Aktuelle Zeit: 16.11.2019, 00:45




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 
 Ich hätte noch ein Geschwisterchen 

Werbung wird nicht durch www.nachabtreibung.de bereitgestellt, sondern durch Google.
Autor Nachricht

Registriert: 30.11.2007, 15:14
Beiträge: 5
Wohnort: Berlin
Mit Zitat antworten
Beitrag Ich hätte noch ein Geschwisterchen
Ich weiss gar nicht genau wo ich anfangen soll. Es ist schon 7 Jahre her, aber es nagt immer noch an mir.
Vor ca. 7 Jahren wurde meine Mutter schwanger ich war schon 18 (machte gerade Abitur) und mein Bruder 15 Jahre alt. Ich habe es eigentlich nur zufällig herausgefunden, da ich meine Mutter aufgelöst im Keller gefunden habe und sie weinend mit meinem Vater telefoniert hat. Abends haben die beiden dann mit mir darüber gesprochen, dass meine Mutter schwanger war. Da es für meine Eltern eine schwere Zeit war, (Vater wurde abreitslos, wir wohnten mit meinen Grosseltern zusammen etc.), konnte ich ihre Situation verstehn, obwohl ich mich riesig gefreut habe.
Letztendlich hat meine Mutter kurz darauf abgetrieben. Mein Bruder weiss bis heute nichts davon, aber ich muss immer noch daran denken.
Meinen Eltern ist es sehr, sehr schwer gefallen diesen Schritt zu tun, vor allem da gerde unsere Nachbarin schwanger war. Doch die finanzielle Situation und meine Mutter war schon etwas älter (Gesundheitl. Risiko) gab meinen Eltern keine andere Wahl.
Wenn ich meine Nachabrin mit ihrem Sohn sehe, muss ich immer daran denken, das meine Schwetser oder mein Bruder fast genauso alt wäre.
Für mich war es sehr schwer, da wir gerade in der Zeit viel in der Schule über Abtreibung gesprochen hatte. Einen Tag war sogar jemand von der AWO bei uns in der Klasse, doch das war mir zu viel ich musste die Klasse verlassen. Nur mein Religionslehrer, und Freundinnen und die Frau von der AWO wissen es. Ich aheb mit denen an dem Tag darüber gesprochen. Ich ahtte sogar einen Termin mit der Frau, wo wir darüber geredet haben. Sie schlug mir vor einen Abschiedsbrief zu schreiben. Ich habe es bis heute leider noch nicht getan, weil ich dachte ich komme schon irgendwie darüber hinweg, doch mir wird immer wieder klar, dass ich es nicht geschafft habe.
Es fällt mir schwer darüber zu schreiben obwohl ich ja eigenltich nicht direkt betroffen war, vielleicht finde ich hier Hilfe und Verständnis. Es wäre schön wenn sich jemand meldet und mit mir darüber reden kann. Vielen Dank


30.11.2007, 15:42
Profil E-Mail senden
Moderation

Registriert: 25.04.2007, 03:00
Beiträge: 1194
Wohnort: Sachsen Anhalt
Geschlecht: männlich
Geburtsjahr: 1967
Mit Zitat antworten
Beitrag 
Hallo schnuppi,

ich möchte Dich erst einmal recht herzlich hier im Forum willkommen heißen.

Es tut mir sehr Leid was Dir passiert ist. Ich glaube aber auch, dass Deine Eltern sich diesen Schritt reichlich überlegt hatten und keinen anderen Ausweg gesehen haben.
Ich denke auch, dass sie euch(Dich und Dein Bruder) nicht damit belasten wollten und deshalb nicht mit euch darüber geredet haben.
Ich kann es auch gut verstehen, dass du immer noch daran denken musst und ich finde es auch ganz normal, es war ja auch ein Geschwisterchen von Dir. Meine ehemalige Partnerin hatte im vorigen Jahr Mitte Dezember leider eine Fehlgeburt. Seid einigen Wochen geht es mir auch nicht mehr aus den Kopf. Ich mache mir schon Gedanken was ich mache wenn der Tag ein Jahr her ist und auch wie sie es verkraftet. Sie lehnt zurzeit jeden Kontakt mit mir ab.
Ich werde wohl mit meiner Trauer allein klar kommen müssen, hätte mich aber auch gefreut wenn wir uns an dem Tag zusammensetzten könnten und über alles reden.

Du kannst es leider nicht mehr ungeschehen machen, Du musst versuchen es zu verarbeiten. Ich weiß wie schwer es ist. Ich denke du wirst hier im Forum auch Hilfe finden. Dein Beitrag hier im Forum ist schon ein großer Schritt, auch wenn es sehr schwer für Dich ist darüber zu schreiben. Ich habe auch öfter Tränen in den Augen wenn ich lese was hier geschrieben wird. Meine ehemalige Partnerin hat auch zwei ABs hinter sich wozu sie von ihrer Mutter genötigt wurde und ich habe bei ihr gesehen was für Psychische Folgen ein Ab mit sich bringen kann.
Ich bin auch immer wieder entsetzt wenn ich hier lesen muss das werdende Mütter von ihren Umfeld zu einem Ab genötigt werden.

Was hältst du davon wenn Du noch mal mit der Frau von der AWO Kontakt aufnimmst und ihr noch einmal über alles redet. Es könnte Dir bestimmt weiterhelfen, oder schreibe hier im Forum was dich belastet, hier hat man immer für Dich Verständnis. Du kannst mir auch eine PN schreiben wenn du nicht öffentlich schreiben möchtest. Es gibt hier im Forum auch einen privaten Bereich für Partner und Angehörige.

Ich hoffe, dass ich Dir ein wenig helfen konnte.

Freundliche Grüße Oscar,.


30.11.2007, 17:35
Profil E-Mail senden ICQ

Registriert: 30.11.2007, 23:24
Beiträge: 2
Wohnort: Meckl/Vorp
Mit Zitat antworten
Beitrag Re: Ich hätte noch ein Geschwisterchen
schnuppi hat geschrieben:
Ich weiss gar nicht genau wo ich anfangen soll. Es ist schon 7 Jahre her, aber es nagt immer noch an mir.
Vor ca. 7 Jahren wurde meine Mutter schwanger ich war schon 18 (machte gerade Abitur) und mein Bruder 15 Jahre alt. Ich habe es eigentlich nur zufällig herausgefunden, da ich meine Mutter aufgelöst im Keller gefunden habe und sie weinend mit meinem Vater telefoniert hat. Abends haben die beiden dann mit mir darüber gesprochen, dass meine Mutter schwanger war. Da es für meine Eltern eine schwere Zeit war, (Vater wurde abreitslos, wir wohnten mit meinen Grosseltern zusammen etc.), konnte ich ihre Situation verstehn, obwohl ich mich riesig gefreut habe.
Letztendlich hat meine Mutter kurz darauf abgetrieben. Mein Bruder weiss bis heute nichts davon, aber ich muss immer noch daran denken.
Meinen Eltern ist es sehr, sehr schwer gefallen diesen Schritt zu tun, vor allem da gerde unsere Nachbarin schwanger war. Doch die finanzielle Situation und meine Mutter war schon etwas älter (Gesundheitl. Risiko) gab meinen Eltern keine andere Wahl.
Wenn ich meine Nachabrin mit ihrem Sohn sehe, muss ich immer daran denken, das meine Schwetser oder mein Bruder fast genauso alt wäre.
Für mich war es sehr schwer, da wir gerade in der Zeit viel in der Schule über Abtreibung gesprochen hatte. Einen Tag war sogar jemand von der AWO bei uns in der Klasse, doch das war mir zu viel ich musste die Klasse verlassen. Nur mein Religionslehrer, und Freundinnen und die Frau von der AWO wissen es. Ich aheb mit denen an dem Tag darüber gesprochen. Ich ahtte sogar einen Termin mit der Frau, wo wir darüber geredet haben. Sie schlug mir vor einen Abschiedsbrief zu schreiben. Ich habe es bis heute leider noch nicht getan, weil ich dachte ich komme schon irgendwie darüber hinweg, doch mir wird immer wieder klar, dass ich es nicht geschafft habe.
Es fällt mir schwer darüber zu schreiben obwohl ich ja eigenltich nicht direkt betroffen war, vielleicht finde ich hier Hilfe und Verständnis. Es wäre schön wenn sich jemand meldet und mit mir darüber reden kann. Vielen Dank


Hallo,liebe Schnuppi!

Ich kann dich in deinem Schmerz verstehen, selbst wenn der AB dich nicht direkt betrifft. Ich habe eine etwas andere Erfahrung gemacht.
Wenn ich nach meinen Geschwistern gefragt werde, sage ich: wir sind 6 Geschwister, 2 leben im Himmel und 4 auf der Erde.

Meine älteste Schwester(1. Kind meiner Eltern) starb mit 2 Tage nach ihrer Geburt. Mein ältester Bruder(2. Kind) vor 6 Jahren an einer Krankheit.
Ich weiß noch heute wie es war, als ich davon erfahren habe, dass ich eine Schwester gehabt hätte.(war damals vielleicht 7 oder 8 Jahre) Durch Zufall habe ich es erfahren, als mein Vater sich mit meiner Tante unterhalten hat. Ichbin der Meinung, dass meine Tante etwas geschockt war, dass ich nicht weiß, denn sie war die jenige, die davon sprach, meine Mutter hätte 6 Kinder. Meine Eltern haben nie mit uns darüber gesprochen. Ich habe durch nachfragen rausbekommen, dass sie krank war, aber dann wurde das Thema sofort wieder abgebrochen. Ich weiß auch nicht, ob meine Schwester (Monika war ihr Name) überhauptvon meinen Eltern beerdigt wurde oder ob es das Krankenhaus getan hat,denn ein Grab gab es nie.
Ich finde es nur traurig, dass meine Eltern dieses Kind eigentlich aus ihrem Leben gestrichen haben und auch nicht verstehen, dass wir eventuell darüber reden möchten.
Ich habe mich mit den Tod meiner Geschwister auseinander gesetzt und weiß sie sind im Himmel ohne Schmerzen. Sie konnten sich endlich kennenlernen und haben sicher viel miteinander gesprochen.

Schnuppi, du solltest versuchen, deinem Geschwisterchen einen Brief zu schreiben, vielleicht auch ein kleines Päckchen mit einigen Sachen von dir, welche du ihm gern geschenkt oder gezeigst hättest. Behalte es erstmal noch einige Zeit, damit du etwas zum trauern hast. Überlege dir jedoch auch einen Ort, an dem du den Brief oder das Päckchen dann abgeben kann. Dann gibst du auch damit deinen Schmerz ein Stück mit ab. Wichtig ist wirklich, dass du jemanden zum reden hast. Dieses Forum ist mit Sicherheit ein guter Anfang. Vielleicht weiß dein Religionslehrer ja noch eine Person, der du dich anvertrauen könntest.

Ich wünsche dir, dass du die notwendige Kraft aufbringst und einen lieben Menschen findest, der dir auch Kraft gibt und du deinen Schmerz aufarbeiten kannst!

Liebe Grüße vom Maikäfer


01.12.2007, 13:38
Profil
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder


Du darfst neue Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu: