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 Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?! 

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Beitrag Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
Ich 27, habe bereits einen 7jährigen Sohn aus erster Ehe. Mein Lebensgefährte 29, selbständig, ist seit rund 3 Jahren Teil unserer kleinen Familie und zieht meinen Sohn liebevoll wie ein eigenes Kind auf.

Ich bin aktuell in der 10ssw.

Mein Partner ist gegen ein gemeinsames Kind aus folgenden Gründen:
- finanziell ist er derzeit Alleinverdiener und wir müssten umziehen ( günstiger ) um alles finanzieren zu können. ich bin aktiv arbeitssuchend.
- er fühlt sich nicht bereit "Vater" zu werden, gerade weil er durch meinen Sohn weiss, wie viel Verantwortung, aber auch Freude das sein kann
- es gibt einige Pläne wie zB: Auswandern, grössere Reisen, persönliche Projekte ( Selbstverwirklichung ) ect. die er dahinschwinden sieht
- wir haben eine solide Beziehung, jedoch nicht die Illusion, dass alles auf ewig perfekt sein wird ( ich bin zwar mit meinem Grossen das Wichtigste in seinem Leben, aber er weiss einfach nicht ob das "alles" ist )


Ich sehe das so:
- Ich habe Angst, weil ich nicht weiss, ob ich es auch alleine mit 2 Kids schaffen kann
- ich habe Angst vor der Zukunft, da ich auch meinem Grossen einiges bieten können möchte (Reisen, später Studium-Mitfinanzierung, evtl. Eigenheim, ein angenehmer Lebensstandart ( nicht jeden Cent drehen müssen))
- Ich habe den Ultraschall und das darin schlagende Herz gesehen, was mir eine Entscheidung unfassbar schwer macht
- Ich mag dieses Kleine trotz allem jetzt schon irgendwie total in meinem Herzen einschliessen
- Ich fühle mich schlecht, weil ich die Schwangerschaft nicht geniessen kann und auch nicht weiss wie ich zu einer Abbruchentscheidung kommen soll
- Die Vorstellung es unserem Umfeld (Familie & Freunde) sagen zu müssen ist beängstigend, da alle sofort wissend fragen werden: "ob es ein Unfall war?". Damit weiss ich nicht umzugehen

Ich hab viel gelesen online von anderen Frauen und auch Infospages....aber ich weiss immer noch nicht wie ich zu meiner ganz eigenen Entscheidung kommen soll....eine Entscheidung, die ich nicht bereuen werde....und die für mich einfach "stimmig" ist.

Euch bitte ich um Rat, denn ich weiss einfach nicht weiter...


14.02.2016, 18:07

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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
Hallo tränchen 23,

Ich kann dich sehr gut verstehen. Egal wie du dich entscheidest es wird dich ein Leben lang begleiten.

Ich erzähl dir einfach mal wie ich zu einer Entscheidung gefunden hab.
Meine Mama liebt Engelkarten da stehen so Affirmationen drauf über das Leben. Man muss vorher eine Frage stellen, die man nicht mit ja oder nein beantworten kann. Dann wird eine Karte gezogen.

Du hockst bestimmt jetzt vor dem PC und denkst dir "oh mein Gott was für ne esotheriktussi :D aber was macht man nicht alles in so einer schwierigen Situation. nee also eigentlich glaub ich an sowas nicht jedenfalls hab ich die Karte gezogen und da stand drauf
"Das Leben feiern" und dass man das Leben genießen soll und so annehmen wies kommt. und ich dachte sofort im gleichen Moment
"scheiße, jetzt sagt mir diese komische Karte auch noch, ich soll mein Schicksal annehmen"

Und da hatte ich irgendwie meine Entscheidung. Die erste Reaktion war "shit das will ich ja gar nicht"
Meine Situation mit 21 als Studentin ist nochmal anders als deine was ich nur sagen will ist, stell dir die Zukunft mit Kind vor und dann ohne? Wo siehst du dich in einem Jahr?
Und lass dein Herz entscheiden. Wenn du sagst du magst es in dein Herz einschließen, überleg gut was du tust.

Oh und was mir total geholfen hat war der Termin bei Pro Familia egal ob du dich dafür oder dagegen entscheidest.
Ich bin nicht in deiner Situation, aber immerhin weißt du durch deinen Großen was ein Kind mit sich bringt.

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen.


15.02.2016, 18:33
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
liebe tränchen,
herzlich willkommen bei uns.
ich kann dir nur raten auf dein herz zu hören.
ich habe damals nicht auf mein herz gehört, sondern hab gemacht was man von mir erwartete. ich hab damals auf mein umfeld gehört (Mann, verwandschaft, freunde) und habe mein baby nicht bekommen. im endeffekt mußte ich mit dem abbruch alleine klar kommen. und das war sehr, sehr schwer. da war dann nämlich niemand mehr da.

ich sehe, dass man es mit 2 kindern alleine schaffen kann. meine kinder waren als ich den abbruch hatte 2 und 7 jahre alt. als ich mich vom vater der kinder trennte waren sie 4 und 9. und ich hatte keinen job. es war schon schwer, aber ich bin auch froh, dass ich es alleine geschafft habe. der vater zahlt seinen unterhalt und ist alle 2 wochen 24 stunden für seine kinder da.

deine kinder hätten 7 jahre unterschied und dein großer wäre schon ein ganzes stück selbstständig.

ja das liebe geld ist schon ein thema. die ersten jahre wo ich nur wenige stunden gearbeitet habe, hatte ich halt noch 2 kleinere nebenjobs. inzwischen arbeite ich 30 stunden die woche und bügel noch nebenbei. so im nachhinein weiß ich das es wege gibt um geld zu verdienen. ich werde meinen kindern auch kein studium finanzieren können. aber ich glaube, wenn er studieren will, findet er auch einen weg das ohne mein zutun zu schaffen.

das sagt dein herz:
- Ich habe den Ultraschall und das darin schlagende Herz gesehen, was mir eine Entscheidung unfassbar schwer macht
- Ich mag dieses Kleine trotz allem jetzt schon irgendwie total in meinem Herzen einschliessen


2 wichtige punkte finde ich.

ich wünsche dir viel kraft für deine entscheidungsfindung
herzlichst cordula


15.02.2016, 23:07
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
Hallo tränchen,
ich bin auch noch sehr neu in dem Forum. Ich hatte meine Abtreibung am 12.01.16. Es ist bei mir noch sehr frisch. Ich bereue meine Entscheidung sehr.
Ich habe erst danach den Schritt ins Forum gemacht und immer wieder den selben Satz gelesen: Wenn du es als dein Baby siehst und nicht als Zellhaufen, solltest du es nicht abtreiben lassen.
Ich habe mein Baby von dem Moment an wo ich es auf dem Ultraschall gesehen habe als mein Baby gesehen. Hatte schon starke Muttergefühle und habe mich dann aus Vernunftgründen und Ängsten (bes. von meinem Mann) gegen mein Baby entschieden. Meine Trauer lässt sich nicht durch vernünftige Gründe vertreiben. Ich wünsche mir so sehr mein Baby zurück, aber ich kann es nicht mehr ungeschehen machen.
Ich wünsche dir viel Kraft.


15.02.2016, 23:55
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
Hallo du Liebe,
du willst deine ganz eigene Entscheidung treffen, die für dich stimmig ist. Da hast du ein sehr feines Gespür. Und hast ja schon sortiert, was dir wichtig ist. Du kennst dich. Bist ja auch schon Mama :wink: Das hast du deinem Partner einfach voraus, das Erleben der Schwangerschaft, was einem durch den Kopf geht, dasss einen das schlagende Herz beim Ultraschall schier umhaut – weil es so unfassbar ist.... Deinem Sohn ist er schon Papa! Klasse und gar nicht so selbstverständlich! Das ist auch wichtig für dich, dass die beiden gut miteinander können. Jetzt erlebt er, wie es nochmal anders ist, ein eigenes Kind zu erwarten - und die Ängste kommen bei ihm hoch. Auch nicht so ungewöhnlich, finde ich. Väter reifen durch eine Schwangerschaft und mit Baby auch nochmal ein ganz schönes Stück. Und erleben sich auf eine ganz neu. Dass diese Phase mit Ängsten verbunden ist - auch nicht so ungewöhnlich. Oder wie vehement sind seine Einwände? Hat er andere Papa's zum reden oder beobachten?
Und du ihm jetzt quasi vormachst, wie eine Schwangerschaft „geht“ und wie man reinwächst?! Und dann springt er auf den fahrenden Zug auf... Wäre so eine Vorlage von deiner Seite für dich vorstellbar? Oder was bräuchtet ihr konkret? Eine finanzielle Überbrückung? Sowas ist ja alles drin. Du willst sie als Mama natürlich gut versorgt wissen. Was später ist, wenn die Kinder groß sind, was sie dann brauchen – das zeigt sich mit den Jahren. Und wenn sie dann im Kindergarten und Schule sind, sieht es auch schon wieder anders aus.
Du liest hoffentlich noch hier. Einen guten Abend mit guten Gedanken wünsche ich dir.
Sehr herzlich, Milena


16.02.2016, 20:57
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
liebes tränchen,
deine anfrage hat mich berührt, denn ich habe vor einem jahr abgetrieben und mich ähnlich schwer getan, eine entscheidung zu treffen. ich glaube aber, dass man jede entscheidung hinterher bereuen kann. es gibt in dieser situation nicht immer eine gute entscheidung, ausser man ist ganz klar. es ist schwer, sich vorher vorzustellen, wie es hinterher aussieht. mich hat die trauer mit einer wucht getroffen, die alles vorgestellte übertroffen hat. ich habe viele monate lang getrauert und meine feigheit verdammt. seit einiger zeit geht es mir wieder gut, ich weiss, dass es in meinem fall die richtige entscheidung war, denn ich bin krank und habe schon 2 kleine kinder. in der letzten schwangerschaft hatte ich zudem eine lebensbedrohliche komplikation. dennoch habe ich eigentlich noch einen kinderwunsch. das ist es, was ich dir sagen wollte, es ist schwer, wenn man sich eigentlich über ein kind freuen würde und sich nur umständehalber zur abtreibung entschliesst. ich kenne aber auch viele frauen, denen es sehr gut geht mit ihrer abtreibung. mir ging es sehr schlecht, auch wenn ich nicht krank geworden bin. es ist vielleicht das einschneidenste, was man erlebt.
es kann dir keiner garantieren, dass du die entscheidung pro kind nicht auch bereust, aber der verlust kann schon heftig sein.
es ist ein sprung ins ungewisse, ein kind zu bekommen. kann aber auch schön werden, für dein grosses kind und für deinen freund. du müsstest überlegen, ob du belastbar genug bist, dich den problemen zu stellen. wenn es nicht bestens läuft. ich würde im nachhinein fast sagen, ich würde ein kind immer behalten, sofern dein körper dir kein klares nein signalisiert. sonst sitzt du da und fühlst dich gezwungen von ängsten, umständen und anderen menschen. mit der konsequenz, dein kind unwiederbringlich verloren zu haben, musst du dann alleine leben.
ich hab mich im nachhinein geärgert, dass niemand mit mir darüber gesprochen hat, dass und wie es gehen könnte. alle sind davon ausgegangen, dass es zu riskant ist. man kann immer überlegen, welche unterstützung nötig wäre, damit man sich für das kind entscheiden kann.
ich glaube nicht, dass du deinem ersten kind damit etwas antust. du musst prüfen, wie wichtig dir deine freiheit ist und wieviel angst du vor evtl. auftretenden partnerschaftsproblemen hast. dass du unsicher bist und angst hast, mit 2 kindern allein dazustehen, kann ich gut verstehen. übernimm aber nicht seine entscheidung, sondern triff deine eigene, so gut du kannst. dann kannst du später die ambivalenzen besser zulassen. dass bei aller trauer die abtreibung FÜR DICH der richtige schritt war.
ich wünsch dir alles gute für die entscheidung und deinen weg.
p.s. ich find ein eigenheim für deinen sohn vs. leben oder sterben deines zweiten kindes echt nicht gleichrangig. denk an dich!


18.02.2016, 17:04
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
Momentan befinde ich mich auch in einer koplett aussichtslosen Lage, und kann euch alles so gut verstehen...
Mein Mann und ich sind mitte und ende dreißig und haben bereits zwei kleine Söhne, einer wird 6 und der kleine ist jetzt ein Jahr alt
geworden. Unsere Kinderplanung war eigentlich abgeschlossen,aber da ich keine Pille vertrage haben wir mit NFP verhütet.Ging auch
vier Jahre lang gut,aber jetzt hatten wir ein Missgeschick und ich bin prompt schwanger geworden...
Als der Test positiv ausfiel,hab ich erstmal nur geheult.Unsere finanzielle Lage ist jetzt schon ein Disaster,wir kommen so eben über
den Monat,wir können uns keinen Urlaub leisten (mein Großer fragt schon immer,wann wir mal Urlaub machen,und ich könnt jedesmal
heulen),mein Mann und ich feiern unsere Geburtstage nicht,unsere Hochzeitstage nicht und wir schenken uns auch nichts,alles wegen
der Kinder,in die fliesst jedes bischen Geld...unser Auto wird wohl auch Ende des Jahres den Geist aufgeben,und an ein neues ist gar
nicht zu denken...seit Tagen heule ich nur noch,sehe mir Abreibungsvideos an.Mein Mann hat ehrlich mit mir geredet,das er fühlt,daß er
ein 3. Kind einfach nicht schafft.Er steckt mitten in der Umschulung in der "heißen Phase",diese ist schwer wie ein Studium,und wir müssten sofort umziehen,weil die Wohnung jetzt schon zu klein ist.Es prasseln so viele Probleme auf uns zu,und wir haben jede erdenkliche Möglichkeit durchexerziert,aber es gibt keinen Weg FÜR das Kind,welche die Zukunft unserer GANZEN Familie nicht zerstört.
Er leidet auch sehr darunter,aber er hat ehrlich gesagt,daß er kurz vor nem Herzinfarkt steht,wenn der Streßpegel nicht bald etwas
abnimmt...alle Argumente sind so logisch,ich hab auch nur noch wenig Kraft und laufe am Limit,aber nächste Woche beim Arzt zu sitzen,mir das schlagenden Herz ansehen und es dann "wegwerfen"...ich kann nicht so viel essen,wie ich gern kotzen würde....


22.02.2016, 07:50

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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
Hallo

ich bin tränchen23 irgendwie konnte ich mich als tränchen nicht mehr einlogen dh der neue nick (sorry)
erstmal danke für eure Antworten und Erfahrungsberichte! Ich bin gerade einfach dankbar, dass hier niemand mit dem Finger auf mich zeigt oder mich verbal noch mehr fertig macht.

Gestern war ich zwecks genauer Feststellung wie weit ich bin beim FA 11+3 heute und es wurde ein US gemacht. Herz, Hirn, Hände, Füsse, Knie als da und offenbar gesund und gut entwickelt- es zereist mich. Ich war so stolz während des Ultraschalls und hab auch Begriffen, dass ich alleine dastehe.

Heute ( weil er bei der Arbeit ist und wir abends nicht zum Sprechen kommen ) schickt er mir eine Email:

Zitat:
Ich hab nachgedacht. Nach dem Ultraschall. Als ich das Bild sah hatte ich einen Momemt wo ich den Tränen nah war. Zum einen weil es unerwartet schön war, zum anderen weil ich mich über mich selbst ärgerte immer noch so unsicher zu sein was dieses Kind angeht. Zudem mache ich mir immer noch starke Vorwürfe wie ich derart unfassbar dumm sein konnte mit einer fruchtbaren Frau Sex ohne Verhütung zu haben. Daran erkenne ich dass ich nicht mehr ich selbst bin. Sowas war für mich immer absolut undenkbar.

Ich glaube ich wäre dem Kind ein guter und liebender Vater. Ich glaube aber auch dass das Kind momentan das "nicht gewollt werden" meinerseits spürt und es seiner Entwicklung nicht gut.

Ich habe auch über uns nachgedacht. Du bist ein wunderbarer Mensch. Ich geniesse deine Nähe und die starke Verbindung die zwischen uns besteht. Und du verdienst, dass dir jemand das gibt was du verdient hast, nämlich Liebe. Ich kann dir das nicht geben und wenn du das doch denkst lebst du in einer Illusion. Im Gegenteil will ich ständig deine Veränderung während du mit meiner oft schlimmen und fordernden Art zurechtkommst/musst und dass ist falsch fuer uns beide und unglaublich egoistisch von mir. Du hast vor kurzem mal geschrieben dass es dir reicht wie es jetzt ist. Aber das stimmt nicht oder du machst dir das vor. Du weisst das genau so wie ich. Du bist nicht mehr so lebensfroh und happy wie als wir uns kennen lernten. Ich glaube dass ich das mit zu verschulden habe. Und ich habe auch "verdient" zu lernen was lieben ist. Dazu muss ich was verändern. Wir haben den momentanen Zustand schon viel zu lange instand gehalten. Ich kann nicht zulassen dass ich das Baby zum Kit unserer Beziehung werden lasse. Das funktioniert nie und das Kind leidet enorm unter der Belastung. Mehr als wenn wir es freundschaftlich ohne Beziehung aufziehen würden. Aber ich weiss dass du das wahrscheinlich nicht akzeptieren könntest und ich weiss auch dass jetzt genau der schlechteste Zeitpunkt wäre und "ich will dich nicht im Stich lassen". Wir müssen daher sehen wie und wann wir das verändern können.

Ich weiss auch nicht was das alles für ein künftiges Baby bedeutet. Ich habe auch viel gelesen über werdende Väter in ähnlicher Situation. Einfach weil ich schauen wollte ob ich ein Unmensch bin weil für mich eine Abtreibung noch vorstellbar ist. Aber sehr viele Männer denken so wie ich in meiner Situation. Vor allem dann wenn es das erste Kind ist. Man hat es dann einfach noch nicht erlebt. Ich würde zum jetzigen Zeitpunkt noch eine Abtreibung wollen und vertreten können hätte aber Angst dass du das psychisch nicht packst, denn du hast das Wunder ja schon mal erlebt. Zudem weiss ich auch nicht wie ich reagieren würde wenn s dann wirklich passiert. Ausserdem habe ich mich erkundigt. Nur bis Woche 12 ist Abtreibung möglich. Danach braucht es schwerwiegende Gründe. Das Gegenteil wurde mir bisher noch nicht bewiesen. Du musst aber in jedem Fall wissen, dass wenn das Baby da ist ich meinen vollen Teil dazu leisten würde und Verantwortung übernehmen würde. Was mit deinem Körper passiert entscheidest nur du.

Es ist jetzt einfach an der Zeit transparent miteinander zu sein um eine bestmögliche Zukunft für alle zu schaffen.


Zum Thema Verhütung: mir wurde die Mirena entfernt weil sie verrutschte und ich auch sonst Probleme bekam... und in der Übergangszeit bis wir neu entschieden hatten wie weiter ist es passiert. Ich weiss, dass es mit in meiner Verantwortung lag.

Morgen habe ich am Nachmittag einen Beratungstermin bei einer Fachstelle. Er wird heute noch mit seinen Eltern sprechen und ich mit meiner Mutter.

Ich kann nur noch heulen. Auf seine Email habe ich mit Infos zur Organisation reagiert und Wut, weil ich zwar rational verstehen kann was er meint, aber emotional treibt es mich durch die Hölle.
Zu einer Abtreibung kann ich mich nicht entschliessen, weil es sich so falsch anfühlt trotz allem und gegen eine Abtreibung sprechen kaum rationale Gründe....
Nie hätte ich gedacht, dass es so kompliziert wird.


23.02.2016, 15:03
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
Wolkenbruch hat geschrieben:
Momentan befinde ich mich auch in einer koplett aussichtslosen Lage, und kann euch alles so gut verstehen...


Liebe Wolkenbruch,

Es tut sehr leid, dass du in dieser Situation auch so ein emotional aufreibendes Szenario erlebst. Ich fühle ganz mit dir und hoffe, dass auch du hier und in deinem nahen Umfeld ein offenes Ohr und Rat findest, welche dir den Weg weisen kann, was für dich, deinen Körper und dein Leben stimmt.

Ganz persönlich erlebe ich gerade, dass keine Entscheidung die richtige sein kann, weil immer Fragen offen bleiben und immer Zweifel da sein werden. Natürlich ist dir das keine Hilfe, aber damit weisst du, dass du damit nicht alleine bist.


23.02.2016, 15:10
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
liebe mamaboo,
diese sätze deines freundes helfen dir wahrscheinlich nicht sehr weiter oder? mich würden sie nur verunsichern.

mein exmann hat damals auch zu mir gesagt: ich möchte definitiv kein 3. kind. wenn du es aber kriegen solltest werde ich hinter dir stehen.
für mich war das ein "NEIN". vielleicht auch nicht richtig. aber ich habe auf ihn und all die anderen gehört nur nicht auf mich und habe mein baby nicht bekommen. womit es mir sehr lange sehr schlecht ging.

liebe grüße von cordula


23.02.2016, 19:33
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
liebe wolkenbruch,
herzlich willkommen bei uns.
bekommt ihr denn hilfen vom staat?. wohngeld, kindergartenplatz bezahlt, bildung und teilhabe. vielleicht kannst du ja auch bei einer beratungsstelle dir tipps holen was es für finanzielle hilfen gibt.
liebe grüße und viel kraft schickt dir cordula


23.02.2016, 19:48
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
Danke Mamaboo,
lese gerade deine Zeilen und muß,nach zwei Tagen Pause, doch wieder heulen.
Leider habe ich niemanden, außer meinem Mann, mit dem ich reden kann, aber der zieht sich etwas zurück wegen seiner Umschulung.
Ich hingegen habe mir so viele grausige Videos und Bilder angesehen von den "Überresten", die am Ende bleiben...das bringt mich echt
um.
Und ja, keine Entscheidung ist die richtige...ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera, entweder geht meine ganze Familie
zu Grunde, oder nur ich und das Baby...
Die Entscheidung scheint festzustehen,aber ich hoffe immernoch auf ein Wunder,daß wohl nie kommen wird.Bescheuert,ich weiß.
Mir wird ganz flau im Magen, denn am kommenden Freitag hab ich den Termin beim Frauenarzt.Da sehe ich dann,was ich töte...
Keine Ahnung,ob ich da heulend zusammenbreche,ich hoffe nicht!!Ich hab auch total Angst,daß meine Ärztin irgendwelche unqualifi-
zierten Sprüche abläßt,die hat nicht immer so das Feingefühl,und das ich dann ausraste...
Mein Mann kann nicht mal aussprechen, daß ich schwanger bin, und das macht mich momentan unglaublich wütend.Ich befasse mich
umfangreich mit dem "geballten Elend",und er leidet nur still vor sich hin.Ich hätte gestern vor Wut nur noch um mich schlagen können!
Was mich daran so fertig macht, ist, das mein Mann immer ne richtige "Kampfsau" war, was er wollte,hat er in Angriff genommen,des-
wegen,unter anderem,hab ich mich in ihn verliebt.Aber jetzt scheint er so mutlos und ignoriert förmlich,was da genau passiert.Daran
sehe ich auch, wie extrem geschwächt und ausgepowered er ist,daß macht mir Angst. Soll ich Freitag ein Bild behalten? Wird mir die
Ärztin überhaupt eins anbieten?
Sorry für das viele blabla...muss einfach alles raus,und hier fühl ich mich zum ersten Mal verstanden...in anderen Foren ist man gleich
ein Mörder,als ob ich mich nicht ohnehin wie der mieseste Mensch auf Erden fühle...
Ganz liebe Grüße und Umarmungen für Euch alle!!!


24.02.2016, 07:47
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
Hallo Kruemelchen 1,

klar,wir kriegen den Kitaplatz bezahlt,aber kein Wohngeld, und Kindergeld wird komplett angerechnet vom Arbeitsamt, und beim
Elterngeld wars ganz genau so.Wir sehen davon keinen Cent,die Gelder werden faktisch nur zwischen den Behörden hin und her
verschoben.
Beim 2. Kind hatten wir uns schon finanzielle Hilfe von der Caritas geholt,aber das sind halt alles einmalige Zahlungen.Die helfen in
der ärgsten Not zur Beschaffung von Möbeln, Erstausstattung und Kinderwagen.Aber was uns fehlt ist halt eine langfristige
Aussicht auf eine solide,finanzielle Basis für unsere Familie,sprich, ein Ernährer-Job.Aber sowas gibts hier in NRW ja nicht mehr.Wir
hatten uns die Situation durchgerechnet mit drei Kindern,und Fakt ist, wir kämen NIE WIEDER weg von Harzt 4!Mein Mann könnte
einen festen Job nach der Umschulung erhalten,und wir müßten finanziell vom Amt aufgestockt werden,für den Rest unseres Lebens...
das sind keine sehr schönen Aussichten,denn LEBEN kann man vom Staat nicht,man kann nur existieren,und wir wollen endlich davon
los kommen und uns verbessern.
Als wir Anfang und mitte zwanzig waren,haben wir beide erfolgreich Umschulung gemacht,und selbst da,ohne Kinder,gabs nirgendwo
Arbeit für uns! Das wird im Alter immer schwerer...mein Mann macht ja aus gesundheitlichen Gründen schon die 2. Umschulung
(Rücken kaputt,1. Umschulung war körperliche Arbeit, die jetzt nicht mehr geht),und was man dann hier verdient ist nicht gerade ein
Vermögen...
Tja,und wie gesagt,der Faktor Streß ist momentan sehr heftig,mein Mann ist kaum wiederzuerkennen...mich würde ein 3. Kind auch
richtig schlauchen,aber ich würde es riskieren.Das dieses Kind zustande kam,war ja auch menschliches Versagen,ich will es nicht
dafür bestrafen...aber mit aller Gewalt...bin einfach total durcheinander!
Morgen ist mein Arzt-Termin,mir ist schon ganz übel.Kann mir eine Abtreibung gar nicht ausmalen.Vor allem mit diesen Tabletten...
soll man das arme Mäuschen dann, verzeihung , "im Klo runterspülen"??!! Wie soll ich das schaffen?

Ganz liebe Grüße von mir an Euch,haltet Euch tapfer!!


25.02.2016, 07:42

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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
Liebe Wolkenbruch,
du hast dich jedenfalls tapfer gehalten und morgen ist schon der Arzttermin für die Abtreibung mit Tabletten geplant... oh man, du bist ja total fertig.... Das geht mir durch und durch :( Was du alles geschrieben hast, Probleme prasseln auf euch zu – wie ein Wolkenbruch... geheult hast du schon wie ein Wolkenbruch...du willst eigentlich keine Abtreibung – man möchte laut schreien – neiiiin, in dem Zustand tu es nicht!!! Drängt die Zeit denn so arg?? Es muss einen anderen, einen Master-Plan geben, der genau auf euch zugeschnitten ist. Ihr wollt! euch ja aufrappeln. Euer Leben in die Hand nehmen. Dass dein Mann dazu eine zweite Umschulung auf sich nimmt, ist enorm! Ich frag’ einfach mal ein bisschen... du schreibst, ihr habt schon jede erdenkliche Möglichkeit durchexerziert. Bei einer Beratung (du warst ja schon dort)? Welche Möglichkeiten waren das so? Cordula zählt ja schon ein bisschen was auf. Oft gibt es über die staatlichen Mittel hinaus noch von anderswo Unterstützung. Vom Wunder schreibst du? Wenn du es konkret sagen solltest, was bräuchte es für das Wunder? Was wäre eine handfeste Unterstützung? Eine Aussicht für euch? Ach, du merkst, es will mir gar nicht in den Kopf (und das Herz), dass du nicht doch das Baby behalten können sollst und ihr als ganze Familie bekommt einen neuen Ausblick und eine Zukunft. Magst du vielleicht mal dein PN Funktion aktivieren.... schreib doch wieder, ja?!!!
Liebe, liebe Grüße von Cathrina


25.02.2016, 15:42
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Beitrag Re: Entscheidung finden: für oder gegen das Kleine?!
liebe wolkenbruch,
ich wünsche dir für deinen morgigen termin viel kraft.
herzlichst cordula


25.02.2016, 22:04
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