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 Schwanger. Alles würde passen, aber ich bin todunglücklich. 

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Registriert: 11.11.2018, 19:31
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Beitrag Schwanger. Alles würde passen, aber ich bin todunglücklich.
Hallo zusammen,

nachdem ich in einem anderen Forum und bei ProFamilia versucht habe mir Hilfe zu holen, bin ich nun hier gelandet.

Ich habe mir schon einige Geschichten durchgelesen und komme mir nun auch etwas blöd vor meine Geschichte zu erzählen. Die Meisten werden mit Sicherheit denken:"Was will die denn überhaupt hier?"

Kurz zu mir:
Bin 41 Jahre, seit über 20 Jahren mit meinem Mann zusammen und in der 7SSW.
Ich war nie so der Kindertyp. Mich haben Kinder-/Mütterthemen auch nie so interessiert. Mein Herz schlug eher bei Tieren höher als bei Babys.
Die letzten Jahre wurde ich etwas nachdenklicher, was ich denn aus meinen Leben machen kann. Irgendwie plätscherte alles so vor sich hin. Arbeit, Freunde etc. OK, vielleicht bin auch in die Midlife-Crisis gerutscht.

Da mein Mann schon immer gerne Kinder wollte, habe ich mich auf das Projekt Kind eingelassen. Ja, sogar eine Kinderwunschbehandlung habe ich mitgemacht, hauptsächlich meinem Mann zu liebe (was mir aber erst jetzt bewusst wurde). Jedenfalls dachte ich auch, irgendwie wird schon der Kinderwunsch einsetzen, wenn Du schwanger bist…
Tja, das Ergebnis jetzt: ich bin total unglücklich. Dabei sind doch alle Voraussetzungen gut, um das Kind auszutragen.

Ich bin seit zwei Wochen nun am überlegen, was ich machen soll.
- Austragen? Dann evtl. unglücklich sein.
- Abbruch? Dann wird aber auch gleich meine Ehe zu Ende sein und würde ich es nicht doch bereuen.
- Heimlicher Abbruch und sagen, dass es eine Fehlgeburt war? Dann könnte ich mir und insbesondere meinem Mann aber nicht mehr in die Augen sehen.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich mein Leben lang schon unter depressiven Phasen leide. Ein paar Jahre geht es mir gut und dann kommen wieder Einbrüche. Daher habe ich auch immer gedacht, dass ich unter diesen Voraussetzungen auch nie eine gute Mutter sein werde. Zumal ich auch für mich viele Pausen brauche.

Egal welchen Weg ich gehen werde, er wird mein Leben total umkrempeln.
Was kann ich nur machen?

Grüße
Heike


13.11.2018, 21:45
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Beitrag Re: Schwanger. Alles würde passen, aber ich bin todunglücklich.
Hallo Heike,


ich denke die Frage was du hier möchtest sollte sich nicht stellen. Ich finde es sogar gut, das du mit deinen Problemen hierher gefunden hast und es stimmt auch, das egal für welchen Weg du dich entscheidest es dein Leben umkrempeln wird.

Was ich dir raten sollte weiß ich auch nicht wirklich. Ich möchte dich aber bitten die dir verbleibende Zeit zu nutzen um einen für dich gehbaren Weg zu finden. Ich denke im Vorfeld wird es den richtige Weg nicht geben.

Vielleicht schaffst du es doch mit deinem Mann darüber zu reden. Wenn ja erzähl ihm von deinen Zweifeln und versucht gemeinsam einen Weg zu finden. Aber egal wie dein Mann dazu steht, du musst mit der Entscheidung dein ganzes Leben leben.


Freundliche Grüße und viele Kraft

Oscar


13.11.2018, 22:05
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Konflikt-Beratung

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Beitrag Re: Schwanger. Alles würde passen, aber ich bin todunglücklich.
Liebe Heike,

mein "Rat" geht zum einen in die gleiche Richtung wie der von Oscar. Nimm Dir noch Zeit für die Entscheidung.

Bitte unterschätze nicht, dass Deine Hormone z. Zt. verrückt spielen und sich dadurch Deine Gefühlslage sehr verändert. Ich hatte schon häufig Frauen in der Beratung, die in der Frühschwangerschaft ihren Wunsch nach einem Kind nicht mehr verstanden.
Ich würde Dir auch vorschlagen noch weitere Beratungen in Anspruch zu nehmen. Nur weil Du den Schein hast, heißt es ja nicht, dass Du plötzlich keinen Beratungsbedarf mehr hast.

Wenn es Dir bei Pro Fa nicht gefallen hat, gibt es mit Sicherheit noch andere Beratungsstellen.

Und ja, egal wie Du Dich entscheidest - Dein Leben wird nie wieder so sein wie vorher.

Alles Gute für Deine Entscheidung wünscht

Andrea


14.11.2018, 15:22
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Beitrag Re: Schwanger. Alles würde passen, aber ich bin todunglücklich.
Liebe Andrea,
lieber Oscar,

vielen Dank für Eure Zeilen.

Heute war wieder so ein Tag, wo ich mich gefragt habe:“Willst Du wirklich das Kind austragen? Du hast doch keine Lust und Kraft auf die Mutterrolle.“
Bei der Arbeit habe ich ein Gespräch mitbekommen, wie ein Kollege eine schwangere Kollegin fragt:“Na, freust Dich schon?“ und als Antwort freudestrahlend ein „Ja“ kam.
Ich musste dann mich erstmal auf die Toilette zurückziehen, weil ich den Tränen nahe war. Denn ich habe mir auch die Frage gestellt und mir selbst „Nein, ich freue mich nicht“ geantwortet. Schlimm, oder?

Aber hier wieder mein gegenteiliges Verhalten.
Als ich bei einer Frauenarztpraxis anrief, die mir sagen soll, was an Unterlagen benötigt wird, kam auch gleich für nächste Woche ein Terminvorschlag. Hier habe ich in dem Moment kalte Füße bekommen und mir gedacht:“Was machst Du hier eigentlich? Bist Du gerade total bescheuert?! Du kannst doch nicht Dein Kind abtreiben?“ Habe dann der Arzthelferin auch gesagt, dass noch nicht sicher bin und mich erstmal nur erkundigen wollten.

Menno. Vielleicht spielen die Hormone echt gerade verrückt. Ich will nur endlich eine Entscheidung treffen. Dieses hin und her macht mich total fertig.

@Oscar:
Mein Mann kennt mich ja nun auch schon 20 Jahre und weiß auch wie ich ticke. Er denkt, ich habe einfach nur Angst, wie ich in der Vergangenheit immer vor Veränderungen Angst hatte. Als ich ihm eben von der heutigen Situation bei der Arbeit erzählt habe, kam von ihm auch nur:“Dann muss ich mich für Dich halt mittfreuen“. Da war ich schon wieder den Tränen nahe, warum ich nicht anders sein kann…
Wenn Du so willst, war ich meinem Mann gegenüber ja auch nicht ehrlich. Habe ihm immer gesagt, Kinder sind mir nicht wichtig im Leben, aber probieren können wir es. Da habe ich mir wohl selber was vorgemacht…

@Andrea:
Ich habe nächste Woche mit meiner Therapeutin, bei der ich noch in unregelmäßigen Abständen Gespräche habe, 2 Termine. Das mit der anderen Beratungsstelle finde ich auch gut. Mir fällt da auch gerade eine Beratungsstelle ein, die nur für Frauen ist.

Liebe Grüße
Heike


14.11.2018, 20:49
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