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 Nur am weinen, so verzweifelt 

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Registriert: 24.06.2009, 18:34
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Beitrag Nur am weinen, so verzweifelt
Guten Abend ihr lieben,
bin sehr froh mich hier öffnen zu können. Wie bei vielen hier zerbricht meine kleine Welt gerade und es wird immer schlimmer.Ich heiße Nicole, bin 27Jahre alt und bereits alleinerziehende Mami von einem wunderbaren, fast dreijährigen Sohn.
Damals stand es für mich gar nicht zur debatte, ich habe mich so auf ihn gefreut. Schwangerschaft war o.k bis auf sein Vater, dessen große Liebe leider der Alkohol war und ist. Er kümmert sich auch nicht um seinen Sohn. Die Geburt war sehr schmerzhaft und das erste Lebensjahr war grausam. Wegen dem besagten Mann stand ich ganz alleine da-ohne Freunde und Familie. Ich mußtee leider öfters mit meinem Sohn stationär ins Krankenhaus, immer die Starke gespielt aus stolz zuzugeben das alle recht hatten. Bin innerlich fast daran zerbrochen.
Mittlerweile läuft es ganz o.k. habe denke ich liebe Freunde und eine Mum die mich bei meinem Engel unterstützt, wobei sie mir immer wieder zu verstehen gibt, dass ich dies und das eh nicht schaffe. Habe um das was wir jetzt haben so gekämpft und mich auch endlich nach sechs Jahren von dem Mann getrennt. War jetzt 1 1/2 Jahre alleine und das war o.k.
Ich erzähle euch das um mich vielleicht besser zu verstehen.
Ich weiß seit einer Woche das ich schwanger bin ca sechste Woche, ich habe leider keinen festen Partner sondern seit drei Monaten eine Affaire. Ich habe Gefühle aber der mann leider nicht(sagt er zumindest, beide verhalten sich wie in einer Beziehung, seit ich weiß das ich schwanger bin kaum Kontakt würd es am liebsten beenden und hinter mir lassen).
Er sagt das es meine Entscheidung ist und er hinter mir steht, sprich er würde sich kümmern ect. Hab ich leider alles schonmal gehört. Leider ist er auch noch sehr jung 21.
Alle Ängste und Zweifel kommen hoch die totale Angst.
Alle mit denen ich gesprochen habe raten zur abtreibung.O.k zwei Freundinnen stehen total hinter mir, aber ich habe so angst diese entscheidung zu treffen. Meine Mutter sagte zu mir ich bin mir sicher das du das mit zwei Kindern nicht schaffen wirst.
Erst dachte ich mir ich behalte es und seit Freitag sist da dieses negative Gefühl im Bauch.
Auf der einen Seite hab ich konstante Zweifel und ein Konstantes negatives Gefühl im Bauch und auf der anderen Seite sind da kleine blitzmomente wo ich mich für das Kind entscheide.Hab auch große Angs vo dem danach...ich glaube nicht das ich es verkraften werde.
War heute beim Beratungsgespräch und seitdem bin ich nur noch am weinen, obwohl ich es als positiv empfand.Alle sagen ich hab noch zeit-nein hab ich nicht, das baby entwickelt sich von minute zu minute.
Nochmal alleine pack ich das nicht. Hab für meinen Engel das Studium abgebrochen, keine Ausbildung und lebe vom Amt was für mich der Horror ist.er geht jetzt in den Kindergarten ab August-wollte mich beruflich orientieren und auch wenn es egoistisch ist endlich wieder etwas Zeit für mich.
Ich kann das nicht, ich schaffe das nicht die richtige entscheidung zu treffen.
Entschuldigt bitte die Rechtschreibung und das Caos...ich bin so durcheinander. Aber ich danke euch für eure Aufmerksamkeit und wünsche allen alles Liebe, Mut und Kraft.
Wer gibt mir das Reccht über Leben und Tot zu entscheiden?
Eure Nicole


25.06.2009, 01:13
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Beitrag Re: Nur am weinen, so verzweifelt
Liebe Nicole,

tja, wer gibt uns das Recht, über Leben und Tod zu entscheiden.....
Eine sehr ethische Frage und dennoch geht sie einher mit einem sehr ethischen Begriff: Verantwortung.

Du hast Verantwortung in erster Linie für DEIN Leben, in zweiter Linie für das deiner Kinder. Nun ist jede Frau im Schwangerschaftskonflikt (leider) in der Notlage zu entscheiden, was das "Beste" ist. Für alle, die es betrifft, vor allem eben dich.

Ich denke, du weißt, dass es zahlreiche staatliche Unterstützungen gibt. Ich möchte eines betonen, auch wenn ich hier vielleicht gerade fürchterlich ins berüchtigte Fettnäpfchen trete, aber die Entscheidung für eine Abreibung ist nicht zwingend gleichzusetzen mit Versagen. Im selben Moment entscheidest du dich auch FÜR etwas, nicht nur dagegen.

Es liegt eben ganz in deinem eigenen Ermessen, wie viel möglich ist und was dir und deinem Sohn jetzt zuzumuten ist. Bitte nicht missverstehen. Ein zweites Kind ist nicht zwingend eine Zumutung, kann sogar eine wunderbare Bereicherung sein. Es sollte allerdings nie zu spüren bekommen, dass es ungewollt auf die Welt kam. Hier liegt vermutlich die eigentliche Kunst einer (verantwortungsvollen) Mutter. Das spreche ich gerade deiner eigenen ab. Die Aussage "Du schaffst das sowieso nicht" lässt schließen, dass sie sich nicht auf dich und dein Leben einlassen mag. Lass dich bitte nicht durch sie berirren und gehe deinen eigenen Weg. Letztlich wird sie doch begreifen müssen, dass das Leben bunt und nicht nur schwarz-weiß ist. :wink:

Ich wünsche dir für deinen Weg alle erdenklich Liebe.

Ilona

_________________
Niemand kann mehr geben als das, was er in sich gefunden hat (H. Kruppa)


25.06.2009, 01:35
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Beitrag Re: Nur am weinen, so verzweifelt
Liebe Ilona,
ich danke dir für deine lieben Worte, sie haben mir auf jeden Fall Denkanstöße gegeben.
Ich habe das Gefühl es wird immer schlimmer.
Ich mußte heute morgen mit meinem Süßen zur Kinderärztin. Dort waren viele Mütter mit ihren Babys, ging gar nicht mußte mich krampfhaft zurückhalten nicht zu weinen und ständig hatte ich Tränen in den Augen.
Nur am weinen-kann gar nicht mehr aufhören. Mit meiner Mutter gab es heute morgen nur Streit, bin sehr wütend und enttäuscht von ihr-versuche mich zu schützen gegen meine eigene Mutter. Das war schon immer mein Problem, meine Therapeutin meinte damals ich sollte den Kontakt zu meiner mutter abbrechen...ja mein Kampf-dann hab ich keine Unterstützung mehr.
Es wird immer schlimmer-ja nein ja nein...ich sterbe jetzt innerlich, wie soll das erst werden wenn ich mich dafür entscheide das Baby in den Himmel zu schicken?
Es zu bekommen fühlt sich jetzt gerade auch nicht gut an.Ich weiß es nicht...
Danke das ich mich hier ausdrücken kann-zumindest hier habe ich das Gefühl verstanden zu werden.
Eure Nicole


25.06.2009, 11:29
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Beitrag Re: Nur am weinen, so verzweifelt
Hallo Nicole,


ich möchte dich ganz herzlich hier im Forum willkommen heißen.


Es ist sehr schwer eine Entscheidung zu treffen. Lass dich aber bitte nicht von den Leuten beeinflussen die dir einreden das du es mit einem zweiten Kind nicht schaffen kannst. Ich denke sie alle wissen nicht wie du unter dem Konflikt leidest. Nach dem ich deine Geschichte gelesen haben muss ich sagen das du sehr stark bist. Du hast es sechs Jahre mit deinem Mann ausgehalten und warst für deinen Sonnenschein eine gute Mutter. Ich denke in der Zeit als du noch mit deinem Mann zusammen warst hattest du schon zwei zu versorgen. Du warst für deinen Sohn da und musstet dich bestimmt auch noch um dein Mann kümmern und ich denke Alkoholiker bereiten einem oft mehr Stress wie ein Kind. Du hast es geschafft trotzdem man dir ständig versucht hat einzureden das du es nicht schaffst. Ich glaube dir auch das du in der Zeit oft an deinen Grenzen angekommen bist.

Vielleicht findet sich doch noch eine Möglichkeit das du dich für dein Baby entscheiden kannst. Dein Sohn hätte dann ein Geschwisterchen und währe dann der Große bei euch. Vielleicht entwickelt sich auch aus deiner Affäre noch mehr und er fühlt sich zu euch hingezogen. Du wirst auch nicht immer allein erziehend sein, ich weiß das einige Männer der Meinung sind, eine Frau mit Kind oder Kindern kommt nicht in Frage,es denken heute aber nicht mehr alle Männer so. Viele Alleinerziehende haben wieder ein neuen Partner gefunden.
Versuch abzuklären welche Unterstützung du bekommen kannst, es gibt wirklich viele Möglichkeiten. Vielleicht gibt es auch in deiner Nähe eine sogenannte Freiwilligenagentur, ich bin der Meinung schon einmal davon gehört zu haben und vielleicht findet sich auf dem Weg eine liebe Oma oder der gleichen die bereit ist dich zu unterstützen.
Ich kann mir auch vorstellen das es für dich ein Horror ist vom Amt zu leben, aber du brauchst dich dafür nicht zu schämen, diese Unterstützung ist für Leute wie dich gedacht. Ich habe von dir auch nicht den Eindruck das du diese Unterstützung länger beanspruchen wirst wie du musst. Dein jetziger Konflikt zeigt das du bemüht bist ins Berufsleben zu kommen. Solltest du dich für dein Baby entscheiden, dann brauchst du dir aber keine Vorwürfe machen weil du dann noch länger Staatliche Unterstützung benötigst.

Ich wünsche dir das du viel Unterstützung bekommst und das diejenigen die versuchen dir einzureden das du es nicht schaffst kein Recht bekommen.


Freundliche Grüße Oscar


25.06.2009, 13:39
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Beitrag Re: Nur am weinen, so verzweifelt
Hallo Nicole,
ein herzliches Willkommen von User zu User. Ich finde es total schön, daß Du den Mut gefunden hast Dich hier zu öffnen. Die Uhrzeit, wo Du diesen Brief geschrieben hast spricht Bände. Kann es sein, daß du vor Angst und Verzweiflung kein Auge mehr zutust?
Es tut mir bis in die Herzwurzel weh, wenn ich sehe, wie Du gerade am Kämpfen bist, und zugleich von allen Seiten bedrängt wirst.
Alle mit denen Du gesprochen hast raten Dir zur Abtreibung. Es kann nicht darum gehen, was Dir alle raten. Denn es geht um Dich. Es ist Dein Körper, Deine Schwangerschaft, Dein Kind.
Du hast Angst vor dem danach. Und diese Angst kann ich Dir nicht nehmen. Denn Du wirst es sein, die nachher vermutlich genauso alleine wie jetzt, die Folgen tragen mußt. Und eine Abtreibung kann für Dich zu einer Verlusterfahrung werden, die Dich über Jahre hinweg körperlich und psychisch belasten kann.
Alleinerziehend mit einem 3 jährigen Sohn zu sein, bringt einen ganz sicher oft an Grenzen. Aber die Aufarbeitung einer Abtreibung kann Dir evt. mehr Kraft kosten, als ein 2. Kind großzuziehen.
Und Du hörst Dich nicht so an, als würdest Du eine Abtreibung verkraften:
z.B. -Ich sterbe jetzt schon innerlich, wie soll dies nur anschließend werden
- Heute beim Frauenarzt kamen mir Tränen, beim Anblick von Kindern
- Wer gibt mir das Recht, über Leben und Tod zu entscheiden?
- Das Baby entwickelt sich von Minute zu Minute


Wer um ein ungeborenes Kind weinen kann, der wird auch einen guten Weg mit Kind für sich finden.
Und übergehe die Tränen nicht die Du weinst, denn sie sind ein Gruß aus der Tiefe Deine Seele.
Und ich empfinde es tatsächlich so, daß Deine Seele erst innerlich sterben muß, bevor Du abtreiben kannst. Und dann wird es nicht besser. Denn jetzt ist Deine Seele noch gefangen, von den logischen Argumenten und Verurteilungen Deiner Mutter: "Du schaffst das nicht mit 2 Kindern."
Aber hinterher zählt dies häufig alles herzlich wenig und Du weißt:"Ich hätte es geschafft." Und wenn dann die Seele schmerzt, wer könnte diesen Schmerz stillen?
Denn Du spricht von Deinem Baby, für Dich ist es eine Person, und Du kennst vermutlich aus Deiner 1. Schwangerschaft die Entwicklung im Mutterleib. Dein Kind ist noch ganz klein, und braucht ganz dringend Deinen Schutz.
Und es ist gut, daß Du Dich mit der Fage auseinandersetzt, wer Dir das Recht gibt, über Leben und Tod zu entscheiden. Denn wenn man zuvor sich mit etwas auseinandersetzt, kann man nachher nicht irgendwo landen, wo man nicht hinwollte. Ich weiß nicht, wer die Instanz in Deinem Leben ist. Aber diese Instanz ist etwas Wichtiges und es begleitet uns unser Leben lang. Du bist es, die sich nachher noch im Spiegel anschauen können muß.
Im Moment ist in Deinem Leben viel Angst und Dunkelheit. Ich habe einen Anstecker. Wenn es dunkel ist, so ist auf dem Anstecker, das Wort Zweifel zu lesen, aber wenn nur etwas Licht darauf fällt, dann steht plötzlich das Wort Staunen da. Und ich denke, daß es mit Deinem Leben so ähnlich ist. Du hast jetzt 7 Monate Zeit Pläne zu schmieden, die Dein Leben wieder heller werden lassen.
Z.B. versuche für die 1. Zeit eine Erzieherhilfe beim Jugendamt zu beantragen, daß Dir nicht alles über den Kopf wächst. Beim 1. mal wolltest Du stark sein, und hast Dich überfordert gefühlt. Dann nimm beim 2. mal alle Hilfe in Anspruch, die Dir zur Verfügung steht. Und vergiß nicht: durch Dein 1. Kind hast Du Erfahrungen gesammelt, dieser Erfahrungsschatz ist unendlich viel wert.
Ich kann nur ahnen wieviel Kraft Du zusätzlich verbraucht hast, Dich mit einem Alkoholiker auseinanderzusetzen. An dieser Stelle hättest Du dieses mal freien Rücken.
Bin gespannt, was ich von Dir wieder höre.
MfG Chiara-Fiona


25.06.2009, 20:46
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