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 Termin morgen 

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Beitrag Termin morgen
Hallo,

morgen ist der Termin für den Abbruch. Die ganze Zeit war ich sehr mit dem Verstand dabei, jedoch zeigt mein Körper mir permanent „Symptome“,so dass ich gerad einfach gezwungen bin,mich damit mehr zu befassen.

Ich bin 35 Jahre alt und in leitender Position. Mein Partner ist 11 Jahre älter und hat schon zwei Kinder.

Auch ich wollte jetzt noch kein Kind aber einen Abbruch wollte ich auch nie.

Als ich es erfuhr wusste ich sofort, dass es der falsche Zeitpunkt ist. Mein Partner und ich haben zeitweise immer mal wieder über das Thema gesprochen und für ihn war klar, wenn noch ein Kind,dann will er dieses Mal auch mehr davon haben und dabei sein. Aufgrund von finanziellen Verpflichtungen kann er aktuell nichts aus seinem Job raus und wäre aus seiner Sicht zuwemig für mich und uns da. Er sagte gleich direkt, dass er jetzt kein Kind will.

Ich selber bin ein absoluter Macher. Würde immer alleine zurecht kommen, war schon so oft am Boden. Würde ich es jetzt wirklich wollen, hätte ich doch auch so reagiert?! Ich hätte gesagt, egal ob allein oder zweit,ich zieh das durch. Das Gefühl kam aber nicht in mir auf!

Ich musste schon immer Therapie machen. Gerade war ich das erste mal seit 2 Monaten wirklich in dem Gefühl,dass es bergauf geht. Ich langsam wieder ein Gespür für mich und meine Bedürfnisse bekomme. Dann bekam ich eine schwere Erkältung und wurde aus meiner geliebten Aktivität gerissen. Ich machte den Test weil ich so ein Gefühl hatte und nicht einfach die Medikamente nehmen wollte.

Mein Freund müsste so schmerzliche Erfahrungen sammeln die ihn erstmal hart werden lassen. Er ist ein sehr einfühlsamer Mensch,der mich nimmt wie ich bin aber bei solchen Themen wird er erstmal hart und ich spüre wie wütend er noch ist. Nicht auf mich. Und ich kann es verstehen. Ich verstehe, dass er das zu den Umständen jetzt nicht will.

Natürlich bot er auch an, mich nicht alleine zu lassen, zu heiraten usw. sicher etwas, was sich viele hier gewünscht hätten. Aber aus der Not heraus? Gezwungen? Ich selbst bin ein tropi, meine Eltern haben mit mir ihr drittes Kind bekommen, welches sie eigentlich erst später wollten. Ich habe mir immer Vorwürfe zu ihrer finanziellen schlechten Situation gemacht. Mein Vater war so oft so hart und wütend-vielleicht auch,weil sie es so entschieden haben damals. Vielleicht auch nicht.

Mein Freund sorgt sich auch um meine Psyche,wir lernten uns kennen, da befand ich mich noch stationär in psychiatrischer Behandlung. Wir haben hier kein stark soziales Umfeld. Ich weiß, wenn ich mich dafür entscheiden würde, dann würde es „iwie“ klappen aber die Wut meines Freundes würde auch bleiben. Vielleicht würde es ihn auch heilen aber vielleicht eben auch nicht.

Hört sich das zuviel danach an,dass ich mich nach meinem Freund richte? Habe mich sogar meinem
Hausarzt zu liebe, mit einer seiner Bekannten getroffen, die einen Abbruch hatte. Mein Freund ist zu allen Terminen mitgegangen. Die Dame war zu ihrer Zeit in ganz anderen Umständen,mit mir nicht zu vergleichen.

Ich bin körperlich unheimlich angeschlagen,es geht mir so schlecht und ich kann nix daran ändern. Gestern hielt ich es nicht mehr aus und bin bei der Arbeit weg (arbeite viel mit Menschen). Müsste dann nach Hause und weinen. Mein Freund war da und hat mich getröstet und sich ohnehin schon gewundert,warum ich solange so „stark“ war. Heute war ich nochmal bei meiner FÄ wegen der AU, sie hat auch damals das Beratungsgespräch übernommen und ist wirklich super. Mein AG ist sichtlich genervt, da ich wegen der Erkältung schon solange ausfiel und ich jetzt wieder Ausfälle. Er weiß,dass ich einen Eingriff habe aber nicht was. Morgen ist es soweit und die Klinik rief gerade an und hat den Termin vorverlegt...mein Freund holt mich ab und ich habe die Hoffnung, Montag wieder zur Arbeit zu gehen.

Warum schreibe ich das alles? Obwohl mein Freund für mich da ist, fühle ich mich doch allein damit. Natürlich habe ich Angst, falsch zu entscheiden, egal wie ich es entscheide, ändern wird sich so oder so alles.

Mein Freund sagt, in 2 Jahren wird es gehen,aktuell kann ich soweit nicht denken. Ich hatte noch nie das dringende Bedürfnis mutet zu sein. Für mich war es iwie immer klar,dass ich es mal werde aber gefühlt habe ich das nie. Und wenn es soweit ist und dann nicht klappt, sollte es nicht sein.

Ich bin super darin, mich an andere anzupassen und meine Bedürfnisse nicht wahrzunehmen. Mein Verstand sagt mir, es ist die richtige Entscheidung. Mein Gefühl braucht leider immer ein wenig.

Ich bin traurig und habe Angst aber wünsche mir auch, dass es vorbei ist, weil es mir einfach nicht gut geht. Eine gute Freundin versucht schon lange schwanger zu werden, das ist auch eine schwere Situation für uns beide und tut mir noch mehr leid. Wie schnell habt ihr danach wieder gearbeitet? Habt ihr es eurem Vorgesetzten gesagt? Ich lasse gerade alles schleifen was in meiner Position eigentlich nicht geht.

Hoffe ich habe nicht zuviel geschrieben.:-(

Alles Gute euch allen!


05.04.2018, 17:14
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Beitrag Re: Termin morgen
Hallo Corinna,


es ist eine sehr schwere Entscheidung die du treffen musst. Ich denke dabei gibt es kein " richtig" oder "falsch". Für mich sieht es aus das du dir nicht sicher bist ob du den AB wirklich möchtet. Aus deiner Sicht spricht im Moment sehr viel gegen das Kind. Ich frage mich aber ob du mit eventuelle psychischen umgehen kannst. Ich weiß, viele Frauen hatten eine AB und können damit gut umgehen. Falls du noch Zeit hast verschiebe den Termin so lange es geht um hinter deiner Endscheidung zu stehen. Es mag sich auch vielleicht merkwürdig anhören, aber entscheide dich so wie du es für richtig hältst. Also nicht aus Rücksicht auf deinen Partner. Egal wie du dich entscheidest musst du auf Dauer mit der Entscheidung leben können. Eine gute Partnerschaft kann auch an einem AB zerbrechen.


Freundliche Grüße und viel Kraft

Oscar


05.04.2018, 19:01
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Beitrag Re: Termin morgen
Danke Oscar,

ich habe den Termin wahrgenommen. Jetzt gerade geht es mir verhältnismäßig gut,kann sich natürlich noch ändern. Die Klinik und das Team wären nett und ich war nach der Narkose schnell auf den Beinen. Mein Verstand ist nach wie vor sehr sehr stark und sagt mir, dass es richtig war. Befinde mich zum Glück ohnehin in therapeutischer Behandlung, so dass ich das ganze dort verarbeiten kann. Mein Partner und ich hängen hier zu Hause etwas in der Luft,es bleibt eben eine Ausnahmesituation.

Aktuell habe ich schmerzen wie zur Menstruation. Mein Partner und ich sind uns einig,dass es keinen erneuten Abbruch geben würde, sollten wir nochmal ungewollt in die Situation kommen.

Ich hoffe so sehr, dass ihr alle, die sich aktuell mit dem Thema beschäftigen müssen, zu einer annehmbaren Lösung kommen könnt, u.a.durch Foren wie diese.

Ich werde mich auf jedenfall nochmal melden über den Verlauf, der Nachsorge Untersuchung usw...

Körperlich geht es mir besser als vorher obwohl jetzt natürlich Unterleibsschmerzen da sind. Das Gefühl mit dem ganzen doch iwie alleine zu sein ist dafür stärker. Habe nicht mehr „die“ Freundin, mit der ich alles teilen kann. Habe es mit anderen Freundinnen besprochen aber es ist nicht dasselbe.

Mein Körper hat schon recht früh reagiert (jetzt 9./10.woche). Muss dazu sagen,dass ich die Ernährung sehr habe schleifen lassen. Brüste wurden schnell größer und empfindlich. Vermute das wird noch etwas dauern.

Hoffe ich klinge nicht „zu nüchtern“, habe, wie schon gesagt, eher einen reduzierten Zugang zu meinen Gefühlen!

Ich wünsche euch wirklich alles Liebe!


06.04.2018, 19:39
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