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 abbruch steht bevor 

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Registriert: 18.06.2006, 03:00
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Beitrag abbruch steht bevor
hallo,
ich habe soeben diese seite gefunden und brauche wie so viele hier auch rat und mentale unterstützung.

am dienstag ist der termin für den abbruch und je näher der termin rückt, desto mehr kreisen die gedanken. ist wahrscheinlich so. wir haben erst spät von der schwangerschaft erfahren, bereits in der 10.ssw und so drängte die zeit für alle entscheidungen ein bißchen. ich hatte dann schnell einen termin bei pro familia, die verständnisvoll, aber auch ein bißchen zu nett waren. jedenfalls besser, als den moralischen hammer zu schwingen, ich denke, damit hat jede schon genug zu tragen.

zu meiner, unserer situation: ich habe erst im dezember mein erstes kind bekommen (ich bin 33, voll im berufsleben etc.) - allerdings unter dramtatischen umständen mit der extremen häufung von sonderstaten. ich bekam ein hellp-syndrom (die allerschwerste form der schwangerschaftsvergiftung), binnen stunden not-ks, wären beide fast gestorben, jonanthan ist zwölf wochen zu früh gewesen, 789g, 11 wochen intensivstation. und zu allem schock oben drauf fehlt ihm die linke hand. ob dies genetisch bedingt ist, steht noch aus. die ärzte vermuten eine abschnürung durch die nabelschnur, aber sicher sind sie sich nicht.

nun haben wir eben zu unserem großen schock festgestellt, dass wir wieder schwanger sind. viel zu früh. und mit viel zu vielen risiken behaftet, so dass wir uns schweren herzens gegen das kind entschieden haben. da die schwangerschaft ja noch nicht lange her ist, weiß ich, wie groß ein kind jetzt bereits ist und das setzt mir wirklich zu. natürlich habe ich schuldgefühle und weiß nicht, ob es egoistisch ist. mein mann war zu allen terminen mit und unterstützt mich sehr, aber letztlich bin ich mit der entscheidung allein.

aufgrund der furchtbaren entbindungsgeschichte habe ich mich für den eingriff unter vollnarkose entschieden. ich glaube auch, dass mich ansonsten alle absauggeräusche wahnsinnig machen würden. natürlich ist mir mulmig zumute. die spontangeburt mit allem drum und dran ist noch gar nicht richtig verarbeitet und jetzt steht dieser schritt an. wahrscheinlich kann man nicht pauschal sagen, wie man sich danach fühlt...aber wird es eine sehr schwere zeit? denkt ihr viel an den verlust? oder ist das thema komplett abgehakt?

vielen dank fürs zuhören,
lg, corinna


18.06.2006, 15:47
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Beitrag 
hallo corina , sei erstmal gegrüsst. bei dir ist es je wirklich super schwierig. ich habe auf druck meines partners ( jetzt ex , da beziehung nicht gehalten hat , nach dem ab) eine ab im okt.05 gehabt. ich leide seitdem , es gibt tage da geht es besser und an manchen ist es eine kathastrophe. heut geht es mit besonderst schlecht , da heute der et wäre.du hast aber eine extreme situation, mit schlechter ss und entbindung. es wird kein einfacher weg. aber ein tipp ihr müsst viel miteinader reden, das haben wir nicht gemacht bzw. mein ex wollte / konnte nicht das war dann aber auch zu viel für unsere beziehung , das wir es nicht geschafft haben. ich will dich auch auf gar keinen fall beeinflussen. nur , es wir schwierig für euch. ich wünsche euch alles alles gute. teddy

_________________
Wie viele Engel gibt es ?
Einer , der unser Leben verändert , genügt völlig.


18.06.2006, 16:08
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Beitrag danke
liebe teddy, liebe britt,

vielen dank für euren lieben worte!

ich hätte niemals in meinem leben gedacht, dass ich einmal froh darüber sein würde, solch ein forum zu finden. ich kann zwar mit meinem mann sehr offen und ehrlich reden, aber es ist dennoch nicht daselbe. verständlicherweise.

@britt: ich hoffe, dass du schnell wieder zu dir und genügend stabilität findest! du hast recht, da es bei uns nicht nur vernunftgründe sind, sondern es ganz schier um die frage geht, ob ich das im wahrsten sinne überlebe, haben wir schweren herzens die entscheidung bereits getroffen. dennoch überkommen einen natürlich gedanken wie: vielleicht geht ja alles gut? vielleicht haben wir kein genetisches problem (zumal es in keiner unserer familien bislang fehlbildungen gab)? vielleicht klappt es danach nie wieder - auch wenn ich nie wild auf kinder war, bin ich froh über jonathan. aber nicht um jeden preis würde ich das risiko eingehen wollen. so blöd es klingt. am quälendsten ist mit der gedanke, was wenn es ein mädchen wäre? wir hatten uns sehr ein mädchen gewünscht, da mein mann aus einer vorherigen beziehung bereits zwei jungen hat. aber das sind ja auch nur jämmerliche gehversuche. ist das normal?

@teddy: ich wünsch dir besonders heute viel kraft! es ist sicher kein leichter tag für dich...

viele grüße, corinna


18.06.2006, 16:59
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Beitrag 
liebe britt,

na ja, ich glaube eher das "hauptproblem" ist das ganze paket. eine biopsie hat keinen sinn, wenn es um fehlende gliedmaßen geht - die übrigens trotz ausgiebiger ultraschalls bei fast niemandem entdeckt werden. aber so lange wir nicht wissen, ob es genetisch bedingt sein könnte, hast du in gewisser weise recht. vielleicht ist es hart, aber ein behindertes kind ist mir genug bürde.

bei uns geht's aber nicht nur darum, das risiko einer erneuten extremen frühgeburt ist sehr hoch, weil einfach zu wenig zeit ins land gegangen ist und woher ein hellp kommt weiß die medizin leider auch nicht. so dass dieses risiko bleibt und ich auch noch nicht wirklich körperlich wieder hergestellt und fit bin...

es ist einfach nicht schön zu wissen, dass man wegen eigener fehler, denn wir hätten natürlich nicht nur so halbherzig verhüten dürfen, jetzt solch eine weitreichende entscheidung treffen muss. was mich sehr schockiert hat zu lesen war, dass so viele frauen probleme in ihren beziehungen bis zum bruch bekommen...

lg, corinna


18.06.2006, 19:28
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Beitrag 
Liebe Corinna,

sei herzlich hier im Forum willkommen.

Ich kann Dich so gut verstehen. Mir gings ganz ähnlich wie Dir. Bei mir stand auch vor allem das medizinische Risiko bei der Entscheidung im Vordergrund, sowohl beim Kind als auch bei mir. Beide Varianten habe ich schon sehr schmerzlich zu spüren bekommen. Es gibt zwar die Möglichkeit der pränatalen Diagnostik aber das sind keine Befunde. Das sind Risikoberechnungen, bis auf einige wirklich nachweisbare Ausnahmen. Im Grunde ist man da nicht unbedingt schlauer und steht dann womöglich ein paar Wochen oder sogar Monate später wieder vor der Entscheidung, die dann noch viel härter ist. Je später, desto traumatischer wird das alles. Letztendlich war es bei mir eine ganz klare Vernunftentscheidung, bei der ich dachte, das "packe" ich schon, fast nichts spricht dafür, fast alles dagegen. Egal, mit wem ich darüber geredet habe, sogar mit Leuten, bei denen ich weiß, sie sind gegen AB. Alle haben mir bestätigt, daß sie in meinem Fall ebenso gehandelt hätten. Aber es war dann trotzdem sehr schwer, das Danach zu verkraften. Zum Glück habe ich hier dieses Forum gefunden, das mir unwahrscheinlich hilft. Jetzt, nach 6 Wochen, gehts mir schon wesentlich besser. Vergessen werde ich das nie aber ich bin auf dem besten Wege alles zu verarbeiten.

Liebe Grüße
Hina


18.06.2006, 20:48
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Beitrag 
Liebe Corinna,

vorweg: ich komme aus dem medizinischen Bereich und respektiere eure Entscheidung für den Abbruch natürlich, wenn ihr das wirklich wollt.
Aber wenn er vor allem durch medizinische Ängste diktiert ist, gäbe es vielleicht doch andere Lösungswege. Ist denn morgen bei dir der letztmögliche Termin?
Wenn du willst, kannst du mich gerne kontaktieren (leube@uni-duesseldorf.de), und wir können gemeinsam sehen, ob wir einen anderen Ausweg aus deinem Dilemma finden. Für das HELLP-Syndrom gibt es auch Vorbeugungsmöglichkeiten, ich bin mir nicht sicher, ob du bisher wirklich von guten Spezialisten beraten worden bist. Garantien gibt es nie, aber ich sehe in deinem Fall auch nichts, was auf ein wirklich hohes Wiederholungsrisiko hinweist, weder bei deiner traumatischen Geburt, noch bei der Fehlbildung deines Kindes.

Alles Gute!
Barbara


19.06.2006, 11:14

Registriert: 18.06.2006, 03:00
Beiträge: 5
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Beitrag 
liebe barbara,

vielen dank für dein angebot - dennoch, ich denke nicht, dass wir uns umentscheiden. wir sind zwar traurig über den anstehenden schritt, aber mir sind die risiken zu hoch, vor allem weil alles noch nicht lange zurückliegt. natürlich gibt es keine garantie, das wissen wir auch, aber die wahrscheinlichkeit der wiederholung ist umso höher, je kürzer die schwangerschaft zurückliegt. und ich denke, in diesem punkt bin ich ganz gut beraten worden. auch bei normal verlaufenden schwangerschaften soll man idealerweise ja ein jahr dazwischen lassen.

die medizinischen gründe sind die ausschlaggebenden für uns, hinzu kommen natürlich auch aspekte wie finanzielles (ja, ich weiß von den hilfsmöglichkeiten, aber wir sind selbstständig und mit einem kind ist das zu bewältigen, auch mit einem betreuungsintensiven, schwer aber mit zwei kleinen und ich will die freiheit nicht gegen die staatliche abhängigkeit eintauschen) und das ich gerade erst jetzt anfange, mich überhaupt mit den ganzen geschehnissen rund um jonathans geburt zu beschäftigen.

sicher, es ist ein geschenk, schwanger zu sein, aber um jeden preis kann ich es nicht annehmen. dennoch danke für das angebot.

ich bin heute ziemlich nervös und hoffe, dass es morgen alles soweit gutgeht. alles weitere lässt sich heute ja leider nicht absehen.

viele grüße, corinna


19.06.2006, 16:24
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Beitrag 
Liebe Corinna,

dann wünsche ich euch alles Gute für euren Weg.
Mich würde allerdings noch interessieren, welche konkrete Wiederholungswahrscheinlichkeit für das HELLP-Syndrom euch denn genannt worden ist. Magst du mir da nochmal antworten, auch wenn es an deiner Entscheidung nicht mehr ändert?

LG, Barbara


19.06.2006, 16:38
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