Aktuelle Zeit: 21.06.2018, 07:56




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 11 Beiträge ] 
 muss einfach mal schreiben 

Werbung wird nicht durch www.nachabtreibung.de bereitgestellt, sondern durch Google.
Autor Nachricht

Registriert: 11.08.2013, 09:34
Beiträge: 11
Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1982
Mit Zitat antworten
Beitrag muss einfach mal schreiben
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe durch Google hier hin gefunden. Ich möchte mich einfach mal etwas austauschen. Ich spreche zwar zwangsläufig sehr viel mit meinem Partner und mit einer ganz engen Freundin. Aber in dieser Situation hat man irgendwie mehr Redebedarf und ich hoffe hier Menschen zum Austausch zu finden und hoffe am richtigen Platz gelandet zu sein.

Also, wo fange ich an...ich bin schwanger...das ist eine Tatsache.

Ich bin seit fast 2 Jahrzehnten mit meinem Partner zusammen. Ich habe sein Kind mit groß gezogen, einige Jahre hat es bei uns sogar gelebt, weil die Mutter es nicht konnte. Durch diese schwierige familäre Situation (jahrelange Kontaktunterbindung durch die Mutter, dann in der Pupertät auf die Straße gesetzt, dann bei uns die wir nicht wussten wie man mit einem "ausgesetzten" Teenager richtig umgeht, etc), hat sich die Beziehung zwischen Vater und Kind, nie so entwickelt wie es hätte sein sollen. Aktuell haben sie keinen Kontakt. Mein Partner hat so einiges mitgemacht die letzten Jahre und ist so unglaublich verletzt, dass er schon aus dem Grund keine Kinder mehr möchte.

Dazu kommt eine Jahrelange Krankheitsodisee mit langen Krankenhausaufenthalten, nachfolgender Firmenpleite etc.
Ich hatte vor 2 Jahren einen Horrortrip auf Arbeit, musste in psychologische Behandlung, unsere Ehe ist fast gescheitert etc.

So, seit einem Jahr läuft es wirklich gut, wir haben einen Plan, ich eine neue Arbeit. Gerade die letzten Monate kann ich mich nicht beklagen. Wir verstehen uns super, haben für seine neue Selbstständigkeit Kredite aufgenommen und die Auftragslage ist ganz ok. Nicht rosig, aber man kann alles bezahlen und kommt gut über die Runden.

Seit wir zusammen sind, nehme ich die Pille. Die habe ich immer gut Vertragen. Leider wurde diese vom Markt genommen. Mein Arzt verschrieb mir eine andere. Diese vertrug ich leider gar nicht. Nach 4 tägiger Einnahme, lag ich mit Gefühlsstörungen, Benommenheit, Schwindel etc im Bett flach. Ich setzte sie sofort ab in Rücksprache mit meinem Arzt. Eine Abbruchblutung setzte ein und ich vereinbarte einen Termin für die Spirale. Leider konnte diese nicht gesetzt werden, weil sich schon wieder alles geschlossen hatte. Ich solle bis zur nächsten Blutung warten und dann am 1. Tag direkt kommen.
Dazu kam es nicht mehr. Wir hatten im regulären Zyklus, rechnerisch sogar außerhalb der fruchtbaren Tage 2 mal mit Kondom Sex. Gut, die Ausführung war nach fast 2 Jahrzehnten ein wenig laienhaft, aber wir waren der Meinung alles richtig gemacht zu haben. Das Datum der Periode rückte näher, nichts passierte. Hmm, vll habe ich ja wieder eine Zyste (leide ich schon seit der Pupertät dran und man sagte mir auch mal schon auf Grund dieser Massivheit würde es schwierig werden irgendwann mal schwanger zu werden). Eine Woche war rum, ich wurde unruhig und machte einen Test. Nicht schwanger. Große Freude. Wie sollte das auch sein. So kurz nachdem ich die Pille abgesetzt hatte, mit Kondom, mein Partner hatte eine nachgewiesene eingeschränkte Fruchtbarkeit sprich zu wenig Schwimmer. Trotz dem haben wir immer mit allem verhütet was ging. Wir wollten auch die noch so kleinste Mirkochance nicht zulassen. Wir wollten keine Kinder. Nein, das war bestimmt was anderes.
Nach einer weiteren Woche immer noch nicht, dafür Ziehen im Unterleib. Ich machte einen Termin beim Doc. Auf dem Ubild konnte man nichts sehen. Nur eine gut aufgebaute Schleimhaut. Meine Tage ständen kurz bevor. Sicherheitshalber nahm man mir Blut ab. 2 Tage später rief ich an. Die Sprechstundenhilfe sagte mir "positiv". Ich fragte ob sie mich veräppeln würde. nein, positiv,schwanger. Vor Schreck legte ich auf und fing an zu weinen.
Ich flüchetet von Arbeit und rief nochmal in der Praxis an. Ich müsste nochmal vorbei kommen. Der Doc war sehr bedröppelt. Er fühlte sich mit schuldig. Tja, da musste ich lachen, er hatte es ja nicht gemacht.
Uns war schnell klar, dass etwas passieren musste. Seit ein paar Tagen reden wir über nichts anderes. Ich habe direkt bei Profamilia und einer Klinik angerufen und Termine ausgemacht. Montag in 8 Tagen ist es soweit.

Ich "weiß", dass es die richtige Entscheidung ist. Wir wollen keine Kinder. Ich werde mir bei dem Eingriff die Spirale setzen lassen und mein Partner lässt sich sterilisieren. Die 3 Monate Übergangsfrist nach der Sterilisation werden wir dann mit Spirale und Kondom verhüten.
So, nun sitz ich da, ich weiß dass es richtig ist. Wir wollen keine Kinder. Ich liebe mein Leben so wie es ist. Bin aktiv im Tierschutz und im ökologischen Bereich. Meinem Mann gehts es gerade gesundheitlich gut (vererblich ist die Krankheit im Übrigen auch). Seine Arbeit läuft, ist aber finanziell eine Belastung wegen der Kredite. Meine Arbeit läuft. Eine Kollegin hat ein Kind bekommen und ist nach der Babypause raus. Sie arbeitet zwar, aber auf einem sagen wir mal niedrigen Anspruch. Ihr reicht das, mir würde das nicht reichen, ich will gerne noch etwas schaffen. Unsere Wohnung ist winzig, wir brauchen nicht mehr.
Wir haben viele Freunde mit Kindern. Ich war ein Schlüsselkind, meine Eltern haben viel gearbeitet. Ich müsste es zwangsläufig auch um alles zu schaffen. Würde ich mir meine Kindheit für mein Kind wünschen? Nach dem Mutterschutz in die Krippe, dannach Ganztagskindergarten und Ganztagsschule? Nein. Definitiv nicht. Unsere Freunde, die machen es richtig, die haben sich bewusst entschieden. Die Kinder stehen im Mittelpunkt, man nimmt sich Zeit, erzieht sie natürlich und naturnah. Das sind schöne Kindheiten.
Ich bin Raucher. Über die Folgen für ein ungeborens brauch man nicht streiten.

Ja, wir haben uns entschieden. Ich habe viel gegoogelt. Wollte wissen "was" da ist. Was da passiert, wie es aussieht. Ich bin froh so früh dran zu sein. Noch sieht man nichts. Ein Punkt. in 2,3 Wochen wäre das anders. Da wären Ansätze von Armen und Beinen und ein Gesicht. Aber ist es nicht jetzt auch schon ein Mensch? Habe viel gelesen, auch von Abtreigungsgegnern. Irgendwo stand, man wird nicht Mensch, man ist es von Anfang an...mich verfolgt das. Es ist doch nur ein Punkt. Bzw noch nicht mal. Der Doc hat Freitag nochmal geschallt, mit viel Fantasie ist das was, oder auch nicht. Also es ist wirklich ganz ganz frisch.
Ich habe geträumt...von einem kleinen Mädchen. Lange dunkle Haare, ein Puppengesicht. Rosa Turnschuhe hatte es an und Sommersprossen, so wie ich. Es ist schlimm das zu schreiben. Ich bin mir doch so sicher. Mit allem und trotzdem macht es mich so traurig. Da ist nichts, nur ein Punkt, wenn überhaupt.
Wird mir etwas fehlen? Wenn es ein Mensch von Anfang an ist, sehen wir uns irgendwann wieder an einem anderen Ort?
Ich frag mich ob das nur die Hormone sind die dieser kleine Punkt macht. Die mich so aus der Bahn werfen.

Ich bin mir sicher und ich bin traurig...

Danke fürs lesen.


11.08.2013, 10:20
Profil E-Mail senden
Konflikt-Beratung

Registriert: 09.04.2005, 03:00
Beiträge: 1822
Geschlecht: weiblich
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: muss einfach mal schreiben
Liebe Bachstelze,

ich hoffe, dass Dir noch Frauen schreiben, die selber betroffen waren. Aber ich wollte Deinen Beitrag nicht unkommentiert frei geben, es hat mich sehr berührt was Du geschrieben hast.

Niemand kann sagen, ob es die richtige Entscheidung sein wird, die Du triffst, aber ich wünsche Dir sehr, dass es eine ist mit der Du gut leben kannst.

Und man kann die "richtige" Entscheidung treffen und trotzdem tief traurig sein.

Sei Willkommen hier im Forum und alles erdenklich Gute für Dich und Euch wünscht

Andrea


11.08.2013, 12:47
Profil

Registriert: 27.11.2006, 03:00
Beiträge: 1869
Wohnort: Nürnberg
Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1970
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: muss einfach mal schreiben
liebe bachstelze,
herzlich willkommen bei uns.

obwohl du haargenau schreibst, dass du dein/euer kind nicht willst. spürt man aber auch total dieses aber.

es ist verdammt schwer herauszufinden welcher weg für einen der bessere ist. aber du hast zeit, überstürze es nicht. bei mehrmaligem hinsehen eröffnen sich vielleicht neue wege.


du hast zwar geschrieben, dass du viel mit deinem partner redest, aber leider nicht wie er zu eurem kind steht.

die entscheidung für oder gegen das kind ist ist eine entscheidung die dein leben so oder so verändern wird.

ich stand vor über 7 jahren vor der gleichen frage. bei mir waren allerdings die vorraussertzungen ein bißchen anders. es wäre mein 3. kind gewesen, ich wollte mein kind, aber alle außenrum waren der meinung das es nicht gut wäre mein kind zu bekommen. mein mann wollte definitiv kein drittes kind überließ aber mir die entschedung und wollte hinter mir stehen fals ich es bekomme.
ich habe mich damals unter vielen tränen gegen mein baby entschieden. mir ging es nach dem abbruch ganz gut, denn ich hatte meine kinder um m ich. aber als ich das arbeiten wieder angefangen habe und mehr zeit für mich hatte kam der abbruch wieder hoch und es ging mir immer schlechter.

morgen ist der errechnete geburtstermin meines kindes und es tut auch nach 7 jahren immer noch sehr weh. obwohl mein verstand mir sagt, dass der abbruch vielleicht schon der richtige weg war, denn ich hatte damals gerade epilepsie bekommen und so ein anfall meinem ungeborenen kind sicher geschadet hätte. aber mein herz spricht eine andere sprache. mein herz kann diesen verlust immer noch sehr schwer ertragen. und es schmerzt immer wieder daran zu denken.

ich wünsche dir, dass du für dich den für dich "richtigen" weg findest. das du und dein partner, egal wie dein weg auch aussieht, diesen weg zusammen geht und alles gemeinsam bewältigt.

herzlichst cordula


11.08.2013, 18:05
Profil

Registriert: 12.08.2013, 16:17
Beiträge: 1
Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1989
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: muss einfach mal schreiben
Liebe Bachstelze

meine Abtreibung ist jetzt ein Jahr und 4 Monate her. Bei mir lag der Fall ein wenig anders, ich wollte immer Kinder und will auch immer noch Kinder. Trotzdem haben wir uns dagegen entscheiden.
Wir waren erst 4 Wochen zusammen, als ich überfällig war. Ich war nur 3 Tage überfällig und trotzdem war der Test positiv. Wir haben verhütet und auch versucht, uns ein wenig zurückzuhalten, bis wir eine zusätzliche Verhütungsmethode zum Kondom (ich vertrag die Pille nicht) gefunden haben. Und trotzdem ist es passiert.
Ich war also 4 Wochen mit dem Mann zusammen und in der 3. Woche schwanger. Die Entscheidung für oder gegen das Kind ist mir unheimlich schwer gefallen. Mein Freund sagte, er steht hinter mir, egal für was ich mich entscheide und trotzdem lastete eine riesen Last auf meinen Schultern. Wir haben uns dann gemeinsam dagegen entschieden. WIr waren beide noch sehr jung (22), ich hab grade einen neuen Job angefangen, er hatte nur einen Zeitvertrag usw. Also ist die Entscheidung gefallen. Ich hatte am meisten Angst davor, nach der Abtreibung erleichtert zu sein. Ich hab mich für eine medikamentösen Abbruch entschieden. Leider gehörte ich zu den 3%, bei denen die Hormone nicht ausreichen und ich also nach 2 Wochen starken Schmerzen doch noch in die Klinik musste...
Ein weiterer Faktor war, dass meine Schwester schwanger und die ganze Familie völlig aus dem Häuschen war.

Ich bin mir heute immer noch absolut sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich glaube nicht, dass ich mit dem Vater des Kindes noch zusammen wäre, ich bin mir sicher, dass das Kind sich abgestoßen gefühlt hätte. Und trotzdem bin ich immer mal wieder ganz doll und ganz tief traurig. Obwohl ich 100% hinter meiner Entscheidung stehe, frage ich mich häufig: was wäre wenn....
Ich komme aber immer zu dem Schluss, dass ich mich jedes Mal wieder so entscheiden würde. Und ich bereue meine Entscheidung auch nicht, ich bin nur manchmal (in immer größeren Abständen) einfach nur ganz doll traurig.
Mir hilft dann immer, dass mein Partner da ist, der mich in den Arm nimmt. Und ich hab mir eine Aufgabe gesucht, das klingt blöd, hilft aber tierisch. Ich habe mir eine Katze angeschafft. Mit der kann ich sabbeln, kuscheln, spielen usw. Die ist vorurteilsfrei :-)
Ich überleg mir außerdem immer, warum ich mich so entschieden hab und dann wird mir klar, dass ich richtig (in der Situation) entschieden habe.

Ich hoffe, du findest einen Weg aus deiner Traurigkeit und kannst zu einem Stück Unbeschwertheit zurückfinden!!


12.08.2013, 19:53
Profil

Registriert: 11.08.2013, 09:34
Beiträge: 11
Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1982
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: muss einfach mal schreiben
Hallo Ihr Lieben!

Danke für die netten Antworten.

Mein Partner. Ich liebe diesen Mann einfach unglaublich doll. Erstmal hat er es ein wenig mit sich selbst ausgemacht, diese Zeit steht ihm ja zu. Dann haben wir geredet, geredet, das Internet maltretiert und uns alle Möglichkeiten aufgezählt und durchgespielt die wir mit Kind hätten. Wie würde das laufen oder könnte es laufen und wie würde das unser Leben beeinflussen.
Irgendwie hätte es ein pro Kind geben können, ausschlaggebend war dann aber meine Fortbildung die noch 2 Jahre läuft und der finanzielle Aspekt. Ich denke, bzw wir denken dass nach all den Tiefen der letzten Jahre das Risiko einfach zu hoch ist. Es wäre nicht zu schaffen. So traurig es ist und so traurig es mich macht bzw gemacht hat.
Gerade fühle ich mich gar nicht traurig und bin darüber ein wenig irritiert. Ich fühle mich gar nicht schwanger, der Gedanke an den dicken Bauch, die geschwollenen Füsse und die Geburt ängstigen mich sogar sehr. Auch so ein Aspekt, der mir sagt, nein, ein Kind ist nichts für Dich. Ich frage mich, was da mit mir nicht stimmt. Es ist natürlich Kinder zu bekommen, mich gruselt es irgendwie. Ich hab Mia (ja ich habe ihr einen Namen gegeben) gesagt sie soll nicht kommen. Sie kann nicht bei uns sein und dort wo sie hin geht, wird es gut sein. Besser wie hier.
Ich habe auf wieder einsetzende Traurigkeit gewartet, wie nach meinem Traum, aber sie ist nicht gekommen.

Gerade fühle ich mich gut. Wir hatten heute morgen den Termin bei Pro Familia. Die Dame war sehr nett, ich hab mich recht neutral gefühlt. Ich fühle mich insgesamt neutral, ja so kann man das zusammen fassen.

Ich werde sicher noch einmal schreiben, vor allem dannach.

Danke noch einmal für eure Beiträge.

LG


13.08.2013, 18:17
Profil E-Mail senden

Registriert: 27.11.2006, 03:00
Beiträge: 1869
Wohnort: Nürnberg
Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1970
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: muss einfach mal schreiben
ich wünsche dir viel kraft.
alles gute cordula


13.08.2013, 20:45
Profil

Registriert: 11.08.2013, 09:34
Beiträge: 11
Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1982
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: muss einfach mal schreiben
Hallo zusammen!
Gestern war der Eingriff. Ich hatte furchtbare Angst vor der Narkose, es war meine erste.
Der Anästesist war aber wirklich sehr sehr nett. Es gab eine ausführliche Vorbesprechung, dann kam der Arzt zur Voruntersuchung und Besprechung.
Dannach wurde ich in den OP geführt und musste diesen Stuhl besteigen, ich wurde fest gegurtet, aber der Narkosearzt sprach die ganze Zeit ganz ruhig und freundlich mit mir und erklärte mir alles. Mein Puls war trotzdem auf mindestens 200 und ich hätte vor Angst am liebsten geheult. Nicht wegen dem Abbruch, einfach wegen dem OP, der Narkose und überhaupt. Dann ging es ganz schnell, es wurde warm, es kam ein komischer Geschmack und ich konnte noch 2 mal blinzeln. Das nächste woran ich mich erinnere war wie ich die Augen aufmachte und auf ein schönes Bild schaute. Ich lag in einem Gitterbett, warm eingepackt. Die Aufwachschwester kam, erkundigte sich wie es mr ging. Ich musste noch den Tropf durchlaufen lassen und bekam Wasser und Kaffee angeboten. Ich fühlte mich ganz ruhig und friedlich. Die Angst war wie weg geblasen. Dann konnte ich mich anziehen, bekam noch eine Einweisung für die nächsten Tage, meinen Spiralenpass und ein Rezept für Antibiotika und konnte heim.
Dort legte ich mich wieder hin und hab den halben Tag im Bett verbracht. Ich musste ein paar Novalgintropfen nehmen und hatte in den ersten Stunden Probleme Pipi machen zu können. Das entfernen des "Tampons" war ein wenig speziel. Unter Tampon stellt man sich halt einen ob vor und nicht eine größere Menge Tamponagematerial in einem netzstrumpfartigen Gewebe mit Desinfektionsmittel...naja, war komisch aber ok.Das mit dem Pipimachen gab sich aber nach 3,4 Stunden.
Abends bin ich ein bißchen spazieren gegangen. Noch leichtes Ziepen und ganz leichtes Bluten.
Heute morgen bin ich schmerzfrei erwacht und werde gleich auf Arbeit gehen.

Mir geht es sehr gut. Haben gestern noch viel geredet. Die Entscheidung war die richtige. Ich denke man bereut es, wenn man es auch nur ein Fitzelchen will, also ein Baby und es aus Vernunftsgründen nicht bekommt oder bekommen kann. Wenn man aber absolut kein Baby will ist es wohl nicht ganz so schlimm und das hat sich die letzten Tage absolut heraus kristallisiert. Mir tun die Frauen leid, die ewig trauen müssen, weil sie es sich in der Tiefe ihrers Herzens doch gewünscht haben.
Das muss wirklich furchtbar sein. Fühlt euch gedrückt und verliert nicht den Mut und das Glück in eurem Herzen. Danke fürs Zuhören und den Beistand!


20.08.2013, 09:14
Profil E-Mail senden

Registriert: 11.08.2013, 09:34
Beiträge: 11
Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1982
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: muss einfach mal schreiben
gestern abend war es komisch. Ich musste viel an das was wäre wenn denken. Man denkt da ja zwangsläufig nur an die schönen Dinge. Habe mir meinen Mann vorgestellt mit Baby im Arm. Hab mir im Aldi an der Kasse beim Warten die Windeln beguckt, 3 Größe hatten sie da. Ob ein Kind mit 25kg noch Windeln braucht? Habe mir im Inet nochmal Bilder der SSW angeschaut.
Habe abends mit meinem Mann gesprochen. Ihm geht es auch so. Das gehört wohl zum Verarbeitungsprozess. Aber leicht ist das nicht.
Bin ein wenig traurig. Nicht viel, aber so eine kleine Traurigkeit über den Verlust. Irgendwie...ach ich weiß nicht...


23.08.2013, 09:26
Profil E-Mail senden

Registriert: 11.08.2013, 09:34
Beiträge: 11
Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1982
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: muss einfach mal schreiben
die letzten 2 Wochen ging es mir eigentlich ganz gut. Hab momentan viel um die Ohren.

Gestern bin ich dann zu meinem FA zur Kontrolle. Alles in Ordnung, Spirale sitzt auch. Nu war er irgendwie komisch. Sachlich so wie immer, aber...naja...ich werde mir wohl einen anderen suchen. Ich fragte ihn noch etwas zur Spirale und Sicherheit und bekam eine Antwort die begann mit "ja wenn sie wirklich gar kein Kind wollen.."hallo? ich habe gerade einen Abruch hinter mir, ich wollte nicht schwanger werden. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass da kein Gefühl war. Irgendwie habe ich das Gespräch anders erwartet.
Der Vorraum war ein wenig die Hölle, lauter glückliche Schwangere die plappern und ihre Bäuche vorstrecken. Verdammt, ich will kein Kind, ich wollte keins, aber in dem Moment war ich neidisch und verletzt. Bin dann schnell geflüchtet, einkaufen,kochen, die Hunde bespaßen.
Habe abends noch lange mit meinem Partner geredet und geweint. Ich will kein Kind, ja es war richtig. Habe die letzten Tage bewusst Kinder angeschaut und Babys, es berührt mich nicht. Aber mich berührt der Gedanke an ein eigenes Kind, kleine Finger und Füsse, die von mir sind. Da ist er, der kleine Funke Sehnsucht. Es tut weh, ja. Wie ich schon vor einigen Tagen schrieb, nur ein wenig. Aber es ist da.
Ich hoffe es vergeht.


03.09.2013, 09:10
Profil E-Mail senden

Registriert: 11.08.2013, 09:34
Beiträge: 11
Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1982
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: muss einfach mal schreiben
es ist eine ganze Zeit ist vergangen. Das Leben zieht einen mit. Arbeiten, Alltag, Freunde, Hobbys.
Mir geht es gut. Ich denke nur noch selten daran. Komme aber immer wieder zu dem Ergebnis, dass es die richtige Entscheidung war.
Ich fühle mich gut, sehr sogar.


30.11.2013, 12:59
Profil E-Mail senden

Registriert: 11.08.2013, 09:34
Beiträge: 11
Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1982
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: muss einfach mal schreiben
Weihnachten. Das Fest der Liebe.
Gestern nacht habe ich unheimlich schlecht geträumt. War den ganzen Tag geknickt und traurig.
Heute ist es wieder wie weg geblasen.
Ich schiebe es mal auf Weihnachten. Vor ein paar Tagen hatte ich schonmal so ein Tief. Das wäre der Tag gewesen, an dem es auch als Frühchen lebensfähig gewesen wäre.
Ich habe ein bißchen geweint. Mein Partner hat mich getröstet.
Ich bin nicht traurig, weil ich denke dass ich eine falsche Entscheidung getroffen habe. Ich bin traurig, weil ich traurig bin. Das Unterbewusstsein und die eigene biologische Uhr spielt einem da wohl einen Streich?!

Und immer wieder ist da die Angst wieder schwanger zu werden. Die Sterilisation hat mein Mann aus gesundheitlichen Gründen verschoben. Spirale und errechnen der nicht fruchtbaren Tage. Meine Periode funktioniert seit der Spirale wie ein Uhrwerk.
Nun müssten Sie heute kommen. Ich horche in mich hinein. Ihr kommt doch, oder?
Wehe ihr kommt nicht!


25.12.2013, 13:04
Profil E-Mail senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 11 Beiträge ] 


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder


Du darfst neue Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu: