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 Ich komme mit dieser Schuld nicht klar... 

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Beitrag Ich komme mit dieser Schuld nicht klar...
Hallo an alle!!

Meine Geschichte ist so, dass ich am 20.12 erfahren habe, dass unser Sohn einen Wasserkopf hat. Ich wurde zum Spezialisten überwiesen, der das selbe feststellte und auch feststellte, dass unser Sohn nur eine Niere hat, sein Kleinhirn nicht gewachsen ist und einen schweren Herzfehler hat.
In der Uni Bonn wurde mir das selbe auch bestätigt, dass unser Sohn schwerstbehindert sein und nicht lebensfähig sein wird.
Daraufhin, haben wir uns für einen Schwangerschaftsabbruch in der 25 SSW. entschieden. Die Geburt war am Freitag und ich konnte auch am Freitag wieder nach Hause, nachdem wir uns auch von unserem Sohn verabschiedet haben.
Doch jetzt ein paar Tage später, bin ich mir nicht sicher ob wir das richtige getan haben. Ich habe richtige Schuldgefühle...
Uns wurde so oft bestätigt, dass unser Sohn keine Chance hat und auch nicht überlebensfähig ist, doch ich hab ihn doch gesehen. Der Kopf war sehr verformt, aber alles andere war so perfekt. Ich komm einfach nicht damit klar und ich weiß nicht, ob es richtig war, selbst wenn er keine Chance hatte.
Er hat doch wie jedes andere Baby in meinem Bauch gestrampelt... Er sah doch wie ein normales Baby aus... Ich weiß nicht, wie ich mit dieser Schuld leben soll... Auch wenn alle hinter mir stehen... Und mir sagen, dass es das richtige war, dass er eh keine Chance hatte. Sie haben zwar im endeffekt alle recht, aber trotzdem hab ich mein Kind getötet...

Suse


17.01.2008, 03:12
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Beitrag 
Liebe Suse,

wäre es denn ernsthaft für dich eine Alternative gewesen, dein Kind "normal" zu bekommen und dann sterben zu lassen? Ich frage das nicht ironisch sondern ganz im Ernst. Es gibt Frauen, die das tun und andere, für die es völlig unvorstellbar ist. Das hat erstmal nichts mit Schuld zu tun, sondern mit der Frage, was für einen selbst der "bessere" Weg ist, sofern es den in einer solchen Situation geben kann.

Du hast dich wahrscheinlich so entschieden, wie du es in diesem Moment für den "besseren", vielleicht sogar einzig möglichen Weg gesehen hast. Ich weiss nicht, ob es vorwiegend eine Verstandesentscheidung war. Wenn ja, ist es kein Wunder, dass dein Herz da so schnell nicht mit kommt. Gib dir und deinem Herzen Zeit, deinen Verlust zu begreifen. Das geht nicht innerhalb weniger Tage.

Wenn du magst, erzähle uns von deinem Sohn. Ich bin sicher, dass er perfekt war, trotz seiner tragischen, tödlichen Fehlbildung. Und dass du ihn liebst auch über seinen Tod hinaus, wie nur eine Mutter ihr Kind lieben kann.

Liebe Grüße
Barbara


17.01.2008, 10:31
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Beitrag 
Hallo

Danke dir für deine antwort...
Nein, für mich wäre es keine alternative gewesen, dass Kind zu quälen. Aber ich komme mit dem Gedanken nicht klar, dass der kleine fröhlich gestrampelt hat, wärend ich auf seinen Tod gewartet habe...


18.01.2008, 04:39
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Beitrag 
Liebe Suse,

ja das ist eine absolute Grenzsituation. Hattest du einen Fetozid?

Ich weiss nicht, ob sich dein Sohn beim Fortsetzen der Schwangerschaft gequält hätte. Aber ich bin ziemlich sicher, dass der Abbruch ihn auch nicht gequält hat.
Aus meiner Sicht ging es in diesem Fall wirklich nicht so sehr um deinen Sohn, sondern um die Frage, was DU eher ertragen kannst. Auch wenn du diesen Weg wohl in erster Linie aus Liebe zu deinem Sohn gewählt hast. Und ich bin absolut sicher, dass es deinem Sohn jetzt gut geht.

Hast du noch andere Kontakte zu Eltern, die auf diesem Weg ihr Kind verloren haben?

Liebe Grüße
Barbara


18.01.2008, 10:16
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Ja ich hatte einen Fetozid. Allein das setzten dieses Fetozid dauerte 1 Std, da sie keine geeignete Stelle an der Nabelschnur gefunden hatten. Als ich unseren Sohn später gesehen habe, habe ich gesehen, dass sie ihn 2 mal in den Arm gestochen haben...
Und dann sagen dir mir, dass unser Kind sich nicht gequält hat? Das kann ich mir leider nicht mehr vorstellen und deswegen denk ich auch, hab ich diese Schuldgefühle...
Ich dachte auch, dass ich es schaffen würde, aber mit dieser "Schuld" kann ich momentan nicht leben... Ich hab jetzt seit knapp einer Woche kaum geschlafen, weil ich einfach nur noch schreckliche Bilder sehe...

Ja, ich hab zwar E-mail Kontakt zu ein paar Frauen, aber die hatten alle keinen Fetozid sondern "normale Totgeburten" (wenn man das so nennen kann) Das hilft schon ein wenig von betroffenen zu lesen und sich gegenseitig mut zuzusprechen...


19.01.2008, 10:57
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Beitrag 
Liebe Suse,

ein Fetozid ist vor allem auch emotional eine schreckliche Sache, da stimme ich dir zu. Ich will das auch bestimmt nicht kleinreden.
Aber vielleicht hilft es dir doch ein wenig, wenn ich versuche, etwas rational daranzugehen.
Es ist bestimmt nicht schön, dass die Ärzte solange gebraucht haben und auch noch in den Arm gestochen haben. Aber ich vermute dennoch, dass am schlimmsten diese Stunde für dich war, nicht für dein Kind. Es hat vielleicht gespürt, dass du aufgeregt warst und Angst hattest, aber es konnte bestimmt nicht begreifen, warum. Und was die Stiche betrifft: jedes Kind wird nach Geburt in die Ferse gestochen, um Blut für das Neugeborenenscreening zu entnehmen. Dabei Schmerzen? ja, vielleicht. Quälerei? Ich glaube nicht, dass das jemand ernsthaft so nennen würde.
Wasist für dich als Mutter schmerzhafter: eine Blutabnahme oder eine Geburt?

Aber emotional wird dir das alles wohl nicht wirklich weiterhelfen. Hast du noch Kontakt zu Psychologen, die dich in der Entscheidungszeit betreut haben? Ich wünsche dir auch, dass du noch Betroffene mit Fetozid findest, und ihr euch gegenseitig ein wenig helfen könnt. Wenn ich dir bei der Suche helfen soll, lass es mich wissen.

Liebe Grüße
Barbara


19.01.2008, 15:19
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Beitrag Fetozi`?
Liebe Barabra


´Was ist ein Fetozid?

Bei mir sollte das Beruhigungsmittel auch über die Nabelschnur gespritz werden.Aber das ging nicht.SIe haben es dann einfach nur in den Bauch und dann ins Fruchtwasser gespritz.Sehr hoch Dosiert damit die kleine friedlich ,so nannten sie es einschlafen würde.Ohne schmerzen zu haben oder sonstiges.

Mit den Schuldgefühlen das kann ich sehr gut verstehen.
Auch wenn ich wusste das ich das richtige für mein Kind und mich getan habe,so waren Schuldgefühle ständige Begleiter.Es war ein auf und ab.
Mittlerweile sind sie fast verschwunden.Nicht ganz.Aber ich kann damit umgehen.Ganz verschwinden werden sie wohl nie.

Lieben Gruss, Sibylle

P.S hoffe es geht Dir gut liebe Barbara :)

Mir geht es zur Zeit nicht besonders.

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21.01.2008, 19:37
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Beitrag 
Liebe Sibylle,

tut mir leid, dass es dir nicht so gut geht.
Mir geht es Gott sei Dank gut. Der übliche Stress halt. Aber er macht mit ja auch Spass.

Einen Fetozid nennt man, wenn (wie auch bei dir) das Kind getötet wird, bevor die Geburt eingeleitet wird.

Liebe Grüße
Barbara


21.01.2008, 22:27
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Beitrag Hallo Barbara
Liebe Barbara


Danke, schön das es Dir gut geht.Das freut mich.Bei mir wird es wohl so hoffe ich auch bald wieder besser gehen.

Einen lieben Gruss, Sibylle

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22.01.2008, 23:47
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Beitrag 
Liebe Suse.

Ich kann deine Entscheidung gut nachvollziehen.
Ich stand mal vor der gleichen. In deiner Situation hätte ich es auch so gemacht. Ich weiß es ist ein sch**ß Gefühl. "zum Glück" blieb mir jedoch der grausame Weg erspart.

Ich möchte nur das du weißt, das du da auch nicht die einzige bist. Ich kann mich Barbaras Rat nur anschließen zu einem Psyologen zu gehen bzw. psychosomatische Betreuung o.ä. in Anspruch zu nehmen. Alleine schafft man leider meistens nicht.

Ich wünsche euch (suse und sibylle) viel Kraft.


23.01.2008, 18:25
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Beitrag Hallo Lalelu
Hallo Lalelu


Danke für die Kraftwünsche :)


Ganz liebe Grüsse Sibylle

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26.01.2008, 00:41
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Beitrag Alpträume nach Totgeburt
Hallo ihr alle


Ich habe vor 16 Tagen unseren Sohn Julian tot auf die Welt gebracht. Wir haben einen Schwangerschaftsabbruch in der 25 SSW gehabt, da unser Sohn nicht lebensfähig war.
Seitdem funktioniere ich irgendwie.

Aber sobald ich abends im Bett liege und meine Augen schließe, sehe ich, wie ich auf diesem Tisch liege und die 2 Ärzte um mich herum und wie sie versuchen unser Kind zu töten, das nichtsahnend freudig strampelt. Ich liege auf diesem Tisch und warte darauf, dass unser Kind stirbt... Ich denke immer daran, ob unser kleiner sich gequält hat, denn immerhin dauerte das alles 1 (!) Stunde... Bis sie eine geeignete Stelle an der Nabelschnur gefunden hatten. Als ich dann unseren Sohn auf dem Arm hatte, habe ich gesehen, dass sie ihn 2mal in den Arm gestochen haben. Ich hab so eine Wut, denn mir wurde gesagt, dass unser Kind nichts merkt... Und er wird bestimmt alles gemerkt haben... Das tut so weh das zu wissen. Schlimm genug, dass wir über seinen Tod entschieden haben, schlimm genug, dass Julian sich auf das Leben gefreut hat und wir es ihm genommen haben...
Ich fühl mich sooo schuldig... Warum hat sein Herz nicht von alleine aufgehört zu schlagen? Warum bin ich diesen Schritt gegangen? Ich weiß zwar, dass er sowieso gestorben wäre (Das haben uns mehrere Ärzte bestätigt), aber ich kann mit dieser Schuld nicht umgehen. Es gibt zwar Tage, wo ich nicht dran gedacht habe, aber heute ist meine ganze Schutzmauer eingebrochen und ich fühl mich so beschissen. Alle erwarten irgendwie von mir, dass ich stark sein muss, für unsere Tochter. Irgendwie klappt das tagsüber auch, aber abends, vorallem Nachts habe ich schreckliche Alpträume.
Ich sehe dann unseren Sohn in seinem Sarg liegen, zerfressen von irgendwelchen Viechern und das bricht mir mein Herz. Und ich habe nur solche Alpträume. Aber ich traue mich nicht mit meinem Mann darüber zu reden, weil ich nicht will, dass mich jemand für bescheuert hält... Schlimm genug solche Träume zu haben...
Und das ist jetzt nur ein "harmloses" Beispiel.
Ich fühl meinen kleinen manchmal noch, wie er strampelt, aber in meinem Bauch kann doch nichts mehr strampeln.

Irgendwie zieht alles an mir vorbei und ich lebe in einer Seifenblase, die jeden augenblick zerplatzt. Manchmal holen mich meine Erinnerungen ein und ich merke, dass das alles kein Traum ist, aber zum größten Teil fühle ich mich tagsüber, als wäre das nicht passiert und nur ein traum.

Ich mache mir so Vorwürfe... Vorallem deswegen, weil ich die letzte Woche vor dem Abbruch unseren sohn total ignoriert habe, als er gestrampelt hat. Das werde ich mir nieee nieee verzeihen. Ich hatte so Angst davor, dass mich sein Strampeln verletzt (seelich), aber heute weiß ich, dass ich ihn nie hätte ignorieren sollen. Ich hab mich viel zu wenig von ihm verabschiedet und es tut mir so leid, ich vermisse ihn so...

Sorry fürs voll quatschen...

Suse

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Julian still geboren 11.01.2008 (ET28.04.2008), du fehlst uns kleiner Schatz...
Krümelchen 27.10.2008... (6.Woche), wir vermissen dich....


28.01.2008, 02:39
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Beitrag 
Liebe Suse

erstmal möchte ich dich in den Arm nehmen und dir sagen, dass es absolut nicht bescheuert st we du dich fühlst...Ich musste damals meinen Sohn in der 38. SSW tot zur Welt bringen und ich kann dir sagen, dass deine Alpträume, Gedanken nd das Gefühl tagsüber in einer Traumwelt zu leben völlig normal ist und du auch nicht de einzige bist die sich s fühlt...Ich hatte sehr lange nach der Geburt noch das Gefühl, dass ich ihn spüren würde...

Doch du solltest versuchen mit deinem Mann darüber zu sprechen, ihr solltet dies beide machen.Alle Ängste, Zweifel und Gefühle sollten ehrlich besprochen werden...mein Mann und ich haben dies auch nicht getan-da ich nicht drüber sprechen konnte und auch nicht wollte- unsere Beziehung wäre fast daran zerbrochen..man sollte einfach nicht veressen dass man das Kind zusammen verloren hat.

ch bin gerne da..

Lg Denise


28.01.2008, 09:48
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Liebe Suse,

ich weiss nicht, ob du von mir noch etwas hören willst, da du den letzten Thread nicht fortgeführt hast.
Aber ich möchte dir wenigstens sagen, dass ich Denise zustimme: du MUSST über deine Träume reden. Möglichst mit deinem Mann und evtl auch mit einem Psychologen.

Liebe Grüße
Barbara


28.01.2008, 09:59
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Danke für eure antworten! Ich kann mit nicht vorstellen mit einem Psychologen zu sprechen, da ich es mir nicht vorstellen kann, mit einem fremden Menschen über solche Sachen zu sprechen, die den eh nicht interessieren und der nach so ner Sitzung gemütlich einen Kaffee trinken geht. Ich wüsste auch nicht, ob ich dann meine gefühle so beschreiben könnte.

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28.01.2008, 10:26
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