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 Wenn eine Knospe nicht erblüht... 

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Beitrag Wenn eine Knospe nicht erblüht...
Hallo!

Ich hab ein wenig in Euren Beiträgen gelesen...
Es beschäftigt mich, mit welch schlechten Erfahrungen viele von Euch zu kämpfen haben.

Ich möchte gerne Frauen und Paare unterstützen, die ihr Kind in der Schwangerschaft verloren, oder eben auch abgetrieben haben.
Die Gründe dafür interessieren mich nur insofern, wie sie für euch relevant sind,
ich bewerte sie nicht.
Ich bin keiner Religion verpflichtet, nur meinen Klientinnen und ihren Partnern.

Ich möchte Eure Trauer begleiten.
Individuell und persönlich.
Eine anonyme Beratung ist für mich kein Problem,
jedoch möchte ich Euch gerne "live" helfen.

Ich weiß um die große Erleichterung, die Foren, wie dieses hier, verschaffen können: endlich darf ich von meinen Problemen schreiben. Ich bin nicht allein.
Ich sehe als Psychologin aber auch die Schattenseiten dieser Art der Selbsthilfe:
Ich bewege mich nicht.
Ich bleibe in meiner Welt alleine.

Deswegen möchte ich Euch gerne auf ein persönliches Gespräch in meine Praxis einladen. Ich lebe und arbeite in Erlangen, das liegt in Mittelfranken.

Mit lieben Grüßen
Birgit Beitter


30.04.2008, 16:46
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Beitrag 
liebe birgit,

ich finde dein angebot wirklich sehr nett und ansprechend.
zuert war ich etwas skeptisch, weil sich hier leider viele schwarze schafe herumtreiben, die meinen ihre hilfe anzubieten, aber letztendlich wird aus hilfe, ein 'schlechtes gewissen machen'.

ich war mal so frei und habe deinen namen gegoogelt und nun bin ich beruhigter...

leider wohne ich viel zu weit weg, um diese hilfe in anspruch nehmen zu können, aber ich würde es vielleicht machen, wenn ich in der nähe wohnen würde.

liebe grüße

sabrina


30.04.2008, 19:38
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Beitrag 
Hallo Birgit,


ist deine angebotene Hilfe mit Kosten verbunden oder handelt es sich um eine Kassenleistung?

Sollten Kosten entstehen wäre es nicht schlecht wenn die User hier schon im Vorfeld wissen welche Höhe sie erwarten müssen.



Birgit Beitter hat geschrieben:
Ich weiß um die große Erleichterung, die Foren, wie dieses hier, verschaffen können: endlich darf ich von meinen Problemen schreiben. Ich bin nicht allein.
Ich sehe als Psychologin aber auch die Schattenseiten dieser Art der Selbsthilfe:
Ich bewege mich nicht.
Ich bleibe in meiner Welt alleine.



Birgit, ich weiß nicht ob man unbedingt von Schattenseiten reden kann. In meinen Augen ist schon der Schritt in einem Selbsthilfeforum zu schreiben ein Anfang der Verarbeitung. Viele Betroffene trauen sich gar nicht über ihre Probleme zu reden, oft ist es leichter darüber zu schreiben und so erst einmal Vertrauen zu sich und andere zu finden.Das hier geschriebene kann auch in einer Therapie sehr gut behilflich sein .Ich denke auch nicht das man allein in seiner Welt bleibt. Hier werden viele Kontakte geknüpft die auch sehr beständig sind.


Freundliche Grüße Oscar


01.05.2008, 00:49
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Aha!

"Aha", das ist wohl mein erster Gedanke.

"Aja" ist der Zweite, zu der Aussage:

Code:
Ich bewege mich nicht. Ich bleibe in meiner Welt alleine.


zu diesem Forum. Okay, dachte ich, nicht jeder muss dieses Forum, den Sinn und die Intension gut finden.

Der dritte Gedanke beschleicht mich dann aber, dass man dieses Forum zwar nicht gut findet, weil die Frauen, die sich hier bewegen nicht weiter kommen in ihrem Leben. Aber dennoch ist das Forum gut genug, weil sich hier ja viele tümmeln, um für sich selbst WERBUNG zu machen.

Ah ja, mal etwas NEUES! Also, darf ich das so verstehen, dass dieses Forum nur dazu da ist, um einen Stillstand hervorzurufen und das es allen besser geht, wenn sie nicht auf dieser Seite sind, weil es sie nur daran hindert zu verharren anstatt ihr Leben zu leben - ABER das Forum super ist um selbst für sich zu werben?!

Hm, das war wir so noch gar nicht klar. Stimmt schon, wir werden das Forum jetzt schließen und einfach einen Link zu Birgit Beitter setzen.

Mit Sicherheit kannst du als Psychologin weiterhelfen, nur bitte ich dich, wenn du meinst dieses Forum sei zu nichts nutze, deine Werbung wo anders zu starten. Meine Meinung!

*kopfschüttelnd* Gruß Jessica


04.05.2008, 23:41
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@ Oscar:

Ich bin keine Psychotherapeutin mit Kassenzulassung, die ihre Beratung abrechnen lassen kann.

Ich arbeite auch nicht für eine der großen Kirchen oder ein städtisches Amt, deshalb muss ich für meine Beratungsstunden etwas verlangen.

Allerdings bin ich bei diversen Kassen am Vorsprechen, dass Frauen, die ein Kind verloren haben, einen Kurs angeboten bekommen, der sie bei der Verarbeitung der neuen Lebenssituation unterstützt. Schwangere Frauen, die ein Kind bekommen haben, gehen auch in eine bezahlte "Rückbildungsgymnastik". Wieso sollen die anderen keine Unterstützung erhalten?


@ Oscar & Jessica:

Das Internet ist für viele mit "tabuisierten Problemen" eine erste Anlaufstelle. Hier kann man ziemlich frei erzählen und findet Menschen, die mit ähnlichen Schwierigkeiten kämpfen. Das Gefühl, nicht alleine zu sein, ist ein großer Kraftspender, der sehr viele erst dazu bringt, ihren Problemen auf den Grund zu gehen. In dem Austausch kommt vieles zu Tage, das sonst gänzlich verborgen wäre. Weil viele in ihrem realen Leben keine Ansprechpartner haben.
Ich würde mich in diesem Forum nicht anmelden, fände ich es schlecht.

Ich möchte bloß gerne einen Schritt mehr anbieten:
Die gewonnene Redefreiheit hier ins reale Leben zu tragen.
Ich kenne an mir selber die Tendenz, dass ich diesen problematischem Lebensbereich nur in der Welt eines Forums zulasse. Dass ich Freunde gar nicht mehr darauf anspreche, weil es hier ja viel "bessere" Zuhörer gibt.

Aber es kann auch belastend sein, immer wieder mit neuen Schicksalen zu kämpfen, neue Leidensgenossinnen zu hören. Das hängt von der einzelnen ab, wie sie damit umgeht. Und viele hier sind sicherlich auch eine große Stütze. Das will ich niemandem absprechen, und ich will hier auch nichts schlechtmachen.
Ich möchte lediglich ein Angebot machen, weg von der Tastatur.
Mehr nicht.
Wer sich hier wohlfühlt, und sein Leben gut weiterlebt, braucht mich nicht.
Und aufdrängen will ich mich nicht.


@ Jessica- Werbung

Dein Ton spiegelt deine Verletzung wieder, das tut mir leid. Du fühlst dich hier zu Werbezwecken missbraucht.
Auf der anderen Seite habe ich das Problem, dass ich mein Angebot publik machen möchte, und zwar bei betroffenen Frauen. Mehr nicht.

Die Frauenärzte in meiner Stadt scheuen sich etwas, die Flyer im Wartezimmer auszulegen, sind aber meist gerne bereit, sie im Bedarfsfall weiterzugeben. Ein paar städtische Stellen haben ihn angenommen.
Bei Kirchen und Schwangerenberatungsstellen spreche ich diese Woche vor.

Ich dachte, diese Rubrik in dem Forum sei dafür da, auf sich aufmerksam zu machen.


05.05.2008, 12:29
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Beitrag 
Hallo Birgit,


ich muss dir sagen ich bin jetzt ein wenig verwundert. In deinem Anfangsbetrag hast du von den Schattenseiten und dem Stillstand eines Selbsthilfeforums geschrieben. In deinem heutigen Beitrag ist auf einmal das Internet und ich denke das du auch damit Selbsthilfeforen meinst ein großer Kraftspender.

Es ist auch nichts dagegen einzuwenden wenn du auf dich aufmerksam machen möchtest. Ich weiß aber nicht ob dieser Weg der richtige dazu ist. Ich denke du wirst auch mit den Frauenärzten geredet haben und nicht sofort deine Flyer ins Wartezimmer gelegt haben. Ich weiß nicht wie die Frauenärzte reagiert hätten wenn sie auf einmal deine Flyer vorgefunden hätten. Es wäre für dich auch ein leichtes gewesen bevor du hier Werbung machst dich mit Jessi in Verbindung zu setzen. Ich möchte bald sagen das was du hier betrieben hast würde ich als Spam ansehen. Ich denke es würde auch diesem Forum nicht behilflich sein wenn hier jeder der möchte Werbung betreiben könnte. Normalerweise werden hier Beiträge die als Spam einzustufen sind editiert.


Freundliche Grüße Oscar


05.05.2008, 22:01
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Birgit Beitter hat geschrieben:
@ Jessica- Werbung

Dein Ton spiegelt deine Verletzung wieder, das tut mir leid.


Ja! Aber es war der deinige Ton und deine Meinung zu diesem Forum, der eine Wut als eine Verletzung in mir hervor gerufen hat. Das Internet ist für jeden frei zugänglich und jedem ist es selbst überlassen wo er hingeht, nur geht es in diesem Forum nicht darum seine Meinung zu präsentieren und zu diskutieren, dieses Forum ist eine Hilfeangebot, wem das nun passt oder nicht.

Hier wird nicht fröhlich diskutiert was gut oder schlecht ist, hier geht es darum Menschen aufzufangen, wenn sie aufgefangen werden möchten. Wem das nicht passt, dem ist frei überlassen zu gehen.

Wie sagt man so schön: "Wie man in den Wald hineinruft so schallt es heraus", so ist das nun mal. Du kommst, knallst herein und wirst laut, du kritisierst und das mag ich gar nicht, gerade weil wir hier als Team, nicht profitieren von den Usern.

Du machst deinen Job und ich geh mal davon aus, dass du so lange noch nicht selbstständig aktiv bist, wenn du dich jetzt damit beschäftigst, Flyer zu verteilen und Kontakte zu knüpfen.

Du bietest deine Hilfe an, was ich eine nette Sache finde, aber letztendlich verdienst du deine Brötchen damit. Wir verdienen nichts an diesem Forum, sondern investieren unsere freie Zeit, kritisiere nicht etwas was wir aus Liebe machen und dann diese Plattform dazu zu nutzen um für dich einen Vorteil zu ziehen. Ja, bringt schon meine Stimmung in Wallung.

Abgesehen davon, bin ich der Meinung, dass sicher dieses Forum für viele in den ersten Tagen ein Zufluchtsort ist, um man oftmals erkennen muss, das viele Gefühle normal sind, aber man anschließend durch aus in der Lage ist mit dem eigentlichen Umfeld zu sprechen, manchmal sogar noch besser durch das neue Wissen und den Rückhalt den man hier erfahren hat.

Nichts ist wappnender als die Wahrheit, um so offener ich mit meinem Abbruch und den Gefühlen damit umgehe, um so weniger bin ich angreifbar, auch kann mein Umfeld sich wesentlich besser darauf einstellen, wenn sie wissen um mein Gemüt und meinen Zustand, wenn ich sagen kann, was ich brauche und was ich möchte für meine Verarbeitung.

Meine Ansicht. Gruß Jessica

_________________
Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.
AB †07.12.2001 | Abort †20.12.2007 (23+4) | Missed Abort †02.07.2010 (9+6)


05.05.2008, 23:05
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Liebe Jessica,
irgendwas läuft hier schief.
Ich habe überhaupt nichts gegen Selbsthilfeforen, habe auch in meinem Eingangspost meine Wertschätzung demgegenüber ausgedrückt.
Ich hoffte, durch mein näheres Eingehen erläutert zu haben, was ich mit "nicht bewegen" und "alleine bleiben" gemeint habe.
Dass hier viele ehrenamtlich arbeiten, ist mir auch bewusst und ich sehe dieses Engagement.

Aber ich habe nun mal ein Studium hinter mir, und möchte meinen Beruf ausüben, von dem ich leben muss. Öffentliche Stellen sind rar, die Kassen sehen keinen Handlungsbedarf. Dass ich mich trotzdem dafür engagiere, ist mein persönliches Interesse, die psychosoziale Versorgung unseres Gesundheitssystems dem Bedarf anzupassen. Viel Hilfe wird gar nicht geleistet, weil sie nicht bezahlt wird. Das heißt noch lange nicht, dass sie nicht benötigt wird.
Mir liegt am Herzen, zu vernetzen.

Du bist Administratorin hier. Es liegt in deiner Hand, diesen Post zu schließen. Ich habe meine Mitarbeit zur Verbesserung von der Lebenssituation Deiner Klientel angeboten. Mehr nicht.


Ich entschuldige mich hiermit nochmal, falls ich mich im Ton vergriffen haben sollte.

Liebe Grüße,
Birgit


07.05.2008, 10:51
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Hallo Birgit,

okay, dann sehen wir das als Missverständnis, auch von meiner Seite und ich würde vorschlagen, du machst unter diesem Bereich ein neues Thema auf und dieses löschen wir um einen neuen Start zu wagen.

Wäre das in deinem Interesse?

Gruß Jessica

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07.05.2008, 10:59
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Liebe Jessica,
wenn Du möchtest, starte ich neu.
Löschen muss nicht sein, ich steh zu meinen Fehlern.
Wenn du meinst, es sei besser, ist das auch ok.

Wenn du an meiner Mitarbeit Intesse hast, biete ich hier auch gern meine Fachkompetenz an. Ehrenamtlich, versteht sich.

Danke für die Aussprache,
liebe Grüße
Birgit


07.05.2008, 11:40
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Liebe Birgit,

auch 200km nördlich von dir interessiert man sich mittlerweile für dich und deine Arbeit, besonders nach deiner Ansage an Jessica: "Dein Ton spiegelt deiner Verletzung wieder, das tut mir leid.", was für uns eher nach einem Fauxpas, denn besonders professionell klingt.
Also haben wir gegoogelt, waren dabei aber bis auf einen Branchenbucheintrag und eine geschlossene Seite nicht wirklich erfolgreich und anschliessend gab auch die Suche innerhalb unseres Therapeutenverbandes nichts her.

Die unbefriedigte und deshalb nur noch grössere Neugier lässt uns nun frei heraus und ohne Umwege fragen: Wie und vor allem nach welchem therapeutischen Konzept arbeitest Du? Bitte nicht als Kritik auffassen, aber wenn ich mich jemandem anvertrauen möchte - oder soll, dann würde ich schon ganz gerne wissen, mit wem ich es zu tun habe.

Interessant für uns auch ein knappes Statement zu folgender Aussage:
Du kennst von dir selbst die Tendenz, jenen "problematischen Lebensbereich" nur in der Welt eines Forums zuzulassen.
Bist Du folglich Selbstbetroffene?

Wenn ja, wie geht das dann konform zu deiner Ansicht, dass es belastend sein kann, immer wieder mit neuen Schicksalen zu kämpfen, neue Leidensgenossinnen zu hören und deiner Absicht, die gleichen zu beraten?

Das würden gerne wissen: Die zwei naseweisen Elia und Verena


07.05.2008, 20:56
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Liebe Elia & Verena,
Meine Internetseite ist im Profil verlinkt
www.b-beitter.de

Ich arbeite nicht therapeutisch, sondern beratend, deshalb konntet ihr mich nicht bei den Therapeuten finden.

Meine Arbeit ist vor allem Trauerbegleitung, die Ausbildung mache ich bei Walter Lupp in der Hospiz-Akademie in Nürnberg.
Er vertritt ein ressourcenorientiertes und klientenzentriertes Vorgehen.
Das bedeutet, dass der Klient mit seinen Stimmungen, Gefühlen und seinem sozialen Umfeld im Mittelpunkt steht. Rogers ist der Begründer dieser Art der Kommunikation.
Das, was ihr als Fauxpas anseht, ist eine Art, von der reinen Sachebene der Kommunikation auf die Gefühlsebene zu wechseln. Ich habe wiederholt, was ich gefühlt habe, und das war Verletzung. (Dass ich daran beteiligt war, ist mein Fehler, der mir auch wirklich leid tut. Aber es war auch ein Mißverständnis, das hoffentlich aus dem Weg geräumt wurde.)
So ähnlich laufen dann auch Gespräche ab-
es geht nicht um praktische Ratschläge, sondern um das Ernstnehmen aller Befindlichkeiten und Umstände.

Ressourcenorientierung meint, auf die bereits vorhandenen Kräfte der Bewältigung aufzubauen. Die Klienten zu stützen, in ihrer ganz persönlichen Art, mit Krisen umzugehen. Trauer, Schmerz und Schuld lassen diese Kräfte oft verblassen, und es ist eines meiner Anliegen, sie wieder zu wecken.

Anders als Beratungen sonst ablaufen- ich habe ein Ziel und gehe dort hin, kann Trauerbegleitung nicht lösungsorientiert sein. Die Entscheidung zur Abtreibung ist gefallen, das Kind lebt nicht mehr. Diese Wahrheit kann ich nicht umgehen, aber ich kann helfen, diesen Lebensabschnitt anzunehmen.

Meine eigene Betroffenheit?
Ich habe vor 13 Jahren Zwillinge verloren. Nicht durch Abtreibung, aber zu der wollten mich die Eltern meines Partners fast schon zwingen.
Die psychosoziale Versorgung damals war gleich Null, Ausschabung, sie sind ja noch jung...
Ich hatte keine Ahnung, dass ich trauere. Für mich war es der erste Schicksalsschlag, den ich in seinem AUsmaß erst viel später erkannte.

Ich hab mein Studium beendet, und wollte in der Gesundheitsprävention arbeiten. Ich sehe hier in der Frauenversorgung eine große Lücke-
Dein Bauch gehört dir, und mit den Problemen kannst du dann ja auch alleine fertig werden... Medizinisch tun wir doch alles...
Es ist eine politische Dimension- aber das führt hier zu weit.

Warum ich mich damit beschäftige, liegt wohl an dem Wunsch, dass es anderen Frauen nicht so ergehen muss wie mir damals. Die Beschäftigung mit dem Thema Fehlgeburt führt eben ganz schnell auch zum Thema Abbruch. Und das wird noch mehr totgeschwiegen.



Ich war und bin in einer Gruppe für Eltern von Sternenkindern, meine Seele trauert nicht mehr. Ich habe eine Therapie bezüglich Verlusten abgeschlossen. Insofern ist Eure berechtigte Frage, ob ich denn als Betroffene überhaupt helfen kann, hoffentlich beantwortet.

Doch bevor ich das alles angegangen bin, war für mich ein Internetforum die einzige Anlaufstelle für meine Probleme. Ich habe Züge an mir beobachtet, die ich in Fachartikeln über Internet-Sucht gelesen habe...
Aber das ist auch wieder ein anderes Thema.

Natürlich ist ein Therapeut oder Berater nie davor gefeit, von seiner eigenen Geschichte wieder eingeholt zu werden, aber ich steh mit anderen Trauerbegleitern in Kontakt, und scheue auch Supervision nicht.

Ich hoffe, ich habe eure Fragen hinreichend beantwortet.
Zu meiner eigenen Geschichte werde ich nicht mehr erzählen, da ich nicht im Fokus des Interesses stehe. Das hat nichts damit zu tun, dass ich etwas zu verheimlichen habe, sondern damit, dass ich die Aufmerksamkeit auf meine(n) Gegenüber richten möchte.


Vielen Dank für euer Interesse,
mit lieben Grüßen in den Norden,

Birgit


08.05.2008, 11:08
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