dann genommen, fehlt es. ich fühle es wirklich so wie du.

@tincerbell

meine Geschichte ist fast genauso wie deine! Mein Freund wollte auch nicht (Gerade im Studium, kein eigenes Geld am verdienen (ich schon), und er wäre zwar da und würde sich kümmern, aber ist eben nicht begeistert gewesen. Und mir fehlte dann einfach die zweite Hälfte die sich mitfreut und die Schwangerschaft mit mir durchmacht und durchsteht.
Wir haben auch ausgemacht wann es soweit sein soll. Daran halte ich mich auch fest. Der blick in die Zukunft wie schön es sein kann.
Hat man seinen Kindern gegenüber nicht ein schlechtes Gewissen das man quasi die alte schmerzende Lücke mit ihnen "Füllt". Die Absicht hat sicher keiner, aber irgendwie erhofft man sich von einem kind dann, dass es einem hilft darüber hinweg zu kommen.


14.10.2015, 01:47
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Beitrag Re: Mir fehlt hier jemand!
hey lakritzkätzchen

habe erst jetzt die nachricht erhalten, dass du geschrieben hast..sehr mühsam dieses forum! und für mails bin ich nicht berechtigt :/ bzw schalten sie nie auf, trotz anfrage.

wie geht es dir seit juli? wann war die abtreibung dann bei dir? hat sich eure beziehung seit dieser entscheidung verändert?

liebe grüsse
tincabell


22.10.2015, 22:51
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