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 Artikel in der "Neon" 

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Registriert: 31.07.2008, 15:36
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Beitrag Artikel in der "Neon"
Hallo liebe Forum-Mitglieder,

ich bin freie Journalistin und schreibe für die Zeitschrift "Neon" (Gruner + Jahr) einen Artikel zum Thema Abtreibung. Ich selbst bin im Jahr 1971 geboren, im gleichen Jahr erschien der berühmte Stern-Titel "Ich habe abgetrieben". Seitdem scheint sich für die Frauen nicht viel verändert zu haben - im Gegenteil: Das Thema Abtreibung ist meines Erachtens ein noch größeres Tabu als früher. Gerade in unserer Zeit, in der das Kinderkriegen wieder verherrlicht wird, scheint es immer schwieriger zu werden, zu einer Abtreibung zu stehen.

Gerne würde ich mit Betroffenen über ihre Erfahrungen sprechen, auch anonym - z. B. über die Gründe, warum sie anonym bleiben wollen und welche Reaktionen sie auf ihre Abtreibung bekommen haben.

Toll wäre es natürlich auch, wenn sich einige Frauen trauen würden, mit Namen und eventuell Bild zu erscheinen, aber das überlasse ich ganz Ihnen.

Ich freue mich über Nachrichten und sage schon mal herzlichen Dank vorab.


31.07.2008, 16:26
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Registriert: 31.07.2008, 15:36
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Beitrag Neon: Auch Männer gesucht
Noch ein kleiner Nachtrag: Ich würde mich sehr freuen, wenn sich auch mal Männer zum Thema Abtreibung äußern würden. Wie sind Ihre Erfahrungen gewesen? Sprechen Sie darüber mit Freunden oder Familie? Wie waren die Reaktionen des Umfeldes?


31.07.2008, 16:50
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Administration

Registriert: 03.02.2004, 03:00
Beiträge: 2983
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Beitrag 
Liebe Neon,

neben meiner privaten Nachrichten an dich möchte ich mich auch hier zu Wort melden.

Um unserer Vorsicht nochmal ein Stück Vehemenz zu verleihen, ein kurzes Beispiel:

Anfragen von "nonames":

http://www.nachabtreibung.de/viewtopic.php?t=14984

http://www.nachabtreibung.de/viewtopic.php?t=12065

Schon alleine hier sieht man / frau, dass da mit unterschiedlichen Nicks und selben Postings versucht wird, an Informationen (von uns) zu kommen.
Das alleine wirkt (auf mich) schon recht unseriös.

Um genau dieses ungute Gefühl zu vermeiden - und das möchte ich an dieser Stelle doch stark hervorherben, dass das so unser Ziel ist,
wäre uns sehr daran gelegen, das alles über eine "Vermittlung" stattfinden zu lassen.

Unsere "Nellablum" hat sich hierfür angeboten und ich begrüße es aus o.g. Gründen, wenn sich hier dann auch alle Fäden zusammenfügen würden.

So möchte ich alle User/Innen bitten, die Interesse an diesem Artikel bzw. an der Veröffentlichung ihrer Geschichte haben, sich mit Nellablum in Vebindung zu setzen.

Liebe Grüße,

Ilona

_________________
Niemand kann mehr geben als das, was er in sich gefunden hat (H. Kruppa)


01.08.2008, 00:15
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Beiträge: 296
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Beitrag 
Ihr Lieben,

da die meisten von euch mich nicht mehr kennen, weil meine letzten Beiträge längere Zeit zurückliegen, möchte ich mich kurz vorstellen und erklären, warum ich mich an dieser Stelle einbringen werde.

Zum einen bin ich wie ihr eine betroffene Frau. Ich habe mich im Mai 2006 gegen mein Kind entschieden und mich im Juni hier im Forum registriert. Ich war völlig am Ende und verzweifelt auf der Suche nach Antworten und dem Dialog mit anderen Frauen, denen es ebenso ging wie mir. All das und viel mehr habe ich hier gefunden. Der Austausch mit anderen Frauen, das Entdecken, dass ich nicht die einzige bin und meine Trauer völlig normal ist, hat mir geholfen, meine Wunden heilen zu lassen. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich wieder mit mir selbst zurecht kam und lernte, dass die Antworten und die Heilung in mir selbst zu finden ist, deshalb wurden meine Beiträge weniger. Aber ich war und bin immer stille Mitleserin, die täglich das Forum besucht und Anteil an euren Geschichten nimmt.

Zum anderen mache ich beruflich etwas ähnliches wie "Neon", deshalb kann ich beide Seiten gut verstehen und vertreten: die der betroffenen Frauen, die unbedingt geschützt werden müssen, und die von "Neon", die eine Geschichte darüber erzählen will.

Deshalb möchte ich euch wie Ilona darum bitten, dass ihr euch an mich wendet, wenn ihr Lust habt, "Neon" eure Geschichte zu erzählen. Ich bin mit ihr in Kontakt, und gemeinsam werden wir uns bemühen, jede Frau, die ihre Geschichte der Öffentlichkeit erzählen will, mit großer Sensibilität zu behandeln. Mein Part ist einfach die Vermittlung zwischen "öffentlicher Presse" und "privater Frau" - einfach aus dem Grund, weil das Team den großen Wunsch hat, euch zu schützen. Wenn ihr also mitmachen wollt oder einfach nur Fragen habt, dann meldet euch jederzeit gerne per PN bei mir.

Liebe Grüße,
Nella


01.08.2008, 10:10
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Beiträge: 296
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Beitrag 
Ihr Lieben,

ich habe nun mehr Informationen von „Neon“ erhalten und kann euch erzählen, was für ein Artikel geplant ist. Das gibt euch eine Grundlage und nimmt vielleicht ein wenig Scheu.

Der Artikel wird in der Zeitschrift „Neon“ erscheinen (hier geht’s zum Internetauftritt: www.neon.de) und soll zwei Schwerpunkte haben: Zum einen geht es um das bestehende Tabu-Thema Abtreibung mit der Suche nach Gründen und nach Wegen aus dem Schweigen. Zum anderen soll die Rolle des Mannes beleuchtet werden. Deshalb wäre es auch wichtig, wenn sich betroffene Männer melden, die ihre Sichtweise und ihre Geschichte erzählen.

Mitmachen können alle Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich haben, und das mit all ihren unterschiedlichen Geschichten und Gründen dafür.

Noch ein Punkt zum Thema Anonymität oder nicht, weil das für die meisten von euch sicher die größte Rolle spielt: „Neon“ erklärt dazu: „Wie viel die Frauen von sich preisgeben wollen, ist ihnen überlassen. Sollten alle anonym bleiben wollen, unterstützt das nur die These, wie groß das Tabu nach wie vor ist. Aber ein Bruch des Schweigens wäre natürlich auch eine gute Sache und würde vielleicht andere ermutigen.“

Wer noch Fragen hat: einfach melden!

Liebe Grüße,
Nella


01.08.2008, 16:14
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Beitrag 
Hallo ihr Lieben,

Ich hatte gerade ein langes Gespräch mit unserer Nella, habe mich im I-net über die " Neon" informiert und in einer geblättert.
Ich habe mich dafür entschieden meine Geschichte zu erzählen.

Auf der einen Seite weil ich seit längerer Zeit diesen Drang habe in die Öffentlichkeit zu treten, weil ich das Schweigen brechen will-wenigstens für mich. Ich möchte dazu beitragen dieses Tabu zu brechen und wenn es auch nur für die paar Minuten ist in der jemand meine Geschichte liest und über diese Thematik nachdenkt!


Ausserdem halte ich die Neon für ein seriöses Magazin und kein Klatschblatt. auch ein Grund für meine Entscheidung!

Ich möchte euch bitten mir und vielleicht noch tausend von anderen Frauen zu helfen, wenn sich der eine oder andere noch bei Nella melden würde wäre ich sehr Dankbar. Und wie bereits erwähnt, Anonymität ist gewährleistet, falls ihr das Wünscht!


Anna

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Fehler für Fehler komme ich mir näher.


01.08.2008, 23:36
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Beitrag 
Hallo Anna,

habe Nellablum eine PN geschickt, ich mache auch mit, ob anonym oder nicht,
entscheide ich dann noch.
Es wird Zeit für den Tabubruch, vielleicht ist dann anonym doch nicht so gut, heißt dann ja auch, die trauen sich doch nicht ihr Gesicht zu zeigen.
Mal sehen... ich bin jedenfalls gespannt.

Liebe Grüße von Uschi

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Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels


02.08.2008, 00:44
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Beitrag 
Habe bereits gestern den Kontakt aufgenommen. Freut mich zu lesen, dass ich nicht die einzige bin.
Ich habe es satt, dass man immer wieder ÜBER "uns" lesen kann, aber eigentlich nie VON uns.
Ich bin gespannt, wenn auch etwas nervös. Aber wir kriegen das hin, nicht wahr?
Liebe Grüße


02.08.2008, 00:50
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Beitrag 
Hallo Eleonora,
ich bin sicher, wir schaffen das.....
wir müssen dazu stehen, also auf.......
Liebe Grüße von Uschi

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Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels


02.08.2008, 00:56
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Beitrag 
Hallo!

Vorstellen könnte ich es mir auch, aber nur anonym. Aber im Prinzip ist das ja nicht Sinn der Sache, oder?
Manchmal hab ich auch so das velrangen, es jemandem zu erzählen....aber ich glaub, für sowas bin ich zu feige, oder noch nicht so weit...(nach 7 Jahren? :/).....Ich hab sowas ja auch noch nie gemacht, und ich hätte Angst, dass ich sowieso wenn es so weit ist, nicht alles in Worte fassen kann, was ich fühl(t)e. Denn oft verdränge ich das alles, und dann kann ich halt auch nicht wirklich drüber reden...

Aber ich finds total mutig von euch, dass ihr das machen wollt!


02.08.2008, 13:41
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Beitrag 
Mädels, ihr seid klasse!

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03.08.2008, 00:03
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Beitrag 
hallo neon,

habe lange mit jusipalion darüber geredet.
auch ich bin bereit, meine erfahrungen mitzuteilen, denn nicht nur die frauen leiden unter einem ab.

freundliche grüße von kalli


03.08.2008, 14:47
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Beitrag 
ich habe damit (seltsamerweise?) überhaupt kein Problem. Das Tabu war für mich belastender als alles andere. Für mich war das Geheimhalten-Müssen am Arbeitsplatz das Belastendste von allem. Ich hatte auch privat irgendwann keine Kraft mehr, meine Unpässlichkeiten (erschöpft, ständige Übelkeit) mit Ausreden zu rechtfertigen. Es hätte mir unheimlich gut getan, einfach sagen zu können. "mir geht's nicht gut, ich bin ungewollt schwanger" und ich hätte auch kein Problem gehabt, zu sagen, dass ich es nicht austragen werde. es wäre mir jedenfalls lieber gewesen als wegen "Grippe" oder "Kleinkram" 2 Tage zu fehlen und gleichzeitig zu spüren, dass Spekulationen über eine "Frauenangelegenheit" die Runde machten.
Überhaupt ist mir aufgefallen, dass man anderen erst Macht dadurch gibt, dass man geheim hält. wenn man selbst offen damit umgeht, nimmt man ihnen den Reiz. Ähnlich wie mit der allgemeinen Gerüchteküche. Traurig genug.
Insgesamt glaube ich dennoch, dass einfach Unbeholfenheit der Grund dafür ist, dass viele sich so merkwürdig verhalten, sobald sie es erfahren.
da ist eine Schein-Entrüstung und moralische Selbstaufwertung im Gange, die einen als Betroffene nur schaudern lässt.

VG


06.08.2008, 16:27
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Beitrag 
Hallo MmeZinzin!

Meinst du wirklich, es würde solchen Leuten den Reiz nehmen?

"Insgesamt glaube ich dennoch, dass einfach Unbeholfenheit der Grund dafür ist, dass viele sich so merkwürdig verhalten, sobald sie es erfahren. "

Ich fänds toll, wenn solche Menschen dann einfach sagen würden: "Es tut mir sehr leid, dass du so traurig darüber bist, aber ich weiß nicht, wie ich dir helfen kann, oder ich kann damit nicht umgehen, und bin desshalb vllt der falsche Ansprechpartner".......anstatt das Gefühl der verurteiltwerdens zu verbreiten.

Ist es zu viel von Menschen (besonders Freunden und Familie) verlangt, sich zu reflektieren?


06.08.2008, 22:14
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Hallo zusammen,

Es ist nicht leicht, seine Gründe für einen AB ständig verteidigen zu müssen, da die anderen noch nie in so einer Situation waren.
Das gilt auch für Freunde und Familie, die nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Dann kommen solche Sprüche, die unpassend sind. Die wir nicht hören wollen. Wir erwarten Verständnis, Anteilnahme, Trost.
Aber was kommt zurück?

Unverständnis (du hast es doch so gewollt, nun stell dich mal nicht so an)
Anteilnahme (du trauerst? Du wolltest das Kind doch sowieso nicht)
Trost (ist doch schon XX Tage her, nun lass mal gut sein)

Das tut sehr weh, aber sie wissen es nicht besser.

grübelnde Grüße von kalli


06.08.2008, 23:08
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