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 Innerer Konflikt und wechselnde Gefühle 
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Beitrag Innerer Konflikt und wechselnde Gefühle
Hallo zusammen,
ich hoffe es findet sich hier jemand, der vielleicht einen Rat hat oder es hilft auch einfach mal alles von der Seele zu schreiben.
Ich bin schwanger, es müsste ca 7.Woche sein. Habe bisher jahrelang mit der Pille verhütet, kam trotzdem so.

Eckdaten: Ich 27 mein Mann 32, seit ein paar Jahren glücklich verheiratet, beide mit beiden Beinen im Berufsleben und sicheren Jobs. Mein Mann und ich sind bzw waren uns seit Jahren einig, haben auch offen darüber gesprochen, dass unser Leben uns so gefällt wie es ist und wir kein Kind möchten bzw nicht so wie wir aktuell leben (herausforderndes Viertel in einer Großstadt, mein Mann muss noch min. 3 Jahre hier arbeiten,keine Familie/gute Freunde in der Nähe,hatte in der Vergangenheit schon Depressionen)

Deswegen fällt es mir auch so verdammt schwer. Seit Tagen denke ich über nichts anderes nach, bin zeitweise glücklich und streichel auch meinen Bauch. Später weine ich, weil ich innerlich Abschied nehme. Am meisten Angst habe ich davor, später wieder in eine Depression zu verfallen und mein Leben lang meine Entscheidung zu bereuen. Dies gilt für beide Wege, wobei ich denke dass ich im Falle eines Abbruchs sehr viel mehr Reue hätte.
Ich habe schon einen Beratungstermin angefragt und möchte das gerne dort nochmal ansprechen.
Ich denke auch darüber nach schonmal einen Termin beim Frauenarzt auszumachen und mal die Entwicklung zu überprüfen. Ein Teil von mir hat die Hoffnung, dass die Entwicklung stoppt oder es gesundheitliche Risiken gibt und mir die Entscheidung damit sozusagen abgenommen wird. Andererseits wenn das nicht der Fall ist und alles "Super" verläuft, ist das umso mehr ein Argument fürs Behalten. Hat speziell dazu jemand einen Gedanken?

Danke fürs Lesen!

PS: Mein Mann sagt er steht zu mir, wie auch immer die Entscheidung ausfällt und wir reden wirklich viel und offen über beide Möglichkeiten.


03.07.2022, 18:56
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Beitrag Re: Innerer Konflikt und wechselnde Gefühle
Hallo MarieS,


ich kann verstehen das du gerade zwischen zwei Stühlen sitzt. Ihr wolltet eigentlich kein Kind und alles sollte so weiter laufen wie bis her. Das kann ich auch verstehen. Jetzt aber bist du schwanger obwohl du verhütet hast. Das stellt eure gesamte Planung auf dem Kopf. Auf der einen Art möchtet ihr das Kind nicht, aber auf der anderen entwickelt sich eine Bindung zwischen dir und deinem Baby. Somit musst du eine Entscheidung treffen bei der es kein richtig oder falsch gibt. Egal wie du dich entscheidest, diese Entscheidung wird dein und auch das Leben deines Partners verändern. Ich kann auch verstehen, das es für dich leichter wäre, wenn dir die Natur diese Entscheidung abnimmt.

Ich möchte dir weder für noch gegen das Kind raten. Versuche bitte, die, dir verbleibende Zeit zu nutzen um eine Entscheidung zu finden mit der du aus jetziger Sicht am besten leben kannst.

Wäge bitte das Dafür und das Dagegen sorgfältig ab. Ein Kind kann viel Freude bringen. Aber ein Kind kostet auch Kraft und fordert. Wäge ab ob du bereit bist das zu geben.

Es ist gut, das du zu einer Beratung möchtest. Schreibe dir schon jetzt alle offenen Fragen auf. Überlege dir auf was du Antworten sucht.

Oft vergisst man beim Beratungsgespräch wichtige Fragen. Aus diesem Grund ist es hilfreich vorher alles aufzuschreiben. Solltest du nach dem Beratungsgespräch noch weiter Fragen haben, dann bitte um einen weiteren Termin.

Solltest du dich gegen das Kind entscheiden und nach dem AB psychische Probleme bekommen, so kannst du die Beratungsstelle wieder aufsuchen. Die meisten Beratungsstellen bieten auch eine Betreuung nach einem Ab an.

Versuche wenn es geht mit jemand über deine Gedanken und Sorgen zu reden. Mache es bitte nicht mit dir allein aus.


Ich wünsche dir, das du zu einer Entscheidung kommst die du später als richtige Entscheidung siehst.

VG Oscar


05.07.2022, 00:40
Profil ICQ

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Beitrag Re: Innerer Konflikt und wechselnde Gefühle
Hallo Marie,
ich finde es gut, dass du hier schreibst und auf diese Weise nach neuen Gedanken suchst. Hat es dir tatsächlich gut getan, es dir überhaupt erst mal von der Seele zu schreiben, so wie du gemeint hattest? Weil du ja außer mit deinem Mann mit niemandem geredet hast bisher und auch noch gar nicht beim Arzt warst. Du denkst, dass du in der 7. Woche bist. Hast du einen Anhaltspunkt dafür? Und wie geht es dir überhaupt körperlich? Spürst du eine Umstellung – oder vor allem das Seelische?

Dein Mann wäre ja trotzdem offen für das Kind, obwohl ihr im Moment noch den Stand habt, dass es so bleiben sollte. Würde er versuchen, früher aus der Stadt wegzukommen, um in einem familienfreundlicheren Umfeld wohnen zu können? Oder meint er, es wäre für eine gewisse Zeit doch an diesem Ort zu schaffen, falls ihr euch für das Kind entscheidet? Jedenfalls ist er offen und das ist doch ein Pluspunkt!
Welche Argumente gibt es noch gegen das Kind?
Ich kann mir vorstellen, dass es einfach ein Riesenschritt ist, sich umzugewöhnen vom bisherigen Gedanken. Auch deshalb, weil ihr jetzt überrascht seid und noch gar nicht in der Situation angekommen.
Deine Überlegungen mit der Depression sind schon ernst zu nehmen, zumal du selbst sagst, dass du einen Abbruch mehr bereuen würdest als alles anderes, was sich verändern würde, wenn du das Kind bekommst.
Nachdem ihr beide schon länger verheiratet seid und beruflich fest stehe, gibt es ja keine äußeren Gründe. Das Nest ist (bis auf diese berufliche Situation in der Großstadt) wunderbar ausgestattet und es wäre schön, wenn du dich jetzt einfach freuen könntest.
Spürst du außer den äußeren Bedingungen in dir selbst ein inneres Hindernis?
Eine nicht intakte Schwangerschaft würde dich erleichtern, schreibst du, aber vielleicht auch traurig machen.
Was würde dich jetzt richtig freuen?
Versuche dir selbst noch ein wenig mehr auf die Spur zu kommen.
Dazu kann auch eine Beratung helfen. Aber auch der Besuch beim Frauenarzt, die erste Untersuchung kann Klarheit bringen.
Ein Schritt war, dass du hier geschrieben hast. Arzt oder Beratung könnte ein nächster sein. Oder welchen nächsten Schritt siehst du?
Schritt für Schritt findet ihr euren gemeinsamen Weg! Alles Liebe euch!


06.07.2022, 16:15
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Beitrag Re: Innerer Konflikt und wechselnde Gefühle
Danke für eure beiden Beiträge.
Hatte heute morgen einen Beratungstermin, den ich sehr angenehm fand und der ergebnisoffen verlief. Habe mich sehr wohlgefühlt und einige Impulse mitnehmen können. Besonders interessant war dabei für mich die Abgrenzung von nicht wollen vs nicht schaffen/können. Habe auch den Aspekt mit meiner vergangenen Depression angesprochen und es wurde sehr ernst genommen, habe auch nochmal mögliche Hilfsangebote in beide Richtungen erhalten, unverbindlich und ohne Bedrängen in eine oder die andere Richtung.
Zu den Fragen:
Ja, meine Gedanken nieder zu schreiben hat mir gut getan!
Körperlich geht es mir nicht so gut, da ich sehr mit Übelkeit und teilweise Schwindel und Schmerzen zu tun habe. Dadurch werde ich eben auch sehr oft an die Schwangerschaft erinnert, wenn ich es mal geschafft habe an was anderes zu denken, holt mich der Körper in die Realität zurück.
Emotional geht es mir nach dem Beratungsgespräch deutlich besser, auch wenn eine endgültige Entscheidung noch immer aussteht. Ich kann jetzt aber differenzierter bestimmte Aspekte betrachten und sehe, dass hinter vielen Argumenten überwiegend "nur" Ängste stehen. Aber auch diese nehme ich ernst und gehe ihnen nach.
Ich würde mal zusammenfassen, dass nach der anfänglichen Schockstarre und Panik jetzt rationale Überlegungen gerade überwiegen. Natürlich werde ich keine rein rationale Entscheidung treffen, aber einige Punkte lassen sich rationaler besser/ differenzierter sehen.
Als nächstes steht ein Termin beim Frauenarzt an, das kann aber dauern habe bisher keinen gefunden, der noch neue Patienten annimmt (trotz Schwangerschaft).

Ein Umzug/Jobwechsel ist leider erst möglich, wenn mein Mann sein berufsbegleitendes Studium beendet hat, da er ohne das keine andere Stelle bekommt (möchte es nicht näher erklären, da es sehr spezifisch ist und ich mit den anderen Daten zusammen sonst zu viel von mir preis gebe in einem öffentlich einsehbaren Forum)


06.07.2022, 22:09
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Beitrag Re: Innerer Konflikt und wechselnde Gefühle
Hallo Marie,
wie geht es dir? Hast du einen Arzt gefunden für die Erstuntersuchung?
Zeigt sich langsam ein Weg für dich bzw. euch?
Ich lasse dir liebe Grüße da! Du kannst mich ja auch privat erreichen.
Ich war mir nicht sicher, ob du meine Nachricht gesehen hast.
Vielleicht brauchst du grade auch gar keine Kontakte, bis du mit dir im Reinen bist.
Oder vielleicht doch? Liebe Grüße und alles Gute für dich in dieser Zeit! Lydia


21.07.2022, 12:55
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