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 22.SSW mit Wunschkind und nun soll ich abtreiben?!? 

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Beitrag 22.SSW mit Wunschkind und nun soll ich abtreiben?!?
Hallo Ihr Lieben,

ich bin bis jetzt Kinderlos. Genau vor einem Jahr, hatte ich in der 6.SSW eine Fehlgeburt. Wir (31 + 37) haben uns so sehr gefreut, als ich dann im Dezember wieder schwanger wurde!!!
Bisher waren alle Testergebnisse und Ultraschalls einwandfrei - bis auf den großen Ultraschall vor 2 Wochen, bei dem ein Herzfehler und noch ein paar "Kleinigkeiten" festgestellt wurden...
Wir wurden zu einem Spezialisten geschickt, dieser hat auch eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht.

Diagnose: DiGeorge Syndrom (Deletionssyndrom 22q11), Herzfehler Fallot Tetralogie, eine kaputte Niere, Eileiter und Blase....

Der Spezialist hat mich bereits sehr vorsichtig gefragt, wie ich zum Thema Schwangerschaftsabbruch stehe...
Um ehrlich zu sein, ist es das erste Mal in meinem Leben, dass ich ernsthaft über dieses Thema nachdenke!!!! Ich wollte immer Kinder haben, am liebsten zwei oder drei!!! ...ich hatte bis jetzt nur nicht den richtigen Partner - und jetzt würde endlich alles passen, aber nun scheint es, dass ich ein schwer krankes/geschädigtes Kind in mir trage...
Wir haben seit der letzten Untersuchung am Mittwoch öfters mit dem Spezialisten telefoniert und jedes Mal erwähnt er, dass für uns alle nur möglichen Infos gesammelt werden, um uns die "Entscheidung" zu erleichtern, bzw. hat er mich schon vorgewarnt, dass ich mich bald entscheiden muss...

Ich habe so furchtbare Angst und weiß einfach nicht, was richtig und was falsch ist...
Ich habe bereits sehr viel selbst über die "Defekte" meines Babys recherchiert, genauso wie ich bereits über eine Spätabtreibung recherchiert habe.
Es scheint beides so falsch für mich zu sein!!
Ich weiß nicht, ob es besser ist, ein schwer krankes Baby zu gebären und groß zu ziehen, nur weil ich zu große Angst vor einer Abtreibung habe oder ist es besser eine Schwangerschaft in der 23. oder 24. Woche abzubrechen, weil ich so große Angst habe, ein schwer krankes Kind groß zu ziehen????

Ich weiß, diese Frage kann mir keiner beantworten... Meine Mama hat mir zu diesem Thema geschrieben "was Du liebst, das gebe frei"
Sie wird auf jeden Fall hinter mir stehen, egal wie ich mich entscheide, genauso wie mein Freund und seine Familie!

Ich bin bereits in einem anderen Forum aktiv, in dem ich in Kontakt mit anderen betroffenen Eltern bin...die Wenigen, die mir da bis jetzt geschrieben haben, haben Kinder mit dem DiGeorge Syndrom, die kaum Symptome haben und ohne Organfehler zur Welt kamen, so wie es bei uns der Fall wäre. Somit habe ich von dieser Seite bis jetzt kaum Motivation gefunden, mich auf so eine extreme Situation einzustellen...

Deshalb habe ich mich nun entschlossen, mich auch in diesem Forum hier anzumelden, um mehr Informationen über das Thema Spätabbruch zu sammeln.

Ich hoffe so sehr, dass ich ganz bewusst und voller Zuversicht den Schritt in die endgültige Richtung gehen kann...und nicht aus Angst, sondern mit Wissen und geteilter Erfahrung (von Euch) so dass ich mir nicht für den Rest meines Lebens vorwerfen kann, ich habe einen Fehler gemacht!

Gibt es hier denn jemand, der bereits einen Spätabbruch durchlebt hat?
Mit welcher Methode wurde dieser durchgeführt?
Und wie ging es Dir dabei?
Und wie ging es Dir danach und wie geht es Dir heute?
Wie kann man so ein Erlebnis verarbeiten?

...ich habe so schreckliche Angst, dass ich an solch einem Erlebnis zerbrechen würde...dass ich den körperlichen und den seelischen Schmerz nicht aushalten kann!!

Ich freue mich über alle Antworten und persönlichen Meinungen und Geschichten von Euch!!
Vielen Dank!


23.04.2013, 09:48
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Beitrag Re: 22.SSW mit Wunschkind und nun soll ich abtreiben?!?
Roey hat geschrieben:
Ich weiß, diese Frage kann mir keiner beantworten... Meine Mama hat mir zu diesem Thema geschrieben "was Du liebst, das gebe frei"


Hallo liebe Roey, tolle Worte, die deine Mama da gefunden hat und ich persönlich würde es sehr ähnlich sehen. Wobei ich immer sehr hin und her gerissen bin. Und man wirklich die eigene Situation abschätzen muss, ein Abbruch ist nicht immer der einfachere Weg. Eine Bekannte sagte mal: aus einer Masse von scheiß Entscheidungen ist die beste Entscheidung immer noch scheiße!

Roey hat geschrieben:
Ich bin bereits in einem anderen Forum aktiv, in dem ich in Kontakt mit anderen betroffenen Eltern bin...die Wenigen, die mir da bis jetzt geschrieben haben, haben Kinder mit dem DiGeorge Syndrom, die kaum Symptome haben und ohne Organfehler zur Welt kamen, so wie es bei uns der Fall wäre. Somit habe ich von dieser Seite bis jetzt kaum Motivation gefunden, mich auf so eine extreme Situation einzustellen...


Ich bin gerade nicht unbedingt die richtige Ansprechpartnerin für dich was besser wäre, da ich mich selbst in Umständen befinde. Aber ich weiß wie es sich anfühlt sich gegen eine Schwangerschaft entscheiden zu müssen und wie sich eine Fehlgeburt anfühlt. Es ist gut das du dich mit beiden Seiten beschäftigst und auch in einem anderen Forum bist, das ist gut. Gibt es denn eine 2. Meinung von einem anderen Arzt, der es bestätigt. Wir haben hier im Forum wirklich viele Erfahrungen gemacht, nicht unbedingt um die Diagnose, aber allgemeine Situationen. Wo Frauen auch eine erschütternde Diagnose bekommen haben, sich für das Kind entschieden haben, und es nur kleine Schönheitsmakel waren.

Bei einer Freundin kam eine ganz seltene Krankheit, die nur bei 100 Kindern auftritt und somit unerforscht ist, bei der Geburt ihres Sohnes heraus, aber ohne komplementär Krankheiten, die gravierend sind, der Zwerg hat nur blaue Flecken am Körper. Die weitere Schwangerschaft war ungewiss, dieser Gendefekt läuft normalerweise mit komplementär Krankheiten, die auf Herz, Nieren, Leber und so weiter sich niederlegen, die Chance sei sehr groß. Aber sie brachte eine gesunde Tochter zur Welt.

Aber es gibt natürlich auch die andere Seite die weniger schön ausgeht, daher kann ich dir wirklich nichts raten. Ich neige normalerweise auch sehr dazu "was Du liebst, das gebe frei", aber ich habe auch die andere Variante versucht und wollte es eben nicht freigeben, weil ich dachte, wenn der kleine Menschen gehen will, dann würde er von allein gehen und habe solange gewartet, bis ich fast selbst daran erlegen wäre.

Wohin gehen denn deine Gefühle, steht dein Partner hinter dir?

Mitfühlende Grüße, Jessica


23.04.2013, 10:29
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Beitrag Re: 22.SSW mit Wunschkind und nun soll ich abtreiben?!?
Liebe Roey,

da Du nicht schreibst in welchem anderen Forum Du aktiv bist, würde ich Dir www.rehadkids.de ans Herz legen, wenn Du nicht da sowieso schon bist.

Ich kann nicht abschätzen, wieviele Antworten Du hier bekommst, möchte Dir aber zumindest zum normalen Prozedere eines Spätabbruchs schreiben.

Wenn Du Dich für den Abbruch entscheidest würde die Geburt eingeleitet werden und Du bringst Dein Kind zur Welt. Entweder es verstirbt unter der Geburt oder direkt hinterher. Deshalb drängen die Ärzte auch auf eine schnelle Entscheidung, ansonsten müsste erst ein Fetozyd durchgeführt werden (heißt: das Kind müsste im Mutterleib abgetötet werden). Es sind so furchtbare Tatsachen die ich Dir hier schildern muss, aber so ist leider die Realität.

Ich habe ein Paar begleitet in meiner Beratungstätigkeit die sich schweren Herzen für einen Spätabbruch entschieden haben. Bei Ihnen war eindeutig, dass das Kind nicht lebensfähig sein wird. Dadurch, dass sie viel vorher darüber geredet haben, eine Klinik hatten die sie liebevoll auf ihrem Weg begleitet haben und hinterher auch noch Unterstützung durch Beratung hatten, sind sie ganz gut damit klar gekommen. Bei aller Schwere gibt es auf jeden Fall die Möglichkeit einen Späatabbruch zu verarbeiten und in das weitere Leben zu integrieren.

Aber es gibt auch die Möglichkeit sich ein höchst lebenswertes Leben mit einem behinderten Kind aufzubauen.

Ich wünsche Dir viel Unterstützung auf Deinem weiteren Weg und eine Entscheidung mit der Du und Ihr Leben kannst/könnt.

Herzlichst Andrea


23.04.2013, 14:27
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Beitrag Re: 22.SSW mit Wunschkind und nun soll ich abtreiben?!?
hallo roey,

das muss ja ein großer schock für dich gewesen sein, als du vor zwei wochen diese diagnose bekommen hast. nach so vielen wochen schwangerschaft bist du ja schon ganz auf dein kind eingestellt und hattest wohl auch ein gutes gefühl, bis hin zu bewegungen vielleicht schon. und eure freude ist gewachsen, wohl besonders, als endlich die kritische zeit überstanden war und die gefahr eine fehlgeburt nicht mehr gegeben war. und dann kommt es so massiv .... und das kind wird hauptsächlich unter dem vorzeichen von „defekten“ gesehen. deine anführungszeichen bringen es zum ausdruck, wie fremd dir das selbst vorkommt.
der gedanke an eine „entscheidung“ (du schreibst es auch wieder in anführungszeichen) kam zunächst gar nicht aus dir selbst, sondern wurde vom spezialisten thematisiert, erstmals vom untersuchenden arzt. (dazu muss man sich auch klarmachen, dass ärzte ja inzwischen verklagt werden können nach der geburt, und sie sich absichern müssen.)
ich denke: die spezialistin für dein kind bist in erster linie du selbst. und du hast dich auch bereits intensiv auf den weg gemacht und ein forum ausfindig gemacht, wo eltern schreiben, deren kinder mit dieser diagnose leben. nur: die schädigungen bei deinem kind scheinen vielfältiger zu sein und das hat dich zunächst wieder etwas gebremst bei deiner mutigen auseinandersetzung mit allen deinen fragen. wie genau lässt sich denn überhaupt sagen, was auf dich und auf euch zukäme? wie extrem wäre die situation verglichen mit den familien, von denen du bisher weißt? hast du da noch weitere möglichkeiten der recherche?
so wie du dich in dieser situation verhältst – das finde ich sehr gut! du möchtest keine entscheidung aus angst treffen, sondern eine, die gefühlsmäßig und auch ganz realistisch abgesichert ist. du arbeitest sozusagen daran, aus dem angstsog herauszukommen und klarzukriegen, womit du im endeffekt besser leben kannst.
so wie du deine gefühle beschreibst, scheint mir dein wunsch, dein kind zu lieben und großzuziehen gleichzeitig eine große kraftquelle zu sein. die angst würde dann in der wirklichkeit der beziehung zurücktreten. klar, angst hat man ja immer vor etwas, was kommt und wo man nicht weiß, wie das wird. der schmerz nach einer solchen abtreibung hingegen ist wohl kaum zu ermessen. allein, dass du weißt, wie weh dir schon der verlust bei der fehlgeburt getan hat. und woraus du nach solch einem schritt für die verarbeitung schöpfen könntest?
der satz deiner mama klingt gut (frei klingt immer gut! :wink: ) – ich verstehe allerdings nicht so ganz, was sie damit meinen könnte. vielleicht wollte sie sich nicht festlegen – und dich auch nicht, also DICH freigeben?
und dein mann? wie geht es ihm? ist er dir stütze, hilfe, berater, ...?
bleib´ auf jeden fall dran an deinen fragen und lass nicht eher locker, als bis du wirklich sicher bist!

liebe grüße von tizia


23.04.2013, 16:14
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Beitrag Re: 22.SSW mit Wunschkind und nun soll ich abtreiben?!?
Hallo Roey,

du hast auf jeden Fall mein Mitgefühl, eine sehr schlimme Situation. Leider kann ich keine persönlichen Geschichten anbieten, aber du solltest den Spezialisten ausreichend löchern, damit wirklich klar ist, wie groß die Risiken sind.

Roey hat geschrieben:
Diagnose: DiGeorge Syndrom (Deletionssyndrom 22q11), Herzfehler Fallot Tetralogie, eine kaputte Niere, Eileiter und Blase....

Wir haben seit der letzten Untersuchung am Mittwoch öfters mit dem Spezialisten telefoniert und jedes Mal erwähnt er, dass für uns alle nur möglichen Infos gesammelt werden, um uns die "Entscheidung" zu erleichtern, bzw. hat er mich schon vorgewarnt, dass ich mich bald entscheiden muss...

Was sagt er denn, welcher Zustand nach entsprechender Behandlung erreichbar wäre?

Fallout tetralogie scheint relativ oft durch eine OP behebbar zu sein.

Kann er einschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass das Kind doch gesünder ist als es aufgrund jetziger Diagnose den Anschein hat?

Roey hat geschrieben:
Ich weiß nicht, ob es besser ist, ein schwer krankes Baby zu gebären und groß zu ziehen, nur weil ich zu große Angst vor einer Abtreibung habe oder ist es besser eine Schwangerschaft in der 23. oder 24. Woche abzubrechen, weil ich so große Angst habe, ein schwer krankes Kind groß zu ziehen????

Ich weiß, diese Frage kann mir keiner beantworten...


Wäre eine Antwort denn erwünscht?


30.04.2013, 10:51
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