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 Wie helf ich ihr? 

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Registriert: 21.02.2008, 16:43
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Beitrag Wie helf ich ihr?
Hallo,
meine Freundin hat sich von mir getrennt und danach gemerkt, dass sie von mir schwanger war. Ohne mein Wissen hat sie dann abgetrieben.
Erst eine Woche später hat sie mir erzählt, dass sie schwanger war und abgetrieben hat. Für mich war das echt ein Schock. Aber um mich geht es jetzt nicht. Die AB war letztes Jahr im Oktober. Ich habe dann versucht ihr zu helfen so gut es geht. Sie wollte erst nicht mit mir darüber reden. Ich habe es ihr immer wieder angeboten und oft selbst angefangen zu erzählen. Wie es mir damit geht und das ich noch oft darüber nachdenke. Meist hat sie sich dann auch etwas geöffnet. Aber auch nicht viel selber gesagt. Ich musste/muss immer raten was sie denkt etc.. Wie z.B. ich: "fühlst du dich schuldig?" sie nickt nur. dann nehm ich sie in Arm und sag ihr das sie sich nicht schuldig fühlen muss. Versuch sie halt zu bestärken.
Da sie die Entscheidung aber alleine getroffen hat, habe ich das Gefühl, dass sie sich auch damit alleine fühlt. Ich habe zwar gesagt ich hätte auch so gehandelt aber es ist nicht das gleiche, als wenn wir es gemeinsam entschieden hätten.
Mittlerweile sind wir wieder zusammen. Es geht ihr recht gut und unsere Beziehung hat wie jede ihr Hochs und Tiefs. Aber ich merke oft, wenn wir Babys im TV oder sonst wo sehen oder in Serien über heldenhafte Mütter geredet wird ("Eine gute Mutter lässt ihr Baby nicht im Stich...") wie schlecht es ihr dann sofort geht. Ich will dann mit ihr reden, aber finde keinen Zugang zu ihr. Merke aber, dass sie wirklich starke Schuldgefühle hat. Ich nehm sie dann in den Arm und versuch mit ihr zu reden. Aber sie blockt meist ab. Also ich rede und sie hört zu.
Auch wenn wir sonst zusammen sind, weiss ich nicht, ob ich das Thema ansprechen soll. Ich würde ihr so gerne mehr helfen und beistehen und so gerne mit ihr darüber reden, will aber nicht, dass sie wieder traurig wird. Sie weiss das sie immer mit mir reden kann. Egal wann oder wo. Das habe und sage ich ihr immerwieder.
Ich weiss nicht wie ich sie mehr dazu ermutigen kann mit mir darüber zu reden. Ich will es nicht tot schweigen! Mir hilft es auch mit ihr darüber zu reden. Aber ich muss immer den Anfang machen. Von ihr aus kommt nichts. Deswegen bin ich verunsichert. Will auch nicht einfach damit anfangen und das sie wieder traurig wird. Sie hat auch niemanden sonst zum reden. Sie hat es nur zwei Freundinnen erzählt. Aber die interessieren sich nur für sich und scheinen mir keine Hilfe zu sein oder mit ihr darüber zu reden. Auch ihrer Familie will sie es nicht sagen. Also bin da nur ich. Also ich bin gerne da, aber auch mit mir redet sie ja kaum. Sie ist eine sehr stolze Frau. Lässt sich ungerne helfen - macht auf stark. Aber ich weiss und merke, dass es in ihr anders aussieht. Ich will ihr echt gerne mehr helfen. Was kann ich tun?!?


22.02.2008, 17:25
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Beitrag 
Hallo Paul,


Ich möchte dich ganz herzlich hier im Forum willkommen heißen.


Es ist für dich sehr schwer einen richtigen Weg zu finden. Ich finde es sehr gut, dass du hier ins Forum gekommen bist und Hilfe für euch suchst. Wichtig ist das du für deine Freundin da bist wenn sie dich braucht. Wenn sie reden möchte hör ihr einfach nur zu, frage sie aber nicht ob sie sich schuldig fühlt. Damit denke ich wird sie ihre Schuldgefühle noch bestätigt bekommen. Es ist auch oft so das Frauen nicht gern darüber reden weil sie dann den ganzen Ab noch mal durchleben. Wenn sie nicht reden möchte wenn es ihr schlecht geht, nimm sie einfach nur in den Arm, ich denke es wird ihr helfen. Sie wird irgendwann allein anfangen mit erzählen und höre ihr dann zu. Versuch sie aber nicht unter Druck zusetzen, auch wenn du es noch so gut meinst. Sie muss bereit sein deine Hilfe anzunehmen. Ich weiß auch wie schwer es ist wenn man helfen möchte und man weiß nicht wie, oder die angebotene Hilfe wird abgelehnt.

Weiß denn deine Freundin von diesem Forum? Vielleicht erzählst du ihr mal von dem Forum. Ich denke es könnte ihr auch helfen. Ihr könnt euch für die privaten Foren Freischalten lassen, dann könnt ihr schreiben ohne das es der andere Partner lesen kann.

Freundliche Grüße Oscar


22.02.2008, 17:52
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Beitrag Re: Wie helf ich ihr?
Hallo Paul,

erstmal herzlich willkommen im Forum.

Ich finde es super von dir , dass du für deine Freundin da bist und ihr helfen möchtest. Ein ganz grosses Lob an dich.
Versuch sie aber nicht unter Druck zu setzen, wenn sie reden möchte dann wird sie es tun.Vielleicht ist es für sie einfach noch zu früh. Sei einfach nur für sie da und gib ihr das Gefühl dass sie das nicht allein durchstehen muss.
Das wird ihr schon viel helfen und Kraft geben.
Nimm sie einfach in den Arm (aber das tust ja schon) und wenn sie reden möchte hör ihr einfach zu.
Lass ihr Zeit.
So schwer es auch für dich ist.
Ich kenne das Gefühl das man helfen möcht und man weiss nicht genau wie.
Das du dich an dieses Forum gewand hast ist für dich auch eine grosse Hilfe. Ich denke hier findest du Rat.

Aber sei erstaml nur für deine Freundin da und lass ihr die Zeit die sie braucht.

Liebe Grüsse schnuppi


25.02.2008, 17:18
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Registriert: 12.03.2008, 22:08
Beiträge: 42
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Beitrag sei einfach da
hi
ich hatte selber einen ab vor ungefähr 3 wochen es ist schwer zu beschreiben .man hat eine schwere entscheidung getroffen und bereut es danach und kommt sich seltsam vor wenn man dafür mitleid bekommt.weil man es ja selbst in der hand hatte .ich habe die entscheidung mit meinem freund zusammen getroffen er wollte dass kind.vielleicht hat sie dir nix erzählt weilsie angst hatte dass du nicht ihrer meinung bist.ich will dich nicht kritisieren aber aus eigener erfahrung weiß ich dass es schlimm ist wenn man verurteilt wird und am schlimmsten ist es wenn es vom kindsvater kommt.ich finde es toll dass du für sie da bist dass sie traurig wird wenn sie kinder sieht dass wird noch lange so gehen ich merks ja bei mir

sei stark und halt ihre hand


13.03.2008, 22:22
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Beitrag 
Hallo!
Danke für die Antworten. Sie haben mir echt geholfen.
Leider hat es meine Beziehung nicht gerettet. Sie hat sich vor einer Weile von mir getrennt. Ich denke es hatte nichts mit dem AB zu tun.
Wir haben immer noch viel Kontakt. Sprechen eigentlich jeden Tag und sehen uns wirklich oft. Für mich ist das nicht wirklich leicht, weil ich eigentlich noch viel mehr für sie empfinde.
JEDENFALLS steht der eigentliche "Geburtstermin" nun bald an. Wir haben schon eine ganze weile nicht mehr über den AB gesprochen und ich denke es geht ihr eigentlich gut damit. "Dumm" ist nur, dass ihre ältere Schwester diese Woche ihr Kind erwartet. Ich hab keine Ahnung ob ich sie fragen soll, ob sie das belastet... was ich mir vorstellen kann. Also ich finde das schon krass wenn ich daran denke das ich in wenigen Tagen Vater werden würde.
Ich weiss nun nicht, ob ich sie dazu was fragen soll oder so... problematisch ist nur, dass wir uns sowieso gerade ein bisschen gestritten haben :roll:


21.05.2008, 01:36
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Beitrag 
Lieber PaulJ,

und wenn du ihr einfach zu verstehen gibst, dass du momentan öfter an den AB denkst und ihr einfach sagst, falls sie reden will oder den ET gemeinsam mit dir verbringen will, dass du da bist für sie?!

Einfach das Gefühl geben, DA ZU SEIN! So ist sie nicht gezwungen darüber zu sprechen, aber hat Klarheit dass du auch ab und zu daran denkst.

Das sie nicht darüber spricht, muss nicht ein Zeichen sein, das sie darüber hinweg ist, kann aber natürlich.

ich weiß, dass ich oft schweige, einfach weil ich möchte das mein Partner von selbst auch mal darüber spricht. Damit ich weiß, dass es auch ihn belastet und nicht immer nur ich mit meinem Kummer allein bin und ihn womöglich damit nerve oder er nicht meine Gedanken verstehen könnte.

Ich glaube, wir Frauen sind einfach froh, wenn Männer mal von selbst Themen ansprechen, und nicht nur immer Antwort auf unsere Fragen geben ;)

Alles Gute! Jessi


21.05.2008, 10:20
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Beitrag 
Hallo Jessica und alle Anderen!

Danke Jessica, für deine schnelle Antwort. :D
Ich habe Angst, wenn ich den AB anspreche, dass ich die Wunden wieder aufreiße. Und wenn ich sage, dass ich in letzter Zeit mehr an den AB denke und es mich traurig macht wenn der eigentliche Termin näher kommt, dann fühlt sie sich evtl. noch mehr schuldig. Also weil ich traurig bin. Sie hat ja damals die Entscheidung alleine getroffen.
Bevor ich bei ihr wieder alles aufwühle komme ich vielleicht lieber alleine damit klar? :roll: Ich will einfach nicht, dass es ihr wieder schlecht geht. Ich glaube diese Zeit üder den eigentlichen Geburtstermin ist sowieso schon nicht einfach und wenn die Schwester dann auch noch ein Kind kriegt? (es soll wohl Freitag kommen) ... Ich hab sie auch darauf angesprochen, als klar war, dass ihre Schwester schwanger ist, aber sie meinte es sei alles ok.
Aber es macht schon Sinn was du sagst. Also denke ich werde ich das mal ansprechen.
Mich persönlich bewegt es mehr als ich gedacht hätte. Aber ich bin auch sowieso etwas emotionaler :?
Ich weiss ehrlich gesagt den genauen Termin für die Geburt gar nicht. Weiss sie den? Soll ich danach fragen?
Vielen Dank für die Hilfe und fürs "zuhören" :)

Paul :wink:


21.05.2008, 18:29
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Beitrag 
Hallo Paul

Ob sie darüber "weg" ist, oder es einfach ausschweigt kann dir natürlich niemand sagen.

Aber wenn du sie darauf ansprichst, und sie hat es verarbeitet, wird sie vielleicht erinnert, aber wird nicht in ein Loch fallen.

Wenn du sie darauf ansprichst und sie ist noch traurig und verschließt sich nur, dann kann es ihr vielleicht helfen zu verarbeiten.
Ich habe noch nie erlebt, dass verdrängen auf lange Sicht gut geht.
Natürlich kann sie nur selbst entscheiden, ob sie die Trauer zulässt.
Mir hat es immer sehr gut getan, und tut mir noch heute gut, wenn mein Partner einfach mal fragt, wie es mir geht, wenn wir ein Baby sehen, dass Thema in einem Gespräch darauf kommt, oder einfach auch so.

Manchmal möchte ich dann nicht sprechen, oder mir geht es wirklich so gut,
dass es gerade "kein Thema" für mich ist, aber ich fühle mich jedesmal erleichtert.
Erleichtert, weil ich weiß, dass ich so nicht ganz alleine bin.

Die Vorschläge von Jessi, einfach zu zeigen, dass du daran denkst, und gerne hilfst und da bist find ich sehr gut.
Du musst und sollst sie ja nicht zwingen darüber zu sprechen.
Ich finde du kannst durch das ansprechen nichts falsch machen.

Ein anderes Thema ist deine eigene Verarbeitung.
Du schreibst selbst, du bist sehr emotional.
Ich habe mit meinem Partner zusammen Briefe geschrieben und einen Teddy gekauft, das hab ich in eine Schachtel gelegt und wir haben einen Platz im Wald gesucht, und "beerdigt".
Mir tat es gut einen Ort zu haben, um meiner Trauer ein Ventil zu geben.
Ob auch ein Mann damit was anfangen kann, weiß ich nicht, aber du solltest auf dein Gefühl hören und dich auch ein wenig um dich kümmern.
Auch du hast viel zu verarbeiten.

Ich wünsch dir viel Kraft und Mut.
Liebe Grüße
Beliavith

_________________
Das man für etwas Zeit gebraucht hätte, merkt man meist erst, wenn es zu spät ist....

Für meinen Stern David


21.05.2008, 19:03
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