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 Ich will sie nicht verlieren 

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Beitrag Ich will sie nicht verlieren
Hallo zusammen,
ich habe bisher viel in diesem Forum gelesen und das macht alles nur noch schwieriger. Meine/unsere Situation ist aber auch sehr komplex ich hoffe trotzdem auf Kommentare, Anregungen und Meinungen von euch.
Was bisher geschah: Ich habe meine Frau vor 12 Jahren kennen gelernt und 2 Jahre später geheiratet. Wir haben bis vor kurzem eine wunderbar glückliche Ehe geführt, die von Vertrauen und Rücksicht geprägt war. Wir haben das Glück 3 gesunde Kinder unser Eigen nennen zu dürfen. Alles war Gut bis sich vor ca. 1 - 2 Jahren der Alltag einschlich und wir uns für ein Abenteuer entschlossen. Da wir beide vor der Ehe nicht viel Erfahrung mit Sex hatten, gaben wir uns gegenseitig das Einverständnis fremd zu gehen. Es sollte sich halt wirklich nur um Sex handeln. Da meine Frau sehr attraktiv ist, dauerte es nicht lange bis sie jemanden fand. Da es sich um einen Bekannten von uns handelte konnten wir zu 3 vorher über alles reden und die Grenzen abklären. Es sollte auf 2-3 mal beschränkt sein und ohne Konsequenzen für alle sein. Doch leider kam es anders, aus den 2-3 wurde 8,9,10... mal und hinzu kamen die Nächte in den sie anstatt mit mir zu reden, mit ihm sms tauschte. Doch irgendwann war es mir zuviel und ich ging erst zu ihm und machte ihm deutlich das es reicht. Auch mit meiner Frau redete ich Klartext und sagte, dass ich keine weiteren Treffen mehr ertragen könnte.
Leider war es zu spät. Ca eine Woche später wachte ich morgens auf weil meine Frau neben mir heulte. Sie sagte mir sie habe sich in ihn verliebt und könne nicht mehr ohne ihn. Gleichzeitig beteuert sie das sie mich nicht weniger lieben würde. Sie verglich das mit unseren Kindern, nur weill unser 2. Kind zur Welt kam haben wir ja nich aufgehört unser 1.Kind zu lieben. Ebenso beim 3. Kind. Auch wenn ich verletzt war konnte ich meine Frau verstehen, ausserdem liebte ich sie und wollte sie nicht verlieren. Ich willigte also ein, dass sie ihn wider sehen könnte. Jedoch sollte es nicht mehr intim werden oder nur sehr,sehr selten. Allerdings konnte oder wollte sie nicht von ihm lassen und aus dem sehr sehr selten wurde fast jede Woche.
Darauf hin kam es zum grossen Streit, bei dem ich ihr sagte ich könne das nicht mehr ertragen und würde sie verlassen.
Das jedoch war das letzte was sie wollte und sie konnte die Vorstellung nicht ertragen. Sie sah keinen anderen Ausweg mehr als sich das Leben zu nehmen. Sie verliess das Haus und wollte von einer nah gelegenen Autobahnbrücke springen. Mit Hilfe der Polizei gelang es mir sie von der Brücke zu holen und ich versprach ihr bei ihr zu bleiben um gemeinsam eine Lösung zu finden.
Doch heute 2 Wochen später ist eine Lösung nicht mehr in Sicht. Vor 3 Tagen kam meine Frau zu mir um mir zu sagen das sie schwangwer ist. Da ich mich nach unserem 3. Kind, vor 3 Jahren, steriliesieren ließ komme ich als Vater nicht in Frage.
Das Kind ist von ihm!!
Meine Frau hat ihn darüber informiert und natürlich will er das sie abtreibt. Fall sie es bekäme würde er zwar dazu stehen, aber da seine Frau von der ganzen Sache nichts weiss wäre das für ihn eine Katastrophe, weswegen er das Kind auch nicht nehmen oder lieben könnte.
Meine Frau und ich waren und sind eigentlich schon immer gegen Abtreibung, vor allem da wir schon mal so etwas in der Art erlebt haben. Meine Frau war vor unserem 1. Kind schon mal schwanger. Jedoch hat das Herz des Kindes in der 10 Woche aufgehört zu schlagen, worauf es keine andere Wahl gab als es zu entfernen.
Schon damals als es medizinich notwendig war und der Embryo bereits tot war zerbrach etwas in ihr, was sehr lange gebraucht hat um zu heilen. Daher möchte sie das Kind auch am liebsten bekommen.
Sie ist sich bewusst das damit einiges in die Brüche geht. Angefangen mit seiner Ehe sowie eventuell auch unsere.
Meine Frau hat die Idee einer Patchwork Familie in der das Kind bei uns aufwächst und gelegntlich seinen leiblichen Vater besucht.
Jedoch zweifle ich an dieser Idee. Zum einen hat der leibliche Vater bereits gesagt das er es nicht annehmen will und zum anderen steht dieses Kind für die Liebe meiner Frau zu einem andern Mann und ich glaube nicht das es mir gelingen würde ihm die Liebe und Zuneigung zu geben, die ich auch meinen Kinder entgegen bringe. Es bliebe mir keine andere Wahl als sie nach der Geburt und dem Wochenbett zu verlassen. Auch glaube ich nicht das meine Kinder ihr neues Halbgeschwisterchen annehmen würden.
Hinzu kommt wie wird sich dieses Kind entwickeln. Vom leiblichen Vater verstossen, in der Familie nicht wirklich angenommen? Sind unter diesen Vorraussetzungen psychiche Probleme des Kindes nicht vorprogramiert? Oder anders kann dieses Kind überhaupt glücklich werden?
Wenn man all dise Faktoren betrachtet bleibt eigentlich meiner Meinung nach nur die Abtreibung. Ich weiss aber das meine Frau daran zerbrechen wird und damit auch unsere ganze Familie.
Ich weiss nicht mehr weiter! Ich weiss nur das ich meine Frau immer noch über alles Liebe und ihr am liebsten diese schwere Entscheidung abnehmen möchte. Vielleicht habt ihr ja ein Rat für mich, vielleicht habe ich ja einen Ausweg übersehen. Wir haben uns fürs erste dazu entschlossen professionelle Hilfe bei einer Schwangerschaftsberatung zu suchen. Da meine Frau erst in der 5 Woche ist haben wir auch noch ein wenig Zeit.
Danke


10.12.2017, 14:47
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Beitrag Re: Ich will sie nicht verlieren
Hallo,

ich bin ganz bewegt von eurer Situation, die du hier beschreibst. Ihr habt euch gemeinsam auf dieses „Abenteuer“ eingelassen und gleichzeitig hatte es niemand so wirklich in der Hand, was alles daraus entstehen kann und wird.
Wenn du schreibst, dass eure Ehe immer schon von Vertrauen und Rücksicht geprägt war, dann möchte ich dir sagen: Genau das merkt man. Auch jetzt. Das ist die zentrale Basis, die dich und deine Frau verbindet- und die niemand toppen kann. Ich finde es bemerkenswert, wie offen sie mit dir über alles reden konnte und umgekehrt- wie offen du deine Punkt benennen konntest.
Das spricht sehr für die „Qualität“ eurer Ehe. Und eure Liebe. :!:
Die ist da. Und das ist die Ausgangsbasis- auf der ihr gerade steht, trotz der schweren Konstellation.

Ich glaube, was jetzt gerade ganz ganz wichtig ist, dass jeder erstmal den anderen darin so stehen lässt, wie er zur gesamten Situation denkt und empfindet. Vielleicht gibt es gerade noch keine schnelle Lösung. Und eine Antwort auf alles. Ihr wisst noch nicht sehr lange von der Schwangerschaft und ja, wie du schon sagst, ihr habt Zeit. Und somit auch handlungsspielraum.
Du bist deiner Frau sehr zugewandt und du „siehst“ sie- denkst fürsorglich an sie und auch an das ungeborene Kind.
Obwohl du selbst für dich nach einer Lösung ringst. Und aktuell noch nicht weißt, was das für dich und euch als Familie bedeuten kann und wird.
Was du schon jetzt weißt ist, dass deine Frau an einer Abtreibung zerbrechen würde. Dafür kennst du sie zugut.

Und spontan denke ich: ja, das wäre dann endgültig.

Was wäre denn jetzt gerade für dich das allerschlimmste?
Und auch mal anderes gefragt: Wie wäre dir geholfen, damit du in deinen ganzen Fragen weiterkommst?

Ganz liebe Grüße an dich,

Milena


11.12.2017, 13:21
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Beitrag Re: Ich will sie nicht verlieren
Hallo ....!
Mit Ehemann kann ich dich nicht ansprechen ;-)
Für dich ist es im Moment einfach DIE Bezeichnung. Der Kern deiner Person.
Für jeden von euch beiden ist das Wichtigste, einander nicht zu verlieren: Du willst deine Frau keinesfalls verlieren und sie dich nicht.
Die Aussicht auf diesen Verlust trieb deine Frau schier in den Suizid.
War es eine Kurzschlusshandlung? Oder gab es schon eher Anzeichen oder eine Neigung bei ihr?
Dass sie zu dem Zeitpunkt schon von der Schwangerschaft wusste oder es ahnte, kann nicht sein, oder??

Ich frage mich jetzt, wie denn die Tage seit dem Suizidversuch verlaufen sind. Ob sie stabil geworden ist, von sich aus. Unter deiner Fürsorge. Oder ob ihr ärztlichen Beistand habt?

Jetzt ist es für dich zunächst mal eine gewisse Ratlosigkeit oder sogar Aussichtslosigkeit. Denn du willst deine Frau keinesfalls verlieren. Du weißt einerseits, dass sie an einer Abtreibung zerbrechen würde, obwohl das für dich das einzig Denkbare ist. Aber sie würde auch daran zerbrechen, dass du sie verlassen würdest, sobald sie das Kind bekommen hat, falls sie sich durchsetzt gegen deine jetzige Sicht der Dinge.
Ich denke fast, die „Stellschraube“ liegt jetzt bei dir. Du hast die Möglichkeit, dich zur Situation einzustellen, etwas zu versuchen, was dir zwar unmöglich scheint und eure Beziehung doch retten könnte: Das Kind anzunehmen und den anderen Mann damit auszuschließen.

Wofür das Kind steht? Eben nicht unbedingt für den anderen Mann. Vielleicht eher für eure gemeinsame Rückkehr zueinander mit der Erinnerung, dass das Experiment mit der außerehelichen Beziehung nicht aufgegangen ist. Aber dass „aufgerundet“ werden kann.
Das Interesse am anderen Mann (und seines an ihr) wird wohl mit dem Wachsen des Kindes verschwinden und dafür würde eure Liebe und euer Interesse aneinander wieder wachsen können. Es ist optimistisch und hoffnungsvoll gesehen. Ja.
Wüsstest du eine bessere Lösung, eine konstruktivere?

Das Risiko auf den gegenseitigen Verlust oder auf ein Kind seid ihr gewissermaßen eingegangen.
Vom „Spiel mit dem Feuer“ „nur“ ein Kind abzubekommen, scheint mir in dieser Situation noch gnädig.
Das Kind würde leiblich halb zu eurer Familie gehören (wie es auch aus einer vorausgegangenen Beziehung sein könnte).
Und es lässt sich nicht mal ausschließen, dass es dein Kind ist. Denn selbst bei Sterilisation ist Zeugungsfähigkeit nicht 100%ig auszuschließen.

Eine gute Beratung ist für deine Frau jetzt sicher wichtig. Und auch Zeit. Denn unter Druck wird es nicht gut.
Und es sollte auch Raum für dich sein, denn der Teil „Paarberatung“ sollte nicht fehlen! Du brauchst auch Orientierung, Klarheit, Halt und kannst das alles nicht nur geben.
Es wird Zeit brauchen, bis ihr das Durchlebte verarbeiten könnt.

Kannst du mit der Antwort etwas anfangen?
Du hattest nach einem vielleicht übersehenen Ausweg gefragt. Ich habe es versucht.
Liebe Grüße von Tizia


11.12.2017, 20:49

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Beitrag Re: Ich will sie nicht verlieren
Hallo,
weil ich hier auch mitgelesen und fast die Luft angehalten habe, wollte ich einfach gerne fragen, wie es dir jetzt geht. Und deiner Frau nach dem Suizidversuch. Haben dich die Antworten hier schon ein bisschen weiter sehen lassen?! Vielleicht seid ihr in eurem Miteinander ein Stückchen weiter gekommen. Oder wart bei der Schwangerenberatung. Oder der Ausweg ist noch nicht in Sicht und ihr haltet noch aus.
Du bist der Mann, der weiß, dass sie an einer Abtreibung zerbrechen würde. Du willst sie nicht verlieren. Es ragt über allem und beeindruckt tief. Die Liebe macht vieles möglich und ist vielleicht das Stärkste jetzt.
Falls du noch hier liest, magst du nochmal schreiben?
Liebe Grüße!


13.12.2017, 18:59
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Beitrag Re: Ich will sie nicht verlieren
Hallo,
weil ich hier auch mitgelesen habe, wollte ich einfach gerne fragen, wie es dir geht. Und deiner Frau nach dem Suizidversuch. Haben dich die Antworten hier schon ein bisschen weiter sehen lassen?! Vielleicht seid ihr in eurem Miteinander ein Stückchen weiter gekommen. Oder wart bei der Schwangerenberatung. Oder der Ausweg ist noch nicht in Sicht und ihr haltet noch aus.
Du bist der Mann, der weiß, dass sie an einer Abtreibung zerbrechen würde. Du willst sie nicht verlieren. Es ragt über allem und beeindruckt tief. Die Liebe macht vieles möglich und ist vielleicht das Stärkste jetzt.
Falls du noch hier liest, magst du nochmal schreiben?
Liebe Grüße!


13.12.2017, 20:10
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Beitrag Re: Ich will sie nicht verlieren
Hallo,
erst einmal vielen Dank für die Antworten, leider komme ich erst jetzt dazu alles zu lesen.
Meine Frau ist jetzt Mitte der 7 Woche und wir waren gestern zum 2. mal bei Profamilia. Obwohl der dortige Therapeut wirklich gut war und viele neue Blickwinkel aufgezeigt hat, sind wir keinen Schritt weiter. Wir haben und den Beratungsschein erhalten und ich werde für Anfang Januar einen Termin in der Klinik versuchen zu bekommen. Jedoch weiß ich nicht ob wir diesen Termin dann auch nutzen werden. Gleichzeitig versuche ich einen Termin für eine Paarberatung zu bekommen jedoch bisher ohne Erfolg. Ich hoffe das wir vor dem Termin in der Klinik noch mit der Paarberatung reden können. Wahrscheinlich wird dieser erste Termin uns allerdings auch keine Lösung bringen.

@Milena
Du hast gefragt was das aller schlimmste jetzt wäre?
Ich denke das Schlimmste wäre wenn der Streit zwischen meiner Frau und mir eskalieren würde und wir nicht mehr gemeinsam nach einer Lösung suchen könnten. Dann wäre alles aus.
Wie wäre mir geholfen damit ich in meinen Fragen weiterkomme?
Dazu bräuchte ich einen Blick in die Zukunft.

@Tizia
Der versuchte Suizid meiner Frau kam sehr überraschend, sie hatte bisher keine dafür sprechenden Anzeichen gezeigt. Vielleicht ahnte sie bereits etwas von der Schwangerschaft und mit unserem Streit, der Abfuhr seitens ihrem Liebhaber sowie einem insgesamt schwerem Tag war es einfach eine Kurzschlusshandlung.
So hat es auch der Psychiater gesagt zu dem sie am darauf folgenden Tag musste. Dies war eine Auflage der Polizei gewesen. Er hat sie als nicht mehr akut gefährdet gesehen, ihr aber nahe gelegt sich Hilfe zu suchen um mit allem besser fertig zu werden.
Wofür steht das Kind? Ich denke auch nicht mehr für den anderen Mann, jedoch für die Liebe zwischen meiner Frau und ihm. Das Problem in mir ist das jedes Mal wenn ich an das Kind denke oder das Ultraschallbild sehe, der Schmerz den ich empfand als meine Frau wegen ihm heulend neben mir lag wieder da ist. Ob dies sich jemals ändert kann ich nicht sagen.
Hinzu kommt das das Kind irgendwann erfahren muss das ich nicht der Vater bin. Es wird ihn kennen lernen wollen um seine Wurzeln zu erkennen. Wie soll das gehen?
Aber du hast Recht eine bessere Lösung als das Kind anzunehmen habe ich auch nicht. Jedoch weiß ich nicht wie ich das schaffen soll.

Ich danke euch für eure Anteilnahme und Lösungsversuche. Ich werde weiter schreiben wenn es etwas Neues gibt.
Danke


19.12.2017, 12:47
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Beitrag Re: Ich will sie nicht verlieren
Hallo,

ja den berühmten Blick in die Zukunft, gibt es leider nicht... und dennoch musste ich dran denken: Du bist mit deiner Frau schon längst Schritt für Schritt unterwegs.... also in einem „FortSchritt“.
Echt sehr sehr gut, welche Hilfe ihr euch von Außen holt... und ich kann verstehen, dass es für dich ein Schmerz ist, wenn du an das Kind denkst... und ich finde, das darf es auch. Und bedeutet nicht automatisch ein „NoGo“...sondern es braucht einfach Zeit. Ich glaube echt, dass Zeit ein Schlüssel ist, für dich, zum Ordnen, zu Vergeben, zum Klar werden... die „schnelle Lösung“ gibt es wahrscheinlich nicht... und nach der haltet ihr auch nicht Ausschau, ganz im Gegenteil: Ihr schafft euch eine Perspektive im „gemeinsamen dadurch gehen“ !!!

Verbringt ihr auch Weihnachten zusammen?
Ich wünsche euch von Herzen eine gute Weihnachtszeit- trotz allem...
Gib die Hoffnung nicht auf,
Milena


22.12.2017, 13:24
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Beitrag Re: Ich will sie nicht verlieren
Hallo und ein gutes Neues Jahr dir und deiner Frau, euch als Familie!
Dieser Wunsch hat für euch dieses Jahr eine besondere Bedeutung. Eine tiefe. Du hast noch nicht weiter geschrieben – also nichts „Neues“. Darf man annehmen, dass ihr diese viele besonderen Tage gut miteinander erleben konntet? Dass Frieden einkehrte und ihr Ruhezeiten wie Balsam für eure verwundeten Seelen erleben konntet?
Dann hattet ihr (oder eher du hast dich darum gekümmert) Termine vor, gleich in diesen ersten Tagen des Jahres. In der Klinik, evtl. doch für eine Abtreibung. Und für eine Paarberatung. Letzterer ist leider nicht so leicht zu bekommen. Aber in jeden Fall wichtig für euch. Und genauso wichtig, dass deine Frau für sich allein eine Gesprächsmöglichkeit findet, eben: um mit allem fertig zu werden. Oder besser: aus allem das Beste zu machen. Es braucht für sie mit Sicherheit noch Stabilisierung. Das war richtig, dass ihr erstmal ein Gespräch „verordnet“ wurde. Und dabei dann auch darauf hingewiesen wurde, dass sie weitere Stärkung braucht.
Wie geht es euch denn miteinander? Könnt ihr wieder Kraft ziehen aus euren guten Zeiten? Könnt ihr in Ruhe sprechen, euch eure Liebe zeigen – oder ist die Neigung zu Streit oder Schweigen stark da?
Ich kann deinen Schmerz verstehen. Es wird brauchen. Du kannst noch nicht absehen, ob sich das ändert. - Mir hilft bei heftigen Gefühlen immer ein Satz (der ist aus einer bestimmten Beratungsrichtung und sehr verbreitet, glaube ich): "Was ist, darf sein. Was sein darf, verändert sich." – Also: gegen Gefühle ankämpfen, lohnt sich nicht. Sie sind da. Und sie lassen nach, wenn man sie „sein lässt“. Dann können andere Gefühle kommen. Bisschen wie in einem Garten: Da wächst es einfach nebeneinander. Die Blüten ziehen unsere Blicke an.
Wenn ich an den Beginn eurer mühsamen Zeit zurückgehe: Da war so etwas wie „ein Gefühl wollen“. Glück und gutes Gefühl lässt sich aber nicht „machen“. Es kommt mit, wenn man etwas gut macht. Ich glaube, es wäre gut für euch alle, wenn ihr dieses Kind sein lasst. Also: bei euch sein lasst. Und dann Schritt für Schritt geht. Was dir unmöglich erscheint, ist lernbar und lebbar. Du wirst Entdeckungen machen bei dir und bei anderen: was alles möglich ist, wenn man eine Krise durchwandert.
Schreib´ doch wieder mal, wie es euch geht!
Liebe Grüße von Tizia


03.01.2018, 14:19
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