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 Ich fühle mich so allein 

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Beitrag Ich fühle mich so allein
Hallo ihr Lieben,

Es ist jetzt 3 Wochen her, dass wir unser Baby Em hergegeben haben.

Und ich fühle imch alleine weil der Bauch weg ist...ich vermisse so die Situation die wir hatten. Das Leben zu dritt...die Planung.

Seit 1,5 Wochen ist es für mich ok mit anderen darüber zu sprechen. also mit meinen Freundinnen und so weiter. Davor wolltei ich einfach nur alleine mit meinem Partner sein und konnte mir nicht vorstellen darüber groß zu reden.

Und jetzt gibt es vielleicht eine Hand voll Freundinnen mit denen ich gerne etwas unternehmen würde. Auch zur Ablenkung. Leider wohnen wir weder da wo ich her komme noch dort wo ich studiere (Ich bin mit meinem Freund gegangen als der aufgrund einer witerbildung weg ziehen musste). Und hier gibt es eigenltich gar niemanden dem ich so weit vertraue und bei dem ich mich wohl fühlen würde...

Und auch bei allen anderen geht das Leben so weiter. Es ruft kaum jemand mehr an. Die wollten einmal so wissen wie jetzt alles war und fanden das auch sehr schrecklich und shlimm, aber damit ist es dann gut...so zu sagen.
Ich verstehe dass ja auch, dss sie viel zu tun haben und dass sie wahrscheinlich auch nicht wissen wie sie sich verhalten sollen.
Aber ich bin eben auch gar nicht der Typ der dann anruft und sagt dass es ihm schlecht geht. Und auch einfach so zum plaudern anrufen ist auch doof. Weil ich ja zur Zeit nicht viel zu erzählen hab...!

Also ich bin ja nicht ganz allein. Mein Partner und ich verstehen uns echt super und können uns sehr gut unterstützen in der lage jetzt.

Kennst ihr das? Wie seid ihr damit umgegangen?

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30.01.2008, 13:39
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Hallo

Ich kann dir ziemlich gut nachempfinden! Bei mir ist es so, dass die Verwandschaft und Familie (ausser meinem Mann) das Thema totschweigen. Da spricht keiner mehr drüber. Ich habe jedesmal das Gefühl, dass alle von mir erwarten, dass ich stark sein muss, deswegen lass ich mir bei denen auch nicht anmerken, dass es mir total beschissen geht.
Meine Freunde haben keine Kinder und haben es auch nicht vor in der nächsten Zeit welche zu bekommen, deswegen sind die sowieso die falschen ansprech Partner.

Suse

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Julian still geboren 11.01.2008 (ET28.04.2008), du fehlst uns kleiner Schatz...
Krümelchen 27.10.2008... (6.Woche), wir vermissen dich....


31.01.2008, 00:45
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Beitrag 
Hey Suse,

ja das mit euren Freunden, die gerade oder in nächster Zeit Kinder bekommen und daher als Gesprächspartner auslfallen, kann ich gut verstehen.
Man will ihnen jaauch nicht angst machen oder negative Gefühle geben.

Irgendwie ist ja auch eigentlich nicht viel zu reden. Also über den Abbruch und die trauer. Es tut gut drüber zu reden...aber wirklich "neues" gibts ja auch incht. mir fällt es aber auch so schwer über andere, in der jetzigen Situation, belanglose dinge, zu reden...!

Ich bin auch echt gar niemanden böse. Es sind nun einmal nur wir so ganz direkt betroffen. Und für alle anderen ist es aber auch eine schwierige situation, in der sich bestimmt unsicher sind wie sie sich uns gegenüber verhalten sollen.
Ich weiß nur incht wie ich konstruktiv damit umgehen soll.
Wahrscheinlich muss ich mich wenn ich mich dazu in der Lage fühl einfach anrufen. Aber das kommt mir vor wie so nen riesen berg.


ISt dann das Forum hier deine einzige Austauschmöglichkeit? Oder wie machstd udass wenn es in dir ganz traurig wird?

Liebe Grüße
Ulla

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31.01.2008, 13:54
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Hallo Ulla!!

Wenn ich wieder ganz traurig bin, rede ich entweder mit meinem Mann (aber auch nicht über alles s. posting unter dir) oder ich tausche mich in verschiedenen Foren mit betroffenen aus. Das tut mir eigentlich ganz gut.
Ich habe gestern und heute wieder recht gute Tage. Es geht mir mal nicht nur so richtig beschissen. Das kommt dann meistens wieder abends, wenn man schlafen sollte, was ich momentan noch nicht wirklich kann.

Das Thema Abbruch und Geburt wird in meiner Familie extrem vermieden. Sie fragen mich zwar alle, wie es mir geht und so, aber ich kann mir aber auch nicht vorstellen meiner Schwiemu von meinen Gefühlen zu erzählen. Für sowas brauch ich richtiges Vertrauen und das hab ich halt bei denen nicht. Auch nicht zu meinen Eltern. Dafür ist in der Vergangenheit zuviel vorgefallen...

Ich hab mir ja schon überlegt, ob ich in Behandlung gehen soll, bin mir da aber absolut nicht sicher..

Suse

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31.01.2008, 16:15
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Beitrag 
Streiferle hat geschrieben:
Hey Suse,

ja das mit euren Freunden, die gerade oder in nächster Zeit Kinder bekommen und daher als Gesprächspartner auslfallen, kann ich gut verstehen.
Man will ihnen jaauch nicht angst machen oder negative Gefühle geben.

Irgendwie ist ja auch eigentlich nicht viel zu reden. Also über den Abbruch und die Trauer. Es tut gut drüber zu reden...aber wirklich "neues" gibts ja auch nicht. mir fällt es aber auch so schwer über andere, in der jetzigen Situation, belanglose dinge, zu reden...!

Ich bin auch echt gar niemanden böse. Es sind nun einmal nur wir so ganz direkt betroffen. Und für alle anderen ist es aber auch eine schwierige situation, in der sie bestimmt unsicher sind wie sie sich uns gegenüber verhalten sollen.
Ich weiß nur incht wie ich konstruktiv damit umgehen soll.
Wahrscheinlich muss ich mich wenn ich mich dazu in der Lage fühl überwinden und einfach anrufen. Aber das kommt mir vor wie so nen riesen berg.


ISt dann das Forum hier deine einzige Austauschmöglichkeit? Oder wie machst du dass wenn es in dir ganz traurig wird?

Liebe Grüße
Ulla

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31.01.2008, 16:15
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(Ups wollte eigentlich nur die rechtschreibfehler verbessern...also das posting drüber einfach nicht beachten...)

Ja was soll man da auch schon groß sagen wenn man gefragt wird wie es einem geht,ne? Ich sag dann auch immer "passt schon". Ich glaube aussenstehende wollen da eigentlcih auch nur hören dass es immer besser wird.

ja das mit dem nicht schlafen kenn ich auch. schlafe auch erst mal gar nicht ein. und dann träum ich, genauso wie du, oft schlecht. meistens verschalfe ich dann den ganzen vormittag.

bist du eigentlich auch in dem privaten forum? da sind auch ganz viele beiträge.

Ward ihr chon einmal bei einer beratungsstelle? also so zu sagen die vorstufe zu einer regelmäßigen betreuung? Ich glaub ich würde erst mal dahin gehen. da ist vielleicht der schritt auch nicht so groß.

Liebe Grüße

Ulla

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31.01.2008, 16:22
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Beitrag 
Ich hatte mich wegen dem privaten Forum schon mal bei Jessica gemeldet, habe aber bis jetzt noch keine Antwort bekommen.

Ich denke auch, dass das Umfeld hören will, dass es einem wieder gut geht. Schon komisch irgendwie.

Ich denke schon über Hilfe nach, bin mir aber noch nicht so sicher

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31.01.2008, 17:03
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Beitrag 
Hast du Angst, dass dir das nicht so was bringt?

Wahrscheinlich kann es halt länger dauern bis man die richtige Person gefunden hat. mit der man gerne redet und sich auch öffnen kann.

In dem Krankenhaus wo wir waren, gab es auch Berater. Auch gerade solche die sich auf Abbrüche nach medizinscher Indikation konzentrieren. Wir haben da noch keinen Kontakt hergestellt. Aber nächste Woche sind wir eh zur Nachuntersuchung dort. Könnte sonst mal fragen. Vielleicht hat er oder sie ja Tipps wie man da am besten vorgeht bei der Suche.
Könnte dir sonst die Telefonnummer mal geben.

Ja das ist irgendwie auch die krasseste Erfahrung wie alleine man eigentlcih im Leben ist. Klar hat man viele liebe Freunde...aber die sind wahrscheinlich auch einfach überfordert gerade.

Liebe Grüße
Ulla

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31.01.2008, 17:14
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Beitrag 
Wegen dem Psyschologen ist es so, dass ich nicht weiß, ob ich ihm all meine Gefühle so offenbaren kann, wie es z.B meinem Mann erzählen könnte. Gut meinem Mann erzähl ich meine alpträume nicht, da ich nicht will, dass ich ihn damit belaste, aber du hast schon recht, ich hab angst, dass es mir nichts bringt.

Und du? Willst du Hilfe in Anspruch nehmen?

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31.01.2008, 20:17
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Ich glaube wenn du den "richtigen" Psychologen oder die "richtige" psychologin FÜR DICH findest, kann das schon funktionieren mit dem Erzählen und dann wird dir das glaub ich auch was bringen. Im Endefekt schaden solche Gespräche ja nie.
Man sagt ja auch so, dass jeden mensch sowas gut tun würde.

Wir haben uns vor dem abbruch überlegt ob wir nicht auf jedenfall zu einer Paarberatung gehen sollen. Einfach damit wir es gar nicht so weit kommen alssen dass es uns schelchter als normal geht oder irgendwas aus dem Ruder läuft.
Im Krankenhaus meinten die Ärzte dann, dass sie uns persönlich (also wie sie uns einschätzen und uns erleben) erst mal raten würden zu sehen wie wir zurecht kommen. Sobald wir uns unwohl fühlen sollten wir uns an die empfohlenen adressen wenden.

Oft schafft man auch seinen eigenen trauerweg und findet wege wie man sein leben gestalten kann.
Du und ich, wir sind auch noch in der ganz frühen zeit danach. da sind ja die hormone noch gar nicht wieder ganz sortiert. Der Körper und die Psyche müssen ja auch erstmal wieder umstellen auf die neue situation. und das ist eben ein verlust und da wundern sich so die organe und systeme in einem.

Ich fühle mich der Zeit noch nicht so dass ich Hilfe in Anspruch nehmen will. Wir meistern das soweit noch für uns. und versuchen uns im leben.

Du hast natürlich mit deinem Kind und deinem Mann der arbeitet und nicht tagsüber da ist, ganz andere Pflichten und Aufgaben. Bei mir ist es nicht so schlimm wenn ich einfach nix mach.
Das ist halt schon auch noch zusätzlich eine Belastung, stell ich mir vor. Dieses Stark sein müssen. wie du es fomulierst.


Ich finde es in keinster weise ein eingestehen von schwäche wenn du dir mal so eine /n psychologin/psychologen anschaust. Ich finde das sogar ausserordentlich mutig. Gerade weil damit viele nicht so offen umgehen.
Und wens schlecht ist, dann gehste einfach nie wieder hin und suchst dir einen anderen.
Das ist einfach eine der schlimmsten und schmerzlichsten Zeiten in unserem Leben...da darf man einfach auch auspronbieren.

Vielleicht kann dir dieses Forum ja auch weiter helfen! Hast du eine Idee was dir gut tun würde?


Liebe Grüße. Und ich hoffe wir schaffen das alle auch ein stück weit gut zusammen.

Ulla

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31.01.2008, 21:12
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Weißt du was? Ich bewundere wie stark du bist. Du hast das selbe erlebt und versuchst mir mit deinen Worten zu helfen. Danke dir dafür.

Wir werden morgen erst mal für ein paar Tage wegfahren um mal ein wenig Abstand von dieser ganzen Situation zu gewinnen. Ich hoffe, dass ich da zur Ruhe komme und ich dann endlich auch einen Weg finden werden, der mir zeigt wie es in Zukunft weitergehen soll. Ob dieser Weg mit Hilfe oder nur mit meinem Partner ist, steht noch offen. An dem einen Tag denke ich, dass es besser ist Hilfe in Anspruch zu nehmen, an dem anderen Tag denke ich, dass ich es alleine schaffe.

Mir tut es schon gut, mich mit Frauen auszutauschen, denen das selbe wiederfahren ist, wie mir. Die schon mit ihrer Trauerarbeit (wenn man das so sagen kann) und mir berichten, wie sie vorgegangen sind.
Es tut auch gut zu lesen, dass diese Gefühle, die ich habe oder durchlebe nicht einzigartig sind, sondern das eigentlich fast alle so fühlen. Das dieses Gefühlschaos normal ist.
Gut ich kämpfe mit Schuldgefühlen, denn ich geb mir die Schuld an dem tod von Julian. Aber im Hinterkopf weiß ich auch, dass er nicht überlebt hätte (haben uns ja auch mehrere Ärzte bestätigt), aber das macht mir die Sache auch nicht leichter. Das ist auch der Grund denk ich, warum ich damit so zu kämpfen habe.

LG Suse

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31.01.2008, 22:08
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Das sit glaub ich mit die schlimmste Entscheidung die man im leben überhaupt haben kann, die wir treffen mussten.

Suse, weißt du heute ist bei mir ein guter Tag irgendwie. Ich habe das erste mal was "geschafft". Habe mich hin gesetzt und Ketten gebastelt und wir haben dann einen Shop im internet eröffnet wo ich diese verkaufen kann.
Ich fühle mich anders als an allen anderen Abenden bis her! Nicht gut aber irgendwie besser.

Cool das ihr wegfahrt. Das wird bestimmt gut. Ihr zu dritt? Da habt ihr dann echt mal Zeit für euch. Vielleicht wird da schon vieles besser und ihr könnt Pläne machen, euch trösten oder einfach nur weiter voran kommen.
Psychologin - ja oder nien - das ist ja auch keine Entscheidung die wir planen müssen oder schnell erfüllen müssen. Das lassen wir einfach auf uns zukommen. Kein Stress. oder?

hast du dann das Gefühl dass du dein Kind allein gelassen hast? Oder wie sind deine Schuldgefühle?

Liebe Grüße. Schön dass wir uns austauschen...ich finde das tut gut

Ulla

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31.01.2008, 23:01
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Ich habe auch das Gefühl, dass es mir langsam besser geht. Weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll, aber ich sehe so langsam ein, dass ich an der ganzen Situation nichts ändern kann.

Schuldgefühle habe ich soweit, dass ich das Gefühl habe unseren Sohn getötet zu haben. Er hatte einen Wasserkopf, sein Kleinhirn war seit der Zellteilung nicht mehr gewachsen, er hatte nur eine Niere, ein Fehler am Herzen, trotzdem hab ich jetzt das Gefühl, er hätte vielleicht doch eine Chance gehabt. Es haben uns aber mehrere Ärzte bestätigt, dass wenn er lebensfähig wäre (was aber nicht gesagt war) wäre er schwerstbehindert gewesen. Körperlich, wie geistig...

Wir haben unsren Sohn nach der Geburt gesehen und er sah wie ein normales Baby aus. (Gut der Kopf war verformt, aber das hab ich eigentlich nicht gesehen oder wahrgenommen) Er war einfach perfekt... Vielleicht fällt es mir deshalb so schwer zu glauben, dass er nicht leben sollte. Ist schwer zu beschreiben, dieses Gefühl. Auf der einen Seite weiß ich, dass er gestorben wäre so oder so, und auf der anderen seite fühl ich mich schuldig an seinem Tod. Immerhin haben wir unser OK gegeben. Das andere ist, dass es über eine Stunde gedauert hat, bis sie eine geeignete Stelle in der Nabelschnur gefunden haben, wo sie das Fetozid spritzen konnten. Sie haben die Stelle bei mir am bauch 2mal gewechselt.

Als wir unsern sohn später am Zimmer hatten, haben wir gesehen, dass sie ihn 2mal in den Arm gepickst hatten. Das macht die Sache für mich nur noch viel schwerer, denn mir wurde gesagt, mein Sohn merkt nichts. Aber wenn sie ihm in den Arm picksen, kann ich das leider nicht mehr glauben :twisted:

Darüber zu schreiben tut schon wieder richtig weh und das ist auch die Sache mit den Schuldgefühlen. Die Geburt oder Beerdigung war im Endeefekt eine "Erleichterung" (wenn man das so sagen kann) Denn jetzt muss er nicht mehr leiden. Aber es tut halt so weh :cry:

Ich hoffe auch, dass uns der Urlaub gut tut. Normalerweise hätten wir das nicht machen können, aber mein Vater hat uns das spendiert. Wundert mich sehr, denn bevor das alles mit Julian passiert ist, war ihm seine Familie offensichtlich egal, er hat sich kaum um sein erstes Enkelkind gekümmert. Auch meine Mutter hat ewig kein Interesse an uns gezeigt. Alles andere war für die beiden wichtiger als unsere Familie. Deswegen hab ich zu meinen Eltern kein Vertrauen mehr. Das geht schon über 5 Jahre so. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass jetzt alles besser wird mit denen. Dafür hat das alles zu lange gedauert.

Ich finde es auch super, dass wir uns austauschen können!!
Sorry, aber jetzt hab ich dich ja mal echt voll gequatscht!!

LG Suse

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01.02.2008, 01:17
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Beitrag 
Das mit den Schuldgefühlen kann ich schon sehr gut nachvollziehen, obwohl es bei irgendwie nicht so ist. Ich bin mir einfach siche, dass wir die entscheidung für uns so getroffen haben. Und diese ist nicht gut, nicht schlecht, nicht richtig, nicht falsch...sie ist einfach schrecklich. und ich wünsche wirklich niemandem diese situation.

Klar irgendwie ist es schon eine entscheidung über leben und tod. aber ihr und wir haben diese ja nicht aus bösem willen oder egoismus gefällt. wir haben das beste für unser Kind und für uns abgemessen. Das es trotzallem nicht gut an sich ist...das ist eeben das schlimme daran.

Ja das mit den stichen im Arm hab ich schon gelesen bei deinem anderen beitrag. Das ist schlimm. Aber da kannst du ja auch gar nichts dafür. Und ich weiß nicht wie das Empfinden von eurem kleinen julian war. in wie fern die Baby in dem alter schmerzen empfinden. Uns tun ja so ganz kleine stiche auch nicht weh.

euer Julian ist in deinem bauch gestorben, so wie unser sohn auch. und da hat er sich sicher gefühlt da bin ich mir ganz sicher. er musste keine angst haben. wir waren ja ganz nah bei ihnen und waren dabei.
Hast du es schon mal so gesehen? Für mich ist das so. und dass finde ich schön.
Später wenn er gestorben wäre - kurz nach der geburt oder noch später - dann hätten wir ihnen vielleicht incht mehr so viel sicherhiet geben können....so viel körperliche wärme und da wären die schmerzen noch ganz anders geswesen.

Ich bewundere euren mut euch von julian gleich nach der geburt zu verabschieden. ich habe mir das nicht zugetraut oder gedacht dass ich es nicht "brauche". Wir haben unsere vielen ultraschallbilder. eigentlcih bereue ich es gar nicht. aber manchmal hab ich angst dass ich nur zu feige war...!

schön wenn du mich voll quatschst... :-) ich mach das doch auch regelmäßig!

wann gehs los in den Urlaub? hier in deutschland?

Liebe Grüße und gute Nacht

Ulla

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01.02.2008, 02:00
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Beitrag 
Mein Mann geht morgen noch bis 16.00 Uhr arbeiten und wenn er geduscht ist, wollen wir losfahren.
Wir müssen ca. ne stunde fahren. Haben Urlaub in einem Center Park. Das wird für unsre kleine Tochter (sie ist 2) richtig super. Da können wir dann den ganzen Tag ins Schwimmbad und der kleinen mal Schwimmhäute zwischen den Füssen wachsen lassen :D

Ich wusste erst auch nicht, ob ich unseren Sohn sehen wollte. Aber nach der Geburt hatte ich einfach dieses Bedürfniss. Er sah auch friedlich aus. Ich hatte erst Angst, dass er total entstellt ist oder so. Aber überhaupt nicht. Er war wunderschön...

Ich bewundere deine Stärke, so wie du mit der Situation umgehst, wie du mir sie beschreibst... Ich würde mir wünschen, es genauso sehen zu können wie du, dass mein Sohn sich bei mir sicher gefühlt hat usw...

Wüsche dir auch eine gute Nacht!!

Suse

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01.02.2008, 02:09
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