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 Ich fühle keine Schuld aber ich ... 

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Registriert: 24.06.2009, 11:36
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Beitrag Ich fühle keine Schuld aber ich ...
... begreife meine zur Verfügung stehenden Chancen nicht, das Richtige zu machen.

Wenn ich alleine bin fühle ich, wie die Angst in mir hoch steigt zu sterben. Das einzigste was ich dann empfinde ist ein dumpfes Gefühl - wie ein Schlag auf den Hinterkopf. Es ist als ob mir mitgeteilt wird, dass ich im nächsten Moment sterbe, und das es nicht mehr ist, wie ein dumpfes Gefühl. Keine Seele, kein Herz, Nichts was danach ist.

Aufgewachsen bin ich als Scheidungskind ab dem dritten Lebensjahr. Meine Vater sah ich alle Jahre mal wieder und dann plötzlich nicht. Ich bin absolut nicht kirchlich erzogen. Doch schon mit 11 fing ich an nach mehreren Phasen mir Gedanken um Gott zu machen.Ich hatte davon gehört. Ich sprach mit etwas das mir Nahe war, aber nicht exisitiert, Selbstgespräche über den eigenen Glauben. In meiner Jugend war ich wenig rebellisch und hatte eine Art weibliche Intuition, die mich, für mich genommen, älter gemacht hat.

Mein Glaube an mich und Gott wurden stärker. Ich konnt mir selbst immer helfen (drogen, beziehungen, fremdgehen in der Jugend). Es waren eh nur kleine Fehler. Irgendwie fand ich immer meine ("Frieden"), oder der Frieden fand mich. Irgendwann führte ich sechs Jahre lang eine Beziehung, in der das Wort "sch...." nicht fiel ... Wir waren religiös und ich wusste das es richtig war. Vom Herzen ...

Als dies zu Ende war, da die Distanz zu groß war, lernte ich meine jetzige Frau kennen, mit der ich auch ein Kind habe. Es läuft schwierig ... ich bin anscheinend ein kaltherziger und distanzierter Kerl geworden ... ich merkte auch selbst immer mehr wie ich nicht mehr fair zu anderen bin. Oder fällt mir das jetzt nur auf, weil mich jemand drauf aufmerksam gemacht hatte?

Am Beginn der zweiten Ss: Ich war fest davon überzeugt das es finanziell komplett ruinieren würde ( ich wusste nicht, ohne noch mehr schulden zu machen, woher ich das Geld für alles nehmen sollte - und die einzigste Schuld die ich daran habe ist, das ich es nicht in die Hand genommen habe - das Geld zu "verplanen" ). Dann war ich schon mit einem Kind ein wenig überfordert, aber wer ist das nicht? Mir wurde bewusst das alles was ich wirklich habe Zeit ist. Alle diese Gründe zusammen genommen brachte mich zu dieser Entscheidung. Aber ab und zu blitze eine positive Grundstimmung in mir auf - das wir das packen! Aber immer gewann das "Nein." ... ich war verzweifelt, wegen diesen Nein. Ich wäre grundsätzlich dagegen gewesen, aber alle Umstände machten aus mir das. Mir fiel auf das ich nicht mehr lachen könnte und meine Mundwinkel anfingen emotionslos herunterzuhängen. War das schon immer so?

Unmittelbar danach wurde mir der Fehler bewusst. Was jetzt war. Jemand der an der Schnur des Lebens festhielt, war jetzt weg. Und wir, ich, waren verantwortlich dafür.

Seit dem habe ich Angst davor zu sterben. Erst denke ich mir wie der Zorn Gottes nach dem Tode auf meine Entscheidungen reagiert, ... aber dann ist das Schlimmste aus meiner Vorstellung heraus ist, das mein Ich, meine Seele - nach dem Tod - einfach weg ist - wie ein dumpfer Schlag auf den Kopf.

Mit sieben Jahren hätte ich bei einem Autounfall sterben können. Nur noch eine Narbe am Hinterkopf ist zu ertasten.

p.s.: mir hat es jetzt nichts gebracht, dass einfach nur mal loszuwerden.


24.06.2009, 13:07
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Beitrag Re: Ich fühle keine Schuld aber ich ...
Hallo Siegfried,



ich möchte dich ganz herzlich hier im Forum willkommen heißen.



er laub mir bitte eine Frage, habt ihr euch gegen euer zweites Kind entschieden und wenn ja, wie lange ist es schon her?




Freundliche Grüße Oscar


24.06.2009, 13:31
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Beitrag Re: Ich fühle keine Schuld aber ich ...
Danke dir. Und ja erstmal, hallo. Nun ich habe mich damals versucht zu registrieren, aber es ging nicht.

Wir haben uns dagegen entschieden. Es ist jetzt fast 2 Monate her.


24.06.2009, 14:12
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Beitrag Re: Ich fühle keine Schuld aber ich ...
Siegfried,


ich glaube die Gedanken wie ein weiteres Kind finanziert werden kann stellen sich die meisten Männer wenn sie erfahren das sich Nachwuchs ankündigt. Ihr werdet eure Möglichkeiten besprochen haben und habt dann eure Entscheidung getroffen.

Ich denke wenn es für dich auch nicht so aussehen mag, das niemand ein Recht dazu hat euch zu verurteilen.

Wie geht denn deine Frau damit um, hat sie auch ähnliche Probleme?

Siegfried, wenn ich richtig lese hast du sehr darunter gelitten das du ein Scheidungskind bist und hast bestimmt immer noch Probleme damit. Hast du dir schon mal überlegt ob du dir professionelle Hilfe nehmen könntest um das Erlebt zu verarbeiten.ich denke ein psycho Therapeut oder eine Beratungsstelle könnten dir sehr helfen.
Drogen, oder ähnliches werden dir auf Dauer wenig hilfreich sein, du wirst damit Probleme zeitweise verdrängen können, aber nie lösen.

Freundliche Grüße Oscar


24.06.2009, 14:30
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Beitrag Re: Ich fühle keine Schuld aber ich ...
Vor dem Ersten Kind (in der Schwangerschaft):
Wegen dem ersten Kind ist sie zu mir gezogen und hat alles was sie hatte aufgegeben.
Sie hat mich gemaßregelt, verändert und mit Scheidung gedroht, weil ich in ihren Augen nicht der Mann war den sie wollte. Dinge die ich in einer Beziehung nie sagen würde (aber wer will das schon - Sie sagte nur das ich das nicht persönlich nehmen soll), deshalb wurde ich einfach sehr wütend und konnte Stunden nicht mehr mit ihr reden. Denn wenn ich mit meinem Partner reden möchte besteht dies nicht aus Vorwürfen und Schuldzuweisungen sondern distanziert, nicht kühl, aber sie kann aus Ihrer Meinung nicht herausgehen. Oftmals wenn ich was erzähl was sie nicht interessiert, unterbricht sich mich einfach und sagt "Lass es sein, ... ". Wir kannten uns vor dem Wissen der ersten Schwangerschaft 3 Monate unter vier Augen. Vorher kannten wir uns 1 Jahr aus dem Internet.

In 2.ten Schwangerschaft):
Ja, ich war sehr dagegen (finanziell, überforderung) und hab ihr das gesagt - habe auch meine Zweifel in der Richtigkeit meiner Entscheidung nach eingener Zeit geäußert. Da war sie dann aber nicht dagegen. Das wog sich auf. ...

Nach dem Abbruch:
Nach dem Tag X hat dann gesagt das sie sich dagegen entschieden hat, weil es mit unserer Partnerschaft wirklich nicht gut läuft. Und bevor wir uns zerfleischen ... Auch sie war hin und hergerissen ob ja oder nein. Am Ende überwog aber das nein vom Gefühl her.

Sie vermisst das Kind im Bauch sehr, sagt jetzt aber nicht was sie denkt - deshalb kann ich nicht sagen, ob sie ähnlich dogmatisch denkt. Sie versucht halt immer was zu tun zu haben. Für Sie haben wir unser Kind getötet.


Jetzt
ich bin alleinverdiener. Verdiene zwar nicht schlecht, und es würde meist auf Null rausgehen. Was jedoch durch die vermeintlichen Spareinkäufe meiner Frau jetzt an eine Schmerzgrenze angekommen ist.

Die Angst zu sterben - hatte ich vorher auch schon - nur nicht mir so einem schlechten Gefühl wie heutzutage.

Drogen nehm ich seit über 10 Jahren keine mehr, und habe nicht vor das nochmal machen. Ich bin also ein einigermaßen aufgeklärter Mensch. Einer der jetzt schon mit 33 Melancholie für seine Vergangenheit empfindet, und das nicht zu knapp.

Auch wenn es jetzt ein wenig besser geworden ist, dringt einfach bei uns beiden die ganze Beziehung und der Abbruch, einfach alles immer wieder durch.

Warum ich das schreib
Das Gefühl zu spüren wie es ist tot zu sein. Seelisch.


24.06.2009, 15:15
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Beitrag Re: Ich fühle keine Schuld aber ich ...
Hallo Siegfried,

auch von mir an dieser Stelle ein herzliches Hallo an dich.

In meinen Augen klingst du nicht tot, sondern vielmehr resignierend und zutiefst enttäuscht. Nun bin ich aber "nur" Frau und kann dir lediglich schildern, wie es mir mit deinen Zeilen ergeht.

Oftmals ist eine Abtreibung Auslöser eines Problems - nicht die eigentliche Ursache. Da stecken viele andere Dinge im Argen, die es zu ergründen (und zu beseitigen) gilt, um wieder inneren Frieden zu finden.

Was wäre dein (realisierbarer) Wunsch, wenn du über dich und deine Ziele nachdenkst?

Vielleicht kann dich diese Frage ermutigen, deine Kräfte zu wecken.

Alles Liebe,

Ilona

_________________
Niemand kann mehr geben als das, was er in sich gefunden hat (H. Kruppa)


25.06.2009, 01:12
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