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 Chemo oder Baby? 

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Registriert: 24.02.2008, 23:30
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Beitrag Chemo oder Baby?
Es ist nun ziemlich genau 3 Jahre her. Ich habe eine Tochter die zu dem Zeitpukt 3 Jahre alt war.Ich bekam die Diagnose Brustkrebs. Sehr schnell folgte OP (brusterhaltend) Ich solte entlassen werden als ich morgens zu der Schwester sagte. Ich bin nun seit 3 Tagen überfällig machen sie doch bitte einen Schwangerschaftstest. Das war dann schon der 3. Die anderen wurden vor der OP gemacht und nach dem ich einen Tag überfällig war. Alle waren negativ. Nicht aber der 3. POSITIV. Die Ärtzte konten es nicht verstehen, hatten sie doch alles überprüft. Fakt war: ich war schwanger. Ich solte dringend die Chemo bekommen. Eine Schwangerschaft war eine Katastrophe. Ich wußte nicht wie ich mit meinen Gefühlen umgehen solte. Wir wolten ja dieses Kind. Es war gewollt.
Ich war verzweifelt. Die Ärtztin stand mir gegenüber und unterdrückte ihre Tränen . Ich blickte nur hilflos zwischen ihr und meinem Mann hin und her. Es war die 5. Woche. Herztätigkeit war noch keine da. Dann kam das Wochenende. Die Ärzte wolten noch abwarten ob das Herz zu schlagen beginnt. Es waren 3 lange Nächte in denen ich alleine auf unserem Sofa saß und nicht wuste was ich tun solte. Ich brauchte die Chemo und war auch unserer Tochter schuldig alles zu tun um Gesund zu werden. Sie hat ein Recht darauf mit ihrer Mutter aufzuwachsen. Oder solte ich mich gegen die Chemo entscheiden um das Kind zu bekommen. <Auch das wäre eine Katastrophe, denn mein Tumor hatte Hormonrezeptoren die durch Schwangerschaftshormone anfangen könnten zu wachsen. Für meinen Mann war ganz klar. Wir lassen das Kind abtreiben. Damit ging er schlafen und ich war allein. In mir entstand eine Einsamkeit und leere die bis heute geblieben ist. Wie sehr hätte ich mir gewünscht, daß er bei mir ist und mich hält, daß er mit mir weint. Aber er ging schlafen. ich wolte jede Minute die ich hatte bei diesem Kind sein daß doch nichts dafür konnte.

Ich weiß nicht ob ich es als Segen epfinden soll, daß nach dem Wochenende immernoch keine Herztätigkeit da war. So wurde der Ebryo für tot erklärt und es wurde eine Ausschabung gemacht. In der Kosequenz wurde mir die Entscheidung abgenommen getroffen hatte ich sie aber schon vorher. Ich hätte die Schwangerschaft abgebrochen um für meine Tochter zu leben.

Ich dache ich könte das Trauma mit der Zeit überwinden. Das Gegenteil ist der Fall. Ich werde immer trauriger und ich weiß daß ich mich auf meinen Mann nicht verlassen kann. Am Ende bin ich doch allein. Unsere Ehe scheint zu zerbrechen, weil ich einfach keine Lust auf körperliche Nähe habe. Ich habe Angst vor Sex und kann dabei keine Freude empfinden. Schließlich ist das Kind so entstanden. Ich sehe immer nur das tote Kind. Mein Mann hat wenig Verständnis dafür.

Wer kann mich denn verstehen. Binn ich ein Fall für die Klapse oder kann irgend Jemand das nachempfinden. Ich habe das Gefühl, daß ich das was ich fühle nicht fühlen darf. Aber was kann ich denn tun??? Es wird immer schlimmer. :(

_________________
Leben ist das was passiert wenn du grade dabei bist andere Pläne zu machen!!!


25.02.2008, 00:04
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Beitrag 
Hallo Ede,


Ich möchte dich ganz herzlich hier im Forum willkommen heißen.


Es ist schade, dass du von deinem Mann keine Unterstützung bei der Verarbeitung deines Problems bekommst. Las bitte deine Gefühle zu, verdränge auch nicht deine Trauer. Ich kann es auch verstehen, dass du keine Lust auf körperlich Nähe und Angst vor Sex hast. Du wirst dadurch immer wieder an die Schwangerschaft erinnert.
Ich denke nicht, dass du ein Fall für die Klapse bist. Klapse ist bestimmt auch eine weit verbreitete Bezeichnung für etwas was mit der heutigen Psychiatrie nichts zu tun hat. In uns existiert immer noch ein Bild von der Psychiatrie wie sie vielleicht mal vor einhundert Jahren war. Ich bin aber der Meinung, dass dir professionelle Hilfe bei der Verarbeitung helfen könnte. Es ist auch nicht schlimm wenn du diese Hilfe annimmst. Versuch es doch mal, wenn du meinst, dass es für dich nichts ist kannst du es immer abbrechen. Es gibt auch ambulante Therapeuten wenn du nicht zu einer Klinik willst. Hast du schon mal mit deinem Hausarzt darüber gesprochen, er müsste Therapeuten in deiner Gegend kennen.


Freundliche Grüße Oscar.


25.02.2008, 00:34
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Beitrag 
liebe Ede,

willkommen in unserer mitte! es tut mir leid,was dir passiert is und ich hoffe,du findest hier ein wenig trost und halt!

ersteinmal möchte ich sagen,dass du kein fall für die "klappse" bist,und wenn schon,was is da dabei? ich war selber in einer psychosomatischen klinik und mir wurde geholfen mit allem umzugehn,mit der wut,der trauer und dem schmerz.
ich kann,ich glaub wir alle können,dich verstehn und alles nachvollziehn,ich kann dir nur den tipp geben,wenn du wirklich bereit bist und dich alleine fühlst,wende dich an einen psychotherapeuten,es hilft mit leuten zu reden,die aussenstehend sind und vom "fach"!

wie gehts dir heute?

ich drück dich ganz doll

Claudia

PS: hier is immer jmd da,der dir zuhört. wenn du magst,kannst du dich für das private forum frei schalten lassen,würde mich freuen :)

_________________
Coralie,wir lieben dich!!!

+ 31.01.2007

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25.02.2008, 05:38
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Registriert: 13.08.2006, 03:00
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Beitrag 
Liebe Ede,
ich denke jeder von uns findet Dich und Deine Empfindungen "ganz normal" - was immer das ist. Du hast das alles noch nicht richtig verarbeitet - und was Du erlebt hast, war schließlich hammermäßig. Deine Seele braucht einfach Verständnis und die Möglichkeit zur Verarbeitung! Insofern kann ich mich Claudia nur anschließen!
Vielleicht magst Du Dich ja auch im privaten Forum anmelden...
Bitte melde Dich wieder, liebe Grüße,
Maruwi


13.03.2008, 09:36
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