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 Die letzten Beiträge des Themas - Ende oder Neuanfang? 
Autor Nachricht

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 07.05.2022, 18:54
Re: Ende oder Neuanfang?
Hallo,
ich habe deine Geschichte gelesen, es tut mir sehr leid, wie es bei dir verlaufen ist, auch wegen der Reaktionen der Schwiegereltern. Du und ich, wir haben zeitgleich mit dem Gedanken an Abtreibung gekämpft. Ich habe es leider am 19.2.2020 dann vollzogen. Wie ist es bei dir weitergegangen?
Liebe Grüße und alles Gute

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 12.04.2021, 23:21
Re: Ende oder Neuanfang?
Ich habe deine Geschichte gelesen und hoffe, dass es dir gut geht! MIr tut es sehr leid, wie du behandelt wurdest von all den beschriebenen Menschen behandelt wurdest.

LG

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 12.02.2020, 17:01
Re: Ende oder Neuanfang?
Ich hab bereits 2 Kinder. Eins eine Katastrophe, was meine Belastbarkeit angeht, das andere mega pflegeleicht.

Du weißt nicht was auf dich zukommt. Schicktarbeit ist jedenfalls dann nicht möglich, wegen der fehlenden Betreuung. Seine Eltern sind keine Hilfe, halte dich bloß fern von denen. Wenn sie was wollen, sollen sie sich selbst zu dir bewegen.

Dein Freund freut sich - liebst du ihn? Wird er für dich um 4 Uhr morgens aufstehen? Wird er dir in eine Unterhose helfen wenn du dich eingepullert hast? Das sind d dann fragen für die Belastbarkeit der Beziehung. Hab das durch. Mein Mann steht immerhin zu mir und hilft mir auch in die Unterhosen wenn es sein muss.

Im Kreissahl ging es mir jedesmal sehr schlecht... er hat es auch ausgestanden. Bei uns scheitert es an anderem. An wenig Wertschätzung für die Arbeit im Haushalt, an Unverständnis dass ich irgendwann lange krank bin, an wenig Nähe, keine körperliche Beziehung überhaupt keine Zeit für Zärtlichkeiten und aus seiner Richtung kommt auch nichts was das ändern könnte. Das hat mich von innen gefressen - irgendwann konnte ich nicht Mal weinen. Ich fühlte mich so schrecklich allen... So dass ich die emotionale Beziehung zu ihm jetzt beendet habe und das Kind das aus versehen entstanden ist, haben wir dann auch nicht behalten.

Es war sehr schwer allein mit dem ersten. Ich hatte Schmerzen und musste dennoch für ihn Sorgen. Bin psychisch krank, aber schon länger, wie ich jetzt weiß. Er war sehr schwer und sehr beweglich, hat sehr viel aus der Brust getrunken und ich kam ja zum Essen und schlafen - ich war so unglaublich müde. Du weißt nicht was auf dich zukommt. Aber wenn du dich dafür entscheidest, entscheidest du, wie du und das Kind leben werden. Du bist für alles allein verantwortlich, da du es im Notfall allein versorgen musst. Lass dich beraten was möglich ist in deinem Landkreis. Für gewöhnlich ist nicht viel machbar. Überforderte Mütter interessieren für gewöhnlich niemanden... So ist meine Erfahrung. Eine psychisch kranke Mutter ist eine Katastrophe für ein Kind - glaube mir... Das kleine wird durch dich Probleme kriegen... Ob es dir leid tut oder nicht... Wenn du dich dafür entscheidest - solltest du in dein Kissen Schreien und heulen so stark du kannst und dann zu deinem Baby gehen und die beste Mama sein, die du nur kannst. Denn das Baby versteht den Unterschied zwischen sich und die nicht ... Ihr seid eins... Und du bist die Lehrerin fürs Leben... Also gilt es entweder auf die Füße kommen oder der Wahrheit ins Gesicht blicken und Abschied nehmen um das Ungeborene nicht ins Unglück zu stürzen. Wie auch immer du dich entscheidest, du solltest fest wissen was und warum. Heulen ist OK. Das hilft dir aber leider nicht.

Sprich mit deinem Arbeitgeber, welche Zeitregelungen möglich wären. Falls du das Kind behältst. Ob eine Haushaltshilfe möglich ist, kannst du bei der Krankenkasse klären und beim Jugendamt. Jetzt ist Zeit zu handeln - such dir Informationen. Und auch dir eine psychologische Hilfe. Im jedem Fall. Denn es scheint so einiges zum aufarbeiten da zu sein. Das ist wirklich wichtig. Je schneller desto besser!!!

Los..!

Mit Zitat antworten Beitrag Verfasst: 31.01.2020, 17:42
Ende oder Neuanfang?
Ich hatte schon ein doofes Gefühl... Ich hatte alle Anzeichen der PMS, aber es kam nichts...
Im Halbschlaf habe ich dann den Test gemacht: Zwei Striche. FUCK! NEIN! Das darf nicht war sein!!!!!!

Ich bin 32, seit zwei Jahren in einer Fernbeziehung, die mal mehr mal weniger gut läuft...
Dennoch war ich immer überzeugt, wenn es mal soweit sein sollte, wird er hinter mir stehen und sich freuen.
Als es der Test dann tatsächlich positiv war bin ich in Panik geraten. Ich habe in mein Kissen geschrien und geweint. Da ich verzweifelt und nicht alleine sein wollte, bin ich zu meinem Pferd. Im Stall angekommen fing mich die "Stall mutti" ab. Ich war so doof und hab ihr von dem positiven Ergebnis erzählt. Sie nahm mich in den Arm und sagte "Freu dich doch!". Das habe ich auch versucht.
Später habe ich meinen Freund angerufen und ihm davon erzählt. Er war sofort für die Abtreibung.
Am Wochenden haben wir nochmal darüber geredet und bei dem Wort Abtreibung bin ich zusammen gebrochen in der Küche. Ich konnte nicht aufstehen. Nur schreien und weinen. Er hat mich dort liegen lassen.

Als ich mich etwas beruhigt hatte, habe ich vorgeschlagen, dass wir mit jemanden reden sollten. Wir fuhren zu seinen Eltern.
Zuerst haben sie sich sogar gefreut. So gefühlt für 5 Sekunden. Dann ging es gleich los "da wird sich jetzt alles ändern" "Da kommt eine große finanzielle Verantwortung auf euch zu" "Du wirst jetzt keine Zeit mehr haben für dein Pferd" "Urlaub könnt ihr euch auch abschminken" "DarkDancer du bist verantwortlich für das Kind"
HORROR!!!!
Aber gut, auch das habe ich geschluckt.

Zwischenzeitlich habe ich einen Termin beim FA ausgemacht. Nach dem Treffen mit seinen Eltern wollten wir diesen erstmal abwarten.
Davor hatte ich ein Beratungsgespäch ausgemacht.

Die Wartezeit war schlimm für mich. Ich habe die Gedanken an das Wesen in mir aufgeschrieben: ich liebe dich. Aber es ist nicht die richtige Zeit. Ich wünsche dir Eltern, die dich lieben und sich gegenseitig lieben.

Der Termin beim FA: Beim Ultraschall würde es bestätigt. Es gibt einen Dottersack! Ich lag weinend auf den Stuhl und konnte nicht hinschauen.
Mein Freund hat es gesehen. Hat sich sogar gefreut.
Da ich emotional nicht zurechnungsfähig war machte die Fa einen neuen Termin aus. Der ist nächste Woche...

Danach gingen wir frühstücken und haben wieder darüber gesprochen. Da wir eh schon unterwegs waren, sind wir nochmal zu seinen Eltern. Er wollte ihnen unbedingt das Ultraschallbild zeigen.
Zuerst war nur seine Mutter da. Da noch unklar war, wie unsere Wohnsituation werden sollte, diskutierten wir darüber: Ich in dem Landkreis, wo ich aufgewachsen bin, meine Schwester lebt hier, mein Freundeskreis und meine Arbeit mit unbefristeteter Festanstellung.
Er in der Nähe von München, über einen Dienstleister angestellt,kein Freundeskreis, keine Familie dort.
Seine Mutter meinte dann, es wäre schön besser, wenn ich zu ihm ziehe. Schließlich verdiene er besser wie ich.
Kurze Zeit später kam sein Vater dazu. Dieser gab mir die Hand, schaute auf das Bild und sagte leicht angewidert "Glückwunsch"
Ich hatte das Gefühl, dass seine Eltern mich nicht verstehen wollten. Ich habe immer wieder gesagt, wenn mal was ist und ich mit dem Kind überfordert bin, habe ich hier Familie und Freunde die mich unterstützen.
Ob ich wirklich denke, dass ich dann meine Freunde und Familie noch so oft sehen würde und in Zeiten von Skype wäre das ja kein Problem in Kontakt zu bleiben. Außerdem, wenn wir in Landkreis bleiben, könnten wir uns eh kein zweites Auto mehr leisten.
Nach 24575377 Versuchen ihnen das zu erläutern ist es mit mir durch gegangen. Ich habe geschrien "was ist wenn das Kind 24/7 durchschreit und ich es fallen lasse?" beide schauten mich entsetzt an. Sein Vater:"und du denkst, du kannst dann um halb 4 Uhr morgens bei uns auftauchen?" Seine Mutter: "Vielleicht wäre eine Abtreibung besser für euch. Ihr seid nicht bereit für ein Kind"

Wir führen nach Hause, haben Pro und Contra Listen gemacht. Mein Landkreis gewann. Die Liste für das Kind ging trotzdem schlecht aus.
Wir entschieden uns für die Abtreibung.
Die Bescheinigung habe ich bereits.

Gestern hat mich nochmal die Stall Mutti darauf angesprochen. Sie wollte mich überreden, nicht abzutreiben. Wenn ich dieses Kind bekomme, hat es keine Großeltern (meine Eltern sind beide schon gestorben), ich muss mein Pferd aufgeben, dass mich aus der Trauer nach dem Tod meines Vaters befreit hat. Ich bin alleine mit dem Kind, da er seine Arbeit nicht aufgeben wird.
Nach der Elternzeit Vollzeit Schichtarbeit ohne familiäre Unterstützung? Ich bin mir nicht sicher, wie das laufen soll.
Sie meinte, dass bekommen wir schon hin. Aber eine Abtreibung würde ich laut ihr nicht verkraften.
Außerdem sei es mein Körper. Meine Antwort: "Genau! Und deswegen kann niemand anderes für mich entscheiden!"
Danach ging ich heim und weinte. Ich suchte im Internet nach den finanziellen Unterstützungen für allein Ehrziende. Sieht schlecht aus, da ich doch gut verdiene.

Heute fühle ich mich stark. Ich stehe hinter meiner Entscheidung die Schwangerschaft abzubrechen!
Ich habe Angst, dass ich danach in Depressionen verfallen werde. Ich werde trauern.
Ich werde aber auch ein neues Leben ohne ihn und seiner Familie anfangen!


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