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 Gehe ich da Montag wirklich hin? 

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Beitrag Gehe ich da Montag wirklich hin?
Oh man, wo fang ich an? Ich denke ich muß im Januar anfangen. Im Januar kam ich (38 Jahre alt) mit Verdacht auf Herzinfarkt ins KH. Bei einer Herzkathederuntersuchung wurde ein Stent gesetzt. Anschließend wurde jedoch an Hand der sich nicht bildenden Enzyme festgestellt, das ich keinen Infarkt hatte. Eine Erklärung für die Verengung des Herzkranzgefäßes während der Untersuchung hatte man jedoch zunächst nicht. Ich wurde mit einer ganzen Reihe an Medikamenten entlassen. Ende März, Anfang April hatte ich jedoch mindestens 1 Mal täglich wieder "Krämpfe", sagte mir aber, das können nicht alles Infarkte sein. Ich also zugesehen, das ich für Freitag den 4 April meine zwei Kinder, die ich schon habe, bis Nachmittags unterbrachte, Nachmittags würde mein Lebensgefährte ja übers Wochenende kommen.

Also wieder mit Notarzt und Blutdruck von 220/140 ins KH. Bei der Herzkathederuntersuchung war nun zunächst nichts festzustellen. Kurz bevor die die Untersuchung beenden wollten, merkte ich, das es wieder los geht und habe bescheid gesagt. Dabei wurde nun festgestellt, das sich meine Herzkranzgefäße verkrampfen. Andere kriegen Wadenkrämpfe... bei mir braucht man bei einem Krampf fast einen Defibrilator.

Ich versuchte mit dem Thema Kinderwunsch nach diesem KH Aufenthalt abzuschließen.
Oberflächlich gelang dies auch. Da mir kein Gyn die Pille verschreiben wollte, haben wir diese Dank Internet in Holland bestellt. Dachten also, wir würden verhüten.
Ab hier möchte ich mich selber zitieren, werde aber alle Namen löschen.

Zitat:
Tja, und dann hatten wir Urlaub. Zu dumm, dass wenn man 3 Wochen jeden Tag zusammen ist, in der Zeit regelmäßig miteinander schläft, man fast automatisch die fruchtbaren Tage erwischt.

Zunächst sah ja auch alles aus, als wenn nichts wäre. Die ab Donnerstag übliche Schmierblutung setzte pünktlich ein. Was ausblieb war dann die Schweinerei, die ich dann sonst samstags die letzten Male immer hatte. Wir haben auch noch an nichts Böses gedacht, als ich den Samstag nach der Weinschorle gespuckt habe.



Als mir dann Donnerstag immer noch schlecht war, hab ich mir zunächst den Termin beim Hausarzt gemacht, weil ich eher an Magen-Darm dachte. Tja, der Test, auf den Du mich dann gebracht hast, sagte was anderes als Magen-Darm, nämlich schwanger.

DAS, kann nicht sein, mach noch einen Test. Ok, auch der war positiv.



Ab hier drehten sich meine Gedanken im Kreis. Scheiße, wie soll das gehen, die Tabletten, wie reagiert dein Körper auf die Schwangerschaft? Das geht nicht, * will kein Kind. Was will ich? Ich will das Kind.



Erstmal den Termin beim Hausarzt wahrnehmen. Ok, Sie sind schwanger? Herzlichen Glückwunsch! Wir machen Termin beim Gynäkologen, wer ist ihr Gyn? Mein Einwand…Aber die ganzen Tabletten, erstmal nachsehen…immer mit der Ruhe. Ok, bis auf Plavix, die sie bis Januar nehmen, ist alles unbedenklich, die Blutdrucksenker werden auch in der Schwangerschaft verschrieben, die Magentabletten sind ok, die werden bei Schwangeren mit häufigem Sodbrennen und mehr als der morgendlichen Übelkeit verschrieben. Die ASS, die die Gerinnung runtersetzen werden bei Frauen mit Kinderwunsch verwendet, um die Gebärmutter besser zu durchbluten. Termin beim Gyn für den nächsten Tag steht.

Ich bin zunächst ein wenig beruhigt.

Freitag dann zum Gyn. Auch er ist zunächst alle Tabletten durchgegangen, hat auch für die Plavix sein ok gegeben, die wären nur in den letzten drei Monaten nicht ok. Aber bis Januar…das geht in Ordnung. Machen wir mal Ultraschall. Man kann was erahnen, eigentlich ist es noch sehr früh. Wann war die letzte Periode? Ok, gehen wir von Samstag den 26.07, Tag der Schweinerei aus. Dann sind sie jetzt 4+6, also Ende der 5. Woche. Das haut hin, Sie haben Zeit zu überlegen. Kommen Sie bitte nächste Woche Freitag wieder, wir müssen zunächst sicherstellen, das eine intakte Schwangerschaft vorliegt. Wir nehmen Blut ab, um zu schauen, ob das mit dem Beta HCG hinkommt und wir halten bis nächsten Freitag Rücksprache mit den Kardiologen in Schleswig. Dann sehen wir weiter.



Bis hier ist alles in Ordnung, eigentlich sollten wir jetzt in Ruhe gemeinsam darüber nachdenken was wir machen. Und jetzt kommst Du…keine Zeit mehr wirklich nachzudenken oder mit dir zu reden. Vom ersten Moment an hab ich das Gefühl ich steh unter Druck, vom ersten Moment an, entweder ich oder das Kind. Immer wieder die letzten Wochen irgendwelche Vorwürfe, mal in die Richtung, das das Kind nicht von dir ist, dann, das ich eh nichts geregelt kriege…Ich krieg nichts auf die Reihe, aber zum Bügeln bin ich gut genug.

Das geht die ganze Zeit so weiter, es eskaliert, wir reden nicht, wir schreien uns an, werden handgreiflich. Nachdenken kann ich nicht. Ich habe Angst, auch vor dir.

Ich hab Angst um den Zwerg. Ich habe Angst vor dem was kommt. Wenn ich jetzt schon das Gefühl habe, ich kann da nicht mit dir drüber reden, wie soll das erst nach einer Abtreibung sein. Also muss ich auch da alleine durch.

Für dich wäre es danach, als wäre nichts passiert, die Welt wäre wieder in Ordnung, zurück zur Tagesordnung.



Wenn du in der Woche nicht da bist, lese ich viel über Abtreibung, vielleicht hilft mir das. Tut es nicht, immer wieder der Gedanke, ich würde den Zwerg so gern mit dir zusammen bekommen. Aber irgendwie muss ich da alleine durch, egal wie ich mich entscheide. Von einer gemeinsamen Entscheidung kann ich nicht mehr reden. Ich weine viel, * merkt was. Kann mich aber raus reden, das es wegen unseres Streites ist.



Ok, erstmal wieder zum Arzt, Beta HCG Wert ist in Ordnung, Ultraschall ist in Ordnung, eine Eileiterschwangerschaft kann ausgeschlossen werden (schade, das wäre in dem Moment vielleicht das Beste gewesen)

Meinung der Kardiologen…Restrisiko besteht selbstverständlich, aber es liegt von unserer Seite aus kein Grund für einen Abbruch vor, da dadurch, das kein Muskelgewebe geschädigt ist, Frau * keinen Infarkt hatte, ist Frau * von Anbeginn der Schwangerschaft mit einer Patientin zu vergleichen, die eine H Gestose hat. Wir möchten Frau * 2 Mal sehen, einmal Mitte der Schwangerschaft und einmal gegen Ende der Schwangerschaft.



Eigentlich freue ich mich. Ich erwische mich immer wieder, wie ich meine Hand am Bauch habe. Ich merke nicht viel von der Schwangerschaft, meine Brüste spannen, insbesondere Abends, ich glaub die sind schon gewachsen. Keine Spur mehr von Übelkeit, aber einen Blähbauch habe ich. Ab und an leichtes Ziehen im Unterbauch.

Was mache ich? Ich muss mit jemandem drüber reden. Ich muss meine Gedanken sortieren. Wem vertraue ich soweit, das ich wirklich alles loswerden kann? Mit dir kann ich nicht drüber reden, von dir kommt nur, ich will nicht und Abtreibung.

Zwischendurch kommt bei dir einmal kurz so was wie Gefühle hoch…Du hast Angst, mich zu verlieren, uns zu verlieren. Aber du willst gar nicht hören was die Ärzte sagen. Du willst nicht wirklich drüber reden. Deine Meinung steht, entweder Du oder das Kind.

* kommt. * hört einfach nur zu.

Von dir kommt weiterhin nicht wirklich irgendwas was mir hilft eine Entscheidung zu treffen.

Ich habe Alpträume. Ich liege im Krankenhaus, festgeschnallt auf dem Stuhl bei vollem Bewusstsein während die unser Kind aus mir rausholen.

Dann wieder liege ich festgeschnallt auf dem Stuhl, du kommst schreiend rein…schreist nur noch, wo ist unser Kind, was hast du getan?

Ein anderes Mal kommst du gleich mit in den OP und als die mir die Narkose geben wollen nimmst du meine Hand und sagst, komm…wir gehen, wir kriegen das Kind.

Ich werde die Bilder nicht los, scheiße, die hätte ich besser nicht gesehen. Scheiß Träume.

Wieder zum Arzt, aber wirklich eine Entscheidung habe ich noch nicht gefällt. Wieder Ultraschall. Ich sehe das gleiche was er sieht. Das erste Mal hat er den Bildschirm so gedreht, das ich was sehen kann. Da schlägt ein Herz. Man kann den Zwerg erkennen.


Meine Alpträume hören nicht auf. Ich muss eine Entscheidung treffen. Ohne dich, Du redest von Vertrauensbruch, vertraue ich dir noch? Nein, ich fühle mich alleine, es gibt keine gemeinsame Entscheidung.


Du wünschst dir ein „normales“ Wochenende. Haben wir, solange wir über was anderes reden. Sonntag, du fängst vom Thema an. Ich zucke zusammen sobald du mich berührst. Ich habe Angst, vor dir, davor, das es wieder eskaliert.

Donnerstag riefst du Vormittags an, mal wieder nichts als Vorwürfe…vielleicht will ich ja nicht, das das Kind bei dir aufwächst. Du machst für Mittwoch einen Termin, wir gehen da gemeinsam hin. Der nächste Baum ist meiner.

Von Gemeinsam spüre ich nichts. Ich spüre, dass du völlig überfordert bist, versuchst, wieder die Kontrolle über alles zu kriegen.



* kriegt Fetzen von unserem Telefonat mit, laut genug, scheiße wie erklär ich * die Situation?

Ich möchte nicht, das du am Wochenende kommst. Ich möchte endlich eine Entscheidung treffen können, ohne deinen Zwang dahinter.

Ich denke viel nach, schaffe es auch, weder Freitag noch Samstag zu weinen. Ich vermisse Dich, aber ich will dich weder sehen noch hören.

Fest steht aus meiner Sicht, egal was ich mache, die Folgen trage ich alleine. Lasse ich den Zwerg abtreiben muss ich mit dem Danach alleine fertig werden. Du lässt mich ja schon vorher gefühlsmäßig alleine. Also wirst du auch nachher nicht für mich da sein, nicht verstehen / wollen was in mir vorgeht. Wieder sind die Bilder aus meinen Träumen da.

Für den Fall das ich unseren Zwerg kriege, hast du deine eigene Entscheidung getroffen.

Bringt mich nicht weiter.

Was sagt mir mein Körper? Alles in mir sträubt sich bei dem Gedanken an eine Abtreibung. Wären meine Krampfanfälle nicht gewesen, würde ich wahrscheinlich nicht über eine Abtreibung nachdenken. Mein Körper, wie fühle ich mich? Denke ich, dass ich / wir gut durch die Schwangerschaft kommen?

Ja. Das Restrisiko ist mir bewusst. Aber, ich bin von Anfang an diesmal unter Kontrolle, mein Blutdruck ist sowohl zuhause, als auch beim Arzt in Ordnung.

Fühle ich mich krank? Ich weiß ich bin krank, muss meine Tabletten nehmen. Aber fühle ich mich krank? Nein. Im Gegenteil, ich fühle mich körperlich so gut wie lange nicht.

Sonntag, * ruft an. Sie fragt was bei uns los ist. * ist in der Nähe, ich „flüchte“ ins Schlafzimmer. * erzählt du wärst völlig überfordert mit der Situation. Du kämst dir überrumpelt vor. Ich hab schon wieder Tränen in den Augen. Ich soll abtreiben, dir doch noch 2-3 Jahre Zeit geben, dann wenn sich unsere Beziehung gefestigt hat, wärst du bestimmt dazu bereit. Ich glaube ihr nicht. * meint sie hätte auch eine Abtreibung hinter sich, das Danach wäre gar nicht so schlimm. Ich frag sie, ob es Ihre Entscheidung war, sie geht leider nicht drauf ein, erzählt mir stattdessen von einer Kollegin. Sie mag also nicht wirklich drüber reden. Ich gefährde derzeit unsere Beziehung. Alle wären froh gewesen und hätten gehofft, dass du bei mir endlich deinen „Hafen“ gefunden hättest. Abends will sie noch mal anrufen…hat sie nicht.



Netter Versuch. Halbherzig, bestimmt gut gemeint, ich hätte gerne mit * drüber geredet. Das hilft mir so nicht weiter. Ich muss meine Entscheidung treffen.

Du hast deine getroffen.

Also noch mal überlegen. Mir geht es körperlich gut. Schaffe ich das? JA. Ohne die Krämpfe hätte ich wahrscheinlich nicht so lange gebraucht um eine Entscheidung zu treffen. Eigentlich ist der Zwerg das, was ich vorher gerne mit dir zusammen geplant hätte. Jetzt ist es für eine Planung zu spät. Haben wir uns eigentlich selber zuzuschreiben. Kann der Zwerg da was für? Nein. Hat * vielleicht doch Recht? 2-3 Jahre weiter? Nicht wirklich, dann sind wir, wenn wir anfangen zu planen beide über 40 und du willst eh kein Kind mehr, weder jetzt noch dann.

Gefährde ich unsere Beziehung? War die nicht in dem Moment kaputt wo fest stand, dass ich schwanger bin, als du für dich beschlossen und verkündet hast, wenn du das Kind kriegst, dann ohne mich.

Beziehung? Vertrauen? Du traust mir nicht und ich vertraue dir nicht mehr. Du fühlst dich alleine und ich mich auch, aber sind wir noch WIR? Gibt es das noch? Fühlst du das noch? Ich fühle das derzeit nicht. Was fühle ich, wenn ich an dich denke? Ich vermisse dich, würde mich gerne bei dir anlehnen, will dich wegstoßen. Ich liebe dich, ich hasse dich, ist wie Karussell fahren.

Was bleibt mir? Frage ist, wo komme ich alleine besser mit klar? Mit dem Danach? Damit das ich unseren Zwerg auf dein Drängen hin habe töten lassen? Oder damit ein drittes Kind, unser Kind zu kriegen?



Ich denke mit unserem Zwerg.

* ich liebe DICH


Zitat ENDE.
Tja, nun hat er mein komplettes Umfeld aufgewiegelt, alle von seiner Angest überzeugt und eigentlich bin ich am Ende meiner Kräfte. Gestern hatte ich Vorstellungsgespräch für den Abbruch, auch dort merkte die Gyn, das es eigentlich nicht mein Wunsch ist, hat nochmal Rücksprache mit dem Internisten gehalten, den Stent gesetzt hat. Der sieht ebenfalls nur ein geringes Risiko, nicht höher, als bei Patienten ,die leicht erhöhten Blutdruck haben.
Es nützt alles nichts, ich bin völlig fertig, habe für Montag Termin und weiß nicht, was ich machen soll. Wenn ich hingehe, ist das nicht mein Wille den ich vollstrecken lasse.
Ich weiß es nicht.

Sorry, ist super lang geworden.


02.10.2008, 13:24
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Ein Trauriges Willkommen!

Viele Deiner Gedanken/Gefühle habe ich 1:1 erlebt.
Die Angst, die Berg- und Talfahrt der Gefühle.

Auch ich habe (zwar ohne gesundheitliche Gründe) gegen mein Herz entschieden. Weil ich der Beziehung eine Chance geben wollte. Er hat mich dann 5 Tage nach dem AB verlassen...
Letztlich bin ich jetzt erleichtert, dass ich mich nicht durch das Baby ein Leben lang an ihn gebunden habe... So hart das klingt.
Aber er hat ich von Anfang an belogen. Er wollte das Kind noch nicht, aber dass es meine Entscheidung sei und er hinter jeder meiner Entscheidungen steht.
Das war aber nur das, was er GESAGT hat.
Und ich habe ihm vertraut und wollte mir und meinem Sohn die Chance auf eine Familie nicht kaputt machen...
Entscheide also bitte NUR FÜR DICH. Nicht, um Rahmenbedingungen zu erhalten oder zu verbessern.

Schicke Dir Kraft rüber. WIR im Forum stehen bei JEDER Entscheidung hinter Dir und fangen Dich auf, wenn Du im Tal der Tränen angekommen bist...

Gehe in Dich, vielleicht findest Du die Antwort ganz tief in Dir drin, bevor es zu spät ist...


02.10.2008, 14:13
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Liebe Anja,

erstmal ein "herzliches Willkommen hier bei uns", auch wenn deine Anlass oder generell der Anlass nicht so schön ist, freue ich mich das du zu uns gefunden hast.

Ich denke, so wie du auch ;), wenn er jetzt kein Kind möchte, dann möchte er mit Sicherheit auch in ein paar Jahren kein Kind. Wenn du dich so in die Enge getrieben fühlst von ihm. Wie sind deine Gefühle denn zu der Partnerschaft? Er sagt, er ist weg, wenn du das Kind bekommst. Kannst du dir zu dem Zeitpunkt überhaupt noch vorstellen mit ihm zusammen zu bleiben?

Könntest du dir vorstellen das Kind allein groß zuziehen?
Aber auch die andere Frage, könntest du nach einem Abbruch noch mit diesem Mann zusammen sein, der dich dazu bewegt hat, und du es schließlich nur seinetwegen getan hast?

Liebe Grüße, Jessi


02.10.2008, 14:49
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Hallo Schlaflos, Hallo Jessi,

im Tal der Tränen bin ich Sonntag. Ich bin völlig neben der Spur, esse kaum, schlafe noch weniger. Wenn mir mal ein paar Minuten die Augen zufallen habe ich Alpträume.

Ob ich weiter mit dem Mann nach einem Abbruch zusammen sein will? Nein.

Meine letzte Hoffnung...ich habe ihm heute die Nummer des Internisten gegeben. Wenn er wirklich nur Angst um mich hätte, wie er versucht allen deutlich zu machen, vielleicht kann der Internist, dieser ist informiert über einen eventuellen Anruf und von seiner Schweigepflicht entbunden, ihm klar machen, wie gering die Gefahr durch die Schwangerschaft ist.

Anja


02.10.2008, 15:10
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hi anja,
fühl dich mal ganz lieb gedrückt. ich habe vorhin schon dein erstes posting gelesen und wo ich so darüber nachdachte, fiel mir auf, dass du nie selbst eine entscheidung für eine abtreibung getroffen hast, du schreibst ja, es wäre gegen deinen willen. dann hast du also auch gegen deinen willen diesen termin für montag ausgemacht? ich kann es voll verstehen, dass du inzwischen ziemlich fertig bist, weil dein partner dich unter druck setzt und auch das umfeld beeinflusst. für mich klingt es so, als würdest du dich „ergeben“. aber wieso? du würdest dich von deinem partner, der dich jetzt unter druck setzt, trennen. du würdest partner und kind verlieren. wenn du dein baby bekommst, hättest du auf jeden fall dein kind – und vielleicht würde dein partner auch noch „die kurve kriegen“. wenn die ärzte das risiko als gering einstufen, werden sie wohl besser bescheid wissen, als dein aufgewiegeltes umfeld. du selbst fühlst dich gesundheitlich gut. du bist überzeugt, mit dem zwerg besser klar zu kommen als mit einer abtreibung. warum solltest du denn dann abtreiben? warum solltest du deine entscheidung von einem menschen abhängig machen, der keine rücksicht auf deine gefühle nehmen will? bitte lass dich nicht unter druck setzen, gegen dein herz zu handeln! ich kann dir empfehlen, dich bei der beratung profemina (Administration sagt: siehe hier: http://www.nachabtreibung.de/viewtopic.php?t=16154) zu melden (im netz unter profemina.de) und noch mal mit denen die lage durchzusprechen. vielleicht könnte dein partner bei dem gespräch dabei sein oder selbst dort anrufen und auch mal mit einem „außenstehenden“ darüber sprechen. bitte nimm die chance wahr. oh mann, wünsche dir echt alles gute und dass du die richtige entscheidung triffst.
sei ganz lieb gegrüßt von elvira


02.10.2008, 15:58
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Hinweis zu ProFemina hier:
http://www.nachabtreibung.de/viewtopic.php?t=16154


02.10.2008, 16:09
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Sag mal liebe Anja,

wie alt sind denn deine Kinder? Sind sie denn von deinem Partner, eher nicht, oder? Wie gehen sie mit allem um oder wie ist das Verhältnis. Das sind ja auch noch alles Dinge, die du berücksichtigen muss, nicht wahr?

Alles sehr schwierig! Im Falle dein Partner entscheidet sich doch für das Kind, würde das doch auch alles enorme Konsequenzen für Eure Beziehung haben. Allein der Konflikt in den ihr Euch beide befindet.

Gruß Jessi

_________________
Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.
AB †07.12.2001 | Abort †20.12.2007 (23+4) | Missed Abort †02.07.2010 (9+6)


02.10.2008, 16:12
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@elvira,
gestern war mein Beratungsgespräch im KH, die FAin dort hat in meinem Beisein zunächst mit dem Internisten gesprochen, einerseits nochmal, um das eventuelle Risiko durch die Schwangerschaft abzuklären, andererseits, weil auch ein Teil der Medikamente erst abgesetzt werden muß.
Auf dem Anamnesebogen steht bisher ausdrücklich drauf, Patientin wünscht den Eingriff eigentlich nicht.
Dann hat Sie OP Termin für Montag 7.00 Uhr angesetzt.

@Jessi,

nein, meine beiden Mädels, 7 und 11 Jahre alt sind nicht von meinem Partner. Ich bin mit ihm seid 2 1/2 Jahren zusammen. Das Verhältnis zwischen meinem Partner und den beiden ist gut, die Kleine sagt teilweise Papa zu ihm.

Ja, berücksichtigen muß ich dass, zumal beide mitbekommen haben, das irgendwas im Busch ist. Wir streiten derzeit relativ viel und die Große hat Fetzen eines Telefonates mitbekommen. Sie weiß seid dem, dass ich schwanger bin und er das Kind nicht haben will.

Ich dachte eigentlich ich höre heute irgendwann tagsüber was von ihm, aber bisher...Nichts.


02.10.2008, 19:38
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Hallo Anja1970,
Du sitzt gerade in einer fießen Klemme, zwischen Deinem Zwerg und Deinem Partner. Du stellst Dir die Frage, ob Du später besser mit einer Abtreibung oder besser mit einem 3. Kind zurechtkommst. Dies ist aus meiner Sicht heraus, die einzigste wichtige Frage. Denn es ist tatsächlich so wie Du schreibst, das Opfer einer Abtreibung ist die Frau und nicht der Partner. Und wenn ich Deine Zeilen so lese, habe ich den Verdacht, daß Du gar nicht mehr so viel verlieren kannst. Z.B. Beziehung, Vertrauen. Du traust mir nicht und ich vertraue dir nicht mehr. Da kann ich kein geeignetes Fundament mehr sehen für Deine Beziehung.
Du schreibst, daß eine Abtreibung gegen Deinen Willen wäre. Davon gehe ich allerdings auch aus, einfach weil da so viele Sätze von Dir zu finden sind, die Deine tiefe Sehnsucht nach dem Kind ausdrücken : z.B. Eigentlich freue ich mich, dann laß Dir diese Freude nicht nehmen. Gelegentlich lege ich die Hand auf den Bauch. dies heißt doch, Du hast bereits eine Beziehung zu diesem Zwerg in Dir. Alles sträubt sich in mir gegen eine Abtreibung. Du mußt nichts tun, was gegen Deinen eigenen Willen, und gegen Deine eigene Überzeugung ist. Du hast bereits Alpträume. Du merkst schon jetzt beim bloßen Durchdenken, wohin Dich eine Abtreibung führen wird, da ist die Gefahr sehr hoch, daß Dein Leben nach einer Abtreibung davongeprägt wird. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich wie sehr Alptäume ein Leben belasten, ja fast kaputt machen. Daran kann man zerbrechen. Einfach weil man vor lauter Angst wieder einen Alptraum zu haben nicht mehr schlafen will. Da schlägt der Körper dann irgendwann Alarm.
Du hast viel geweint und seit Sonntag bist Du in einem Tal der Tränen. Wer um ein ungeborenes Kind weinen kann, der wird auch einen guten Weg finden und die nötige Kraft haben dieses Kind großzuziehen.
Du hast versucht mit Kinderwunsch abzuschließen und es gelang Dir oberflächlich. Aber das wahre Du mit seinen Wünschen ist nicht an der Oberfläche sondern in der Tiefe zu finden.
Du bringst es auf den Punkt mit dem Satz:"Ich will das Kind." Du verspürst Angst um den Zwerg, dies zeigt deutlich, für wen Dein Herz schlägt.
Laß Dein Herz schlagen, und füge Dich nicht irgendwelchen "besorgten" Argumenten Deines Partners. Denn diese zählen für Dich nach einer Abtreibung sehr wenig.
Klar ,wird es für Deine 2 anderen Kinder erst mal eine Umstellung, wenn sie sich schon an Deinen Partner gewöhnt haben. Aber Du setzt für sie damit klare Zeichen, wie wertvoll Dir sie alsKinder sind, besonders da es das eine Kind mitbekommen hat. Und gegen den Abschiedschmerz ist dann Dein neuer Zwerg die richtige Medizin. Da würde sich Deine Familie eh neu einspielen.
LG Chiara-Fiona


02.10.2008, 22:33
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Ach Anja, Herz...

es geht mir so nahe, dies zu lesen.
Auch ich habe mich unter Druck setzen lassen.

Ich lese aus den Zeilen, dass DU den Abbruch nicht willst und wie du schreibst, es deiner Ansicht nach auch deine letzte Chance auf ein Kind wäre, alterstechnisch.

Wo ist denn der Unterschied, ob jetzt oder in 2/3 Jahren?? Mein Gott, ihr seid schon 2 1/2 Jahre zusammen!

Lieber allein schwanger sein, als allein nach einem AB, ganz ehrlich. Ich habe auch mein 3. Kind gehen lassen....du hast 2 große Kids, die dich sicher gerne unterstützen.

Wenn ihm was an dir liegt, tut er DAS deinem eh schon kaputten Herzen nicht an, denn dein Herz kann wohl eher an einem AB brechen, als an deiner Krankheit.

Vielleicht hilft es dir, den Termin zu vertagen. Alle Stecker zu diesem Mann zu ziehen, der sogar dein Umfeld manipuliert und nicht vor allen miesen Methoden zurückschreckt, dich in seine Richtung zu lenken. Stecker erst mal ziehen, nichts von ihm hören und sehen, damit du, nur DU ALLEIN dein HERZ hören kannst. Du nennst es liebevoll deinen Zwerg...eine Bindung ist da...und dies einfach so auszuschalten...

MÄNNER...ich weiß nicht, ob ich das sagen darf, aber ich könnte so eine unendliche Wut bekommen. Ich finde, für eine solche Art der Manipulation müsste man einem Mann im Gegenzug für den AB als Rache eines seiner werten Teile rauben, von welchen er zwei hat. Mal sehen, ob er dann das Gefühl von Verlust mal nachfühlen kann...

Die machen es sich teilweise soooo einfach...

Viel Kraft!

IRAD


02.10.2008, 22:46
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Noch was:

Vielleicht hilft es dir, den Beitrag von Sys zu lesen:

http://www.nachabtreibung.de/viewtopic.php?t=16121

Mal die reuige Männersicht...die dazu ermutigt, sich nicht auf die Panik des Mannes einzulassen...


02.10.2008, 22:48
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hallo anja,
erst einmal ein herzliches hallo hier bei uns.
also ich hatte damals als ich schwanger wurde 2 monate vorher epilepsie bekommen. für uns war es ein schock. aber für mich war klar das ich mein baby bekommen werde. aber für meinen mann nicht. er hat gleich gesagt das er kein drittes kind möchte. aber wenn ich es bekommen sollte allerdings für uns da ist. er hat damals auch die epilepsie vorgeschoben und das geld. ich habe damals sehr auf andere gehört. egal ob das mein mann, meine mutter meine schwester oder freundinnen waren. ich habe nicht auf mich und mein herz gehört. ich habe mein baby nicht bekommen. aber unsere ehe ist vorbei. nach 2 jahren habe ich mich von ihm getrennt.
es ist eine sehr schwere entscheidung für dich anja. egal wie duch dich entscheidest, dein leben wird sich verändern. man kann dir da LEIDER NICHT VIEL RATEN; Es ist einfach nur schwer.
ich schicke dir ganz viel kraft anja.
lieben gruß cordula


02.10.2008, 22:51
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Danke für eure Worte,

die Schlinge zieht sich noch enger zu, ich komme mir vor wie ein in die Ecke getriebenes Tier. Meine Eltern kommen heute her, fahren extra 600 km. ABER, sie stehen nicht hinter mir. Das Haus in dem ich wohne gehört meinen Eltern. Wenn ich den Zwerg nicht weg machen lasse bekomme ich die Kündigung. Das waren die Worte meines Vater.

Ich kann nicht mehr, letzte Nacht war von Gedanken geprägt, was wohl wäre, wenn ich mit dem Zwerg gehe. Sollte eigentlich ganz einfach sein, bei den ganzen Tabletten die ich hier habe, die wirken sich sicher nicht positiv auf die Narkose aus.

Ich will weg.


03.10.2008, 10:08
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Liebes,

kapsel dich umgehend ab von denen.
Raus, zu ner Freundin, die hinter dir steht.
Sag den Termin ab und denk lieber nochmal nach!
Was sind das für grauenvolle Eltern??
Zur Not schaffst du es ohne sie!
DU musst jetzt für dich sein, zur Ruhe kommen und klar werden!


IRAD


03.10.2008, 13:48
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Liebe Anja,

ich weiß nicht wo du wohnst, aber wenn du magst, setze dich doch bitte per Privater Nachricht (PN) mit mir in Verbindung. Vielleicht finden wir ja doch einen Weg.

Liebe Grüße, Jessi

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03.10.2008, 14:13
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