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 sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch 

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Beitrag sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Diese Seite habe ich heute rein zufällig entdeckt und möchte euch gerne meine Geschichte schreiben. Bitte verurteilt mich nicht. Ich hoffe die eine oder andere Antwort zu erhalten.

Ich bin 26 verheiratet und mir ist ein ganz großer "doppel Fehler" passiert.

Mein Mann und ich versuchen seit 2 jahren ein Baby zu bekommen, es klappte leider nicht. Er hat sich getestet, seine Spermien sind "okay, also langsambeweglich" könnten besser sein. Irgendwann dachte ich, das es vielleicht an mir liegen könnte, weil ich in der Jugend einmal mein Baby weggemacht habe.

Anfang des Jahres lernte ich einen Mann ( er ist auch verheiratet) kennen, wir waren uns sehr symphatisch, bißchen ineinander verknallt, hatten und haben keine Zukunftpläne, es hat einfach nur der Augenblick gezählt. Am 8 Feb. war es dann soweit das wir miteinander schliefen. Wir haben uns nicht verhütet weil ich ja seit Jahren "zu Hause" nicht schwanger werde. Wegen Ansteckung usw...war keine Rede, da wir beide Med. Bereich arbeiten..Er ist Zahnarzt.

Tja nun hat mich irgendwas nicht in Ruhe gelassen, als ob ich was geahnt hätte.Am Freitag habe ich einen Test gemacht...positiv. Ich bin also von ihm an dem 8 Feb. Schwanger geworden. Schock!!!!
Meinem Mann habe ich alles am selben Tag gebeichtet. Es war ein sehr trauriger Tag für uns beiden. Er überlässt mir die Entscheidung. Ich möchte eigentlich das Kind nicht behalten. Denke, damit würde ich meine Ehe kaputt machen. Anderseits muss ich vielleicht damit leben, dass es zwischen meinem Mann und mir ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt.

Leute mir gehts so schlecht, ich wünschte ich wäre nicht mehr am Leben..bin so traurig..warum klappt es seit Jahren nicht mit dem Mann, den ich liebe und dann passiert mir so ein Fehler nur ein mal SEX und zack werde ich schwanger?

Irgendwie habe ich auch Angst davor, wenn ich auch dieses Baby wegmache, werde ich vielleicht nie wieder schwanger? :cry:


Was sagt ihr dazu

Liebe Grüße
Nina


02.03.2009, 00:37
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Wichtig ist doch für Dich die Frage, die Klarheit: wie geht es mit Eurer Beziehung weiter? Wie positioniert sich Dein Mann zu dem Kind des anderen?
Wenn Euer Kinderwunsch weiterhin unerfüllt geblieben wäre, hättet ihr evtl. adoptiert?

Ich ziele auf Folgendes: kann Dein Mann, wenn ihr zusammenbleibt und den Fehltritt verarbeitet/verzeiht... kann er das Kind wie sein eigenes lieben?

Du hast noch Zeit, überstürze nichts.
Versucht, Euch Eure Zukunft vorzustellen... a) mit "fremden" Kind... b) mit (wahrscheinlich) belastendem Abtreibungstrauma....

Redet, redet, redet. Und laß Dir Zeit.
Der Schock sitz noch zu tief, um so eine weitreichende Entscheidung zu treffen.

Drücke Dich ganz doll und wünsche Dir, eine Entscheidung zu finden, mit der DU im Herzen leben kannst und willst :?


02.03.2009, 11:11
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Hallo Nina,

erstmal hört es sich doch für mich sehr positiv an, dass dein Mann (so wie ich es verstehe) nicht auf einen AB drängt. Vielleicht gehört er ja zu den Männer die Vater-Sein mit der Erziehung und Bleitung eines Kindes verbinden, mehr als mit der Frage, woher das Spermium stammte.
Vielleicht könntet ihr einfach beschließen, dass dies EUER Kind ist, unabhängig von den Umständen seiner Zeugung (schließen die eigentlich komplett aus, dass dein Mann der Vater ist?)
Auch ich wünsche euch, dass ihr den Weg findet, mit dem ihr am besten leben könnt - und vor allem Du.

LG, Barbara


02.03.2009, 12:06
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Hallo Nina26,
daß es Dir gerade schlecht geht und Du sehr traurig bist kann ich nachvollziehen - fühl Dich mal herzlich von mit gedrückt.
Boah, ich finde Du bist total mutig. Du merkst Du hast einen doppelten Fehler gemacht, und bringst die Courage auf, dies am selben Tag noch auf den Tisch zu bringen. Hut ab, ich brauche da manchmal wochenlang dazu. Aber nachher ist man trotzdem eine Last leichter. Und deswegen glaube ich, daß Du den richtigen Weg gewählt hast. Auch wenn es ein trauriger Tag für Euch war, müßt ihr nicht an diesem Punkt stehen bleiben, sondern es kann ein Doppelpunkt werden. Dein Mann hat Dir dies ja bereits signalisiert, indem er Dir die Entscheidung überläßt.
Eigentlich möchtest Du das Kind nicht, in dem Eigentlich schwingt eine große Unsicherheit mit. Denn Du hast durch 2 Jahre unerfülltem Kinderwunsch, schon den Wert von Leben kennengelernt. Wir Menschen können alles, aber kein Leben herstellen. Auf der anderen Seite hast Du Angst, daß Du damit Deine Ehe kaputt machen könntest. Ich persönlich denke, dies ist nicht so. In Eurer Ehe ist bereits etwas kaputt gegangen, sonst hättest Du Dich nicht auf eine Beziehung mit dem Zahnarzt eingelassen, die doch keine Zukunft versprach. Und nun kann diese Schwangerschaft die Chance sein, daß ihr 2 neu ins Gespräch kommt, ihr in Eurer Ehe aufräumt und neu miteinander anfangt. Das Kind hört sich nicht als das eigentliche Problem an. Denn das Kind ist ein Teil von Dir. Und es ist nicht so entscheidend, wer der biologische Vater des Kindes ist, sondern prägen würde Dein Mann das Kind, indem er ihm im Zusammenleben Vorbild wäre. An dieser Stelle ist es so befreiend und hoffnungsfroh für die Zukunft, daß Du mit offenen Karten gespielt hast.
Vielleicht müssen noch ein paar unangenehme Gespräche folgen, aber Du hast so viel Mut erwiesen,gib jetzt nicht auf der halben Strecke auf.
Setze einen Gedankenstop an der Stelle, daß Du am liebsten nicht mehr leben würdest. Sich den Tod zu wünschen ist die höchste Art des Selbsthasses. Vielleicht eine Auswirkung davon, daß Du Dich mit einer Abtreibung auseinander setzt. Denn eine Abtreibung kann für Dich zu einer Verlusterfahrung werden, ein Weiterleben als Mutter ohne Kind. Und diese Leere kann evt. manche körperlichen und psychischen Nebenwirkungen haben.
Ihr wart offen für ein Kind, das Leben bietet Euch diese Chance jetzt. Vielleicht bieten sich noch mehr Chancen, aber was man sicher hat, das hat man sicher. Du hast Dir für das Kind einen anderen Start vorgestellt. Aber manchmal ist nicht der Start, sondern der weitere Lebensverlauf entscheident, über das Glück des Lebens. Gerade bist Du traurig, aber ich denke, Eurer Leben kann wieder hell werden.

LG Chiara-Fiona


02.03.2009, 16:22
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Antworten.

Ich habe die letze Tage sehr viel nachtgedacht, überlegt usw. Mir fällt die Entscheidung nicht leicht. Mein Mann steht hinter mir aber ich glaube der stoßt so langsam auch an seine Grenzen. Er meinte, weil er mich so sehr liebt, wird er auch mein Kind genauso lieben. Kann ich ihm das glauben? Auf Dauer? Das Kind hat man nun mal lebenlang...Mein Schatz meinte heute auch, sein Problem liege ganz wo anders, er meint: würde das Kind, warum auch immer "behindert" auf die Welt kommen, kann er mir mir nicht versprechen, dass er nicht an seine Grenzen stoßen würde. Wie soll ich das verstehen? Ich kann ihm doch keine Garantie dafür geben? Es könnte doch auch bei einem gem. Kind zu einer Beh. kommen....Er meint, das wäre dann was ganz anderes.


Mit dem Erzeuger telefoniere ich fast jede Tag, bis jetzt war ihm klar, dass ich das Kind nicht behalten will.

Als ich aber eure sehr liebevolle Antworten gelesen habe und mir meine enge Freunde auch ihre Meinung zu diesem Thema gesagt haben, bin ich nicht mehr Sicher ob ich mein Kind abtreiben möchte. Für mich kommt im Moment alles auf einmal. Seit Montag habe ich eine neue Stelle angenommen, davor war ich Volltime beschäftigt, jetzt in dieser Praxis nur noch teilzeit und prompt bin ich Schwanger. Was macht das für einen Eindruck?

Ich bin so verzweifelt, welche Entscheidung ist richtig, welche ist falsch..Der Erzeuger meinte heute, er wird das Kind nie sehen wollen, wäre in seinen Augen alles zu unrealistisch. Ich muss dazu sagen, er wohnt und hat seine Praxis in Südtirol.
Für mich kann ich sagen, ich liebe mein Baby, mein Herz sagt ja, mein Verstand sagt teilweise nein.

Was soll ich tun? Bin sehr verzweifelt.. Ich lebe nicht mehr, bin nur noch am existieren...bald zerbreche ich daran.

Wie sieht es eigentlich aus, muss der Erzeuger Unterhalt usw.. leisten? Ich persönlich will gar nichts von ihm, aber dem Kind steht ja was zu. Oder wie sieht ihr das?

Liebe Grüße ihr habt mich wachgerüttelt...

Nina


06.03.2009, 01:34
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Liebe Nina,

die Art wie dein Mann mit der Situation umzugehen scheint, klingt für mich total positiv! Wenn er jetzt, wo dein Fremdgehen noch so frisch und das Kind für ihn noch fremd ist, dennoch sagt, dass er es lieben wird, weil er dich liebt (welch schöneren Liebesbeweis kann es geben.... :D ), dann würde ich nicht daran zweifeln, dass er es auch auf Dauer liebt. Wenn er es sehen kann, es aufwachsen sieht, ihm ein Vater ist, da wachsen Gefühle, aber sie verschwinden nicht!


Was ich dir eigentlich schreiben wollte:
Ich bin selbst ein "Seitensprung-Kind" und auch mein Vater wollte mich nie sehen. Mit 18 habe ich ihn gesucht und er hat geweint vor Freude. Nun ist er derjenige, dem der Kontakt wichtiger ist als mir...
Dein Kind hätte einen Vater. Ich glaube der ist viel wichtiger, als der biologische Erzeuger. Aber wenn dein Kind später seine Wurzeln kennen lernen möchte, dann kann das immer noch möglich sein.

Und zum Unterhalt: Ja, der Erzeuger muss zahlen. Und du hast Recht, dem Kind steht was zu. Also ich weiß ja nicht wie es um eure finanzielle Situation bestellt ist, aber wenn ihr das Geld des Erzeugers nicht braucht, dann wäre es doch z.B. eine Möglichkeit ein Konto für das Kind zu eröffnen auf das der Erzeuger die Allimente einzahlt. Dann ist klar, dass nicht du das Geld von ihm willst, sondern er seinem Nachwuchs ein finanzielles Polster (Studium, erste Wohnung, Führerschein... na, du weisst schon) schafft.

Na ja, das waren mal so meine spontanen Gedanken. Identifiziere mich irgendwie mit deinem Kleinen. Bin ja unter ähnlichen Umständen auf dieser Welt gelandet... :wink:

Liebe Grüße
Eleonora


06.03.2009, 11:45
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Liebe Nina,

es ist schwer etwas zu raten, aber rein gefühlstmäßig: wenn doch Dein Mann das Kind lieben würde (gehen wir doch mal davon aus, dass es gesund - wie die meisten Kinder- ist) und der Erzeuger will damit nichts zu tun haben und ihr habt- bis auf den unerfüllten Kinderwunsch- eine intakte Ehe, dann könnte man doch meinen, dass das Kind eine Art Geschenk ist...

Ob ihr Unterhalt wollt oder nicht (auch wenn dieser dem Kind zusteht) ist Euch überlassen. Wenn ihr das Kind als Eures annehmt und es in der Ehe geboren wird, ist es vor dem Gesetz erstmal das Kind Deines Mannes. Dass ihr es später irgendwann über seinen Erzeuger aufklären solltet (meine Meinung) und dies sicher auch ein nicht leichter Schritt ist, steht spätestens in vielen Jahren mal im Raum.

Das schwierigste daran ist aber sicher Dein Mann...denn ich glaube für Männer ist es sehr schwer, noch viel schwerer als für Frauen, ein fremdes Kind anzunehmen, es sei denn er würde dies auch als Chance sehen, da er ja anscheinend Probleme hat, selbst Kinder zu zeugen. Vielleicht ist er ja so ein weiterentwickeltes Exemplar Mann, da er ja bisher anscheinend sehr gut reagiert hat. Ich frage mich grade wie alt ihr seid, wieivel biologische Zeit ihr noch hättet ein eigenes Kind zu bekommen?

Wenn ihr Euch gemeinsam dafür entscheidet, dann so als wäre es Eurer eigenes gemeinsames Kind, da muss er aber vollkommen dahinter stehen...ich meine jetzt vor allem rein emotional, wie ihr das rechtlich machen wollt, ihr ja eine andere Sache.

Alles Liebe und ich drücke Dir die Daumen für eine Entscheidung mit der alle auf Dauer leben wollen und können,
Regina

P.S. habe grade erst den Beitrag von Elenore gesehen, das mit dem Konto finde ich eine klasse Idee für das Kind!


06.03.2009, 11:51
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Liebe Nina,

auch ich bin beeindruckt von deinem Mann, wie positiv er jetzt schon mit der Situation umgeht. Ich schließe mich Eleonora an: wenn das Kind "erlebbarer" wird (nimm ihn doch mal zum Ultraschall mit...) und erst recht wenn es geboren ist, wird das noch besser werden, nicht schlechter.

Aus beruflichen Gründen habe ich viel mit Paaren zu tun, die unerfüllten Kinderwunsch haben und über eine Adoption oder eine Zeugung mit Spendersamen nachdenken. Es wird immer wieder berichtet, wie überwältigend schnell ein adoptieres Neugeborenes "das eigene" Kind wird. Und es gibt nur wenige Männer, für die eine Zeugung mit Spendersamen eine Option ist, aber diese stehen dann nach meiner Erfahrung auch dazu.

Sicher ist eure Situation mit dem Seitensprung nochmal etwas anders. Dennoch, bezogen auf das Kind ist sie ähnlich. Vielleicht könnte die folgende Seite eine Hilfe sein: http://www.pthorn.de, diese Psychologin hat sich auf die Betreuung von Paaren spezialisiert, die eine Zeugung mit Spendersamen in Erwägung ziehen.

An eurer schwierigen Ausgangssituation gemessen, erscheinen mir die weiteren Umstände ziemlich ideal: der Erzeuger will keinen Kontakt zu dem Kind, dein Mann hat also erstmal keine "Konkurrenz". Du hast gerade von Voll- auf Halbtagsstelle gewechselt - ist doch für Familienzuwachs ideal (was "das für einen Eindruck macht", sollte dich nicht in einem Ausmaß kümmern, dass es deine Entscheidung beeinflusst).
Nimm das mit dem "behinderten Kind" nicht zu schwer. Einige Männer kommen auch dann nicht mit einem behinderten Kind zurecht, wenn es das "eigene" ist. Insofern gibt es auch da nie eine Garantie. Und das dein Mann für solche Umstände dir nichts versprechen will, ist zwar dir gegenüber unschön, aber da überfordert er aus meiner Sicht seine Vorstellungskraft. Dass du ihm für eine Nicht-Behinderung keine Garantie geben kannst, ist ihm sicher klar.

LG, Barbara


06.03.2009, 15:06
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Bei meiner ersten ungeplanten SS habe ich mich für mein Kind entschieden und damit gegen den Erzeuger. Der sagte wörtlich: wenn Du es durchziehst, dann auch alleine. Ich will es nicht kennenlernen.
Mein Sohn ist heute 6 Jahre alt und sein Erzeuger hat sich daran gehalten :cry:

Das ist schwer für meinen Sohn, weil er gern einen Vater hätte. Aber ich bin auch alleine, ohne Partner. Hätte ich einen Mann an meiner Seite, würde die Sehnsucht nach einer männlichen Bezugsperson gar nicht so thematisiert werden.

Sowieso kommt dieses Thema jetzt erst in der Vorschulszeit auf den Tisch, vorher ist ihm das irgendwie gar nicht "aufgefallen" bzw. war in kindgerechten Antworten schnell "erledigt" 8-)

Was ich sagen will: Für Kinder spielt es überhaupt keine Rolle, ob der Vater auch der Erzeuger ist!!!
Liebe ist das Wichtigste!

Und dazu hat sich Dein Mann ja eindeutig geäußert :P

Du hast da ein Goldstück an Deiner Seite! :mrgreen:

Hab Mut, was andere sagen oder was das für einen Eindruck macht... pah! DIE trösten Dich dann später auch nicht, wenn Du wegen dem AB trauerst!!!

P.S. ich habe damals auch grad erst eine neue Stelle angenommen. Mein damaliger Chef hat gefordert, dass ich mind. 3 Jahre auf dieser Stelle bleibe und seine Ängste geäußert, dass ich ja eine biologische Zeitbombe wäre (mit 28Jahren).
Was ich vehemennt verneint habe... da war ich bereits schwanger und wußte es nicht :? :wink:

Und als ich es ihm unter Tränen gebeichtet habe, weil ich solche Angst um meinen Job hatte... Da war er total lieb und einfühlsam und sagte, dass Arbeit nie der Grund für eine persönliche Entscheidung dieser Tragweite sein darf. Und er fragte mich, wie ich entscheiden würde, wenn dieses Problem (Arbeit) nicht wäre. Naja, das war dann keine Überlegung mehr, dann hätte ich den Mut, mich für ein Leben als alleinerziehende Mutter zu entscheiden.

Und das habe ich dann auch :P

Und ich arbeite heute noch da :wink:


06.03.2009, 17:03
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Hallo Nina,
ich finde Dein Mann hat sich erstaunlich schnell in die neue Situation hineingefunden. Gib ihm noch etwas Zeit, daß seine Seele auch nachkommen kann.
Ich finde es klasse, daß er Dich sagt, daß er das Kind lieben wird, weil er Dich liebt. Und an dieser Stelle kannst Du ihm trauen. Denn das Kind ist ein Teil von Dir. Und wenn er das Kind mit dem Blick der Liebe anschaut, dann wird er entdecken, daß das Kind zum einen ein einzigartiges Orginal ist, aber daß es vielleicht Deine Augenfarbe hat oder die Zehenform, vielleicht etwas von Deinem Temperament... er wird sich auf Entdeckungsreise machen.
Wenn der biologische Vater keine Interesse hat das Kind zu sehen, so hat Dein Mann alle Möglichkeiten dieser Welt dieses Kind mitzuprägen und mitzuformen. Dies sind viel wichtigere Werte, als wer der biologische Vater ist.
Der Erzeuger muß Unterhalt zahlen. Die Höhe kannst Du aus der Düsseldorfer oder der Berliner Tabelle übersichtlich entnehmen. Dies ist nämlich immer abhängig vom Alter des Kindes und vom Verdienst des KV.
LG Chiara-Fiona


06.03.2009, 23:54
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Hallo ihr lieben,

Erstmal vielen Dank für soviele nette Zeilen...ihr wisst gar nicht wieviel Kraft es mir gibt euch zu lesen..

Ich wollte mich gestern schon melden...aber Axel kam erst heute hier her zum Gespräch. Das Gespräch verlief gut und war gleichzeitig sehr traurig. Eigentlich müsste ich mir selber leid tun, aber mir tut der Kerl sowas von leid. Bis heute dachte ich, "wir" wären ihm egal, doch das ist alles ganz anders. Als ich ihn fragte was ich später dem Kind sagen sollte, warum nicht ER und ICH zusammen sind...hmm da wurden wir beide stumm...ich meinte dann: Ich werde dem Kind dann sagen, der Papa wollte uns damals nicht. Leute, bei dem Satz habe ich das erste mal einen Macho-Romantiker weinen sehen. In dem Restaurant liefen einige kleine Kinder rum, er hat sie angeschaut, dann mich und am Ende hat er mich in den Arm genommen,... Wie soll ich seine Geste deuten?
Seine Sicht der Dinge sind mir heute transparent geworden. Wenn ich jetzt schon weiss, dass ich das Kind alleine groß ziehen werde, soll ich abtreiben. Wenn ich aber meine es mit meinem Mann großzuziehen, soll ich es behalten und er wird mir nicht im Wege stehen. Wegen Unterhalt haben wir nicht 100% gesprochen..er hat aber selbst gesagt dem Kind steht was zu und es bekommt auch. Denke das Thema wird nicht zu einem Problem werden.

Danach liefen wir Hand in Hand spazieren, haben Familien mit Kindern und Babys beobachtet....glaub das wird hier keiner verstehen, stimmts?...und ich weiss auch nicht, ob das, das Richtige war..es tat gut wie er allgemein zu "uns" steht.

Der Abschied hat mich vernichtet..Er sagte, Du bist genau mein Typ, ich habe mich in Dich verliebt, Du bist meine Traumfrau, aber ich habe Dich zu spät kennengelernt.

Meine Gefühle spielen gerade Achterbahn...

Ist mir überhaupt noch zu helfen? Zumind. weiss ich eines..ich will mein Baby behalten, auch DANN wenn ich alleine darstehe...aber mein Mann steht Gott sei Dank zu uns. Ich hoffe so sehr eine ganz normale kleine Familie zu gründen. Möchte nicht das mein Kind leidet...

Eure Nina

____________________________________________________________________

Also: Mein Mann ist 42, Axel ist 46 und ich bin 26.


09.03.2009, 02:17
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Liebe Nina,

ich finde es schön zu lesen, dass du dich für dein Kind entschieden hast.
Dein Gespräch mit den "Erzeuger" lief ja nun ganz anders ab, als du dachtest.
Zitat:
...er hat aber selbst gesagt dem Kind steht was zu und es bekommt auch.....
Da dürfte es, wie du es schon siehst, keine Probleme geben.

Zitat:
.Er sagte, Du bist genau mein Typ, ich habe mich in Dich verliebt, Du bist meine Traumfrau, aber ich habe Dich zu spät kennengelernt.

Immerhin tritt er zurück, um deinem Glück mit deinen Mann nicht im Wege zu stehen.

Dein Mann liebt dich von ganzem Herzen. Ihm ist es egal, dass er nicht der Vater ist.
Lass ihm Zeit. Erst wenn er dein Kind im Arm hält, ist es für Ihn "greifbar".

Das deine Gefühle Achterbahn fahren ist auch normal. Immerhin bist du Schwanger.

Liebe Grüße von kalli


09.03.2009, 23:13
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Hallo ihr Lieben,

wollte mich wieder bei euch blicken lassen und mich noch einmal bei ALLEN die mir geschrieben und soviel Mut gemacht haben, bedanken. Ich Danke euch wirklich allen!!!

Mich kennt keiner von euch persönlich und trotzdem wurde ich hier so lieb aufgenommen und mir wurde soviel nettes geschrieben...das hätte ich nie gedacht.
Heute bin ich in der 9te Woche und so glücklich wie schon lange nicht mehr. Auch zu hause läuft alles wie "immer", kein Streit keine Vorwürfe einfach nur Harmonie. Heute bin ich froh, das ich für mein Baby entschieden habe und eines weiss ich, der Weg für den ich mich entschieden habe der ist auch der Richtige. Ich habe keine Garantie das meine Ehe diese enorme Belastung standhält, ich wünsche es mir sehr doch erzwingen kann und will ich nichts. Egal wie es wird, auch wenn ich am Ende doch ganz alleine darstehe, ich stehe zu meinem Kind. Vielleicht ist das Kind später mal der einzigste Mensch, der zu mir steht.
Man kann nichts vorhersehen, aber eines weiss ich jetzt, einen Partner reißt man sich von der Seite ein Kind mitten aus dem Herzen. Männer kommen und gehen, mein Kind bleibt mir immer erhalten und bin mir sicher, es wird Dankbar sein, das ich ihm ein Leben ermöglicht und geschenkt habe, ohne dabei an mich zu denken.

Das einzige was mich richtig wurmt ist die Tatsache, das der KV von Anfang an, (zu dem Zeitpunkt wusste er nämlich noch nicht das mein Mann mir in dieser Situation zu Seite steht) vehement dagegen gewährt hat die Verantwortung für das Kind zu übernehmen und mir so kaltschneuzig sagte: "Ich bin nur "Samenspender" weiter nichts und ich werde kein Vater sein".
In dem Moment war ich zu schwach und habe nicht adäquat reagieren können, sonst hätte das erste Mal richtig gescheppert, aber jetzt realisiere ich das alles.Ich glaube ich kann im Leben sehr viel verzeihen und verkraften aber DAS stecke ich nicht ohne weiteres weg. Ob ich das jemals verzeihen kann?

Wie dem auch sei, diese Seite hier ist ein Top Adresse und werde es bei Bedarf weiter empfehlen. Ihr seid alle so nett, respekvoll und vor allem verständnisvoll ganz ohne Vorurteile. Ohne Euch stände ich mit Sicherheit nicht da wo ich jetzt stehe. Ihr habt mir wieder Lebensmut und Lebenskraft wiedergegeben, das alles hätte ich beinah verloren.

Vielen Dank noch mal und euch allen alles Gute.

Eure Nina


23.03.2009, 17:09
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Beitrag Re: sehr verzweifelt, was ist richtig, was ich falsch
Hallo Nina,
ich finde es schön, daß Du Dich noch einmal gemeldet hast. Und schon an der Änderung Deines Nicknames ist zu merken, daß Du Hoffnung gewonnen hast. Dies freut mich so unendlich, weil ich daran sehe, wie Dein doppelter Mut belohnt wurde. In diesem Punkt kann ich mir eine dicke Scheibe von Dir abschneiden.
Du bist heute froh, daß Du Dich für das Baby entschieden hast. Es können sicher manche Höhen und Tiefen kommen, aber es gibt einen genialen Satz: Das Juwel des Himmels ist die Sonne, das Juwel des Hauses ist das Kind.
Du setzt Dich gerade mit der Tatsache auseinander, daß der Kindsvater Dich sehr kaltschneuzig behandelt hat. Es wurmt Dich, und Du bist am überlegen, ob Du ihm dies jemals verzeihen kannst.
Die Antwort kann nur eine sehr persönliche sein. Ich habe in meinem Leben festgestellt, wenn ich zulasse, daß mich etwas wurmt und ich den Wurm in mir lasse, dann bin ich es die zerfressen und ausgehöhlt werde. Der andere lebt deswegen sein Leben weiterhin vergnügt. Ich schade mir also nur selbst, wenn ich jemand etwas nachtrage. Denn immer der Träger trägt die Last. Wenn ich den anderen freigebe, sage ich damit nicht: es war nicht schlimm, es hat mich nicht verletzt, oder ähnliches. Sondern es war schlimm, es hat mich verletzt, aber um Meinetwillen, will ich daran nicht festhalten.
Häufig wissen Männer gar nicht was für eine enge Gemeinschaft Mutter und ungeborenes Kind sind. Und sie merken es deswegen häufig auch nicht, was sie damit anrichten, das Kind abzulehnen, oder kalt von ihm zu reden. Hier gilt das Prinzip:" Wer das Kind ablehnt, der lehnt auch die Mutter ab." Die Wahrheit dieses Satzes hast Du schmerzhaft erfahren müssen. Aber ich wünsche Dir, daß Du auch die Realität des frei werdens erleben darfst.
Alles Gute für Dich und Deinen Bauchzwerg.
LG Chiara Fiona


23.03.2009, 22:15
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