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 Wie soll ich jetzt weiterleben? 

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Beitrag Wie soll ich jetzt weiterleben?
hallo ihr lieben
ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll... :(
im november 2016, da war ich 23 jahre alt, habe ich erfahren dass ich schwanger bin. weil ich mich aber schon vor 1 jahr entschieden habe, in die hauptstadt zu ziehen um eine schauspielausbildung zu machen, passte das eigentlich überhaupt nicht.
trotzdem war ich irgendwie hin und her gerissen. ich habe nur mit meinem freund, meiner besten freundin und meiner mama darüber gesprochen.
meine mama meinte dann, so eine medikamentöse abtreibung sei überhaupt nicht schlimm, deine cousine hat es gemacht, die eine freundin auch, und allen geht es gut. es ist so was wie die "pille danach".
naja...was soll ich sagen. sie wollte nur das beste für mich. ich bin alles für meine mutter, und sie wollte nur dass ich mein leben so leben kann wie ich es mir gewünscht habe. eigentlich wollten wir beide das ganze einfach rückgängig machen und einfach so weiterleben wie es geplant war...
eigentlich wollte ich sie einfach nicht enttäuschen. ich habe mich selber dazu überredet, dass es so am besten ist.
und ja....der tag kam, ich hatte dort schon zweifel, habe mir aber selber eingeredet, dass es das richtige ist. bereits als ich die 1. tablette am mittwoch genommen hatte, wollte ich alles rückgängig machen. ich habe mir aber nichts anmerken lassen...
das war das schlimmste. zu hause zu sein, meinen eltern in die augen zu schauen und zu wissen was gerade in mir drin passiert...ich habe es so gut es geht ignoriert und habe versucht mich abzulenken, davon wegzurennen...
dann kam der freitag, der tag der abtreibung.
es war so schlimm. ich habe die tablette eingenommen, und dann ging es los mit den krämpfen...ich hatte solche schmerzen, aber der physische schmerz war nicht so schrecklich wie der innere schmerz...bei bewusstsein zu sein während man so etwas tut.
das baby wollte nicht raus...also hat der FA gesagt ich soll ne runde spazieren gehen. (whatever...) also sind mein freund und ich zwei runden um den block gegangen. als ich zurück kam meinte er, ich soll schnell kommen weil die nächste warten würde...
ich sass auf den stuhl, er schaute sich alles an und sagte, ach ja ich sehe es...er holte mein baby aus mir heraus, und warf es dann einfach in den mülleimer. genau so war es. als er es rausgenommen hat habe ich mich irgendwie aus reflex aufgesetzt und habe alles genau gesehen...
danach meinte er "so, das wars. sie können sich anziehen. bitte nehmen sie ihre sachen aus dem anderen zimmer, wir brauchen es für die nächste patientin"
ich habe mit niemandem darüber gesprochen. mich hat auch niemand richtig gefragt. alle schweigen das thema irgendwie tot. nun bin ich umgezogen, habe alles was ich mir gewünscht habe, und habe irgendwie doch nichts...
eigentlich hätte dazumals alles gepasst, es wäre perfekt gewesen...aber ich kann es einfach nicht rückgängig machen.
ich hätte nie gedacht, dass ICH daran leiden würde. wisst ihr was ich meine? ich dachte ICH bin stark genug und werde damit umgehen können...falsch gedacht. ich bringe die bilder nicht mehr aus meinem kopf. am 12. juli wäre der geburtstermin gewesen...
ich kann seit 2 wochen nicht mehr klar denken, seit über 2 monaten denke ich nur daran wie schön es wäre wenn jetzt alles vorbei wäre...
jedoch könnte ich das nie im leben meinen eltern oder sonst jemandem antun. aber die depressionen machen mich wahnsinnig...ich weiss nicht mehr was ich tun soll. ich bin nicht mehr in der lage zur schule zu gehen oder überhaupt etwas zu machen. ich kann aber auch nicht schlafen...ich lebe wie ein kaputter roboter vor mich hin.
und reden kann ich einfach nicht. ich schäme mich so sehr, ich kann das alles nicht in worte fassen. weil das thema so totgeschwiegen wird, weiss niemand wie es wirklich ist...wie es den frauen tatsächlich nach so einem eingriff geht.
ich weiss gerade echt nicht was ich tun soll...wie seid ihr damit umgegangen?
<3


20.07.2017, 12:50
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Beitrag Re: Wie soll ich jetzt weiterleben?
Hallo victoria27
Deine nachricht ist ja schon ein weilchen her und ich sehe dass niemand geantwortet hat. Habe mich erst heute angemeldet. Wollte dir mein Mitgefühl aussprechen und dass ich auch ein Abbruch gemacht habe und nach 4 Jahren noch leide bzw immer mal mehr mal weniger.
Ich würde mich über einen Ausstausch mit dir und anderen freuen.


16.07.2018, 15:30

Registriert: 23.07.2018, 14:30
Beiträge: 2
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Geburtsjahr: 1991
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Beitrag Re: Wie soll ich jetzt weiterleben?
Hallo Victoria,

Ich bin total bei dir! Das Thema wird überall totgeschwiegen und man traut sich kaum mit jemandem darüber zu reden, da es so ein Tabu ist. Für mich war es deshalb wichtig mit möglichst vielen Freunden darüber zu reden. Natürlich nur Menschen, denen ich vertraue. Allerdings erst, nachdem ich abgetrieben habe. Ich wollte in meiner Entscheidung nicht beeinflusst werden. Und wie du selbst erfahren hast- auch die Menschen, die nur gutes für dich wollen drängen einen manchmal in eine bestimmte Richtung. Letzten Endes muss man alleine die Entscheidung treffen und damit leben können. Für immer.
Normalerweise wird eine Ausschabung/Absaugung durchgeführt. Warum wurde bei dir medikamentös abgetrieben?
Ich hatte Gott sei Dank eine Vollnarkose. Allerdings hat mich das schlagende Herz beim Ultraschall zuvor so verstört, dass ich trotzdem nicht damit abschließen kann. Ich war zum Glück früh genug dran, dass es kein Fötus war. Aber dieses schlagende Herz werde ich nie vergessen können.
Wie geht es dir mittlerweile?
Alles Gute!


23.07.2018, 15:18
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