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 1 jahr nach med.Indikation 

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Registriert: 13.08.2006, 03:00
Beiträge: 283
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Beitrag 
Sorry .- habe gerade erst gelesen, dass du schon da bist und Dir geantwortet. Stehe gerade etwas neben mir...


15.03.2007, 00:50
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Beiträge: 36
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Beitrag 
Hallo ihr Lieben,

ich habe 2004 eine Abtreibung nach MI vornehmen lassen. Mein Sohn waere nicht lebensfaehig gewesen. Es war in der 25. SSW, also ziemlich spaet. Vergessen kann man so etwas nie, aber verarbeiten. Ich habe 2006 einen gesunden Sohn bekommen um dann in 2007 erneut einen zu beerdigen.
Ich habe fuer beide Kinder Schiffchen gebaut und diese in einen Gebirgsbach gesetzt. Ich habe sie losgelassen, aber ich werde sie niemals vergessen. Lange Zeit hatte ich auch die Bilder meiner toten Kinder auf meinem Nachttisch stehen. Irgendwann einmal kam mein Mann und hat mir meine beiden lebenden Kinder gezeigt und gesagtich solle doch lieber diese Bilder aufstellen, anstatt mich an etwas zu klammern was nicht mehr sein kann.
Ich war wuetend, enttaeuscht, richtig sauer auf ihn.
ABER! Er hatte Recht, meine lebenden Kinder stehen jetzt auf meinem Nachttisch und das Aufwachen und Einschlafen ist auf einmal viel besser.
Die beiden anderen Bilder habe ich liebevoll in eine Kiste gelegt.
Es sind beides meine Soehne, ich trage sie im Herzen aber meine Tochter und mein Sohn brauchen mich hier und jetzt!
Ich moechte euch mit diesen Zeilen Mut machen. Auch nach einem mißgebildeten Kind, kann man ein gesundes bekommen!

Judith

_________________
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint Exupery)


09.01.2008, 16:06
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Beitrag Danke
Hallo liebe Judith,


Danke für dein Posting.Es ist schön und tut gut auch positives zu lesen.
Es macht irgendwie neuen Mut.
Schön das es Dir dadurch besser geht.Und ich finde es auch richtig.
Es fühlt sich irgendwie gut und richtig an.

Ich habe meine Kinder in der Gedenkecke stehen.Mit Kerzen.Ich finde sie gehören dazu.Und meine lebenden Kinder hängen an der Wand.
Jeder hat seinen Platz in der Familie.
Also ich habe es nicht geschaftt meine beiden weg zu legen.

Aber ich glaube da sind wir ja auch alle sehr verschieden.Jeder sucht sich das richtige für sich aus.
Ich finde es ganz toll von jedem einzelnen zu lesen wie er damit klar kommt.Es bringt einen auch oft auf gute Ideen.Und es hilft so viel von den anderen zu lesen.Mir auf jeden Fall.

Ich wünsche Dir weiterhin alles Liebe und Gute, Sibylle


Liebe Sanny, mir geht es heute besser.Meine kleine ist jetzt 2 Jahre tot.
Ich habe gelernt damit zu leben.Aber es gibt auch immer noch mal Löcher, aus denen ich aber jetzt besser wieder raus komme wie vorher,weil ich gelernt habe wie ich damit umgehen muss.
Oder was ich dann , wenn es wieder so schlimm ist tun kann um das es mir wieder gut geht.Und das klappt immer besser.
Der Verlust wird immer traurig sein und bleiben.Ich habe nur gelernt damit zu leben.Und das braucht alles seine Zeit.Aber es wird besser.Ganz bestimmt.
Ich vermisse Sara Marie sehr.Und auch meine kleine Anissa.
Der Schmerz ist bei beiden der selbe.
Aber die Trauer war ganz anders.
Ich denke weil Sara Marie ein Med.In.AB war.Und Anissa eine Frühgeburt, die leider kurz nach der Geburt verstarb,weil sie erstickt ist.
Sicher weißt Du wie ich das meine.Lieben tue ich beide überalles.Und ich werde sie nie vergessen.
Der Weg der Trauer ist der einzige Unterschied.Wohl weil ich immer noch Schuldgefühle habe wegen des Med.Ab.Obwohl ich weiß das es so richtig war.Das beste für meine kleine.

Ganz liebe Grüsse Sibylle

_________________
.Spuren im Sand vergehen, aber Spuren im Herzen bleiben für immer. Anissa & Sara Marie ich liebe euch von ganzem Herzen.In Liebe eure Mami die euch nie vergessen wird.


14.01.2008, 14:15
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Beitrag 
hallo sybille!
es freut mich dass es dir besser geht. ich war so lange nicht im forum und bin ganz erstaunt, wie es hier aussieht. bei mir ist der abbruch jetzt ein jahr her und die zeit war noch mal schwer. vergessen und aufhören zu lieben wird man nie. das ist auch gut so. ich habe auch noch meine kleine gedenkecke. die schuldgefühle kenn ich auch, meine vernunftsendscheidung ist noch immer nicht so recht in meinem herzen angekommen. aber es wird besser!
ganz liebe grüsse
sanny


02.02.2008, 03:03
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Beitrag Mama ich lebe....
Mama ich lebe
Mama, ich lebe - in einer anderen Welt,
hier zählt nur Liebe, kein Gold und kein Geld!
Mama, ich lebe - nur anders als auf Erden,
wisse, hier wird jeder glücklich werden.
Mama, ich lebe - bin immer noch da,
sprich mit mir, denn ich bin dir ganz nah!
Mama, ich lebe - und ich liebe dich so,
denn die Liebe die bleibt und macht mich so froh!
Mama, ich lebe - und schenk mir Vertrauen,
es gibt für uns ein freudiges Wiederschauen!
Mama, ich lebe - und wünsch' mir von dir,
dass du dein Leben lebst, ich seh' es von hier!

Spuren im Sand vergehen, aber Spuren im Herzen bleiben
für immer.

Sibylle mit Anissa & Sara Marie für immer tief im
Herzen
und stets in Gedanken.Hab euch so lieb.Bussi eure Mami
die euch nie vergißt und für immer ganz doll lieb hat.

_________________
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29.04.2008, 21:43
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Beitrag 
:cry:

ist das schön!!!


29.04.2008, 22:22
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Registriert: 03.10.2006, 03:00
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Beitrag Ja es ...
Hallo :)

Ja das finde ich auch.
Dachte ich stelle es mal ein.
Ich empfinde es als trost und es gibt mir irgendwie Hoffnung.

Wünsche euch allen einen sonnigen Tag.

Lieben Gruss Sibylle 8)

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30.04.2008, 14:36
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Beitrag Pfui
Pfui echt das allerletzte soetwas hier einzustellen.Perverse Idioten.
Geht an einen geeigneten Platz.Echt ecklig. :evil:

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07.05.2008, 15:51
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Beitrag Trost
Trost

Wenn Trauer fest die Arme
um Deine Seele schlingt,
der Kummer still und leise
tief in Dein Herz eindringt.

Wenn viele heiße Tränen
benetzen Dein Gesicht,
und Deine trüben Augen
verlieren jede Sicht.

Wenn tief in Deinem Körper
das Leid Dich fast zerreißt,
Du langsam kannst verspüren
wie alles kalt vereist.

Dann schau hinauf zum Himmel
such Dir den hellsten Stern,
hör wie er leise flüstert
ein Engel hat Dich gern.

Der Kummer wird verfliegen
die Tränen Dich befreien,
ein Engel sanft Dich tröstet
im hellen Lichter - schein.

Spuren im Sand vergehen, aber Spuren im Herzen bleiben für immer.

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23.05.2008, 01:16
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Beiträge: 26
Wohnort: wolfsburg
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Beitrag 
hi meine liebe ich hatte einenmedizinischen AB in der 20 woche du bist nicht allein ...

meld dich einfach ...

sweetsinchen


21.07.2008, 00:29
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Beitrag 
die Gedichte und Sprüche sind sooo schön, dass ich erst recht heulen muss. Werds mir abschreiben (hoffe ich darf das) und in mein Buch für meinen Engel kleben. Ich hab nämlich so ein Buch für meinen Engel angelegt, wo ich immer Gedichte hineinschreibe und Bilder hineinklebe als Erinnerung an meinen Engel!


10.08.2008, 17:49
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Beiträge: 223
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Beitrag Hallo Du liebe
Ja natürlich darft du sie abschreiben für deinen geliebten Engel.
Ich muss auch weinen , wenn ich solche Gedichte lese.


Wünsch Dir alles liebe und viel Kraft.

War eine Weile nicht hier, sorry deswegen erst jetzt meine Antwort. :)


Lieben Gruss Sibylle

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27.09.2008, 18:06
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Beitrag Wir können....
Wir können die Ängste des anderen nicht tragen
ihn nicht von seinem Schmerz befreien
die Last der Vergangenheit nicht nehmen
die Trauer aus dem Herzen nicht verbannen
vor Einsamkeiten nicht bewahren.
Doch wir können einander
die Hand reichen,
damit Angst und Schmerz und Belastung
uns nicht überwältigen und erdrücken.
Wir können uns mit der
Aufmerksamkeit und Achtung begegnen,
dass nichts zu schwer ist,
als dass wir es nicht voreinander zeigen dürften.

Hallo Ihr lieben !
Das finde ich sehr treffend und schön.

Schön das es euch gibt.

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04.10.2008, 06:25
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Beitrag Ich werde leben
Ich werde leben,
solange euer Herz schlägt.
Ich werde leben,
solange ich bei euch einen Platz im Herzen habe.
Ich werde leben,
solange ihr euren Weg geht.
Ich werde leben,
solange in eurem Leben ein Lächeln erscheint.
Wenn ihr mich sucht,
dann sucht in eurem Herzen.
Wenn ihr mich dort findet,
dann lebe ich in euch weiter.

Du gingst,
ohne dass ich mich verabschieden konnte,
hinterließt eine unendliche Leere,
die niemand füllen kann.
Ich stand an Deinem Grab,
doch ich konnte nicht glauben, dass Du darin liegst.
Ich ersticke an dem Schmerz, an den Tränen.
Niemand, so scheint es, kann diesen Schmerz mildern,
denn niemand wird Dich je ersetzen.
Doch der Schmerz wird verblassen,
irgendwann,
denn ich werde begreifen,
dass Du für mich niemals sterben kannst,
weil Du in meinem Herzen ewig lebst!

Hätte ich einen Wunsch frei, einen Traum,
der wahr werden könnte;
Ich würde Gott von ganzen Herzen um das Vergangene
und um Dich bitten.

Tausend Worte können Dich nicht wiederbringen
- ich weiß das -
weil ich es versucht habe.

Auch tausend Tränen können das nicht
- ich weiß das -
weil ich sie geweint habe.

Zurückgelassen hast du schöne und glückliche
Erinnerungen.
Aber ich wollte nie Erinnerungen.

*** Ich wollte nur dich ***

_________________
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04.10.2008, 06:26
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Beitrag Der Weg der Trauer
Der Weg der Trauer

Der Moment, an dem wir unser Kind gehen lassen mussten,
ist der Moment der Geburt unserer Trauer.
Und wie ein Neugeborenes verhält sie sich auch. Sie
füllt unser ganzes Wesen aus, unseren ganzen Tag, unser
ganzes Dasein. Wie ein Säugling den ganzen Tag von uns
getragen wird, tragen wir die Trauer 24 Stunden. Wir
spüren ihr Gewicht körperlich in Form von Schmerz. Die
Trauer liegt auf unserer Brust, nimmt uns die Luft zum
Atmen, und trinkt unsere Energie. Es gibt nichts
Anderes in dieser ersten Zeit, nur den Schmerz, die
Kraftlosigkeit, die Trauer.

Aber ein Säugling entwickelt sich, zunächst unmerklich,
dann mit kleinen Sprüngen. Plötzlich kann es von der
Mutter wegrobben, eigenes Terrain entdecken. Es wird
nicht mehr 24Stunden am Tag an der Brust getragen, will
das auch nicht. Es braucht noch immer sehr viel
Körperkontakt, aber auch Freiraum. Und irgendwann
schläft es zum ersten Mal durch.
Und unsere Trauer: Verblüfft stellen wir fest, daß wir
die Trauer zwar noch ständig spüren, daß der
körperliche Schmerz aber Pausen macht, Pausen an denen
man zwar noch sehr intensiv trauert, aber wieder atmen
kann. Die Lebensenergie wird nicht mehr unendlich
abgezogen, Kleinigkeiten des Alltags sind uns wieder
möglich. Manche Mütter können das erste Mal nach langer
Zeit wieder nachts schlafen, bei Anderen waren (wie bei
manchen "lebenden Kindern") die Nächte
eigentlich kein so großes Problem. Wieder ist das
"Schlafenkönnen" nicht das Maß unserer Trauer
oder gar unserer Liebe zu unseren Sternchen.

Dann kommt das Kind in den Kindergarten. Am Anfang
macht sich die Mutter große Sorgen, denkt die ganzen 4
Stunden ununterbrochen an ihr Kind. Manche Kinder fällt
der Übergang leicht, andere klammern. Liebt eine Mutter
ihr Kind weniger, wenn sie das Kind losläßt und geht?
Natürlich nicht. Liebt eine Mutter ihr Kind weniger
oder mehr, wenn das Kind mit 5 Jahren mehr oder weniger
Körperkontakt braucht? Natürlich nicht. Und nach dem
Kindergarten kommt das Kind in die Arme der Mutter
geflogen, holt sich die Geborgenheit die es braucht,
und will erzählen
Genauso ist es mit unserer Trauer. Nicht einschneidend,
aber schleichend, gibt es Momente, an dem wir die
Trauer nicht spüren, an dem wir vielleicht über Witze
lachen können, einen Kuschelabend mit unserem Partner
verbringen oder richtig aufmerksam einen Film ansehen
können, ohne ständig an unseren Verlust zu denken. Und
wie bei den lebenden Kindern, so ist diese Entwicklung
auch bei unseren Engelchen bei jedem anders. Aber die
Liebe ist immer die Gleiche. Und der Schmerz kommt dann
auch zurück, genauso nah genauso heftig wie man es
schon gewöhnt ist.

Manchmal bekommt das Kind ein Geschwisterchen. Es ist
eifersüchtig, weil das neue "Neugeborene"
mehr Zeit und körperliche Nähe beansprucht, fühlt sich
vom Thron gestoßen und fällt in alte Babygewohnheiten
zurück.
So kann es auch unserem Trauerkind gehen, wenn ein
Folgekind kommt. Schon in der Schwangerschaft stellt
sich oft die körperliche Trauer ein, diesmal verbunden
mit Angst. Und ist das Folgebaby erst einmal da, spüren
wir den vorwurfsvollen "Blick" unseres
Trauerkindes, manchmal wie körperlich "Und ich?
Für mich hast Du keine Zeit mehr, liebst Du mich nicht
mehr?", und wir bekommen ein schlechtes Gewissen,
glauben eine schlechte Mutter zu sein, die ihr totes
Kind vernachlässigt.
Irgendwann hat sich aber alles eingespielt. Das
Trauerkind merkt, daß es auch Zeit für es gibt, daß es
nicht vergessen ist. Auch das Folgekind lernt, daß noch
ein Geschwisterkind auch die Liebe seiner Eltern mit
beansprucht. Es wird zum Grab mitgenommen und wenn es
älter wird, werden ihm Fotos gezeigt und es wird ihm
erklärt, was passiert ist. So wie Geschwister ganz
selbstverständlich miteinander groß werden, lernt auch
das Folgekind, daß das Sternenkind das Trauerkind bei
seinen Eltern gelassen hat, an seiner statt. Und da
auch bei der größten Geschwisterliebe Streit
unvermeidlich ist, werden auch da Machtkämpfe um die
elterliche Aufmerksamkeit nicht ausbleiben. Manchmal
ein schlechtes Gewissen, wenn man sein Folgekind
richtig glücklich anlacht, dann wieder wird das
Folgekind zum "Kasper" oder
"Haustyrann" wenn es merkt, daß Mama "zu
lange" heute so still und nachdenklich ist. Aber
irgendwie gibt es dann auch schnell wieder Versöhnung.


Dann kommt das Kind in die Pubertät, lehnt sich gegen
die Eltern auf, es gibt Zoff. "Laß mich in Ruhe.
Du hast mir überhaupt nichts zu sagen" etc. Die
Liebe der Mutter wird ausgetestet bis zum geht nicht
mehr, aber sie ist (meistens) immer noch da, auch wenn
viele Jugendliche den Kontakt zu ihren Eltern fast ganz
ablehnen, die Türen verschließen.
Und unser Trauerkind: Jetzt passiert es zum ersten Mal,
daß wir z.B. einen Kinderwagen ansehen, hineinschauen
und das Baby bewundern, wartend auf das so bekannte
Gefühl des Schmerzes- und es kommt nicht. Wenn das zum
ersten Mal passiert, erschrecken wir uns
wahrscheinlich, denken "Ich liebe mein Baby nicht
mehr. Ich spüre den Schmerz nicht. Was bin ich für eine
Rabenmutter". Aber die Trauer will nicht mehr
"abrufbar" sein. Will einfach nicht mehr
irgendwelchen Ritualen und Signalen gehorchen, will
kommen und gehen, wann es ihm passt. Jetzt kann es
sein, daß man von heftiger Trauer mitten in der Nacht
geweckt wird, was wahrscheinlich schon lange nicht mehr
passiert ist. Wie ein Jugendlicher, der nachts um 3
beschließt seiner Mutter doch von seinem Liebeskummer
zu erzählen.

Dann irgendwann ist das Kind erwachsen, verlässt das
Elternhaus. Stirbt damit die Liebe der Mutter? Nein.
Nach einer Eingewöhnungszeit fängt die Mutter an, ihr
Leben wieder ganz so zu leben, wie sie es möchte. Sie
liebt ihr Kind, aber es ist aus dem Haus. Und jedes
Kind ist anders. Einige rufen ihre Mutter 2 mal die
Woche an, einige lassen sich noch eine Weile die Wäsche
waschen und sie sehen sich häufig, wieder andere melden
sich nur zu Weihnachten und Neujahr. Aber die
Mutterliebe bleibt.

Und die Trauer. Auch die zieht irgendwann vielleicht
aus, nur das warme Gefühl der Liebe zu diesem Kind
bleibt. Und der gelegentliche Anruf, das gelegentliche
Gefühl, das an den alten Schmerz erinnert, aber doch
ganz anders ist.

Und wie es bei lebenden Kindern sein kann, daß auch
nach vielen Jahren, die erwachsene Tochter mit einem
Koffer in der Hand in der Tür steht, weinend in die
Arme der Mutter fliegt und erst einmal wieder für ein
halbes Jahr zurück ins alte Kinderzimmer zieht, kann
auch unser Trauerkind zurückkommen, mal für einen
Kurzbesuch, dann vielleicht sogar für eine ganze Phase.
Aber ob das nun passiert oder nicht, die Mutterliebe
ist die Gleiche.

Jedes Kind entwickelt sich anders. Einige lernen erst
mit 2 Jahren laufen, andere ziehen schon mit 16 von zu
Hause aus. Wir können das nur bedingt beeinflussen und
es ist nicht das Maß unserer Liebe wie schnell oder gut
sich ein Kind entwickelt. Es steckt auch in ihm.
Und jedes unserer Trauerkinder entwickelt sich nach
seinem Tempo, mit seinen Fortschritten und
Rückschlägen. Wir können mit Therapien und Gesprächen
(wie zum Beispiel durch dieses Forum) versuchen die
Entwicklung zu unterstützen, aber ganz steuern können
wir sie nicht.

Es ist nicht das Maß unserer Liebe zu unseren
Sternchen, wie wir trauern; körperlich oder seelisch,
24 Stunden oder in Schüben. Alles hat seine Zeit. Und
die "Entwicklungszeit" unserer Trauerkinder
läßt sich nicht in Erdenzeit messen. Manche sind schon
nach wenigen Monaten "Schulkinder" andere
sind noch nach Jahren in der "Säuglingsphase"


Menschen die wir lieben bleiben für immer,denn sie
hinterlassen ihre Spuren in unseren Herzen.
Sibylle mit Anissa & Sara Marie für immer tief im
Herzen.
Schmerzlich vermissend.In Liebe eure Mami


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04.10.2008, 06:27
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